Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Bereits zum elften Mal wurde den 
Masterstudenten im Kurs «Leader- 
ship & Management» die Möglichkeit 
gegeben, ein reales Beratungspro- 
jekt zu bearbeiten. 
Dieses Jahr hatten die Studierenden 
die Aufgabe, für den Unternehmer 
und ehemaligen Profisportler Pa- 
trick Mayer eine Strategie zu entwi- 
ckeln, einen neuen Kooperations- 
partner für sein Unternehmen zu ge- 
winnen. Die Herausforderung war 
dabei keinesfalls eine kleine: es galt, 
einen Weg zu finden, den weltbe- 
kannten Tesla Chef Elon Musk zu 
kontaktieren und ihn von der ge- 
meinsamen Weiterentwicklung der 
Produktpalette von Patrick Mayer zu 
überzeugen und damit dessen Visi- 
on «innovative Mobilitätslösungen 
für Menschen mit körperlichen Be- 
einträchtigungen» näherzukom- 
men. Mayer ist seit einem Sportun- 
fall im Jahr 2000 inkomplett quer- 
schnittgelähmt und auf Gehhilfen 
und Rollstuhl angewiesen. Als lei- 
denschaftlicher Wintersportler und 
Landschaftsfotograf möchte er ma- 
ximale Mobilität und Flexibilität auf 
jedem Untergrund, bei jedem Wetter 
und zu jeder Jahreszeit zur Verfü- 
gung stellen. Da es für Patrick Mayer 
auf dem Markt keine entsprechen- 
den Lösungen gab, machte er sich 
kurz entschlossen an die Arbeit und 
entwickelte einen Ski-Aufsatz für 
Rollstühle und Kinderwagen. Seine 
Produkte werden seit 2012 in der 
Schweiz in Serie hergestellt. Die 
Wheelblades GmbH möchte in Zu- 
kunft weitere innovative Produkte 
für Menschen mit körperlichen Be- 
einträchtigungen auf den Markt 
bringen, bei denen Musk mit seinen 
technischen und unternehmeri- 
schen Möglichkeiten als ausgezeich- 
neter Partner fungieren könnte. 
Im Vorfeld des Aufenthalts in Davos 
hatten sich die Studierenden seit An- 
fang März in ihren zwei fiktiven Be- 
ratungsunternehmen organisiert, 
die notwendigen Analysen durchge- 
führt, und Mayer zu einem Inter- 
view getroffen. Durch konstruktives 
Feedback von den beiden Verant- 
wortlichen des Seminares, Hagen 
Pöhnert, Dozent an der Universität 
Liechtenstein und Direktor von SH 
Power in Schaffhausen, und Dr. Leo- 
na Chandra Kruse, Assistenzprofes- 
sorin am Lehrstuhl für Informati- 
onssysteme und Innovation an der 
Universität Liechtenstein, wurden 
die Studierenden unterstützt. In 
kurzer Zeit wurden die vorläufigen 
Ergebnisse, mit denen die Teams in 
das Treffen gegangen sind, opti- 
miert. Dadurch konnten beide Pro- 
jektteams der gemeinsamen Zielset- 
zung, Patrick Mayer bei seinem Vor- 
haben optimal zu unterstützen, nah 
kommen. Pöhnert: «Ich bin wieder 
beeindruckt, mit welcher Energie 
diese sehr anspruchsvolle Aufgaben- 
stellung angegangen wurde. Nach 
kurzer Zeit vergessen die Teilneh- 
menden, dass es sich um ein studen- 
tisches Projekt handelt und arbeiten 
wie ein professionelles Beratungsun- 
ternehmen – an den beiden Abenden 
vor der Präsentation für Patrick 
Mayer wurde bis weit nach Mitter- 
nacht an den Inhalten gefeilt. Die Er- 
gebnisse sind ebenfalls beeindru- 
ckend und zeigen, wie konsequent 
diese Mitglieder der 
‹Generation 
Y› 
die neuen Möglichkeiten der Digita- 
lisierung und der Communities nut- 
zen – ich bin sicher, dass Patrick mit 
den Ergebnissen seinen Zugang zu 
Elon Musk schnell finden wird.» 
