Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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17. MAI 2019 
Rheinberger Chor Frühlingsmatinee «Liebe – Reine Frauensache?» 
TRIESEN Herzlich laden wir Sie zu unserer Frühlingsmatinee am Sonntag, den 19. Mai 2019, um 11 Uhr in der Musikschu- 
le Triesen ein. Die Mitwirkenden sind: Rheinberger Chor Vaduz, Vox Amabilis (Damenensemble Musikschule Dornbirn), 
Sabine Winter, Sopranistin und Leitung Damenensemble, Paul Faderny, Klavier und Gesamtleitung. Wir freuen uns auf Ihr 
Kommen! Für Ihren Beitrag zur Kollekte nach dem Konzert bedanken wir uns herzlich. (Text: PR; Foto: ZVG)) 
TAK, Schaan 
«Zuckerpfl aumen- 
fähre»–Vorstellungen 
erst im Herbst 
SCHAAN Das einzigartige 
Komiker-Duo Ursus und 
Nadeschkin war mit sei- 
nem neuen Programm, 
der «Zuckerpflaumen- 
fähre», für zwei Vorstel- 
lungen im Juni im TAK 
geplant. Diese werden 
nun auf Herbst 2019 ver- 
schoben: «Wegen einer 
Handoperation, die 
nicht noch länger hin- 
ausgeschoben werden 
kann, fällt Nadeschkin 
für die Vorstellungen ab 
dem 24. Mai bis Ende Ju- 
ni aus», heisst es in der Medienmit- 
teilung des TAK. Die davon betroffe- 
nen Aufführungen müssen folglich 
leider ausfallen. Für die beiden ge- 
planten Termine werden ersatzwei- 
se Mittwoch, der 2., und Donners- 
tag, der 3. Oktober, angeboten: Der 
Ersatztermin für Donnerstag, den 6. 
Juni, ist Mittwoch, der 2. Oktober, 
und für Freitag, den 7. Juni, wird am 
Donnerstag, den 3. Oktober, ge- 
spielt. «Bereits gekaufte und reser- 
vierte Tickets behalten dabei Ihre 
Gültigkeit», versichern die Verant- 
wortlichen. Falls die neuen Termine 
nicht wahrgenommen werden kön- 
nen, bittet der TAK-Vorverkauf um 
Kontaktaufnahme.   (red/pd) 
 (Foto: 
ZVG/TAK) 
25. Mainzer Minipressen-Messe 
Den Buchkünstlern ganz nah 
MAINZ/TRIESENBERG In ihrem 50. 
Jahr feiert die Mainzer Minipressen- 
Messe Jubiläum: Bereits zum 25. Mal 
heisst die rheinland-pfälzische Lan- 
deshauptstadt Mainz Kleinverlage 
und Buchkünstler aus über 10 Län- 
dern willkommen. Vom 30. Mai bis 2. 
Juni öffnet die Mainzer Rheingoldhal- 
le ihre Pforten für Aussteller und Mes- 
sebesucher jeden Alters. Seit ihrer 
Gründung im Jahre 1970 steht diese 
Messe für Vielfalt. Der Bogen reicht 
vom anspruchsvollen Pressendruck 
engagierter Kleinverlegerinnen und 
-verleger bis zum individuell gestalte- 
ten Einband, vom Kinderbuch zum 
Klassiker, von Kalligrafie zu Pop Art 
und vom liebevollen Handwerk zum 
digitalen Publishing der Gegenwart. 
Auf dieser Messe ist alles vertreten 
und für jeden etwas dabei. Bücher, 
Buchobjekte und Papierkunst in allen 
Farben, Formen, Formaten und Preis- 
klassen erwarten sie. Über 250 Verla- 
ge, Künstlerinnen und Künstler, Auto- 
rinnen und Autoren und andere Buch- 
begeisterte brennen darauf, den Besu- 
chern die Resultate ihrer hingebungs- 
vollen Arbeit zu präsentieren und mit 
ihnen ins Gespräch zu kommen. Trä- 
ger der Ausstellung ist die Stadt 
Mainz, Vorbereitung und Durchfüh- 
rung liegen in den Händen des Guten- 
berg-Museums. Wie sich die Ausstel- 
ler in ihren Erzeugnissen auch unter- 
scheiden mögen, es verbinden sie 
doch wichtige Gemeinsamkeiten: Sie 
betreiben die verlegerische Tätigkeit 
nicht in erster Linie des geschäftli- 
chen Erfolges wegen, sondern aus Lei- 
denschaft, Passion, Lust und Über- 
zeugung, mit Wagemut und Spass am 
Experiment. 
