Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Gesundheit | 33 
DONNERSTAG 
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MS: Befall des zentralen Nervensystems 
Schädigung Multiple Sklerose befällt das zentrale Nervensystem und schädigt die Hüllschicht der Nerven. Diese Krankheit betrifft vor allem junge Erwach- 
sene und gilt bis heute als unheilbar. Allerdings können durch verschiedenste Therapieformen die Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten werden. 
VON SONJA GREUSSING 
Eine 
der häufi gsten neuro- 
logischen Erkrankungen, 
welche im jungen Erwachse- 
nenalter auftritt, ist Multiple 
Sklerose. Der Begriff   leitet sich aus 
den lateinischen Wörter «multiplex» 
und «skleros» ab, welche übersetzt 
«vielfach» und «hart» bedeuten. 
Es handelt sich dabei um eine chro- 
nisch-entzündliche Erkrankung des 
zentralen Nervensystems, welche 
das Gehirn, das Rückenmark sowie 
die Sehnerven befallen kann. Die 
Krankheit ist nicht heilbar. 
Ungeklärte Fragen 
Zwar findet weltweit intensive For- 
schung im Bereich Multiple Sklerose 
statt, allerdings sind die Ursachen 
der Krankheit bis heute noch nicht 
eindeutig geklärt. Dennoch ist zu sa- 
gen, dass vieles dafür spricht, dass 
eine Kombination aus begünstigen- 
den Erbanlagen sowie Umweltein- 
flüssen, welche zu einer Fehlreakti- 
on des körpereigenen Immunsys- 
tems führt, die Ursache sein könnte. 
Womöglich müssen aber auch meh- 
rere Faktoren gleichzeitig vorliegen, 
damit Multiple Sklerose auftritt. 
MS durch Veranlagung? 
Oftmals tritt die Frage auf, ob MS 
erblich ist. Tatsächlich gibt es Hin- 
weise dafür, dass erbliche Faktoren 
die Entstehung der Erkrankung be- 
günstigen. Denn die MS verteilt sich 
nicht gleichmässig über alle Bevöl- 
kerungsgruppen und Länder, son- 
dern tritt regional und in verschie- 
denen ethnischen Gruppen unter- 
schiedlich oft auf. Ungefähr jeder 
fünfte von MS Betroffene berichtet 
davon, dass blutsverwandte Angehö- 
rige ebenfalls an Multipler Sklerose 
erkrankt waren oder es momentan 
sind. 
Die genetischen Ursachen für diesen 
Umstand sind allerdings unklar. For- 
scher glauben, dass dabei beispiels- 
weise erblich bedingte Merkmale 
der weissen Blutkörperchen eine 
Rolle spielen könnten. Jedoch ist 
ganz sicher, dass Multiple Sklerose 
nicht als eine «klassische Erbkrank- 
heit» angesehen werden kann, wel- 
che von den Eltern auf das Kind wei- 
tergegeben wird. So ist das Risiko 
für eine MS-Ekrankung bei Kindern 
von einem betroffenen Elternteil – 
verglichen mit der regionalen Bevöl- 
kerung – nur geringfügig grösser. 
Umweltfaktoren 
Zudem gehen Forscher davon aus, 
dass bestimmte Faktoren für eine 
spätere MS bereits in der Kindheit 
zum Tragen kommen. Denn 
zu dieser Zeit kommt das 
menschliche Immunsystem 
zum ersten Mal in Kontakt 
mit Krankheitserregern. 
Diese unterscheiden sich 
von Land zu Land. Es gibt 
Gebiete in denen das MS- 
Risiko höhere ist als in anderen. So 
vermuten Wissenschaftler, dass be- 
stimmte Infektionen in den ersten 
Lebensjahren eine später auftreten- 
de MS begünstigen. Dies wird als In- 
fektionshypothese bezeichnet. Da- 
bei könnte es sein, dass das Immun- 
system das körpereigene Gewebe, 
genauer gesagt die Hüllschicht von 
Nervenfasern, mit Krankheitserre- 
gern verwechselt und diese deshalb 
angreift. Verdächtigt werden dabei 
Infektionen mit verschiedenen, ver- 
breiteten Viren, wie beispielsweise 
das Epstein-Barr-Virus oder Herpes- 
Viren. Wichtig zu wissen ist aller- 
dings vor allem, dass Multiple Skle- 
rose keinesfalls eine ansteckende 
Krankheit ist. 
