Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

36 | International 
DONNERSTAG 
24. JANUAR 2013 
Erneuter 
Smogalarm 
in Peking   
Gesundheitsschädigend Die Pekinger werden den Smog 
nicht los: Wegen der anhaltend hohen Schadstoffbelas- 
tungen gaben die Stadtbehörden erneut Smogalarm. 
Obwohl 
auch die Pekin- 
ger Umweltbehörden von 
«schwerer Luftverschmut- 
zung» sprachen, wurde 
am Mittwoch nur die dritthöchste 
Alarmstufe Gelb in der 20-Millio- 
nen-Metropole ausgerufen. Erneut 
durften 30 Prozent der offiziellen 
Dienstwagen in der Hauptstadt 
nicht fahren. Der Smog in Peking 
und anderen Städten, den die Be- 
hörden früher immer als «Nebel» 
heruntergespielt hatten, spielte 
in den landesweit ausgestrahlten 
Abendnachrichten des Staatsfern- 
sehens eine prominente Rolle. Das 
Industrieministerium stellte neue 
Massnahmen im Kampf gegen die 
Luftverschmutzung wie etwa die 
Beseitigung von rückständigen Pro- 
duktionsanlagen in Aussicht. 
Sichtweite weniger als 300 Meter 
Die Luftwerte des besonders gefähr- 
lichen Feinstaubes, der über die 
Lunge direkt ins Blut gehen kann, la- 
gen in Peking beim Zehnfachen des 
von der Weltgesundheitsorganisati- 
on (WHO) empfohlenen Grenzwer- 
tes. Die Sichtweite fiel bei diesigem 
Wetter am Mittwoch in einigen 
Stadtteilen auf weniger als 300 Me- 
ter. Viele Pekinger tragen ohnehin 
schon seit Wochen Atemschutzmas- 
ken. Nach dem Megasmog vor knapp 
zwei Wochen, als bislang ungekann- 
te Höchstwerte erreicht worden wa- 
ren, hatten die Pekinger eigentlich 
auch nur kaum aufatmen können. 
Die Schadstoffbelastung hat sich 
seither auf einem weiter hohen Ni- 
veau eingependelt. 
Auf der Jahrestagung des Pekinger 
Volkskongresses meinten viele Ab- 
geordnete, dass die Klagen über den 
Peking-Husten «die Wirklichkeit be- 
schreiben», wie die amtliche Nach- 
richtenagentur Xinhua schrieb. 
Mehr Atemwegserkrankungen 
Durch den Smog erleben Spitäler ei- 
nen Anstieg der Patienten mit Atem- 
wegserkrankungen sowie Herz- und 
Kreislaufproblemen. «Mein Schwie- 
gervater kann bis heute noch nicht 
wieder aus eigenen Kräften atmen», 
schilderte eine 44-jährige Pekinge- 
rin. Der 81-Jährige, der bis dahin 
rüstig und gesund gewesen war, hat- 
te Warnungen ignoriert und war bei 
dem Megasmog täglich draussen 
spazieren gegangen. Plötzlich be- 
kam er Atemprobleme und wurde 
ins Spital gebracht, wo eine Lungen- 
entzündung diagnostiziert wurde. 
«Die Luft ist einfach zu schlecht.» 
Während die US-Botschaft einen 
Luftindex von unter 50 als gut ein- 
stuft, lagen die Werte seither meist 
bei 200 bis mehr als 400. Die Skala 
ging früher nur bis 500, doch wur- 
den bei dem Megasmog Mitte des 
Monats Spitzenbelastungen von 
mehr als 800 gemessen.   (sda/dpa) 
Der dichte Smog hat sich in ganz Peking ausgebreitet: Strassenszene vor dem 
Platz des himmlischen Friedens. (Foto: VMH) 
Süsser Fratz 
Kätzchen 
macht Pause 
Dieses wenige Wochen 
alte Kätzchen tollte 
gerade noch im Freien 
herum. Müde geworden 
hat es nun auf einem 
bequemen Sofa Platz 
genommen und ruht 
sich von den Strapazen 
aus. (Foto: Schutterstock) 
Fabrizio Corona 
«König der Paparazzi» in Lissabon verhaftet 
LISSABON/ROM Der zu fünf Jahren 
Haft verurteilte italienische Skan- 
dal-Fotograf Fabrizio Corona ist 
am Mittwoch in Lissabon verhaf- 
tet worden. Damit ging eine 
mehrtägige Flucht zu Ende, die 
nach seiner Verurteilung we- 
gen Erpressung am Freitag 
begonnen hatte. Corona 
wurde unweit einer U- 
Bahn-Station von Mai- 
länder Sicherheitsbeam- 
ten geschnappt. Zuvor 
hatte die Polizei einige 
Bekannte des Fotografen 
in Lissabon kontrolliert. 
