Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

DIENSTAG 
12. FEBRUAR 2013 
23 Kultur 
TAKino 
«Hyde Park on Hudson» 
Clash of cultures - Präsident 
Roosevelt meets King Geor- 
ge VI. Regisseur Roger Mi- 
chell präsentiert in aufwän- 
dig gestalteten Bildern eine 
Geschichte, die Poesie mit 
Ironie verbindet und, sicher- 
lich nicht zufällig, an «The 
King's 
Speech» erinnert. Um 
18.30 Uhr im TAKino. 
Heute 
Landesmuseum 
Sonar – klingende 
Architektur 
VADUZ Das Landesmuseum lädt mor- 
gen Mittwoch, 13. Februar, um 18 Uhr 
zur zweiten Abendveranstaltung in 
der Reihe «Mathematik ist überall» 
mit anschliessendem Apéro. Auf dem 
Programm steht zeitgenössische, py- 
thagoräische Musik mit der Gruppe 
«Sonar» aus Zürich. Zahlen, geomet- 
rische Muster und rhythmisierte 
Klänge – mit diesem minimalen Aus- 
gangsmaterial arbeitet «Sonar» aus 
Zürich. «SONAR» steht für «SONic 
ARchitecture»: klingende Architek- 
tur, teils filigran und verschachtelt, 
teils roh und wuchtig. Es ist nicht Mu- 
sik, die primär Geschichten erzäh- 
len, sondern musikalische Land- 
schaften entwerfen, polyrhythmi- 
sche Klangräume erforschen und del- 
phische Atmosphären kreieren will. 
Der spezielle und eigenwillige Cha- 
rakter der Band ergibt sich durch die 
Stimmung der Saiteninstrumente: 
Die Gitarren und der Bass sind in Tri- 
tonus-Abständen gestimmt (C / F# / C 
/ F# / C / F#). Durch die Obertonreihe 
dieser zwei Töne entsteht ein zwar 
begrenztes, aber harmonisch mehr- 
deutiges Universum, das der Band ih- 
ren unverwechselbaren Sound gibt. 
Die Band versteht sich nicht als Grup- 
pe von Solisten, sondern als Orches- 
ter, bei dem nur das Kollektive zählt. 
Stephan Thelen (Gitarre), Bernhard 
Wagner (Gitarre), Christian Kuntner 
(Bassgitarre) und Manuel Pasquinelli 
(Perkussion) nehmen dabei ihr Publi- 
kum mit auf ein Hörerlebnis, bei wel- 
chem mit minimalen Veränderun- 
gen, Spannung und Komplexität auf- 
gebaut wird. Stephan Thelen, Band- 
leader und Komponist, besuchte in 
Liechtenstein das Gymnasium und 
dort den Mathematikunterricht bei 
Georg Schierscher und hat «… nicht 
zuletzt dank seines Einflusses Mathe- 
matik studiert». Parallel zum an- 
schliessenden Mathematikstudium in 
Zürich betrieb Stephan Thelen inten- 
siv klassische und elektrische Musik 
und wurde besonders von Steve 
Reich und von der Minimal Music be- 
einflusst.   (pd) 
Theater St. Gallen 
Dunkles Erinnern – 
St. Galler erzählen 
ST. GALLEN Die Geschichte Paul Grü- 
ningers ist bekannt. Die Schicksale 
und Erinnerungen unzähliger 
Flüchtlinge und Helfer nicht. Mit 
dem szenischen Dokument «Paul 
Grüninger – Ein Grenzgänger», das 
morgen Mittwoch, 13. Februar, in 
der Lokremise Premiere feiert, erin- 
nert das Theater St. Gallen an das 
Schicksal des St. Galler Fluchthel- 
fers und an eine angstvolle, krisen- 
behaftete Zeit: 1938/39. In den Jah- 
ren zunehmenden Terrors durch die 
Nationalsozialisten schloss die 
Schweiz aus Angst vor Überfrem- 
dung ihre Grenzen und wies Tausen- 
de Zufluchtssuchende zurück. Viele 
Schweizer halfen dennoch. Uner- 
laubt und im Verborgenen. 
