Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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DONNERSTAG 
11. APRIL 2019 
www.bevo.li 
Robo-Accounting – Braucht es 
den Buchhalter künftig noch? 
Digitalisierung Für den Buchhalter ändert sich das Berufsbild in den nächsten Jahren 
markant, befindet sich der Beruf doch in den Top 10 der meist gefährdeten Berufe. 
Das 
Ergebnis einer repräsen- 
tativen Studie besagt, dass 
die Wahrscheinlichkeit 
einer Automatisierung in 
diesem Bereich in den nächsten 20 
Jahren mindestens 70 % beträgt. Be- 
haupten wird sich nur, wer sich mit- 
verändert und sich den geänderten 
Gegebenheiten anpasst. 
Die Digitalisierung nimmt in ver- 
schiedenen Lebensbereichen zuneh- 
mend Überhand und wird sichtba- 
rer. Nicht nur naheliegende Aktivitä- 
ten wie die Beschaffung, der Ver- 
trieb oder das Marketing sind von 
der Automatisierung betroffen. Im 
Bereich Buchhaltung stellt sich die 
Frage, ob es den Mandatsbuchhalter 
in Zukunft überhaupt noch braucht 
und welchen konkreten Einfluss die 
Digitalisierung auf diesen Berufs- 
stand hat. 
Effizienzsteigerung 
dank Automatisierung 
Die Digitalisierung hat weitreichen- 
de Auswirkungen auf die Arbeits- 
schritte in der Wertschriftenbuch- 
haltung. Der Prozess der Erstellung 
einer Wertschriftenbuchhaltung 
war früher – oder ist es für Buchhal- 
ter teils immer noch – Handarbeit. 
Sämtliche Arbeitsschritte, von der 
Belegorganisation bis hin zur Steuer- 
erklärung, waren oder sind manuel- 
le Tätigkeiten und zwar mit Unter- 
stützung von Papier. 
Insbesondere manuelle, repetitive 
und zeitintensive Arbeitsschritte 
wie Ausdrucken, Sortieren, Prüfen 
von Bankbelegen, das manuelle Bu- 
chen, Abstimmungsarbeiten und Be- 
wertungen können bereits heute 
problemlos automatisiert werden. 
Die verbleibenden Arbeitsschritte 
wie Abschlussbuchungen, Schön- 
schriftbilanz und die Steuererklä- 
rung befinden sich ebenfalls im Pro- 
zess der Automatisierung. 
Ein wesentlicher Vorteil der Auto- 
matisierung ist zudem, dass die Qua- 
lität durch die Digitalisierung stark 
erhöht wird, da die Transaktionser- 
fassung immer identisch erfolgt, un- 
abhängig davon, wer die Transakti- 
on erfasst oder bei welcher Bank ei- 
ne Gesellschaft das Portfolio hält. 
Auch die Bewertung eines Portfolios 
kann automatisiert zu unterschiedli- 
chen Bewertungsansätzen erfolgen, 
beispielsweise zu Marktwert, zu An- 
schaffungswert oder zu Niederst- 
wert. Steuerliche Anforderungen 
können somit ebenfalls optimal ab- 
gedeckt werden. 
Nebst dem Zeit- und Effizienzgewinn 
lassen sich dank der Prozessautoma- 
tisierung Skaleneffekte erzielen, 
Kosten optimieren und neue Er- 
tragsquellen erschliessen. 
Die First Accounting Est. hat die Zei- 
chen der Zeit früh erkannt und be- 
reits vor Jahren in Mitarbeitende, 
Prozesse und Systeme investiert 
und somit die Weichen in eine digi- 
tale Zukunft gestellt. Dank der Nähe 
zum Mutterhaus First Advisory 
Group und die enge Zusammenar- 
beit mit den First-Gruppenunter- 
nehmen kann heute der gesamte 
Prozess der Wertschriftenbuchhal- 
tung automatisiert bearbeitet wer- 
den – sowohl für die First-Gruppe 
als auch als Outsourcing-Dienstleis- 
tung für Unternehmen aus der Fi- 
nanzbranche. 
Wie funktioniert Outsourcing im 
Bereich Wertschriftenbuchhaltung? 
Sämtliche Banktransaktionen wer- 
den elektronisch und tagfertig durch 
den Outsourcing-Partner verarbei- 
tet. Der Buchhalter erhält eine Datei 
mit sämtlichen Wertschriftendaten 
per Abschlussdatum. Die verschie- 
denen Geschäftsfälle wie Devisen- 
und Titelerfolge, Erträge aus Wert- 
schriften, Zahlungsflüsse, Steuern 
und Abgaben können anhand einer 
üblichen Datei ins Finanzbuchhal- 
tungssystem eingelesen werden. 
Alle Buchungen sind personen- und 
bankenunabhängig. Somit wird ein 
einheitlicher Standard gewährleis- 
tet. Zudem profitiert der Buchhalter 
von den Finanzkenntnissen des Out- 
sourcing Partners. 
Neue Anforderungen 
an den Buchhalter 
Die Antwort auf die eingangs gestell- 
te Frage, ob es den Buchhalter künf- 
tig noch braucht, kann somit bejaht 
werden. Dank der Digitalisierung er- 
hält der Buchhalter Freiräume, wel- 
che er für laufend komplexer wer- 
dende Aufgaben benötigt, etwa im 
Bereich von grenzüberschreitenden 
Steuerthemen, Sozialversicherun- 
gen, Quellensteuerrückforderungen 
auf Dividenden oder Deklarationen 
und Datenaufbereitung für regulato- 
rische Anforderungen, zum Beispiel 
FATCA oder AIA. 
Diese Themen sind sehr interessant, 
aber auch anspruchsvoll und zeitin- 
tensiv zugleich. Ohne Automatisie- 
rung von Routineaufgaben sind die- 
se nicht mehr zu bewältigen und 
bergen eine Vielzahl an möglichen 
Risiken. 
Fazit 
Eine professionelle Buchhaltung ist 
auch in Zukunft ein wichtiges Füh- 
rungsinstrument. Es lassen sich Er- 
kenntnisse über die bestmögliche 
Ausrichtung eines Unternehmens 
ableiten, wobei der Buchhalter und 
sein Know-how in den unterschied- 
lichsten Bereichen einen Grossteil 
dazu beitragen, die Welle an regula- 
torischen Anforderungen bestmög- 
lich zu bewältigen. Somit gewinnen 
übergeordnete Tätigkeiten wie Bera- 
tung und das Know-how immer 
mehr an Bedeutung. Dieser Wand- 
lung kann durch Digitalisierung der 
Routineaufgaben Rechnung getra- 
gen werden.   (pr) 
Rita Lichtensteiger, Managing Director, First Accounting Est. (Foto: ZVG) 
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