Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Gewerkschaften 
IGR: Digitalisierung 
fordert uns alle 
Der Interregionale Gewerk- 
schaftsrat Bodensee be- 
schäftigt sich heute mit dem 
Thema «Digitalisierung in 
der Arbeitswelt fordert uns 
alle» und den  Herausforde- 
rungen für Liechtenstein, 
Deutschland, Österreich 
und die Schweiz. 
Europäische Union 
Beschäftigung 
im ersten Quartal 
auf Rekordniveau 
BRÜSSEL Die Beschäftigung in 
der Europäischen Union hat ei- 
nen neuen Höchststand erreicht. 
240,7 Millionen EU-Bürger hat- 
ten im ersten Quartal dieses Jah- 
res einen Job, wie die Europäi- 
sche Kommission am Donners- 
tag mitteilte. Das waren 2,8 Mil- 
lionen mehr als im Vorjahres- 
zeitraum. Die Arbeitslosenquote 
erreichte zugleich einen neuen 
Tiefstwert. Sie sank von 7,1 Pro- 
zent im April 2018 auf 6,3 Pro- 
zent im Mai 2019. Das ist der 
niedrigste Wert seit Beginn der 
Erfassung im Jahr 2000. Der Ar- 
beitsmarkt sei allerdings etwas 
langsamer gewachsen als in den 
Jahren zuvor, hiess es. Die Be- 
schäftigungsquote lag im letzten 
Quartal 2018 demnach bei 73,5 
Prozent. Das Ziel, 2020 75 Pro- 
zent der erwerbsfähigen EU-Bür- 
ger in Beschäftigung zu bringen, 
werde die EU daher wohl knapp 
verfehlen. Die Zahlen stammen 
aus dem jährlichen Bericht der 
Kommission über Beschäftigung 
und die soziale Entwicklung in 
der EU. Der diesjährige Report 
legte den Fokus auf die Heraus- 
forderungen und Chancen, die 
der Klimawandel für den euro- 
päischen Arbeitsmarkt mit sich 
bringt. Demnach wird die Um- 
setzung der Pariser Klimaziele 
bis 2030 mehr als eine Million 
Jobs schaffen. In dem Abkom- 
men ist vorgesehen, die globale 
Erwärmung bei höchstens 2, 
möglichst aber bei 1,5 Grad Cel- 
sius zu stoppen. Ein Grad plus 
ist im Schnitt weltweit schon er- 
reicht. Vergleichsmassstab ist je- 
weils die Zeit vor der Industriali- 
sierung. Zwar würden durch den 
Umbau auch Jobs verloren ge- 
hen, etwa in Bereichen der fossi- 
len Energieträger. Der Grossteil 
der Arbeitsplätze sei davon aber 
nicht betroffen. Schon heute sei- 
en 75 Prozent der Angestellten 
in der EU in Bereichen beschäf- 
tigt, die zusammen für weniger 
als zehn Prozent der CO2-Emissi- 
onen verantwortlich seien. (dpa) 
null 
FREITAG 
5. JULI 2019 
Heute 
Die Konsumentenpreise veränderten sich im Juni nicht. (Symbolfoto: Shutterstock) 
Preise blieben 
im Juni stabil 
Teuerung  Der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) 
verharrte  im Juni in Liechtenstein und der Schweiz unverän- 
dert auf dem Niveau vom Vormonat Mai. 
Der CPI wies im Juni einen Wert 
102,7 Punkten (Basis Dez. 2015 = 
100) auf. Die Jahresteuerung nahm 
dagegen mit 0,6 Prozent leicht zu. 
Die Preisstabilität gegenüber dem 
Vormonat resultiert aus entgegenge- 
setzten Entwicklungen, die sich ins- 
gesamt aufgewogen haben, teilte das 
Bundesamt für Statistik (BFS) am 
Donnerstag mit. 
