Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

MITTWOCH 
27. MÄRZ 
null 
null 
Junges Theater Liechtenstein 
geht «in die Teufelsmühle» 
Familientheater 25 Kinder 
und Jugendliche spielen ein 
Theaterstü ck frei nach dem 
Roman «Krabat» von Otfried 
Preussler. Das «Volksblatt» 
hat sich in der Vorbereitungs- 
phase mit  Beatrice Brunhart- 
Risch unterhalten. 
VON ELMAR GANGL 
Frau Brunhart-Risch, auch das junge 
Theater Liechtenstein feiert den 
300. Geburtstag unseres Landes ... 
Beatrice Brunhart-Risch: Ja, wir ha- 
ben nach dem Aufruf, wie Liechten- 
stein denn feiere, auch an einen Bei- 
trag gedacht. Ein zusätzliches Pro- 
jekt kam nicht infrage, aber einen 
Produktion, die sowieso in Planung 
war, unter dieses Thema zu stellen, 
das war die Idee. Und da unser Kern- 
geschäft Kinder und Jugendliche 
sind, sollte es kein generationen- 
übergreifendes Stück werden, son- 
dern eines für die Jugend, die sich 
näher mit Fragen rund um die Ent- 
stehung Liechtensteins vor 300 Jah- 
ren auseinandersetzt. 
Wie bringen Sie die Verantwortung 
für Konzept, Text und Regie unter 
einen Hut? 
Das ist die Aufgabe eines jeden The- 
aterpädagogen – wir sichten die 
Gruppe der Teilnehmenden, durch- 
laufen einen theaterpädagogischen 
Prozess und schauen, dass jedes Mit- 
glied die eigenen Erfahrungen und 
sein Wissen zum Thema einbringen 
kann. Am Ende schreibe ich nach 
längerer Recherche 
zum Thema ein 
Stück, das möglichst 
allen einen guten 
Auftritt ermöglicht. 
Kommen wir zum 
Stück – worum geht’s in «Diabolus – 
die Teufelsmühle», das Sie auf Basis 
des Romans «Krabat» von Otfried 
Preussler schrieben? 
Das eine Stück ist nicht so einfach 
mit dem Roman vergleichbar. Ich 
habe einen Stoff gesucht, der in der 
Zeit vor rund 300 Jahren spielt und 
der mit meinem Hauptthema, dem 
Aberglauben, zu tun hat, sowie ei- 
nen guten dramaturgischen Rah- 
men hergibt und ermöglicht. Unsere 
Geschichte beginnt im September 
1718 und dauert bis Ende 1719. Der 
Roman erzählt eine Zeitspanne von 
neun Jahren. 
Wer hatte die Idee für dieses Stück? 
«Krabat» ist ein klassischer und auch 
historischer Stoff, den ich mit jun- 
gen Menschen immer schon einmal 
zur Aufführung bringen wollte, es 
hatte sich bis jetzt aber nie ergeben. 
Mit dem 300-Jahr-Jubiläum passt das 
nun sehr gut zusammen. Da ist der 
direkte Bezug da, um sich über ver- 
gangene Zeiten Gedanken zu ma- 
chen und einen Vergleich zum Hier 
und Jetzt anzustellen. Wir lassen 
Krabat, der bei uns Sepp heisst, von 
Schaanwald bis Balzers durch Liech- 
tenstein wandern und berücksichti- 
gen historische Begebenheiten und 
Orte. Und ja, das Konzept, die Idee 
für das Stück ist von mir. 
Was war das Schwierigste in der 
Vorbereitung? 
Für mich sind es immer ähnliche 
Stolpersteine. Das Schwierigste ist 
vermutlich eine gute Rollenwahl zu 
finden, die allen gerecht wird. Ich ge- 
he nicht von mir aus, sondern frage 
mich, welche Fähig- 
keiten diese jungen 
Menschen mir und 
dem Stück geben 
können und wie ich 
sie möglichst gut po- 
sitioniere. Wie kann 
ich aber auch dem Publikum einen 
Spannungsbogen bieten und Dialog 
und Bewegungsszenen in einem Guss 
zusammenbringen. 
Sind 25 Schauspieler nicht sehr viel 
für ein Stück? 
