Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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29. JULI 2019 
Bernal holt sich den Tour-Sieg! 
Caleb Ewan gewinnt letzte Etappe 
Rad Egan Bernal (22) hat 
als erster Kolumbianer die 
Tour de France gewonnen. 
Der Australier Caleb Ewan 
feierte am Schlusstag in Paris 
seinen dritten Sprintsieg in 
der diesjährigen Frankreich- 
Rundfahrt. 
Bernal 
setzte sich bei der 
106. Ausgabe mit 71 Sekun- 
den Vorsprung vor seinem 
Ineos-Teamkollegen Geraint 
Thomas durch. Der elf Jahre ältere 
Brite hatte die Grande Boucle im ver- 
gangenen Sommer gewonnen. Auch 
der vierfache Sieger Chris Froome 
(2013, 2015 bis 2017) und dessen bri- 
tischer Landmann Bradley Wiggins 
(2012) hatten im Dress der Ineos-Vor- 
gängerequipe Sky triumphiert. 
Mit 22 Jahren und 196 Tagen ist Ber- 
nal der drittjüngste Sieger der Tour 
de France, der jüngste seit 1909. Der 
Aufstieg des Kolumbianers war so 
unaufhaltsam wie steil. 
Nur wenig mehr als zwei Jahre ist es 
her, da gewann er die fünftägige Si- 
biu-Rundfahrt in Rumänien. Einige 
Wochen später triumphierte der 
starke Kletterer aus der Anden-Stadt 
Zipaquira, die knapp 50 km nördlich 
von Bogota und auf 2650 m Höhe 
liegt, an der Tour de l’Avenir. Am 27. 
August 2017, dem Schlusstag dieser 
prestigeträchtigen U23-Rundfahrt, 
gab das Team Sky die Verpflichtung 
des Südamerikaners vom kleinen 
italienischen Team Androni be- 
kannt. Eine sechsstellige Ablöse- 
summe, kolportiert werden 250 000 
Euro, soll dabei auch geflossen sein. 
Bernal gehöre zu den «allergrössten 
Nachwuchshoffnungen im Rad- 
sport», so liess der seit diesem Mai 
unter Ineos firmierende britische 
Rennstall im Communiqué verlau- 
ten. Egal wie hoch die Summe auch 
war, der ehemalige Mountainbiker, 
der im Cross Country an Junioren- 
Weltmeisterschaften zweimal auf 
dem Podest stand (2014 und 2015), 
hat diese innert kürzester Zeit mit 
seinen Erfolgen bereits mehr als zu- 
rückgezahlt. 
Ewan siegt auf Champs-Élysées 
Den Sieg auf der 21. und letzten Etap- 
pe, die über 128 km von Rambouillet 
auf die Pariser Champs-Elysées führ- 
te, sicherte sich Caleb Ewan (25). 
Der Australier, der bei seinem Tour- 
Debüt gleich drei Tagessiege errin- 
gen konnte, triumphierte im Sprint 
knapp vor dem Niederländer Dylan 
Groenewegen. Dritter wurde der Ita- 
liener Niccolo Bonifazio. 
Die Spezialwertungen gingen an 
den Franzosen Romain Bardet 
(Bergpreis) und an Peter Sagan 
(Punktewertung). Der nunmehr al- 
leinige Rekordsieger aus der Slowa- 
kei sicherte sich das grüne Trikot 
bei seiner achten Tour-Teilnahme 
zum siebten Mal. 
Bester Jungprofi war ebenfalls Ber- 
nal, der heuer auch schon die Tour 
de Suisse als Gesamtsieger beendet 
hatte. Ein Unterfangen, welches im 
gleichen Jahr erst dem Belgier Eddy 
Merckx (1974) und Lance Armstrong 
(2001) gelungen war. Dem gedopten 
Amerikaner wurden die Siege aller- 
dings nachträglich aberkannt. 
Alle vier am 6. Juli in der belgischen 
Hauptstadt Brüssel gestarteten 
Schweizer Radprofis beendeten die 
dreiwöchige Rundfahrt. Als Bester 
klassierte sich der Schweizer Meister 
Sébastien Reichenbach im 17. Ge- 
samtrang. Der Unterwalliser vom 
Team Groupama-FDJ büsste auf Ber- 
nal rund 44 Minuten ein. 