Das Theater St. Gallen sucht Men- 
schen, bei denen Paul Grüninger Er- 
innerungen weckt, in deren Famili- 
engeschichte Berührungspunkte zu 
der Zeit, in der die Schweiz Flücht- 
lingen die Einreise verwehrte, beste- 
hen oder die Menschen kennen, die 
davon betroffen waren und die diese 
Erinnerungen mit unserem jungen 
Publikum teilen wollen. 
Schreiben Sie an das Theater St. Gal- 
len. Alle Einsendungen werden in ei- 
ner Ausstellung im Rahmen des The- 
aterstücks «Paul Grüninger – Ein 
Grenzgänger» bis zum 10. März in der 
Lokremise veröffentlicht. Einsendun- 
gen per Post an: Theater St. Gallen 
Stichwort «Dunkles Erinnern», Dra- 
maturgie Nina Stazol, Museumstras- 
se 2, 9004 St. Gallen oder per E-Mail 
an: n.stazol@theatersg.ch, Stichwort 
«Dunkles Erinnern».   (pd) 
Moderne Hungertücher 
Vernissage Morgen Mittwoch, um 18.30 Uhr, wird im Alten Pfarrhof Balzers die Ausstellung 
«Auf Tuchfühlung mit Hunger und Armut – Moderne Hungertücher aus aller Welt» eröffnet. 
Zur Eröffnung spricht Dr. theol. Toni 
Bernet-Strahm aus Luzern. Der ehe- 
malige langjährige Mitarbeiter von 
Fastenopfer Schweiz war mitverant- 
wortlich für die Herausgabe moder- 
ner Hungertücher. In seinem Referat 
wird Bernet nicht nur darüber spre- 
chen, weshalb christliche Hilfswer- 
ke die alte Tradition der Hungertü- 
cher wieder aufgenommen und ak- 
tualisiert haben, sondern er wird 
auch von interessanten Begebenhei- 
ten berichten, die er bei der Entste- 
hung einzelner Hungertücher miter- 
lebte. 
Schaubilder des Glaubens 
Hungertücher gehen zurück auf ei- 
nen kirchlichen Brauch um etwa 
1000 n. Chr. Die Tücher, die das hei- 
lige Geschehen am Altar verdeckten, 
zeigten Bildmotive der Heilsge- 
schichte des Alten und Neuen Testa- 
ments. In Liechtenstein bekannt ist 
das Benderer Fastentuch von 1612, 
das in der Dauerausstellung des 
Liechtensteinischen Landesmuse- 
ums zu sehen ist. 
1976 wurde dieser Brauch vom bi- 
schöflichen Hilfswerk Misereor in 
Aachen neu belebt. Seither gestalten 
Künstlerinnen und Künstler aus al- 
ler Welt alle zwei Jahre ein neues 
Bild, das uns Einsichten in Leben 
und Glauben von Menschen fremder 
Kulturen ermöglicht. Die seither 
entstandenen Tücher hängen in Kir- 
chen, Wohnungen und Schulen welt- 
weit – auch in Liechtenstein. In viel- 
fältiger, farbenprächtiger Bildspra- 
che legen sie Zeugnis ab von der So- 
lidarität mit Armen, Schwachen und 
Ausgegrenzten. 
Ausstellung zur Fastenzeit 
In der Ausstellung im Alten Pfarr- 
hof, die in Kooperation mit «Wir tei- 
len: Fastenopfer Liechtenstein» ent- 
stand, wird erstmals im Raum Liech- 
tenstein und Schweiz ein Quer- 
schnitt der seit 1976 entstandenen 
modernen Hungertücher der christ- 
lichen Hilfswerke Misereor und Fas- 
tenopfer Schweiz der Öffentlichkeit 
präsentiert. Die Ausstellung lädt ein 
zum Innehalten und zur Betrach- 
tung. Sie ruft auf zu Solidarität und 
Mitgefühl – nicht nur während der 
Fastenzeit. 