Doch, es ist sehr viel. Wir arbeiten in 
zwei Gruppen, die Älteren und die 
Jüngeren. Sie proben getrennt vonei- 
nander und werden dann zusam- 
mengeführt. 
Nach welchen Kriterien wurden die 
Rollen zugeteilt? 
Bei diesen 25 Jugendlichen handelt 
es sich um Wiederholungstäter, es 
sind nur zwei neue Mitglieder dazu 
gestossen. Selbstverständlich sind 
aber immer neue Theaterinteressier- 
te willkommen! Für die Recherche, 
die Vorbereitungen, für das Schrei- 
ben des Textes und auch für das In- 
szenieren ist es aber schon wichtig 
und einfacher, wenn ich die Spielen- 
den kenne. Das Stück schreibe ich 
aber erst nach einem ersten Kennen- 
lernen, nach dem Experimentieren, 
nach Rollenspielen. Da sieht man 
viele Qualitäten und erfährt die Inte- 
ressen. Am Ende wählen alle ihre 
Rollen selbst. 
Was sind die Herausforderungen, 
ein Theater mit neun- bis 18-Jähri- 
gen auf die Bühne zu bringen? 
Das Stück auf die Bühne zu bringen 
ist überhaupt kein Problem! Sie wol- 
len spielen! Die Herausforderung ist 
eher eine gruppendynamische, wie 
kann jeder jeden akzeptieren, wie 
kann z. B. ein neunjähriges Kind ei- 
nem 18-jährigen jungen Erwachse- 
nen «nicht auf den Wecker gehen». 
In der Ankündigung heisst es, es sei 
ein Theaterstück für die ganze Fa- 
milie ... 
Genau, das ist es. Und unsere Famili- 
enstücke sind generell, 
keine Kinderstücke, 
sondern richten sich 
an Menschen ab einem 
gewissen Alter. Thea- 
terpädagogische Stü- 
cke sollen einladen zu- 
zuhören, sich zu wundern, zu stau- 
nen und sich zu freuen, was da alles 
auf der Bühne passiert. Und am Ende 
muss auch ein Erwachsener das Ge- 
schehen mit Spannung verfolgen wol- 
len. Ein gutes Stück für Kinder ab vier 
Jahren ist auch nur dann gut, wenn es 
die Eltern fesselt. Unsere Aufgabe ist 
es ein Stück zu liefern, das in rund 80 
Minuten einen spannenden, für die 
ganze Familie verständlichen drama- 
turgischen Rahmen liefert. 
Das junge Theater Liechtenstein 
spielt im TAK. Was sind die Gründe? 
Bis auf eine spielen alle Produktio- 
nen bei uns im jungen Theater. Wir 
sind ja schon seit vielen Jahren ein- 
mal jährlich mit einer Produktion im 
TAK. Es ist toll, dass wir mit dem 
Gastspiel dort sein dürfen und in ei- 
nem professionellen Sprechtheater 
unsere Aufführung vor einem gros- 
sen Publikum haben können. 
Am 31. März ist Premiere. Da wartet 
sicher noch viel Arbeit auf das gan- 
ze Team. 
Nachdem die Szenen schauspiele- 
risch und die Hintergründe zum 
Stück vermittelt wurden, beginnen 
wir jetzt, das Ganze zusammenzu- 
setzen. Wir arbeiten ja schon seit 
dem letzten September daran. Im 
Oktober habe ich das Stück nach viel 
Recherchearbeit geschrieben. Im 
November haben sie den Text be- 
kommen und die Rollen wurden ver- 
teilt. Und von Anfang an wurden die 
Choreografien begleitend zu den 
Szenen geprobt. Als drittes Element 
kommen nun auch noch Body-Per- 
kussion- und die Geräuschteppiche 
aus Stimme und Klang dazu. Video- 
projektionen runden 
die Inszenierung ab. 
Ab jetzt arbeiten wir 
an den Details, die 
einzelnen Puzzleteile 
fügen sich zusam- 
men. 
Was ist für Sie das Schönste am 
Stück? 