Die 107. Tour de France startet am 
27. Juni 2020 in Nizza. (sda) 
Der Australier Caleb Ewan (l.) holte sich mit seinem dritten Etappenerfolg den 
prestigeträchtigen Sieg auf den Champs-Élysées in Paris. (Fotos: RM) 
Golf Eggenberger nicht in den Top 10 
ROM Golfer Mathias Eggenberger konnte sich an der zur Alps Tour gehörenden 
Nazionale Open nicht mehr nach vorn kämpfen. Nach einer gelungenen Start- 
runde rutschte der Schaaner am zweiten Tag mit drei über Par bis auf Position 
21 ab. Am letzten Wettkampftag benötigte er zwar wieder drei Schläge weniger 
(Par), um bis in die Top 10 vorzurücken, reichte dies aber nicht. Mit 216 Schlägen 
beendete er das Turnier gemeinsam mit vier anderen Spielern auf dem 16. Platz. 
Den Sieg holte sich derweil der Italiener Enrico Di Nitto, der bereits am ersten 
Wettkampftag auf der Leaderposition lag. (mm/Foto: Emanuel Stotzer) 
Resultatübersicht 
Rad Strasse: 106. Tour de France 
21. Etappe, Rambouillet – Paris (128 km) 
Caleb Ewan (AUS) 3:04:08. 2. Dylan Groenewegen 
(NED). 3. Niccolo Bonifazio (ITA). 4. Maximiliano 
Richeze (ARG). 5. Edvald Boasson Hagen (NOR). 
6. André Greipel (GER). 7. Matteo Trentin (ITA). 8. 
Jasper Stuyven (BEL). 9. Nikias Arndt (GER). 10. 
Peter Sagan (SVK). – Ferner: 17. Alejandro Valver- 
de (ESP). 18. Elia Viviani (ITA). 25. Stefan Küng 
(SUI). 28. Michael Matthews (AUS). 29. Egan Ber- 
nal (COL). 30. Geraint Thomas (GBR). 36. Steven 
Kruijswijk (NED). 38. Nairo Quintana (COL). 40. 
Rigoberto Uran (COL). 41. Warren Barguil (FRA). 
47. Emanuel Buchmann (GER). 50. Mikel Landa 
(ESP), alle gleiche Zeit. 59. Michael Schär (SUI) 
0:20 zurück. 67. Julian Alaphilippe (FRA), gleiche 
Zeit. 84. Romain Bardet (FRA) 0:34. 106. Sébasti- 
en Reichenbach (SUI) 0:48. 132. Mathias Frank 
(SUI) 1:36. – 155 Fahrer gestartet und klassiert. 
20. Etappe, Albertville – Val Thorens (59,5 km) 
1. Vincenzo Nibali (ITA) 1:51:53. 2. Alejandro Val- 
verde (ESP) 0:10 zurück. 3. Mikel Landa (ESP) 
0:14. 4. Egan Bernal (COL) 0:17. 5. Geraint Tho- 
mas (GBR), gleiche Zeit. 6. Rigoberto Uran (COL) 
0:23. 7. Emanuel Buchmann (GER), gleiche Zeit. 
8. Steven Kruijswijk (NED) 0:25. 9. Wout Poels 
(NED) 0:30. 10. Nairo Quintana (COL), gleiche 
Zeit. – Ferner: 11. Warren Barguil (FRA) 0:46. 24. 
Sébastien Reichenbach (SUI) 3:13. 26. Julian Ala- 
philippe (FRA) 3:17. 27. Romain Bardet (FRA) 
3:45. 38. Richie Porte (AUS) 5:54. 69. Michael 
Schär (SUI) 10:45. 72. Mathias Frank (SUI) 11:10. 
73. Stefan Küng (SUI) 11:14. 26. Julian Alaphilip- 
pe (FRA) 3:17. 27. Romain Bardet (FRA) 3:45. 38. 
Richie Porte (AUS) 5:54. – 155 Fahrer gestartet 
und klassiert. 