Zeitgleich zur Ausstellung im Alten 
Pfarrhof werden in der Mariahilf-Ka- 
pelle in Balzers Kopien von drei 
Fastentüchern gezeigt, die bis anhin 
kaum bekannt waren. Die Tücher 
stammen aus der ersten Hälfte des 
18. Jahrhunderts und wurden 1979 
zufällig auf der Burg Gutenberg ent- 
deckt. Die Tücher wurden höchst- 
wahrscheinlich für die Mariahilf-Ka- 
pelle gefertigt. In der Fastenzeit 
2013 verhüllen sie nach langer Zeit 
wieder deren Altäre. 
«Auf Tuchfühlung mit Hunger und Armut – Mo- 
derne Hungertücher aus aller Welt», Ausstel- 
lung im Alten Pfarrhof Balzers vom 13. Februar 
bis 1. April. Öff nungszeiten: Fr 16 bis 19 Uhr, Sa 
14 bis 18 Uhr, So 14 bis 18 Uhr. 
Einsichten in Leben und Glauben fremder Kulturen: Ausschnitt aus einem Hun- 
gertuch aus Haiti, das in der Ausstellung in Balzers zu sehen sein wird. (Foto: ZVG) 
www.volksblatt.li 
Landestheater 
Ex-Theaterdirektor 
Bruno Felix ist tot 
BREGENZ/BERN Der ehemalige Di- 
rektor des Vorarlberger Landes- 
theaters, Bruno Felix, ist tot. Der 
in der Schweiz geborene Felix 
verstarb nach längerer Krankheit 
am vergangenen Samstag kurz 
vor seinem 79. Geburtstag, teilte 
das Landestheater unter Beru- 
fung auf Felix' Familie auf APA- 
Anfrage mit. Er hatte die Geschi- 
cke des Theaters von 1970 bis 
1999 geleitet. Felix wurde am 1. 
August 1970 zum Direktor des 
«Theaters für Vorarlberg» (TfV) – 
wie es bis 2001 offiziell hiess – 
bestellt. Von da an führte er ge- 
meinsam mit der kaufmänni- 
schen Leiterin Barbara Haidlen 
das Haus. In seiner Amtszeit wur- 
de 1994 das Theater am Korn- 
markt um 72 Millionen Schilling 
(5,2 Mio. Euro) generalsaniert, 
modernisiert und im Februar 
1995 wieder eröffnet. Insgesamt 
kam Felix, der 1964 das erste Mal 
als Schauspieler am TfV gastiert 
hatte, bei seinem Abschied in 
Bregenz auf 43 Jahre Theater, 150 
Inszenierungen – davon 115 im 
Bregenzer Kornmarkt-Theater 
und 17 für die Bregenzer Fest- 
spiele auf dem Martinsplatz. 
130 Rollen selbst gespielt 
«29 Jahre Theaterdirektor, das 
heisst 130 Rollen, die er selbst ge- 
spielt hat», erinnerte der damali- 
ge Landeshauptmann Herbert 
Sausgruber bei Felix' Verabschie- 
dung in den Ruhestand. Felix 
hatte von Sausgruber auf der 
Bühne das Silberne Ehrenzei- 
chen des Landes Vorarlberg 
überreicht bekommen. Der am 
18. Februar 1934 in Zürich gebo- 
rene Felix hatte am dortigen 
Bühnenstudio seine Schauspiel- 
ausbildung erhalten. Ab 1956 war 
er an verschiedenen Bühnen in 
Deutschland, Österreich und der 
Schweiz tätig, ab 1965 gab es ers- 
te Inszenierungen in Bregenz. 
Während seiner Zeit als TfV-Di- 
rektor führten ihn Gastinszenie- 
rungen unter anderem an das 
Burgtheater und das Volksthea- 
ter. Nach 1999 war er wieder als 
freier Regisseur und Schauspieler 
tätig. Am Vorarlberger Landes- 
theater war er zuletzt 2009 in 
Nestroys «Der Talisman» zu erle- 
ben. Martin Sagmeister, Präsi- 
dent der TheaterFreunde Vorarl- 
bergs, erklärte: «Ohne Bruno Fe- 
lix und sein unermessliches Be- 
mühen um das Theater in Vorarl- 
berg wäre das Landestheater 
heute nicht das, was es ist.» (apa) 
Felix leitete das Vorarlberger Landes- 
theater von 1970 bis 1999. (Foto: VMH) 
Ticketverlosung 
Andy Egert und Dallas Hodge gemeinsam auf Tour 
FLÄSCH Bereits zum 8. Mal findet in 
Fläsch das «Blues and Wine» statt. 
