Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

DONNERSTAG 
13. JUNI 2019 | null 
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Zu uns in die Primarschule! 
Als multilinguale private Tagesschule fördern wir die individuellen Stärken und Per- 
sönlichkeiten der einzelnen Schüler vom ersten Schultag an. Entspannt und trotz- 
dem leistungsorientiert ist die Schule eine abwechslungsreiche und interessante 
Zeit für unsere SchülerInnen. Sprechen Sie jetzt mit uns. 
Dorfstrasse 24 | F L-9495 Triesen | T +423 392 20 88 | www .formatio.li 
Mit Drehen und Kreuzen ein 
Liechtensteiner Kulturgut wieder beleben 
Handwerk Die Liechten- 
steiner Trachtenhauben und 
-blusen sollen künftig mit 
Klöppelspitzen aus Liechten- 
stein verziert werden. Aber 
nicht nur diese traditionelle 
Arbeit macht die Faszination 
des alten Spitzen-Handwerkes 
aus. Moderne Arbeiten expe- 
rimentieren mit unterschied- 
lichen Werkstoff en. Im Domus 
in Schaan ist eine nicht alltäg- 
liche Ausstellung zu sehen. 
«Die 
Landestracht und 
alles, was dazu ge- 
hört, sollte in Liech- 
tenstein hergestellt 
werden», sagt Sandra Näscher. Die 
Gamprinerin stellt die typische 
schwarze Radhaube für die Liechten- 
steiner Tracht her. Bei der Radhaube 
ist das Rad sowie das Köpfchen mit 
Spitzen verkleidet. «Aufgrund einer 
Materialknappheit des ursprüng- 
lichen Materials haben wir nach 
Alternativen gesucht und diese in 
der Hand-Klöppelspitze gefunden. 
Leider haben wir hier in Liechten- 
stein niemand gefunden, der dieses 
Handwerk heute noch bescherrscht.» 
Sandra Näscher hat sich daher ent- 
schlossen, das Handwerk des Klöp- 
pelns zu erlernen, damit künftig die 
Spitzen für Trachtenblusen und Rad- 
hauben im Land hergestellt werden 
können. 
Magie auf einem Kissen 
Geklöppelt? Das alte und traditionel- 
le Handwerk des Klöppelns hat eine 
über 500-jährige Geschichte und im 
gesamten Alpengebiet eine lange 
Tradition. Es gehört ebenfalls zum 
Liechtensteiner Kulturgut. Beim 
Klöppeln werden Fäden, die zuvor 
auf spindelförmige Holzklöppel auf- 
gewickelt werden, von Hand durch 
Drehen und Kreuzen der Klöppel 
miteinander verflochten. Die Klöp- 
pel sind paarweise an einem Klöp- 
pelkissen befestigt. Als Mustervorla- 
ge dient dabei der sogenannte Klöp- 
pelbrief. «Schade, dass dieses alte 
Handwerk bei uns fast niemand 
mehr ausübt», bedauert Sandra 
Näscher. Vor einiger Zeit hat sie die 
Technik des Klöppelns selbst gelernt 
– und schnell ist sie der Magie der 
Spitzen erlegen. 
Es ist faszinierend einer Spitzenma- 
cherin über die Schulter zu schauen. 
Mit sicherem Griff nimmt sie vier 
Klöppel in die Hand und bewegt sie 
auf dem Brett hin und her. Zu hören 
ist nur das regelmässige «Tock» der 
Klöppel, wenn sie auf dem Klöppel- 
brett aufschlagen. Ab und zu hält die 
Klöpplerin inne und steckt Nadeln 
in das Muster. Diese halten die Fä- 
den an ihrem Platz. Die Arbeit hat 
etwas Beruhigendes, ja gar etwas 
Meditatives und Magisches an sich. 
Wie aus dem Nichts bildet sich schon 
nach kurzer Zeit ein faszinierendes 
Muster. 
