Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

14 | Sport 
MONTAG 
21. JANUAR 2013 
Eishockey 
Gottéron zurück auf 
dem Leaderthron 
FRIBOURG Fribourg-Gottéron hat den 
SC Bern als Leader der NLA abgelöst. 
Die Freiburger siegten im Direktduell 
3:2 nach Penaltyschiessen und liegen 
nun einen Punkt vor den Bernern. 
Zum Matchwinner Fribourgs avan- 
cierte Benjamin Plüss, der beide Pe- 
naltys verwertete. Für Bern war es 
die erste Niederlage nach sechs Sie- 
gen. Die ZSC Lions rückten am Wo- 
chenende auf Kosten von Zug auf den 
3. Tabellenplatz vor – der Rückstand 
auf den SCB beträgt fünf Punkte. Am 
Samstag setzten sich die Lions beim 
EVZ dank zweier Tore von Thibaut 
Monnet 3:2 nach Verlängerung durch. 
Am Tag danach bezwangen sie Luga- 
no 2:0, wobei Lukas Flüeler seinen 
zweiten Shutout in dieser Saison rea- 
lisierte. Der ZSC ist nun bei vier Sie- 
gen in Serie angelangt. Auch das 
zweite Spiel vom Sonntag zwischen 
Davos und den SCL Tigers endete mit 
einem 2:0 für das Heimteam. Weil 
die Bündner am Vorabend auch in 
Biel (5:3) gewonnen hatten, liegen sie 
nun 14 Punkte vor den neuntklassier- 
ten Seeländern. (si) 
NLA, Qualifi kation 
Am Samstag spielten: 
Biel – Davos   3:5 (1:2, 1:2, 1:1) 
Ambri-Piotta – Kloten Flyers 3:5 (2:1, 0:1, 1:3) 
Zug – ZSC Lions 2:3 (1:0, 0:2, 1:0, 0:1) n.V. 
Bern – Fribourg 2:3 (2:1, 0:1, 0:0, 0:0) n.P. 
SCL Tigers – Rapperswil-Jona 5:3 (0:1, 4:0, 1:2) 
Lugano – Genève-Servette 4:1 (3:0, 0:1, 1:0) 
Am Sonntag spielten: 
ZSC Lions – Lugano 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) 
Davos – SCL Tigers 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) 
 1. Fribourg 40 128:95 78 
 2. Bern 40 134:84 77 
 3. ZSC Lions 41 120:106 72 
 4. Zug 39 129:121 68 
 5. Genève-Servette 40 115:101 66 
 6. Davos 40 138:116 66 
 7. Lugano 40 135:115 61 
 8. Kloten Flyers 40 118:113 59 
 9. Biel 40 123:144 52 
10. Rapperswil-Jona Lakers 41 120:162 48 
11. Ambri-Piotta 41 104:145 43 
12. SCL Tigers 40 87:149 33 
National Hockey League 
New York Islanders (mit Streit) – New Jersey De- 
vils 1:2. Montreal Canadiens (mit Diaz/1 Assist, 
ohne Weber) – Toronto Maple Leafs 1:2. Vancou- 
ver Canucks – Anaheim Ducks (mit Hiller/26 Para- 
den und Sbisa) 3:7. St. Louis Blues – Detroit Red 
Wings (mit Brunner) 6:0. Nashville Predators (mit 
Josi) – Columbus Blue Jackets 2:3 n. P. Minnesota 
Wild – Colorado Avalanche 4:2. Dallas Stars – Phoe- 
nix Coyotes 4:3. Tampa Bay Lightning – Washing- 
ton Capitals 6:3. Florida Panthers – Carolina Hurri- 
canes 5:1. Los Angeles Kings – Chicago Black- 
hawks 2:5. Ottawa Senators – Winnipeg Jets 1:4. 
Boston Bruins –  New York Rangers 3:1. Philadel- 
phia Flyers – Pittsburgh Penguins 1:3. 
Eine durchwachsene Premiere 
Bobsport Etwas weiter vorn hätte sich Liechtensteins Bobteam bei seinen ersten beiden Auftritten auf Weltcupeis schon 
gern klassiert. Im Zweier landete «Lie 1» auf dem 29., im Vierer – immerhin nach merklicher Steigerung – auf dem 27. Rang. 
VON OLIVER BECK 
Im Training hatte alles noch vielver- 
sprechend ausgehen. Pilot Michael 
Klingler bekundete im Eiskanal von 
Igls (Ö) erfreulich wenig Mühe, die 
Linie, zu der ihm die Trainer des 
Schweizer Teams geraten hatten, 
einzuhalten. «Wenn alles klappt, ist 
ein Top-20-Ergebnis im Zweier und 
im Vierer drin», tönte Srecko Kranz 
am Tag vor dem ersten Ernstkampf 
entsprechend zuversichtlich. 