Musikalisch untermalt wird die Ver- 
anstaltung am Samstag, den 16. Feb- 
ruar, in der Mehrzweckhalle mit der 
Andy Egert Blues Band und Dallas 
Hodge (USA) als «special Guest» – 
dem ehemaligen Frontman der Kult- 
band Canned Heat. 
Der Gitarrist und Sänger aus Detroit 
spielte unter anderem mit Steve 
Marriott, Johnny Winter, Delbert Mc 
Clinton oder Bonnie Raitt, bis er im 
Jahr 2000 bei der legendären Band 
Canned Heat als Frontman einge- 
stiegen ist, die mit Hits wie «On the 
Road Again», «Going up the Count- 
ry» oder «Let’s Work Together» und 
dem Auftritt beim Woodstock-Festi- 
val längstens Kult sind! Auf der be- 
vorstehenden Tour mit Andy Egert 
und seiner Bluesband präsentiert 
Dallas Hodge nebst anderem auch 
sein aktuelles Album «Reelin». Bes- 
ter «Motor City Rockin Rhythm and 
Blues» wird geboten, ein musikali- 
scher Leckerbissen, den man nicht 
verpassen sollte. Die Veranstaltung 
beginnt um 20.30 Uhr.   (jg/pd) 
Das «Liechtensteiner Volksblatt» verlost 1 mal 
2 Tickets für das «Blues and Wine» in Fläsch, 
vom 16. Februar. Senden Sie bis am 13. Februar 
eine E-Mail an jgauer@volksblatt.li mit dem 
Betreff  «Egert» 
Am «Blues and Wine» 
in Fläsch stehen Andy 
Egert (links) und der 
Frontman von Canned 
Heat, Dallas Hodge, 
gemeinsam auf einer 
Bühne. (Foto: ZVG) 
Heute Vortrags- und Diskussionsabend in Sevelen 
Philosophie öffnet neue Türen 
SEVELEN Im vergangenen November 
veranstaltete der Verein «Hochwald- 
labor» am Storchenbüel in Sevelen 
drei Vortrags- und Diskussionsaben- 
de über philosophische Traditionen. 
Die Abende stiessen auf grosses Inte- 
resse, weshalb die Reihe der Vor- 
trags- und Diskussionsabende dieses 
Jahr fortgesetzt werden soll. Heute 
Dienstag, um 19 Uhr wird sich Gert 
Gschwendtner im Atelier Storchen- 
büel dem Thema «Ästhetik und Neu- 
roästhetik» widmen. Dazu sagt der 
Vortragende: «Ästhetik ist ein Be- 
griff, der noch sehr jung ist und 
während 250 Jahren viele Bedeu- 
tungswandlungen vollzogen hat. Im 
Moment werden viele Bedeutungen 
gleichzeitig verwendet, wobei einige 
sich als sehr unpräzis herausgestellt 
haben, deshalb werde ich mich am 
Dienstagabend mit der Präzisierung 
dieses Begriffs auseinandersetzen.» 
Darüber hinaus habe die Neurobio- 
logie beachtenswerte Erkenntnisse 
über das Denken geliefert, die nicht 
unbeachtet bleiben sollten. «Inner- 
halb des Feldes der Neuroästhetik 
tun sich wiederum sehr unterschied- 
liche Türen auf und diese Einblicke 
möchte ich mit meinen Überlegun- 
gen den Zuhörenden gewähren». Die 
Werkstattgespräche, wie Gert 
Gschwendter zu sagen beliebt, bie- 
ten viel Raum für Diskussionen und 
persönlichen Gedankenaustausch. 
Die Anlässe sind öffentlich und fin- 
den jeden zweiten Dienstag im Mo- 
nat um 19 Uhr im Atelier Storchen- 
büel statt.   (pd) 
Der nächste Vortrag: 12. März: wortgebundene 
Sprache (z. B. Literatur) mit Alfons Dür
	        

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