Schaan wird zum Mekka der 
Klöpplerinnen und Klöppler 
«Wir möchten das Klöppeln im Fürs- 
tentum Liechtenstein und in der Re- 
gion wieder populär machen», sagt 
Edith Manser. Die Grabserin ist 
Klöppellehrerin. Ziel sei, den Blick 
der Öffentlichkeit auf ein faszinie- 
rendes Handwerk zu richten, das 
auch in unserer Region seine Spuren 
hinterlassen hat und vom Ausster- 
ben bedroht sei, fährt sie fort. Zu- 
sammen mit der Sarganserin Sandra 
Würgler, die ebenfalls Klöppellehre- 
rin ist, hat sie daher die diesjährige 
Tagung der Vereinigung Schweizeri- 
scher Spitzenmacherinnen (VSS) in 
die Region geholt. Am 15. Juni findet 
der grosse Anlass im SAL statt und 
Schaan wird zum Mekka der Klöpp- 
lerinnen, Klöppler und Spitzen- 
freunde. Die Tagung wird von einem 
vielseitigen Rahmenprogramm be- 
gleitet. In einer öffentlichen Ausstel- 
lung werden vom 16. Juni bis 1. Sep- 
tember im Domus unter anderem 
Spitzen von Klöpplerinnen aus der 
Region gezeigt. Diese Ausstellung 
kann bereits am 15. Juni zu einem 
vergünstigten Eintrittspreis besucht 
werden. «In der Ausstellung schla- 
gen wir eine Brücke zwischen tradi- 
tioneller und moderner Spitze», er- 
zählt Edith Manser. «Eine der Beson- 
derheiten dabei ist, dass Spitzen zu 
sehen sind, die aus unterschiedli- 
chen Materialien gefertigt wurden», 
ergänzt Sandra Würgler. So könne 
beispielsweise auch mit Metallfäden 
statt mit den üblichen Leinen-, 
Baumwoll- oder Seidenfäden geklöp- 
pelt werden, ergänzt die Sarganse- 
rin. Das Museum ist zu den üblichen 
Zeiten geöffnet (www.domus.li). Im 
Rahmen der Veranstaltung «Reise- 
ziel Museum» wird im Domus am 7. 
Juli, 4. August und am 1. September 
auch ein «Schnupper»-Klöppeln für 
Kinder angeboten. Ein Besuch der 
Ausstellung lohne sich, sagt Edith 
Manser, OK-Präsidentin. Sie zeige al- 
les, was das Klöppeln so faszinie- 
rend mache. Denn Klöppeln bedeu- 
tet nicht nur, Spitzen für Trachten 
zu fertigen. «Spitzen sind ungeheuer 
vielfältig. Moderne Arbeiten können 
beispielsweise auch Schmuckstücke 
wie Broschen oder Colliers, Bilder 
oder gar 3-D-Objekte sein», erzählt 
die Grabserin begeistert.   (eps) 
Über die Vereinigung Schweizerischer 
Spitzenmacherinnen (VSS) 
Mitglieder der VVS sind Klöpplerinnen und Klöpp- 
ler aus der Schweiz und dem Fürstentum Liech- 
tenstein. Die Vereinigung hat rund 900 Mitglieder. 
Sie treffen sich in der gesamten Schweiz – auch im 
Sarganserland und im St. Galler Rheintal – regel- 
mässig zu Anlässen, an denen geklöppelt wird 
und Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Idee 
und das Ziel der Vereinigung ist, die Spitze be- 
kannter zu machen. Sie will das Interesse am Kul- 
turgut Spitze (Klöppel-, Nadel-, Filet-, Frivolité- 
spitzen usw.) in all seinen Techniken wecken und 
pflegen. Zudem will die Vereinigung die hand- 
werkliche Herstellung auf hohem Niveau fördern, 
Regionaltypisches bewahren, neu beleben und 
zeitgenössische Entwürfe fördern. Sie organisiert 
Kurse, Ausstellungen, Wettbewerbe und Treffen 
für Spitzenmacherinnen und Spitzenmacher in der 
gesamten Schweiz und im Fürstentum Liechten- 
stein und fördert den Kontakt untereinander. 
Durch das Kennenlernen anderer Regionen und 
ihren technischen Eigenheiten, Vorlagen und Mus- 
ter soll das Wissen erweitert werden. Die Vereini- 
gung sorgt für die Ausbildung von Klöppelkurslei- 
terinnen und -leiter. Weitere Informationen gibt es 
auf www.vss-fds.ch. 
Der Schaaner SAL steht am Samstag, den 15. Juni, ganz im Zeichen des Klöppelns. 