Neurologisches Chamäleon 
Bei dieser Erkrankung gibt 
es weder ein typisches Sym- 
ptom noch einen typischen 
Krankheitsverlauf. Grund 
dafür ist, dass die Entzündun- 
gen sowie der Abbau der Schütz- 
hülle die verschiedensten Stellen 
des zentralen Nervensystems betref- 
fen können. 
Laut Statistik ist das am häufigsten 
vorkommende Erstsymptom der MS 
plötzliche Empfindungsstörungen 
an den Armen oder den Beinen. 
Sehstörungen treten am zweithäu- 
figsten auf, wenn die Krankheit erst- 
mals in Erscheinung tritt – beson- 
ders bei jungen Menschen. Im weite- 
ren Verlauf der Erkrankung treten 
verschiedenste Beschwerden auf: 
Gangstörung unterschiedlichen 
Schweregrades wegen einer krampf- 
haften Erhöhung der Muskelspan- 
nung, Kraftlosigkeit sowie Gefühl- 
störungen in den Beinen, Unsicher- 
heiten beim Gehen und Stehen, un- 
gewöhnliche Ermüdungsneigung, 
Blasenentleerungsstörungen, Seh- 
störungen, Sprechstörungen und 
viele andere. 
Zwei Verlaufstypen 
Generell gibt es bei Multipler Sklero- 
se zwei unterschiedliche Verlaufsty- 
pen: einen schubförmigen und ei- 
nen chronisch-voranschreitenden 
Verlaufstyp. Oftmals geht ein zu Be- 
ginn schubweiser Verlauf in einen 
chronisch-voranschreitenden Ver- 
lauf über. 
Bei über 80 Prozent der Betroffenen 
beginnt die Erkrankung mit einem 
schubförmigen Verlauf. Ein Schub 
ist so definiert, dass neue Symptome 
bestehen, welche nicht anderweitig 
erklärbar sind. Seit Beginn des letz- 
ten Schubes sind über 30 Tage ver- 
gangen. Ein Schub kann zwischen 
einigen Tagen bis mehreren Wochen 
anhalten, während die Abstände 
zwischen Schüben sogar bis zu eini- 
gen Monaten oder gar Jahren betra- 
gen können. 
Selbstständigkeit erhalten 
Bei der Therapie von Multiple Skle- 
rose ist das erklärte Ziel, die Selbst- 
ständigkeit sowie Lebensqualität ei- 
nes Betroffenen so lange und gut wie 
möglich zu erhalten. 
Dabei wird versucht, die Behand- 
lung immer individuell auf den Pati- 
enten und den jeweiligen Krank- 
heitsverlauf abzustimmen. 
Die Therapie von akuten Erkran- 
kungsschüben sowie die Langzeit- 
Therapie sollten den Krankheitsver- 
lauf positiv beeinflussen. Zudem 
werden gezielt Symptome behan- 
delt. 
Wie bereits erwähnt, kann Multiple 
Sklerose zu den unterschiedlichsten 
Beeinträchtigungen führen. Ist eine 
Nervenzelle erst einmal zerstört, 
lässt sie sich nicht wiederherstellen. 
Allerdings lassen sich durch ent- 
sprechendes Training verlorenge- 
gangene Fähigkeiten teilweise wie- 
der neu erlernen. Dies ist möglich, 
weil sich das Gehirn sozusagen «um- 
organisiert». Andere Areale des Ge- 
hirns übernehmen quasi die Aufga- 
ben, welche erkrankte Bereiche 
nicht mehr erfüllen können. Dies zu 
erreichen ist Aufgabe der Rehabilita- 
tion. Physiotherapie spielt dabei ei- 
ne zentrale Rolle, da sie bei Bewe- 
gungsstörungen gute Erfolge ver- 
spricht. Aus diesem Grund sollte 
diese Therapieform möglichst früh 
eingesetzt werden. Hingegen hilft 
die Ergotherapie dabei, die Feinmo- 
torik zu stärken und so mehr Selbst- 
ständigkeit im Alltag zu erlangen. 
Logopädie kommt zum Einsatz, 
wenn Sprachstörungen vorliegen. 
Neben der Therapie ist es auch wich- 
tig, für eine gute psychische sowie 
soziale Betreuung zu sorgen. 
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Die Folgen von Multipler Sklerose können sehr unterschiedlich sein. Auch eine Gehbehinderung ist möglich. (Foto: SSI) 
MULTIPLE SKLEROSE 
Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des 
Nervensystems. Die Krankheit kann ganz unterschiedlich 
verlaufen. Von Ärzten wird sie oft auch «Enzephalomye- 
litis disseminata» genannt. Dies heisst übersetzt: eine im 
Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzün- 
dung. 