Teure Reisen, billiges Heizöl 
So sanken einerseits die Preise für 
Heizöl und für Steinobst, während 
anderseits die Preise für Pauschal- 
reisen ins Ausland und Fruchtgemü- 
se stiegen. Insgesamt lag die Inflati- 
on innerhalb der Erwartungen der 
Experten. Von der Nachrichtenagen- 
tur AWP befragte Ökonomen hatten 
bei den Konsumentenpreisen eine 
Veränderung zum Vormonat im Be- 
reich von –0,1 bis +0,1 Prozent sowie 
eine Jahresteuerung von 0,5 bis 0,7 
Prozent erwartet.   (sda/awp/red) 
www.volksblatt.li 
Angestelltensuche 
Schweizer Jobwunder geht weiter – Abschwung in Sicht 
ZÜRICH Schweizer Personalverant- 
wortliche sind weiterhin eifrig auf 
der Suche nach neuen Angestellten. 
Besonders Berufstätige in der Lehre, 
im öffentlichen Dienst sowie in der 
Gesundheitsbranche sind sehr ge- 
fragt. Am Horizont gebe es aber An- 
zeichen eines Abschwungs. Konkret 
schrieben Schweizer Unternehmen 
im zweiten Quartal dieses Jahres 9 
Prozent mehr Stellen aus als noch im 
Vorjahr. Zu diesem Schluss kommt ei- 
ne Erhebung des Arbeitsvermittlers 
Adecco und der Universität Zürich. 
Das Stellenwachstum sei zudem regi- 
onal breit abgestützt. Sämtliche Regi- 
onen der Schweiz hätten laut dem 
Swiss Job Market Index im Vergleich 
zum Vorjahr zugelegt, wie einer Mit- 
teilung vom Donnerstag zu entneh- 
men ist. Zudem gebe es in den meis- 
ten Berufsgruppen einen Auf- 
schwung bei den ausgeschriebenen 
Stellen. Insbesondere die Zahl der 
Stelleninserate für Berufe des Unter- 
richts und der öffentlichen Dienst- 
leistungen hätten stark zugenom- 
men. Seit Beginn der Erhebungen im 
Jahr 2012 seien aber vor allem die 
Stellenausschreibungen in der Ge- 
sundheitsbranche gestiegen. Diese 
hätten sich seit damals verdoppelt. 
Spätphase der Hochkonjunktur 
Laut Adecco seien dies aber nicht nur 
gute Nachrichten: «Der Schweizer 
Stellenmarkt wächst weiterhin, aller- 
dings vor allem in Berufsgruppen, 
die weniger von der Konjunktur ab- 
hängen», kommentierte Nicole 
Burth, CEO der Adecco Gruppe 
Schweiz. Andere Berufsgruppen 
spürten bereits die negativen Kon- 
junkturprognosen. Die aktuelle Ent- 
wicklung sei typisch für die Spätpha- 
se eines Konjunkturzyklus. Sowohl 
der anhaltende Fachkräftemangel als 
auch die getrübten Konjunkturaus- 
sichten führten üblicherweise dazu, 
dass Unternehmen enorme Anstren- 
gungen unternehmen, um Talente zu 
finden und langfristig an sich zu bin- 
den, erklärte dazu Marius Osterfeld, 
Ökonom bei Swissstaffing. Die Adec- 
co Gruppe Schweiz veröffentlicht in 
Zusammenarbeit mit dem Stellen- 
markt-Monitor Schweiz (SMM) des 
Soziologischen Instituts der Universi- 
tät Zürich jeweils alle vier Monate 
Swiss Job Market Index.   (sda) 
Weltweite Versicherungsprämien 
über 5000 Mrd. Dollar gestiegen 
Finanzen Das weltweite 
Geschäft mit Versicherungen 
nimmt weiter zu. 2018 über- 
schritt das Volumen der 
weltweiten Versicherungsprä- 
mien erstmals vor allem dank 
dem Wachstum in Schwellen- 
ländern die Marke von 5000 
Milliarden Dollar. 