Für mich ist es immer ein Wunder, 
dass es überhaupt klappt. Ich stelle 
mir das Stück immer vor, arbeite mit 
Bildern im Kopf. Und dass es dann 
so kommt, wie ich es mir eigentlich 
wünsche und vorstelle, das ist je- 
weils das grosse Wunder für mich. 
Das junge Theater Liechtenstein 
macht ja laufend Theater. Wie und 
wo könnten sich interessierte Kin- 
der und Jugendliche melden? 
Man findet alles bei uns online auf 
www.jungestheater.li und man kann 
immer vorbeikommen. Das aktuelle 
Programm ist im Laufe des Monats 
Mai jeweils online. Am besten ist es 
aber im Sommer auf unsere Home- 
page zu gehen. Da sieht man gleich, 
wo es noch einen freien Platz in ei- 
ner Gruppe gibt. 
«Das schwierigste ist 
vermutlich, eine gute 
Rollenwahl zu fi nden, 
die allen gerecht wird.» 
«Ein gutes Stück für 
Kinder ist auch nur 
dann gut, wenn es die 
Eltern fesselt.» 
Mit Leidenschaft: In 
der Produktion des 
jungen Theaters 
zeichnet Beatrice 
Brunhart-Risch für 
das Konzept, den 
Text und die Regie 
verantwortlich.  
(Foto: Paul Trummer) 
Am Sonntag ist Premiere im TAK 
Eigenproduktion Das Pro- 
jekt ist ein Beitrag des jungen 
Theaters zu den Feierlich- 
keiten «300 Jahre Liechten- 
stein» und setzt sich mit der 
Geschichte unseres Landes 
sowie mit dem Aberglauben 
der Menschen der damaligen 
Zeit auseinander. 
Anhand des Schicksals eines Wai- 
senjungen wird veranschaulicht, 
wie hart das Leben eines Kindes im 
Jahre 1719 war und wie die Men- 
schen damals gelebt haben. 
Der Roman «Krabat» als Vorlage 
Eine seltsame Stimme ruft den ver- 
waisten Jungen Josef Lins – oder hat 
er das nur geträumt? Da ihn nach 
dem Tod seiner Eltern in Feldkirch 
nichts mehr hält, geht er der Reichs- 
strasse entlang Richtung Nendeln. 
Eine verwitwete Bäuerin zeigt Mit- 
leid und lässt den verwahrlosten 
Jungen nach Vaduz zu einer ihr be- 
kannten Familie bringen. Dort hält 
es Sepp, wie ihn alle nennen, nicht 
lange aus. Er will nach Balzers. Dort 
kann er das Müllern lernen. Auf 
dem Weg Richtung Süden begegnet 
er beim Galgen in Vaduz und im 
Triesner Wald seltsamen Gestalten. 
Obwohl er von verschiedenen Leu- 
ten gewarnt wird, lässt er sich in 
der Mühle zum schwarzen Wasser 
als Lehrjunge verpflichten. 
Zu spät erkennt Sepp, dass er in ei- 
ner schwarzen Schule gelandet ist 
und mit dem Meister der Mühle ei- 
nen grausamen Pakt geschlossen 
hat. Der Geselle Johann nimmt sich 
dem kleinen Kind an. Wie kann er 
den kleinen Sepp, die anderen Mül- 
lersburschen und sich selber vor 
dem sicheren Tod retten? Da hört 
Johann in der Osternacht einen 
wunderschönen Gesang. Welchem 
Mädchen gehört nur diese Stimme 
und warum lässt dieses Lied sein 
Herz höher schlagen? Ein Wettlauf 
mit der Zeit beginnt. (eps) 
«Diabolus – die Teufelsmühle» 
  Wer: Junges Theater Liechtenstein, Schaan 
  Premiere: Sonntag, den 31.März, 19 Uhr – 
weitere Termine und Informationen online auf 
www.jungestheater.li oder www.tak.li. 
  Wo: TAK, Schaan 
  Tickets und Infos: Telefon +423 237 59 69, 
Mail an vorverkauf@tak.li und auf www.tak.li 
Buchpräsentation 
«Schweinsheitl» 
im Hochwaldlabor 
SEVELEN Das Hochwaldlabor hatte zu 
einem besonderen Anlass in das Ate- 
lier Gert Gschwendtner geladen: Zu- 
sammen mit seinem Studienfreund 
Ottmar Holdenrieder stellte Gert 
Gschwendtner den Schweinsheitl 
vor. Diese Figur hatten beide ge- 
meinsam in den 1970er-Jahren ge- 
schaffen. Sie existiert nicht wirklich, 
aber sie hat viel Wirkliches zu sagen. 