Gesamtwertung (Gelbes Trikot) 
1. Bernal 82:57:00. 2. Thomas 1:11. 3. Kruijswijk 
1:31. 4. Buchmann 1:56. 5. Alaphilippe 4:05. 6. 
Landa 4:23. 7. Uran 5:15. 8. Quintana 5:30. 9. Val- 
verde 6:12. 10. Barguil 7:32. – Ferner: 11. Porte 
(AUS) 12:42. 15. Bardet 30:23. 17. Reichenbach 
44:29. 48. Frank 1:53:51. 70. Schär 2:19:45. 96. 
Küng 3:02:38. 
Bester Sprinter (grünes Trikot) 
1. Peter Sagan (SVK) 316. 2. Caleb Ewan (AUS) 
248. 3. Elia Viviani (ITA) 224. 
Bester Bergfahrer (gepunktetes Trikot) 
1. Romain Bardet (FRA) 86 Punkte. 2. Egan Bernal 
(COL) 78. 3. Tim Wellens (BEL) 75. 
Bester Jungprofi (weisses Trikot) 
1. Bernal 82:57:00. 2. David Gaudu (FRA) 23:58 
zurück. 3. Enric Mas (ESP) 58:20. 
Beste Mannschaft 
1. Movistar (ESP/Mikel Landa, Nairo Quintana, 
Alejandro Valverde) 248:58:15. 2. Trek-Segafredo 
(USA/Richie Porte) 47:54. 3. Ineos (GBR/Bernal, 
Geraint Thomas) 57:52. 
Tennis: Turniere im Ausland 
ATP-Turnier. Swiss Open in Gstaad 
Finale: Albert Ramos-Viñolas (ESP) s. Cedrik- 
Marcel Stebe (GER) 6:3, 6:2. – Halbfinale: Stebe s. 
João Sousa (POR/5) 3:6, 6:1, 6:2. Ramos-Viñolas 
s. Pablo Andujar (ESP/7) 7:6 (7:3), 6:4. 
ATP-Turnier in Hamburg 
Finale: Nikolos Basilaschwili (GEO/4) s. Andrej 
Rublew (RUS) 7:5, 4:6, 6:3. – Halbfinale: Rublew 
s. Pablo Carreño Busta (ESP) 4:6, 7:5, 6:1. Basila- 
schwili (4) s. Alexander Zverev (GER/2) 6:4, 4:6, 
7:6 (7:5). 
ATP-Turnier in Atlanta, Georgia 
Halbfinale: Taylor Fritz (USA/2) s. Cameron Nor- 
rie (GBR) 6:1, 3:6, 6:3. Alex de Minaur (AUS/3) s. 
Reilly Opelka (USA) 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 6:3. 
WTA-Turnier in Palermo 
Finale: Jil Teichmann (SUI/8) s. Kiki Bertens 
(NED/1) 7:6 (7:3), 6:2. – Halbfinale: Bertens (1) s. 
Paula Badosa Gibert (ESP) 6:1, 7:5. Teichmann (8) 
s. Ludmilla Samsonowa (RUS) 6:3, 6:1. 
WTA-Turnier in Jurmala (LAT) 
Finale: Anastasija Sevastova (LAT/1) s. Katarzyna 
Kawa (POL) 3:6, 7:5, 6:4. – Halbfinale: Sevastova 
(1) s. Anastasia Potapowa (RUS) 6:4, 6:2. Kawa s. 
Bernarda Pera (USA) 6:2, 6:3. 
Triathlon: Ironman in Hamburg 
Männer 
1. Kristian Hogenhaug (DEN) 8:11:26 Stunden. 2. 
Ruedi Wild (SUI) 5:08 Minuten zurück. 3. Paul 
Schuster (GER) 12:59. 
Frauen 
1. Susie Cheetham (GBR) 8:58:02. 2. Sarah Piam- 
piano (USA) 2:40 Min. 3. Julia Gajer (GER) 11:37. 
4. Caroline Steffen (SUI) 21:26. 5. Martina Kunz 
(SUI) 31:01. 