Am Samstag war die positive Erwar- 
tungshaltung beim Sportchef des 
Bob- und Skeletonclubs Liechten- 
stein einer gewissen Ernüchterung 
gewichen. Klingler und sein An- 
schieber Thomas Dürr hatten den 
zweiten Lauf des Zweierbob-Be- 
werbs deutlich verfehlt. Auf die 
Hundertstel genaue 54 Sekunden 
Fahrzeit hatten lediglich für Platz 29 
gereicht. 0,78 Sekunden fehlten auf 
den 20. Rang, der noch zur Teilnah- 
me am Finaldurchgang berechtigt 
hätte. 
Was in den Testläufen zumeist gut 
funktioniert hatte, wollte im ent- 
scheidenden Moment nicht gelin- 
gen. «Sie haben ihre Trainingsleis- 
tungen leider nicht umgesetzt», so 
Kranz. Dabei war der Start noch ver- 
heissungsvoll gewesen. Im Vergleich 
zum Training vermochten sich 
Klingler und Dürr um neun Hun- 
dertstel zu verbessern. Anschlies- 
send unterliefen dem Steuermann 
allerdings zu viele Fehler. «Die Linie 
hat öfters nicht gepasst», befand 
Kranz. «Es war einfach eine schlech- 
te Fahrt.» 
Auf Tristesse folgt Zufriedenheit 
Eine Einschätzung, die der Funktio- 
när nach dem sonntäglichen Vierer- 
bewerb in dieser Form glücklicher- 
weise kein zweites Mal abgeben 
musste. Gegenteiliges war vielmehr 
der Fall. «Dieses Mal war die Fahrt 
viel besser», berichtete er nach dem 
27. Platz, den Michael 
Klingler mit seinen Anschiebern 
Bruno Meyerhans, Jürgen Berginz 
und Richard Wunder eingefahren 
hatte. Es bedarf keiner grossen Auf- 
fassungsgabe, um zu wissen, dass 
auch diese Klassierung nicht für ei- 
ne Finalqualifikation reichte. Doch 
das besass nach dem «gebrauch- 
ten» Samstag auch gar nicht mehr 
allzu grosse Bedeutsamkeit. Wich- 
tig war, dass Klingler im zweiten An- 
lauf die «Schweizer Linie» getroffen 
hatte und sie während des wilden 
Ritts durch die 1250 m lange Bob- 
bahn am Fusse des Patscherkofels 
auch kaum einmal wieder verliess. 
«Ich habe auch mit den Trainern 
Rücksprache gehalten. Alle sagten 
mir, dass das eine gute, saubere 
Fahrt gewesen sei», so Kranz. 
Zu bekritteln hatte der Sportchef 
lediglich den Start. Und damit ku- 
rioserweise genau das, was beim 
Auftritt des Liechtensteiner 
Zweiers noch den einzigen Licht- 
blick dargestellt hatte. «Beim 
Anschieben könnten wir sicher 
noch besser sein.» Gerade 
Igls sei eine Bahn, die einen 
mässigen Start aufgrund 
ihrer Kürze kaum verzeihe. «Wenn 
der nicht passt, dann ist die Zeit ei- 
gentlich schon weg.» 
Ein Europameister als Trainer 
Das Zauberwort, um diesem Prob- 
lem beizukommen, heisst Training. 
«Vor allem im Athletik-Bereich», wie 
Kranz weiss. Aber auch das Team- 
work beim Einspringen in den Bob 
sei eine Stellschraube. Zum Glück 
zeichnet hierfür bei den Liechten- 
steinern mit Beat Hefti seit geraumer 
Zeit ein mit allen Wassern gewasche- 
ner Profi verantwortlich. Der 
Schweizer gilt im Bobsport als Kory- 
phäe, als Athlet von Weltklassefor- 
mat – gerade in Sachen Start. 
In Igls, wo es neben Weltcuppunk- 
ten auch um Europameisterehren 
ging, stellte er dies zum wiederhol- 
ten Mal unter Beweis. In der Zweier- 
konkurrenz raste Hefti mit Bremser 
Thomas Lamparter zur Goldmedail- 
le. Den Bewerb der Viererbobs been- 
dete der gebürtige Appenzeller auf 
dem zweiten Platz. 