Zudem wird im Domus eine Klöppel-Ausstellung gezeigt. (Symbolfoto: SSI) 
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Pädagogische 
Fachliteratur 
Buchtipps Die heute 
präsentierten Empfehlun- 
gen hat Livia Amstutz (la) 
ausgewählt. 
«Medienerziehung 
in der digitalen 
Welt», Sandra Flei- 
scher, Daniel Ha- 
jok. Inhalt: Ausge- 
hend von einer 
grundsätzlichen 
Perspektive auf Er- 
ziehung gibt das 
Buch differenziert Einblick in das 
veränderte Heranwachsen in der 
zunehmend mediatisierten Welt. Es 
zeigt nicht nur die Ansprüche und 
Muster medienerzieherischen Han- 
delns von Eltern und deren Unter- 
stützungsbedarf auf, sondern auch, 
wie pädagogische Fachkräfte in der 
Welt digitaler Medien angemessen 
agieren können. Standort: 
37.016:316.774. (la/eps) 
«Gewalt und Mob- 
bing an Schulen», 
Wilfried Schu- 
barth.Inhalt: Gewalt 
an Schulen ist ein 
emotional besetztes 
Thema. Umso not- 
wendiger ist eine 
sachliche und empi- 
risch fundierte Auseinandersetzung 
damit. Das Buch gibt einen Über- 
blick über Ausmass, Erscheinungs- 
formen, Entwicklungstendenzen 
und Ursachen von Gewalt und Mob- 
bing an Schulen sowie über Mög- 
lichkeiten der Prävention und Inter- 
vention. Die systematische und 
kompakte Darstellung macht den 
Band zu einer unverzichtbaren Ori- 
entierungs- und Arbeitshilfe für alle 
an Erziehung und Bildung Interes- 
sierten. Standort: 37.064.3. (la/eps) 
Gemeinde Vaduz 
Informationspolitik: 
«Alles ist öff entlich» 
VADUZ Der Vaduzer Gemeinderat hat 
einstimmig beschlossen, eine Ar- 
beitsgruppe einzusetzen sowie einen 
Nachtragskredit in Höhe von 30 000 
Franken für deren juristische Abklä- 
rungen zu erteilen. Hintergrund ist 
ein Antrag der VU-Fraktion für mehr 
transparente Information der Ein- 
wohner über Beschlüsse des Gemein- 
derats. «Beschlüsse sollen so rasch, 
so verständlich und so offen wie 
möglich publik gemacht werden», 
wie es im Antrag laut dem Gemeinde- 
ratsprotokoll heisst. Die VU-Fraktion 
im Gemeinderat hatte beantragt, 
dass die Geschäftsordnung sowie alle 
mit der Transparenz, Veröffentli- 
chung der Traktandenlisten, Ge- 
meinderatsbeschlüssen sowie der In- 
formationspolitik zusammenhängen- 
den Reglemente so angepasst wer- 
den, dass künftig der Grundsatz gilt: 
Alles ist öffentlich, wenn nicht im 
Einzelfall bei einem Traktandum auf 
Antrag des Bürgermeisters oder ei- 
nes Gemeinderats eine begründete 
Ausnahme beantragt wird. In diesen 
Fällen soll der Gemeinderat über die 
Geheimhaltung entscheiden.   (hf) 
Gemeinde Schellenberg Neuer Spielplatz Hinterschellenberg eröffnet 
SCHELLENBERG Die Gemeinde Schellenberg und die Arbeitsgruppe «Spielplatzkonzept Hinterschellenberg» haben am Mittwochnachmittag zur feierlichen Eröff - 
nung des neuen Spielplatzes Hinterschellenberg eingeladen. Nach der Begrüssung durch Vorsteher Norman Wohlwend richtete Planer Marcel Specker einige Worte 
an die Anwesenden, ehe der neue Spielplatz von Pater Josef Gehrer (links) eingeweiht wurde. Anschliessend stand ein gemütliches Beisammensein bei Crêpes und 
Sirup auf dem Programm. Ausserdem waren alle Kinder eingeladen, beim Verzieren des neuen Spielplatzes mitzumachen. Sie konnten einen Kopf anmalen, der nach 
dem Fest am Zaun des Spielplatzes montiert wurde. (Text: red/pd; Fotos: Paul Trummer)
	        

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