Die Höhen und Tiefen, die die Stu- 
dierenden während dieser intensi- 
ven Arbeitsphase durchlaufen ha- 
ben, sind nicht ungewollt: Aus Sicht 
der Universität Liechtenstein wer- 
den mit diesem Seminar die Heraus- 
forderungen simuliert, die die zu- 
künftigen Absolventen beim Ein- 
stieg in das Arbeitsleben erwarten. 
Die vermittelten Werkzeuge reichen 
von Koordination, über Kommuni- 
kationstechniken und Teammotiva- 
tion bis hin zu Kompetenzmanage- 
ment und Delegation. «Gerade weil 
ich in Davos häufig meine Komfort- 
zone verlassen musste, konnte ich 
bei diesem Seminar viel für meine 
persönliche Entwicklung mitneh- 
men. Besonders das häufige Üben 
der Präsentationen in einem ge- 
schützten Umfeld mit ausführlicher 
Rückmeldung hat viele Tipps gege- 
ben, die im weiteren Studium und 
im Berufsleben hilfreich sein wer- 
den», so Bargav Bhatt, Seminarteil- 
nehmer und CEO eines der virtuel- 
len Unternehmen. 
Die Resultate stellten die Studieren- 
den am letzten Tag in Davos dem 
Projektkunden Mayer vor. Patrick 
Mayer war begeistert: «Ich bin von 
den professionellen Präsentationen 
und den Ergebnissen beeindruckt 
und auch sehr bewegt. Die Studen- 
ten habe meine Vision von der unbe- 
grenzten Mobilität zu der ihren ge- 
macht. Die aufgezeigten Optionen 
werde ich schnellstmöglich nutzen, 
um eine Partnerschaft mit Elon 
Musk zu etablieren – das wäre für 
mich und meine Ziele ein toller Er- 
folg.»   (eps) 
Auf Treff en mit Elon Musk vorbereitet 
Hilti-Lehrstuhl 22 Studierende des Masterstudiengangs Information Systems der Universi- 
tät Liechtenstein haben ein Projekt mit dem Schweizer Unternehmer Patrick Mayer realisiert. 
null | 
DONNERSTAG 
18. APRIL 2019 
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Einweihung 
Oerlikon Balzers 
expandiert weiter in China 
BALZERS Kürzlich weihte Oerlikon 
 Balzers ihr neues Beschichtungszent- 
rum in Dongguan, China, ein. Die 
Marktführerin für Oberflächentech- 
nologien begann mit der Produktion 
in Dongguan, einem von elf Kunden- 
zentren in China, im Jahr 2008. 
Um der starken Nachfrage nach Be- 
schichtungslösungen für Schneid- 
und Umformwerkzeuge, und nun 
auch Präzisionskomponenten, nach- 
zukommen, entschied sich Oerlikon 
Balzers für ein neues Kundenzent- 
rum, dessen Produktionsfläche drei- 
mal grösser ist. Damit wird das Unter- 
nehmen die Aufträge verschiedenster 
Branchen noch effizienter abwickeln 
und den Kunden einen erweiterten 
Service in dieser stark industrialisier- 
ten Region Chinas bieten können. 
Geschäftsleiter Marc Desrayaud er- 
klärte in seiner Eröffnungsrede: «Der 
Umzug an diesen neuen Standort mit 
einer grösseren Produktionsfläche ist 
Teil unserer langfristigen Wachstums- 
strategie, denn wir können jetzt in 
Dongguan unsere Kunden nicht nur 
noch effizienter bedienen, sondern 
auch unser Serviceangebot erwei- 
tern.» 
Oerlikon Balzers startete 2004 den 
Beschichtungsbetrieb in China. Das 
neue Kundenzentrum ist nun das 
zweitgrösste in China und eines von 
111 Beschichtungszentren in 36 Län- 
dern weltweit.   (pr) 
Marc Desrayaud (Geschäftsleiter Oerlikon Balzers) und Ye Kunhong (Vertreter 
des Gouverneurs) enthüllen die traditionelle Einweihungstafel. (Foto: ZVG) 
Roche versprüht Optimismus 
Pharma Der Pharmakon- 
zern Roche hat am Mittwoch 
für eine kleine Sensation 
gesorgt. Nach einem überra- 
schend starken ersten Quar- 
tal hat das Unternehmen 
seine Jahresprognose bereits 
angehoben – so früh im Jahr 
eine grosse Seltenheit. 