So überrascht auch die Teilnahme 
von Hanspeter Leibold aus 
Triesenberg nicht, der Künstlerbü- 
cher, bibliophile Ausgaben in Hand- 
pressenqualität, Einblattdrucke, 
handgeschöpfte Büttenpapiere, ex- 
klusive Papierprägungen und einma- 
lige «Paper Art»-Arbeiten aus seiner 
Werkstatt ausstellen wird.   (eps) 
«Brücken zwischen Ländern und Völkern 
spannen» – Traduki-Sitzung in Liechtenstein 
Vernetzt Mit dem Ziel, Staatsgrenzen und Grenzen im Denken hinter sich zu lassen, fand vom 14. bis 16. Mai die halbjährliche Sitzung des 
Literatur- und Übersetzungsnetzwerks Traduki in Liechtenstein statt. Bei der Arbeitskonferenz waren Teilnehmende aus 11 Ländern anwesend. 
Kulturministerin 
Aurelia 
Frick eröff nete die Traduki- 
Frühjahrssitzung am Diens- 
tag im Landesmuseum Va- 
duz. In ihrer Rede würdigte sie laut 
einer Mitteilung der Regierung die 
wertvolle Arbeit, die Traduki leistet, 
um das Verständnis zwischen den 
Mitgliedsländern zu stärken. Mitt- 
lerweile wurden knapp 1000 Bücher 
aus den Sprachen der südosteuro- 
päischen Länder ins Deutsche über- 
setzt und umgekehrt. «Die Literatur 
spannt Brücken zwischen den Län- 
dern und Völkern. Damit ist Traduki 
nicht nur eine Hommage an die Lite- 
ratur, sondern eine Hommage an das 
Mensch-Sein», wird Aurelia Frick. 
in der Mitteilung zitiert. Dies ent- 
spreche auch dem Grundgedanken 
des Projekts, der nicht alleine dem 
literarischen Bereich zuzuordnen 
ist. Traduki sei ein Ausdruck für ein 
gemeinsames Europa. Der geistige 
Austausch zwischen den beteiligten 
Ländern ermögliche ein Verstehen 
der Geschichte aus verschiedenen 
Perspektiven. Liechtenstein ist seit 
2013 Mitglied bei Traduki. Die Ar- 
beitssitzungen werden halbjährlich 
in einem der Mitgliedsländer abge- 
halten. «Für ihr Engagement möchte 
ich allen Beteiligten meine grösste 
Wertschätzung aussprechen», habe 
Aussenministerin Aurelia Frick 
festgehalten. Zur Frühjahrssitzung 
fanden sich mit dem Lenkungsaus- 
schuss hochrangige Vertreter der 
Mitgliedsländer ein. Neben staatli- 
chen Funktionären von Aussen- und 
Kulturministerien seien an der Sit- 
zung in Vaduz ebenfalls Vertrete- 
rinnen und Vertreter der S. Fischer 
Stiftung, des Goethe-Instituts, der 
Leipziger Buchmesse und von Pro 
Helvetia anwesend gewesen. In den 
Sitzungen wird jeweils beschlossen, 
welche Übersetzungen und welche 
Projekte gefördert werden. Aus dem 
Gastgeberland Liechtenstein hätten 
Vertreterinnen und Vertreter des 
Kulturministeriums und der Kultur- 
stiftung Liechtenstein sowie Prinz 
Stefan von und zu Liechtenstein teil- 
genommen.   (red/ikr) 
Die Teilnehmenden der Frühjahrssitzung wurden von Regierungsrätin Aurelia Frick begrüssen. (Foto: IKR) 
Der Mensch, der sich mehr liebt als alles andere 
Premiere Schon erstaun- 
lich, wie junge Menschen 
heute den altgriechischen 
Mythos von Narcissus / Nar- 
ziss interpretieren. Zu sehen 
wars am Mittwoch mit viel 
Applaus im TAK. 
Ein Erzähler betritt die Bühne und 
erzählt … nichts. Dafür zeigt er, wie 
die Erde entstanden ist. Die Sonne, 
die auf die Erde scheint – flackernd 
und sich drehend als Diskokugel. 
Und dann entsteigt einem Aquarium 
eine Reihe von Lebewesen und bil- 
det eine Kette. Die Kette der Evoluti- 
on – vom Wasser aufs Land. Zum 
Schluss steht der Mensch: Ein Junge. 
