Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Negatives Finanzergebnis wegen 
«schlechtestem Dezember seit 1931» 
Angelegt Die negative 
Börsenentwicklung hat für 
grössere Verluste beim Fi- 
nanzergebnis des Landes 
geführt. Insbesondere zu 
Jahresende waren die Finanz- 
märkte nach unten gerauscht. 
Nun ist man glücklicherweise 
wieder auf Erfolgskurs. 
VON HANNES MATT 
Zum 
ersten Mal seit sechs 
Jahren wurde die anson- 
sten erfreuliche Landes- 
rechnung 2018 durch ein 
negatives Finanzergebnis getrübt. 
Dieses setzt sich aus der Vermö- 
gensverwaltung, dem Ertrag aus 
Beteiligungen sowie deren Wert- 
veränderungen zusammen. Nach 
den sehr positiven Vorjahren – 2017 
betrug das Finanz ergebnis gar 160 
Millionen Franken – verzeichnete 
das Land 2018 einen Verlust von 8,4 
Millionen. Der Grund dafür findet 
sich in den Vermögensanlagen, wie 
der Leiter der Landeskasse, Thomas 
Kieber, an der gestrigen Pressekon- 
ferenz zur Landesrechnung 2018 
mitteilen musste. 
Negativrendite im 2018 
Insgesamt 1,7 Milliarden Franken 
lässt das Land zu zwei Dritteln von 
inländischen und einem Drittel von 
ausländischen Finanzinstituten ver- 
walten, wie Thomas Kieber weiter 
ausführte: «Die Anlagestrategie 
wurde im Vorjahresvergleich zwar 
leicht angepasst, mit einem Aktien- 
anteil von rund ei- 
nem Drittel kann 
diese aber weiter- 
hin als konservativ 
bezeichnet wer- 
den.» Aufgrund der 
negativen Entwick- 
lungen an den Fi- 
nanzmärkten musste das Land 
schlussendlich Kursverluste in Höhe 
von 93,3 Millionen Franken einste- 
cken. Daraus hat sich die einst bud- 
getierte Drei-Prozent-Rendite ins 
Negative gekehrt: Minus 4,3 Prozent 
lautete das ernüchternde Ergebnis 
Ende 2018. «Das Jahr war gekenn- 
zeichnet von Bewertungskorrektu- 
ren, ausgelöst von einem sich ab- 
schwächenden Wirtschaftswachs- 
tum», erklärte Thomas Kieber die 
schlechte Performance. Geschuldet 
sei dies etwa den politischen Unsi- 
cherheiten sowie der Geldpolitik 
der Weltbanken. 
«Das Jahr hat 
mit dem 
schlechtesten 
Dezember seit 
1931 aufgehört. 
Die Aktienmärk- 
te haben bis zu 
10 Prozent verloren», so der Landes- 
kassenleiter. «Die Hälfte der Nega- 
tivrendite ist in diesem Monat ange- 
fallen.» Eine gute Nachricht liess er 
aber sogleich folgen: Per Ende März 
2019 habe die Rendite erneut fünf 
Prozent erreicht und somit den Ver- 
lust des Jahres 2018 bereits wieder 
kompensiert. 
Mehr Dividende der Landesbank 
Für etwas Entlastung des Finanzer- 
gebnisses haben dagegen die Erträ- 
ge aus Landesbeteiligungen an Un- 
ternehmen mit 38,7 Millionen Fran- 
ken gesorgt. Das sind über drei Mil- 
lionen mehr als im Vorjahr. «Hier 
ist etwa die Dividende der Landes- 
bank zu nennen, die sich um fünf 
Millionen auf rund 35 Millionen 
Franken erhöht hat.» Weitere drei 
Millionen Franken stammen von 
den LKW, der Telecom, der Gasver- 
sorgung oder sonstigen Beteiligun- 
gen. Hier seien die Staatsausschüt- 
tungen aber ingesamt etwas niedri- 
ger als im Vorjahr gewesen. 