Heftis EM-Sieg am Samstag im Zwei- 
er war gleichbedeutend mit seinem 
12. Weltcupsieg (davon elf bei den 
kleinen Schlitten). Schon 2010 war 
er mit Lamparter in Igls Europa- 
meister geworden und seither auf 
dieser Strecke im Rahmen des Welt- 
cups ungeschlagen geblieben. 
Im Vierer hätte er gestern beinahe 
nachgedoppelt. Vom zweiten EM-Ti- 
tel innerhalb von zwei Tagen trenn- 
ten ihn in der Endabrechnung 16 
Hundertstelsekunden. Den Deut- 
schen Thomas Florschütz hatte er im 
Final-Durchgang noch überholen 
können, nicht aber dessen Lands- 
mann Maximilian Arndt. Dieser er- 
wies sich als zu stark. 
«Auch Silber ist genial» 
Dennoch darf Hefti mit dem in Igls 
Erreichten zufrieden sein. Als Vie- 
rer-Pilot hat er erstmals überhaupt 
bei einem internationalen Titel- 
kampf eine Medaille erringen kön- 
nen. Bei den grossen Schlitten stand 
er im Rahmen des Weltcups erst 
zum dritten Mal auf dem Podest, 
seit er nicht mehr Anschieber ist. 
«Auch Silber ist genial», meinte Hef- 
ti, «wir haben auch mit dem Vierer 
nahezu das Maximum herausholen 
können.» 
Liechtensteins Viererbob beim Start: Michael Klingler, Bruno Meyerhans, Jürgen Berginz und Richard Wunder. (Foto: VMH) 
BOB 
EM/Weltcup in Igls 
Männer. Zweier (Samstag) 
1. Beat Hefti/Thomas Lamparter (Sz 1) 
1:45,04. 2. Thomas Florschütz/Kevin Kus- 
ke (De 1) 0,10 zurück. 3. Francesco Fried- 
rich/Jannis Bäcker (De 2) 0,12. 4. Oskars 
Melbardis/Daumants Dreiskens (Lett 1) 
0,37. 5. Cory Butner/Andreas Drbal (USA 
2) 0,57. 6. Lyndon Rush/Lascelles Brown 
(Ka 1) 0,63. 7. (EM-5.) Alexander Subkow/ 
Dimitri Trunenkow (Russ 1) 0,66. – Ferner: 
13. (EM-8.) Manuel Machata/Alex Mann 
(De 3) 1,17. 14. Steven Holcomb/Curtis 
Tomasevicz (USA 1) 1,24. 15. (EM-9.) Rico 
Peter/Simon Friedli (Sz 2) 1,31. – Nicht im 
Final-Durchgang: 29. Michael Klingler/ 
Thomas Dürr (Lie 1). – 30 klassiert. 
Weltcupstand Zweier (8/9): 1. Rush 
1464. 2. Melbardis 1402. 3. Machata 1344. 
– Ferner: 14. Hefti 828 (4 Rennen). 15. Pe- 
ter 808. 27. Martin Galliker (Sz) 312. 42. 
Klingler 24. 
Männer. Vierer (Sonntag) 
1. Maximilian Arndt/Marko Hübenbecker/ 
Alexander Rödiger/Martin Putze (De 1) 
1:43,33. 2. Beat Hefti/Alex Baumann/Tho- 
mas Lamparter/Jürg Egger (Sz 1) 0,16. 3. 
Thomas Florschütz/Andreas Bredau/Ke- 
vin Kuske/Thomas Blaschek (De 2) 0,18. 4. 
Alexander Subkow/Alexej Negodajlo/Di- 
mitri Trunenkow/Maxim Mokrussow (Russ 
1) 0,33. 5. Oskars Melbardis/Daumants 
Dreiskens/Arvis Vilkaste/Intars Dambis 
(Lett 1) 0,50. 6. Manuel Machata/Jannis 
Bäcker/Jan Speer/Christian Poser (De 3) 
und John James Jackson/Stuart Benson/ 
Bruce Tasker/Joel Fearon (Gb 1) je 0,56. – 
Ferner: 10. Lyndon Rush/Cody Sorensen/ 
Lascelles Brown/Jesse Lumsden (Ka 1) 
0,82. 17. Steven Holcomb/Curtis Tomase- 
vicz/Steven Langton/Christopher Fogt 
(USA 1) 1,19. 18. (EM-16.) Rico Peter/Tho- 
mas Ruf/Michael Keel/Simon Friedli (Sz 2) 
1,29. – Nicht im Final-Durchgang: 27. Mi- 
chael Klingler/Bruno Meyerhans/Jürgen 
Berginz/Richard Wunder (Lie 1). – 29 
klassiert. 