Der 38-Jährige war mit ei- 
nem internationalen Haftbe- 
fehl in ganz Europa gesucht 
worden. Das Oberste Gericht 
in Rom hatte Corona letztinstanz- 
lich zu fünf Jahren Haft ver- 
urteilt. Dutzende Promi- 
nente waren vom Fotogra- 
fen und seinen Komplizen 
in den vergangenen Jahren 
erpresst worden. 
Corona hatte italieni- 
schen Sportlern, Poli- 
tikern und TV-Stern- 
chen gedroht, un- 
liebsame Fotos von 
ihnen zu veröffentli- 
chen, falls sie ihn 
nicht bezahlen. 
Zahlreiche Vorwürfe 
Der Paparazzi-Skandal 
war 2007 aufgeflogen. 
Corona war bereits zu- 
vor wegen versuchter Erpressung 
und Besitzes gefälschter Banknoten 
verurteilt worden und leistete Sozi- 
alarbeit. 
Unschuld beteuert 
Zu den Opfern zählten unter ande- 
rem Fussballstar David Trezeguet, 
der bei einer Einvernahme vor dem 
Staatsanwalt zugegeben hatte, 
20 000 Euro für 20 kompromittie- 
rende Fotos mit einem Model be- 
zahlt zu haben. 
Corona hatte stets seine Unschuld 
beteuert. Es sei üblich gewesen, in 
kompromittierenden Situationen 
abgeblitzten VIPs den Kauf von Bil- 
dern anzubieten. Das könne nicht 
als Erpressung betrachtet werden, 
meinte der Fotograf.  (sda/dpa) 
Tote 83-Jährige 
Leichenfund gibt 
weiter Rätsel auf 
OLTEN Fünf Tage nach dem Fund ei- 
ner toten 83-jährigen Frau in Olten 
steht die Todesursache noch nicht 
fest. Laut Polizeiangaben vom Mitt- 
woch kann derzeit noch immer 
nicht mit Sicherheit gesagt werden, 
wie die Frau ums Leben kam. Die 
Leiche wurde am vergangenen Don- 
nerstagmorgen bei einer Woh- 
nungskontrolle durch die Polizei ge- 
funden. Die Umstände, die zum Ab- 
leben führten, seien noch unklar 
und würden untersucht, teilte die 
Polizei am Mittwoch mit. Sicher 
scheint einzig, dass die Frau bereits 
seit einiger Zeit tot in ihrer Woh- 
nung lag. Zur Klärung der Todesur- 
sache wurde das Institut für Rechts- 
medizin beigezogen.   (sda) 
Über 200 Erfrorene 
Kältetod greift in 
Russland um sich 
MOSKAU Im eisigen russischen Winter 
mit Rekordschneefällen und extre- 
men Minusgraden ist die Zahl der 
Kältetoten landesweit auf mehr als 
200 gestiegen. Am Mittwoch ver- 
zeichneten die Behörden 18 Todesfäl- 
le mehr als am Vortag. Insgesamt sei- 
en in diesem Winter bisher 207 Men- 
schen erfroren, meldete die Agentur 
Interfax unter Berufung auf Ärzte. 