DONNERSTAG 
25. APRIL 2019 | null 
Grafiken: «Volksblatt», df; Quelle: Regierung; Symbole: Shutterstock 
Betrieblicher Ertrag und Aufwand im Detail (in Millionen Franken, gerundet) 
Steuern und Abgaben 
R2018 V2018 R2017 
Ertragssteuer 270 234 247 
MwSt. 205 193 201 
Vermögens- und 
Erwerbssteuer 103 93 98 
Stempelabgaben 45 46 46 
Zollerträgeund 
Mineralölsteuer 34 33 33 
Grundstücks- 
gewinnsteuer 32 18 26 
Quellensteuer 31 28 30 
Geldspielabgabe 19 3 5 
Motorfahrzeugsteuer 15 15 15 
ÜbrigeSteuern/Abgaben 28 31 32 
Total 783 693 733 
0 
200 
400 
600 
800 
0 
200 
400 
Betriebliche Erträge: 854 
Betriebliche Aufwände: 793 
Steuern und Abgaben: 783 
Sonstiger betr. Aufwand: 1 
Abschreibungen: 39 
Sachaufwand: 81 
Finanzzuweisungen: 117 
Personalaufwand: 214 
Beitragsleistungen: 341 
Entgelte: 35 
Rückerstattungen: 30 
Sonstiger betr. Ertrag: 6 
Beitragsleistungen (nach Aufgabenbereichen) 
R2018 
SozialeWohlfahrt/ 
Gesundheit 201 
Bildung 62 
Volkswirtschaft 22 
Kultur/Freizeit 22 
Übrige 33 
Total 341 
Liechtensteinische Landesrechnung 2018 
Entwicklung der Erfolgsrechnung seit 2013 (in Millionen Franken, gerundet) 
200 
150 
100 
500 
–50 
–100 
–150 
–200 
–250 
134 
132 
5 
–72 
28 5 
87 
61 
–8 
160 
11 
11 
–220 
2013 2014 2015 2016 2017 2018 
–86 
65 
39 
92 
170 
53 
Betriebsergebnis 
Finanzergebnis 
ausserordentliches 
Ergebnis 
Ergebnis 
Zusammenfassung der Landesrechnung 2018 
  Rechnung 2018   Voranschlag 2018   Rechnung 2017 
Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit 61 –54 11 
Finanzergebnis –8 74 160 
Ausserordentliches Ergebnis 0 0 0 
Ergebnis der Erfolgsrechnung 53 20 170 
Abschreibungen/Wertberichtigungen 38 45 35 
Nettoinvestitionen –19 –31 –16 
Total Mittelveränderung/Gesamtrechnung 73 35   190 
Plankner Dorfbeiz 
Einwohner-Verein 
erhält Beiträge 
PLANKEN Die Plankner haben die 
«Dorfbeiz am Freitagabend» gut an- 
genommen, heisst es im Protokoll 
der Gemeinderatssitzung vom 16. 
April. Dies habe sich auch bei der 
Gründung des dahinterstehenden 
«Einwohnerinnen- und Einwohner- 
Vereins Planken» am 5. April ge- 
zeigt: Bisher hätten sich über 40 
Personen als Mitglieder angemeldet. 