Schweinsheitl ist scharfsinniger DA- 
DA und das vom Feinsten. Die Köl- 
ner Professorin Heidi Helmhold mo- 
derierte das Gespräch zwischen 
dem Künstler Gert Gschwendtner 
und dem Zürcher Professor für 
Forstwissenschaft, Otmar Holden- 
rieder (ETH). Dabei wurde deutlich, 
wie ergiebig Kunst und Naturwis- 
senschaft sich befruchten können 
und wie angesagt diese Art Kollabo- 
ration heute wieder ist. Es ergab sich 
eine rege Diskussion mit dem kundi- 
gen Publikum. Abschliessend stellte 
Gschwendtner das Buch Schweins- 
heitl vor, das gerade erschienen ist 
und mit wunderbaren Texten und 
Bildern zu verzaubern vermag.  (eps) 
Das Buch «Schweinsheitl» kann bestellt werden 
unter post@hochwaldlabor.org – weitere Infor- 
mationen zu Veranstaltungen und dem Verein 
unter www.hochwaldlabor.org. 
Ottmar Holdenrieder, Heidi Helmhold 
und Gert Gschwendtner (v. l.). (Foto: ZVG) 
«No Control» erscheint 
Mit 68: Suzi Quatro 
rockt wie eh und je 
HAMBURG Seit mehr als fünf Jahr- 
zehnten wirbelt die Sängerin und 
Bassistin Suzi Quatro mit einer Kraft 
über die Bühne, die ihresgleichen 
sucht. Am 29. März veröffentlicht sie 
mit «No Control» ihr 14. Studioal- 
bum. Es sei ihr bislang intensivstes, 
sagt sie. 
Mit «Can the Can» und «If you can’t 
give me love» wurde die US-Ameri- 
kanerin berühmt, mehr als 55 Milli- 
onen Tonträger hat sie verkauft, sie 
gilt als erste erfolgreiche Rocksänge- 
rin in Europa. 
«Ich habe alles schon einmal ge- 
macht. Ich bin im übertragenen Sin- 
ne einmal um den Block und zurück 
gegangen. Wieder und wieder. Die- 
ses neue Album aber ist ein nach 
Hause kommen», sagte sie der Deut- 
schen Presse-Agentur. Das Album 
sei so persönlich wie selten zuvor. 
Das sei auch der Verdienst ihres Soh- 
nes aus erster Ehe. 
Für das Album hätten beide das ers- 
te Mal gemeinsam ein Lied gemacht. 
Am Ende habe er die meisten Texte 
geschrieben. «Eigentlich wollten wir 
nur ein paar Demobänder machen 
und Spass haben und plötzlich wa- 
ren wir mittendrin in der ernsthaf- 
ten Arbeit am neuen Album. Es ist 
im besten Sinne wie ein Unfall ein- 
fach so passiert.» 
Herausgekommen sind Lieder, die 
wie gewohnt von ihrer starken Stim- 
me dominiert werden und rockig 
sind wie eh und je. Mitreissende Me- 
lodien, starke Basslines und kräftige 
Sounds – von ihren 68 Jahren ist auf 
dem Album nichts zu merken. Man 
spürt beim Hören förmlich die Freu- 
de, die Quatro an ihrer Musik hat. 
Gleichzeitig kommt die Musikerin 
auch zur Ruhe und lässt sommerli- 
che Reggae-Sounds und gemütliche 
Country-Elemente einfliessen. 
Ans Aufhören denkt Suzi Quatro 
nicht. «Ich kann gar nicht so lange 
leben. Aber wenn ich könnte, würde 
ich noch einmal 50 Jahre auf der 
Bühne verbringen.» Musikalisch ge- 
sehen sei sie noch lange nicht fertig. 
«Ich habe schon Ideen für das nächs- 
te Album.»   (sda/dpa)
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.