Der schöne Narziss. Durch fortlau- 
fende Sätze auf einer rückwärtigen 
Leinwand wird klar, was hier er- 
zählt wird. «Die Erde ist ein wunder- 
barer Planet.» Na klar. Und dass sie 
von so und so vielen Tausend und 
Millionen Pflanzen- und Tierarten 
bevölkert wird. Auch klar. Und vom 
Menschen. 7 Milliarden davon. Jetzt 
beginnt man als Zuschauer stutzig 
zu werden. Ist das viel im Verhältnis 
zu den anderen Pflanzen- und Tier- 
arten? Zu viel? Der Mensch: Einer 
unter vielen? Unter teils peitschen- 
der Musik bekommt der Junge in der 
Bühnenmitte vom stummen Erzäh- 
ler einen Fast-Food-Sack und ein Ge- 
tränk im Plastikbecher. Ein Handy 
als Geschenk. Der Junge beginnt sei- 
ne Umwelt mit dem Handy zu fil- 
men. Während er filmt, laufen auf 
der hinteren Leinwand weitere Sät- 
ze ab. «Jetzt hast du alles.» – «Was 
willst du tun?» – «Kannst du alles 
tun, was du willst?» – «Du bist per- 
fekt.» – «Was ist das Wichtigste?» 
Die Zerstörung … 
Und dann geht es weiter und es wird 
erzählt, wie der Mensch langsam 
seine Umwelt zerstört. Der Junge 
kickt die Figuren der Evolution weg. 
Es folgen in rascher Reihe Bilder von 
Flüchtlingsbooten im Mittelmeer. 
Tragische Szenen. Close-ups von 
verzweifelten Menschen. 
Der Junge, der selbstverliebte Nar- 
ziss in Europa, steht wieder in der 
Bühnenmitte. Der, der seine Umwelt 
zerstört und andere Menschen er- 
trinken lässt. Der Kriege verursacht, 
vor denen diese anderen Menschen 
flüchten. Und nicht reingelassen 
werden in die Festung Europa. 
Der Junge betrachtet sich selbstver- 
liebt in einem Spiegel auf dem Bo- 
den. Sieht er nur sich selbst? Wie 
einst Narziss im antiken Griechen- 
land? Sieht er nicht, wie er seine 
Umwelt zerstört, andere Menschen 
zerstört? Das sind die Fragen, die 
nun vor den inneren Augen des Zu- 
schauers auftauchen. Fragen, die 
sich wie neu aufdrängen, denn die 
Szenen, die hier vorgeführt werden, 
kannte man längst aus dem Fernse- 
hen. Doch man hatte sich an sie ge- 
wöhnt. 
Diese Produktion von Manuela Ca- 
pece und Davide Doro von der Com- 
pagnia Rodisio aus Parma stellt die 
Fragen neu. Verknüpft diese Fragen, 
die wir aus dem Alltag der Nachrich- 
ten kennen, mit der antiken Ge- 
schichte von Narziss, der sich in sein 
Spiegelbild verliebt und in der eitlen 
Selbstbespiegelung stirbt. Während 
er seine Umwelt und andere Mit- 
menschen zerstört oder sterben 
lässt. 
… und die Hoffnung 
Die Botschaft ist im Publikum ange- 
kommen. Doch soll man ob des Dar- 
gestellten verzweifeln? Weil sich die- 
se Fragen und ihre Nicht-Beantwor- 
tung seit Jahrzehnten im Kreis dre- 
hen? 
Als Erwachsener ist man geneigt zu 
resignieren. Doch die Jugendlichen, 
die an diesem existenziellen Thea- 
terstück mitgearbeitet haben, tun 
das nicht. Sie lassen sich nicht in die 
Resignation treiben, denn es geht 
um ihre Zukunft. Der Junge holt ein 
Wassergefäss, in dem ein Goldfisch 
schwimmt und gisst es in das leere 
Aquarium. Der Fisch schwimmt im 
Glas – und lebt. Der Junge hat eine 
Geste gesetzt und das verhängnis- 
volle Schicksal des Narziss durch- 
brochen. Wie bei «Fridays for Futu- 
re». Aber an einem Mittwoch im 
TAK. Verdient grosser Applaus zum 
Schluss.   (jm) 
Davide Doro mimte den selbstverlieb- 
ten Narziss. (Foto: Michael Zanghellini)
	        

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