Mit der Umsatzentwicklung hat sich 
Roche erfolgreich gegen den negati- 
ven Einfluss durch Nachahmerpro- 
dukte gestemmt. Dabei brillierte der 
Konzern mit seinen neu eingeführ- 
ten Mitteln. Sie haben zusammen 
mit den älteren Blockbustern in der 
Pharmasparte für ein Umsatzplus 
von 10 Prozent auf 11,9 Milliarden 
Franken gesorgt, wie Roche am Mitt- 
woch mitteilte. Selbst die optimis- 
tischsten Analystenschätzungen hat 
der Konzern damit getoppt. Im Be- 
reich Diagnostics verharrten die Er- 
löse bei 2,9 Milliarden und blieben 
damit etwas hinter dem AWP-Kon- 
sens von 3,0 Milliarden Franken zu- 
rück. In einer Telefonkonferenz mit 
Journalisten machte der Sparten- 
chef Michael Heuer hierfür vor al- 
lem Einmaleffekte verantwortlich. 
Schon mit dem bereits gestarteten 
zweiten Quartal gehe er von wieder 
steigenden Umsätzen aus. Auf Kon- 
zernebene erzielte Roche damit ei- 
nen Umsatz von 14,8 Milliarden 
Franken, ein Plus von 9 Prozent. Zu 
konstanten Wechselkursen (kWk) 
betrug die Zunahme 8 Prozent. Die 
höchste Analystenschätzung hatte 
bei 14,5 Milliarden gelegen. Zu den 
Highlights unter den neuen Mitteln 
zählt nach wie vor Ocrevus zur Be- 
handlung von multipler Sklerose. 
Schon im ersten Quartal hat das Mit- 
tel die Umsatzmilliarde nur knapp 
verfehlt und bestätigte damit seinen 
Blockbuster-Status. Nicht umsonst 
hat Konzernchef Severin Schwan 
das Mittel wiederholt als erfolg- 
reichste Produkteinführung in der 
Unternehmensgeschichte bezeich- 
net. Aber auch Krebsmittel Perjeta, 
das Immuntherapeutikum Tecentriq 
und Hemlibra zur Behandlung der 
Bluterkrankheit haben höhere Um- 
sätze generiert als prognostiziert. 
Alte Blockbuster besser 
als befürchtet 
Neben den neu eingeführten Medika- 
menten waren es aber auch die älte- 
ren Blockbuster Herceptin, Avastin 
und Mabthera, die allesamt positiv 
überrascht haben. So hat etwa das 
Krebsmittel Avastin dank einer star- 
ken Nachfrage aus den USA und auch 
international in den ersten drei Mo- 
naten ein Umsatzplus von 9 Prozent 
erzielt. Vor allem aber Mabthera/Ri- 
tuxan und Herceptin haben am Ende 
nicht ganz so stark unter den Nach- 
ahmerprodukten gelitten, wie Exper- 
ten befürchtet hatten. Die Mabthera- 
Umsätze sind um 3 Prozent gesun- 
ken. Rückgängen in Europe (–38  %) 
und Japan (–50  %) stand ein Wachs- 
tum von 9 Prozent in den USA gegen- 
über. Die Herceptin-Umsätze fielen 
unter dem Strich um 6 Prozent. Auch 
hier konnten steigende Verkäufe in 
China und den USA die Einbussen 
durch Biosimilars vor allem in Euro- 
pa teilweise ausgleichen. Wie CEO 
Schwan während der Journalisten- 
konferenz allerdings warnte, ist ab 
der zweiten Jahreshälfte gerade in 
den USA mit einem höheren Umsatz- 
druck durch Biosimilars zu rechnen. 
Erwartungen leicht erhöht 
Dennoch ist das Management zuver- 
sichtlich genug, um für das Gesamt- 
jahr seine Ziele anzuheben: Zu kons- 
tanten Wechselkursen wird nun mit 
Verkaufswachstum im mittleren ein- 
stelligen Prozentbereich gerechnet. 
Bislang hatte Roche hier eine Spanne 
von einem tiefen bis mittleren Wachs- 
tum angegeben. Beim Kerngewinn je 
Titel wird zu konstanten Wechselkur- 
sen weiter ein Wachstum angestrebt, 
das weitgehend dem Verkaufsplus 
entsprechen soll. Damit ist letztlich 
auch die Gewinnprognose erhöht. 
Zudem ist Roche bestrebt, die Divi- 
dende in Schweizer Franken weiter 
zu erhöhen.  (awp/sda)
	        

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