Die überschrittene Schwelle von 
5000 Milliarden Dollar entspreche 
mehr als 6 Prozent des weltweiten 
Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie 
ein zum Rückversicherer Swiss Re 
gehörendes Forschungsinstitut am 
Donnerstag in der neusten Ausgabe 
ihrer Sigma-Studie schreibt. Das er- 
neute Wachstum sei vor allem auf 
gestiegene Prämien im Nichtleben- 
sektor zurückzuführen. Dieser 
Markt habe insbesondere in China 
und anderen asiatischen Schwellen- 
ländern, aber auch in den meisten 
entwickelten Ländern floriert. Das 
Geschäft mit Lebensversicherungen 
bleibe hingegen aufgrund der nied- 
rigen Zinsen in entwickelten Märk- 
ten anspruchsvoll. 
China holt weiter auf 
Für das laufende und weiteren Jahre 
prophezeit das Swiss Re-Institut wei- 
terhin steigende Volumen an Versi- 
cherungsprämien: «Voraussichtlich 
wird das weltweite Prämienaufkom- 
men 2019 und 2020 real um 3 Pro- 
zent steigen», lautet die Prognose. 
Bei den Lebensversicherungen sol- 
len es laut der Studie 2,9 Prozent 
und im Nichtlebensektor 3 Prozent 
sein. Die niedrigen Zinsen und der 
intensivere Wettbewerb dürften 
aber auf die Profitabilität drücken. 
Getragen werde das Wachstum vor- 
aussichtlich erneut von China. Dort 
sei in den kommenden zwei Jahren 
mit dem grössten Beitrag zum Prä- 
mienwachstum im Leben- und Nicht- 
lebensektor zu rechnen. Der Anteil 
am weltweiten Prämienvolumen von 
gegenwärtig 11 Prozent soll bis zum 
Jahr 2029 auf 20 Prozent steigern. 
Setzt sich diese Entwicklung fort, 
werde China bis Mitte der 2030er- 
Jahre die USA als grössten Versiche- 
rungsmarkt ablösen.  (awp/sda) 
EZB-Vize de Guindos 
Schattenbanken 
stärker kontrollieren 
FRANKFURT EZB-Vizepräsident Luis 
de Guindos schlägt angesichts der von 
Schattenbanken ausgehenden Gefah- 
ren Alarm. Inzwischen hielten solche 
Finanzhäuser in der Eurozone bereits 
mehr als ein Viertel aller von Banken 
des Währungsraums ausgegebenen 
Anleihen und Aktien. Sollten diese 
Firmen daher in Bedrängnis geraten, 
könnten sie wegen ihrer starken Ver- 
netzung andere Teile der Finanzwirt- 
schaft in Mitleidenschaft ziehen, sag- 
te de Guindos am Donnerstag auf ei- 
ner Veranstaltung in Lissabon. Die 
Folge wären schlechtere Finanzie- 
rungsbedingungen von Unterneh- 
men. Aufseher müssten deshalb drin- 
gend mehr Eingriffsmöglichkeiten ha- 
ben, um Schattenbanken an die Leine 
zu nehmen und die Stabilität des Fi- 
nanzsystems zu sichern. Kredit- und 
Geldgeschäfte abseits der traditionel- 
len Bankenbranche haben seit der Fi- 
nanzkrise weltweit zugenommen. Der 
sogenannte Schattenbanken-Sektor 
wuchs allein 2017 um 8,5 Prozent auf 
ein Volumen 51,6 Billionen Dollar. Zu 
solchen Unternehmen zählen unter 
anderem Hedge- und Geldmarkt- 
fonds, alternative Investmentfonds 
sowie spezielle Börsenhändler, die im 
Unterschied zu Banken nur wenig re- 
guliert sind. Unter anderem im risiko- 
reichen Geschäft mit hochverzinsli- 
chen Krediten spielen solche Finanz- 
firmen eine immer grössere Rolle. Für 
die klassische Bankenbranche gibt es 
bereits eine Reihe von Vorgaben der 
Aufsichtsbehörden, um das Finanz- 
system insgesamt krisenfester zu ma- 
chen. So können beispielsweise von 
Geldhäusern höhere Kapitalpuffer 
verlangt werden. So soll verhindert 
werden, dass Geldhäuser in einem 
verschärften Abschwung ihre Kredit- 
vergabe einschränken und die Lage 
zusätzlich verstärken.  (awp/sda/reu) 
Wer folgt auf Lagarde? 