Störung des Immunsystems 
Das Immunsystem spielt bei MS eine zentrale Rolle. Ei- 
gentlich schützt es den Menschen vor Krankheitserre- 
gern, indem es diese unschädlich macht, sobald sie in den 
Körper eindringen. Bei Multiple Sklerose ist ein Teil dieses 
natürlichen Abwehrmechanismus falsch programmiert. 
Das bedeutet, dass er sich gegen den eigenen Körper 
richtet. So kommt es zur Bildung von Antikörpern, die 
sich an die Schutzhülle der Nervenfasern heften. Dort 
können sie Schädigungen und Störungen verursachen. 
Entsteht ein Enzündungsherd im Bereich dieser Schutz- 
hülle, so können Botschaften nicht so wirkungsvoll über- 
tragen werden. Dies äussert sich bei Betroffenen bei- 
spielsweise durch Kribbelmissempfindungen, vermehr- 
tes Stolpern oder aber Schwierigkeiten beim Sehen. 
Das Auftreten von mehreren (multiplen) Entzündungs- 
herden mit entsprechenden körperlichen Störungen so- 
wie Ausfällen wird als Schub bezeichnet. Nach einem 
Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintre- 
ten. Das entzündete Nervengewebe kann allerdings auch 
vernarben. 
Auftreten von Multipler Sklerose 
Man schätzt, dass weltweit rund 2,5 Millionen Menschen 
an MS erkrankt sind. Dabei ist die Verteilung ungleich- 
mässig: Die Häufigkeit der Erkrankung steigt mit der geo- 
grafischen Entfernung vom Äquator. Es gibt auch ge- 
schlechtsspezifische Unterschiede: Frauen sind etwa 
doppelt so häufig betroffen wie Männer. In der Regel wird   
Multiple Sklerose zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr 
festgestellt. Im Kindes-oder Jugendalter tritt die Erkran- 
kung seltener auf. Erstdiagnosen bei über 60-jährigen 
Personen sind ebenfalls selten. 
Quelle: www.dmsg.de 
Was bedeutet eine MS-Erkrankung? 
Wie wird die Nervenkrankheit Multiple Sklerose diagnostiziert? 
Diagnose der Erkrankung 
 Beim Auftreten der oben beschrie- 
benen Erstsymptome wird in den 
meisten Fällen zu allererst der Haus- 
arzt zurate gezogen. 
Dieser erfragt zunächst eine aus- 
führliche Krankengeschichte, um 
die Beschwerden richtig einordnen 
zu können. 
 Danach erfolgt üblicherweise eine 
Überweisung zu einem Neurologen. 
Dieser Arzt überprüft Beweglich- 
keit, Koordination, Gleichgewicht 
sowie Sinnesorgane. 
 Bei einem Verdacht auf Multiple 
Sklerose kommt es auf die Bestim- 
mung gewisser Laborwerte an, um 
so mögliche andere Ursachen der 
Beschwerden ausschliessen zu kön- 
nen. Allerdings gibt es keinen Blut- 
test, welcher MS beweist. Denn die 
Krankheit verändert Leber- und Nie- 
renwerte sowie Entzündungsmarker 
nicht. 
 Wichtig ist auch die Liquordia- 
gnostik, also die Untersuchung des 
Nervenwassers. Um dies zu gewin- 
nen wird eine Hohlnadel zwischen 
die Lendenwirbel eingeführt. Das 
entnommene Nervenwasser wird 
anschliessend im Labor analysiert. 
Bei MS befinden sich darin typi- 
scherweise mehr bestimmte Eiweiss- 
körper. Auch die Anzahl der Entzün- 
dungszellen ist oftmals leicht er- 
höht. 
 Mithilfe eines MRT (Magnetreso- 
nanztomografie) können Bilder des 
Gehirns angefertigt werden. Diese 
sind deshalb wichtig, da bei 85 Pro- 
zent der MS-Patienten bereits im 
Frühstadium Veränderungen des 
Gehirns feststellbar sind. Diese las- 
sen auf Entzündungsherde schlies- 
sen. In fortgeschrittenen Stadien der 
Krankheit ist diese am MRT sichtba- 
re Veränderung sogar bei fast allen 
Patienten der Fall. 
 Um die Diagnose Multiple Sklerose 
festzustellen, nutzen Ärzte die soge- 
nannten McDonald-Kriterien. Nach 
dieser gilt die Diagnose Multiple 
Sklerose als gesichert, wenn die 
ärztliche Untersuchung eine räumli- 
che und zeitliche Verteilung der 
Krankheitszeichen sowie Symptome 
ergibt. 
Quelle: www.apotheken-umschau.de
	        

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