Besonders betroffen ist das Gebiet 
Tjumen in Westsibirien. Mehr als 
4500 Menschen mussten seit dem 
Wintereinbruch wegen Erfrierungen 
oder Unterkühlung behandelt wer- 
den. Der russische Wetterdienst sag- 
te für zahlreiche Regionen indes 
auch weiter sinkende Temperaturen 
voraus.   (sda/dpa) 
Tests an verendetem Tier 
Grippeepidemie 
hat Schweiz erreicht 
BERN Die Grippeepidemie hat in der 
vergangenen Woche alle Regionen 
der Schweiz erreicht. Am stärksten 
betroffen waren weiterhin die Kanto- 
ne Graubünden und Tessin. Auch 60 
Rekruten waren in ärztlicher Be- 
handlung. Im Vergleich zur Vorwo- 
che ist die Zahl der Grippefälle in der 
Schweiz weiter gestiegen: Von 140 
auf neu 201 grippebedingte Konsulta- 
tionen pro 100 000 Einwohner. Dies 
geht aus dem Meldesystem des Bun- 
desamtes für Gesundheit (BAG) her- 
vor. Damit liegt die Zahl der Grippe- 
fälle seit drei Wochen über dem 
Schwellenwert von 69 Verdachtsfäl- 
len. Das BAG erwartet, dass die Zahl 
der Grippekranken in den nächsten 
Wochen noch zunimmt. Die Grippe- 
epidemie ist diese Saison rund vier 
Wochen früher ausgebrochen als im 
Vorjahr. Für die laufende Grippesai- 
son sollte gemäss BAG genügend 
Impfstoff vorhanden sein.   (sda) 
Zu guter Letzt 
Uhrendieb machte in 
fremdem Auto Siesta 
SCHAFFHAUSEN Ein Uhrendieb ist in 
der Stadt Schaffhausen SH bei einem 
Nickerchen in einem Auto erwischt 
worden. Er sei müde und ihm sei kalt 
gewesen, sagte der junge Mann da- 
nach gegenüber der Schaffhauser Po- 
lizei. Der 22-jährige Marokkaner hat- 
te in einem Einkaufszentrum drei 
Armbanduhren gestohlen, wie die 
Polizei in der Nacht auf Mittwoch 
mitteilte. Von Müdigkeit und Kälte 
geplagt setzte er sich in ein unver- 
schlossenes Auto auf dem Parkplatz. 
Dort fand er noch einen liegen gelas- 
senen MP3-Player, steckte diesen ein 
und schlief in der Folge ein. Als der 
Besitzer des Autos wenig später zu- 
rückkam und den unbekannten 
Mann in seinem Fahrzeug vorfand, 
alarmierte er sofort die Polizei. Der 
junge Mann, der noch weiteres Die- 
besgut auf sich trug, habe die Dieb- 
stähle zugegeben und sei vorüberge- 
hend festgenommen worden.   (sda) 
Prozess in Bosnien 
Mächen versklavt – 
Zwei Jahre Haft 
SARAJEVO Weil er eine junge Deut- 
sche mehr als sechs Jahre lang wie ei- 
ne Sklavin gefangen gehalten hat, ist 
ein Bosnier zu zwei Jahren Haft ver- 
urteilt worden. Milenko M. habe sich 
schuldig bekannt, sagte der Spre- 
cher der Staatsanwaltschaft. Bei 
dem Urteil handelt es sich um das 
Mindeststrafmass bei den verhan- 
delten Vergehen. Nach Ermittlungen 
der bosnischen Justiz hatte der 
Mann die Deutsche Bettina S. jahre- 
lang misshandelt und zu schwerer 
Arbeit gezwungen. Laut Anklage 
wurde die junge Frau auf unmensch- 
liche Weise behandelt, musste hun- 
gern und wurde zu harter landwirt- 
schaftlicher Arbeit gezwungen. Zu- 
dem sei sie daran gehindert worden, 
zur Schule zu gehen, und habe kei- 
nen Kontakt zu anderen Menschen 
haben dürfen. (sda/afp) 
Grosse Fläche betroffen 
US-Kriegsschiff   
beschädigt Korallen 
MANILA Bei der Havarie eines US-Mi- 
nenräumers auf den Philippinen 
sind mindestens 1000 Quadratmeter 
eines Korallenriffs beschädigt wor- 
den. Das berichtete die Küstenwa- 
che am Mittwoch. Das Riff, rund 
600 Kilometer südlich von Manila, 
liegt im Tubbataha-Nationalpark. 
Das von der UNO-Kulturorganisation 
UNESCO als Weltnaturerbe aner- 
kannte Meeresschutzgebiet ist das 
grösste der Philippinen. Die Leitung 
des Parks war entsetzt. «Eine riesige 
Fläche», sagte Managerin Angelique 
Sorgco. «Wir hatten gehofft, der 
Schaden sei kleiner.» Die 68 Meter 
lange «USS Guardian» war am frü- 
hen Morgen des 17. Januar auf das 
Riff rund 130 Kilometer vor der Küs- 
te von Palawan gelaufen. Die US-Ma- 
rine entschuldigte sich.   (sda/dpa)
	        

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