Mit der Gründung kann der Verein 
nun auch mit einer finanziellen Un- 
terstützung der Gemeinde rechnen – 
er erfüllt die Kriterien, indem er ei- 
nen aktiven Beitrag im Gemeindele- 
ben leistet und keine kommerziellen 
Ziele verfolgt, stellte der Gemeinde- 
rat am 16. April fest. Er nahm den 
Verein deshalb in die Vereinsliste 
zur finanziellen Förderung auf. Die 
Ausschüttung der Vereinsbeiträge 
erfolgt immer im ersten Quartal des 
Folgejahres. Den Antrag auf 3000 
Franken an Startkapital, die der Ver- 
ein ursprünglich im März einge- 
reicht hatte, wurde mittlerweile zu- 
rückgezogen.   (df) 
200 000 Franken mehr 
Friedhofsanierung 
in Schaan wird teurer 
SCHAAN Die 2018 in Angriff genom- 
mene Sanierung des Schaaner Fried- 
hofs wird um rund 200 000 Fran- 
ken teurer. Ursprünglich genehmig- 
te der Gemeinderat einen Kredit von 
1,375 Millionen Franken. Zum einen 
werden für Unterhaltsarbeiten an 
der Friedhofsmauer und dem Turm 
nochmals 125 000 Franken fällig, 
zusätzliche Anforderungen des Be- 
hindertenverbands kosten weitere 
80 000 Franken mehr. Im Zuge der 
Projektentwicklung, aber auch wäh- 
rend der Bauausführung sei mit Ex- 
perten die Behindertengerechtigkeit 
der Anlage mehrfach besprochen 
worden, heisst es im Protokoll der 
Schaaner Gemeinderatssitzung vom 
3. April. Anfangs sei empfohlen wor- 
den, die ungepflästerten Wege mit 
Mergelschotter zu belegen. Später 
meinten Vertreter des Behinderten- 
verbands allerdings, dass eine Stabi- 
lizer Wegedecke die Qualität wesent- 
lich verbessern würde. Dies habe zu 
den Mehrkosten geführt.   (df) 
Im Malarsch bis Tröxlegass 
Schaaner Quartier 
soll ruhiger werden 
SCHAAN Im vergangenen Jahr haben 
sich mehrere Anwohner mittels Peti- 
tion, die von 235 Personen unter- 
schrieben wurde, an die Gemeinde 
gewandt: Sie beklagten das hohe 
Verkehrsaufkommen und steigende 
Lärmemissionen im Bereich der 
Tröxlegass, Im Malarsch und Bahn- 
strasse. Der Gemeinderat prüfte da- 
raufhin verschiedene Möglichkei- 
ten, um die Situation zu entschär- 
fen. Wie aus dem Protokoll der Sit- 
zung vom 3. April hervorgeht, seien 
allerdings rund zwei Drittel des Ver- 
kehrs durch die Anwohner selbst 
verschuldet. Insgesamt wurden in 
der Bahnstrasse 1000 Fahrzeuge pro 
Tag, Im Malarsch 1200 Fahrzeuge 
und in der Tröxlegass 2200 Fahrzeu- 
ge gezählt. Eine komplette Sperrung 
der Strassen erachtete der Gemein- 
derat jedenfalls als chancenlos. Ge- 
prüft wurden zudem Einbahnver- 
kehr und die Einführung von Tempo 
30, aber vorerst nicht weiterver- 
folgt. Die Möglichkeit von Boden- 
schwellen und seitlichen Verengun- 
gen dagegen wurden mit den Petitio- 
nären besprochen – erste Rückmel- 
dungen seien gemäss Protokoll posi- 
tiv. Nun soll für diese beiden Mass- 
nahmen eine Detailplanung erfolgen 
und das Projekt dann dem Gemein- 
derat vorgelegt werden. Ausserdem 
will Vorsteher Daniel Hilti möglichst 
noch vor den Sommerferien eine ge- 
meindeweite Umfrage über die Ver- 
kehrspolitik durchführen, in der 
auch Themen wie Tempo 30 abge- 
fragt werden sollen. Die Erkenntnis- 
se sollen in die interne Weiterent- 
wicklung wie auch ein landesweites 
Verkehrskonzept einfliessen.   (df) 
Investitionen 
Grosse Bauprojekte 
stehen fürs Land an 
VADUZ Das Land hat 2018 Investitio- 
nen von 35 Millionen Franken getä- 
tigt. «Dieser Wert ist in den vergan- 
genen Jahren konstant geblieben», 
wie der Leiter der Stabsstelle Finan- 
zen, Andreas Gritsch, bei der Vor- 
stellung der Landesrechnung aus- 
führte. Im Bereich Hochbauten habe 
das Land in der Vergangenheit nur 
wenig investiert. «Das wird sich die 
kommenden Jahre aber deutlich än- 
dern», wie Gritsch mit Blick auf den 
Neubaus des Dienstleistungszent- 
rums, die Umsetzung der Schulbau- 
tenstrategie oder den möglichen 
Umzug der Landesbibliothek ins Va- 
duzer Postgebäude ausführte. (hm) 
«Die Anlagestrategie des 
Landes ist weiterhin 
konservativ.» 
THOMAS KIEBER 
LEITER LANDESKASSE www.volksblatt.li
	        

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