IWF-Chefpostenkarussell beginnt sich munter zu drehen 
LONDON Nach der Nominierung von 
Christine Lagarde als Präsidentin der 
Europäischen Zentralbank (EZB) 
muss der Internationale Währungs- 
fonds (IWF) einen neuen Chef suchen. 
Sich selbst ins Spiel brachte der ehe- 
malige britische Finanzminister Geor- 
ge Osborne, wie britische Zeitungen 
am Donnerstag berichteten. Auch 
mehrere Zentralbankchefs werden 
bereits als mögliche Kandidaten ge- 
nannt. Lagarde war am Dienstag beim 
EU-Sondergipfel in Brüssel als künfti- 
ge EZB-Präsidentin nominiert wor- 
den. Die 63-Jährige erklärte darauf- 
hin, sie lasse ihren Posten an der IWF- 
Spitze während der Nominierungs- 
phase ruhen. Sie war seit 2011 IWF- 
Chefin; ihre zweite Amtszeit endet ei- 
gentlich Mitte 2021. Mehrere britische 
Zeitungen berichteten unter Beru- 
fung auf Freunde Osbornes, er halte 
sich selbst für einen Kandidaten, der 
mit der Unterstützung der britischen 
und der US-Regierung und auch der 
chinesischen rechnen könne. 
Grosses Kandidatenfeld 
Für den Job an der IWF-Spitze sei ein 
«fähiger politischer Kommunikator» 
nötig, «kein Technokrat», zitierte die 
«Financial Times» aus dem Umfeld 
des Ex-Ministers. Der konservative Po- 
litiker war von 2010 bis 2016 Finanz- 
minister unter Premier David Came- 
ron und arbeitet derzeit als Chefre- 
dakteur der Zeitung «Evening Stan- 
dard». Osborne hatte gegen die Ab- 
spaltung Grossbritanniens von der EU 
gekämpft. In jüngster Zeit habe er sich 
aber den beiden Kandidaten für den 
Vorsitz der Tory-Partei und damit für 
das Amt des Premierministers ange- 
nähert, schrieb die «Daily Mail». Kürz- 
lich sprach er sich für Brexit-Hardli- 
ner Boris Johnson aus. Als Kandidat 
für den IWF-Spitzenposten braucht 
Osborne die Unterstützung der Regie- 
rung. In der britischen Presse wird 
auch Zentralbankchef Mark Carney 
als geeigneter Nachfolger Lagardes ge- 
nannt. Seine Amtszeit an der Spitze 
der Bank of England endet bald, seine 
Kompetenz sei anerkannt. Zudem be- 
sitze er die kanadische, die britische 
und auch die irische Staatsbürger- 
schaft – damit könne er Europa reprä- 
sentieren. Traditionell steht ein Euro- 
päer an der Spitze des Internationalen 
Währungsfonds. Auch der französi- 
sche Zentralbankchef François Vil- 
leroy de Galhau und EU-Wirtschafts- 
kommissar Pierre Moscovici werden 
als mögliche Kandidaten genannt, in 
Deutschland Bundesbankchef Jens 
Weidmann. Aus den Reihen des IWF 
wurde der Name Kristalina Georgieva 
aus Bulgarien genannt. Sie führte als 
Interimschefin bereits kurzzeitig die 
Weltbank. Auch Tidjane Thiam, der 
derzeitig Chef der Credit Suisse, wird 
genannt.   (apa/afp)
	        

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