Beachvolleyball: Swiss Beach Tour in Basel 
Frauen. Viertelfinale 
Muriel Grässli/Sarina Schafflützel (SUI/4) s. Es- 
mée Böbner/Zoé Vergé-Dépré (SUI/1) w.o. Lea 
Buser/Anna Lutz (SUI/7) s. Mara Betschart/Céli- 
ne Baumann (SUI/6) 21:19, 16:21, 15:10. 
Laufsport 
Aemisegger holt sich 
in Davos den Sieg 
DAVOS Beim Swissalpine Marathon 
K23 konnte sich Liechtensteins Aus- 
dauersportler Arnold Aemisegger 
nach anstrengenden 24 Kilometern 
und gut 650 Höhenmetern von Klos- 
ters nach Davos als Sieger feiern las- 
sen. Der Triesenberger lief dabei von 
Beginn weg in der Spitzengruppe – 
bestehend aus vier Läufern – mit. 
Nach gut 7 Kilometern konnte er und 
Verfolger Jason Rüesch die anderen 
zwei Konkurrenten abschütteln. 
Aemisegger versuchte anschlies- 
send, an der Spitze Tempo zu ma- 
chen, doch Rüesch liess sich nicht 
abschütteln. Die einzige Chance, sei- 
nen Verfolger doch noch abzuhän- 
gen, sah der FL-Marathonläufer beim 
Anstieg Richtung Davos. Gesagt, ge- 
tan: Aemisegger gelang es, die Kon- 
kurrenz auf Abstand zu halten und 
schaffte es am Ende ungefährdet als 
erster Läufer gut zwei Minuten vor 
Rüesch über die Ziellinie.   (mm) 
Albert Ramos-Viñolas 
triumphiert in Gstaad 
Tennis Nach zwei italienischen Champions holen die spa- 
nischen Sandplatz-Cracks die Vorherrschaft am Swiss Open 
in Gstaad zurück. Albert Ramos-Viñolas (ATP 85) sicherte sich 
am verregneten Finalwochenende den Titel. 
Der 31-jährige Albert Ramos aus Bar- 
celona erwies sich letztlich als ver- 
dienter Champion. Er deklassierte in 
der Startrunde die Schweizer Hoff- 
nung Henri Laaksonen und gab in 
den folgenden Runden auch gegen 
Fernando Verdasco, Ro- 
berto Carballes Baena 
und Pablo Andujar (Sie- 
ger in Gstaad 2014) kei- 
nen Satz ab. Den Final 
gegen den deutschen 
Überraschungsmann 
Cedrik-Marcel Stebe 
(ATP 455) gewann Ra- 
mos-Viñolas in 82 Minu- 
ten 6:3, 6:2. Stebe ge- 
lang zwar im Final, der 
nach Dauerregen mit 
über vier Stunden Ver- 
spätung begann, das 
frühe erste Break, da- 
nach lief er aber fast permanent 
Rückständen hinterher. Mehr als ei- 
ne Vorentscheidung fiel, als Stebe 
nach einer 40:0-Führung im zweiten 
Satz zum 0:3 zum vierten Mal den 
Aufschlag nicht durchbrachte. Geg- 
ner Ramos spielte zu druckvoll und 
zu sicher. 
Ramos wie Vorbild Corretja 
Ramos-Viñolas sicherte sich als elf- 
ter Spanier im Saanenland den Tur- 
niersieg. Er holte drei 
Jahre nach dem Tri- 
umph in Bastad seinen 
zweiten Titel. Ramos 
küsste nach dem ver- 
werteten Matchball den 
Gstaader Sandplatz und 
war anschliessend 
überglücklich: «Ich füh- 
le mich grossartig. Drei 
Jahre lang musste ich 
auf meinen zweiten 
Turniersieg warten. 
Aber ich spielte fast die 
ganze Woche lang für 
meine Verhältnisse per- 
fekt.» Es fällt auf: Die Spanier drü- 
cken dem Swiss Open wieder den 
Stempel auf – noch nicht in dem Aus- 
mass wie zwischen 1991 und 2002, 
als nur zweimal nicht ein Spanier 
triumphierte.   (sda) 
Sieger Ramos-Viñolas 
in Aktion. (Foto: Keystone) 
Egan Bernal feierte in Paris seinen ersten Tour-de-France-Sieg.
	        

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