Weltcupstand Vierer (8/9): 1. Arndt 
1574. 2. Subkow 1527. 3. Machata 1442. – 
Ferner: 12. Peter 864. 14. Hefti 755 (4 
Rennen). 26. Galliker 328. 41. Klingler 32. 
Vaduz-Schellenberg startet mit Niederlage 
Eishockey Im ersten Spiel 
2013 musste sich der EHC 
Vaduz-Schellenberg in der 
Vorarlberger Eishockey Liga 2 
dem EHC Göfis mit 3:5 ge- 
schlagen geben. 
Mit dieser Niederlage hat der EHCVS 
wichtige Punkte im Kampf um die 
Play-offs verloren. Man muss nun 
die restlichen vier Spiele des Grund- 
durchganges gewinnen, um sich ei- 
nen Platz unter den besten vier 
Mannschaften zu sichern. 
Der EHC Vaduz-Schellenberg trat 
einmal mehr in dieser Saison ersatz- 
geschwächt aufgrund von einigen 
Verletzten gegen den direkten Ta- 
bellennachbarn EHC Göfis an. Trai- 
ner Miro Berek war gezwungen nur 
mit zwei Linien zu spielen und diese 
während sehr kurzer Wechsel einzu- 
setzen. 
Bereits nach 20 Minuten lag Vaduz- 
Schellenberg mit 0:3 im Hintertref- 
fen. Man hat zwar konzentriert an- 
gefangen, doch die zwei Eigentore 
konnten auch vom stark spielenden 
EHCVS-Torhüter Marco Zwahlen 
nicht verhindert werden. Doch das 
0:3 war zugleich ein Weckruf für 
den EHCVS. Man kämpfte nun ver- 
bissener um die Scheibe und fand 
besser ins Spiel. Manuel Hasler 
(Weitschuss von der blauen Linie) 
und Toby Rüdisühli (Abstauber vor 
dem Tor) brachten den EHVVS wie- 
der bis auf ein Tor heran. Nun war es 
Göfis, der zunehmend verunsichert 
wirkte. Die Liechtensteiner kämpf- 
ten und erarbeitete sich nun einige 
Grosschancen (durch Bernardi und 
Brunhart). Leider war man im Spiel 
nach vorn oftmals zu übermotiviert 
und kassierte dafür unnötige Stra- 
fen, die leider zum 2:4 führten. Kurz 
nach Wiedereinwurf der Scheibe 
schloss Philipp Nigg eine sehenswer- 
te Aktion mit einem präzisen Schuss 
zwischen die Beine ab und erzielt 
den erneuten Anschlusstreffer zum 
3:4. Doch sieben Minuten vor Spie- 
lende stellte der EHC Göfis den Zwei- 
torevorsprung wieder her und der 
EHCVS schaffte es nicht mehr, sich 
heranzukämpfen. 
Alle haben ihr Bestes gegeben 
«Ich kann keinem Spieler einen Vor- 
wurf machen», so das Fazit des 
EHCVS-Trainers Miro Berek. «Jeder 
hat seine Aufgabe bestmöglich ge- 
macht. Dass es mit so einer dünnen 
Spielerdecke schwierig ist zu gewin- 
nen und eine konkurrenzfähige 
Mannschaft aufzustellen liegt auf 
der Hand. Leider hat man zwei un- 
nötige Eigentore kassiert und in Un- 
terzahl zu wenig aggressiv und ent- 
schlossen gewirkt.» 
Mit dieser Niederlage ist der EHC Va- 
duz-Schellenberg auf den sechsten 
Tabellenplatz in der Vorarlberger 
Eishockeyliga 2 abgerutscht. Es feh- 
len nun sechs Punkte auf den vier- 
ten Platz, welcher die Qualifikation 
für die Play-offs bedeuten würde. 
Das nächste Spiel in der Vorarlber- 
ger Eishockeyliga 2 bestreitet der 
EHCVS am Samstag, den 26. Januar, 
um 20 Uhr in Grüsch gegen den EHC 
Hard II. (pd) 
EHCVS – EHC Göfis 3:5 (2:3, 1:2) 
Eishalle Grüsch, 30 Zuschauer. 
EHC Vaduz-Schellenberg: Zwahlen, Frommelt, 
Hobi, Rüdisühli (1), Bernardi, Brunhart, Villamar, 
Nigg (1), Lenherr, Estermann, Fuchs J, Acker- 
mann, Hasler (1), Kühne- 
Bemerkungen: EHCVS ohne Fuchs M., Hansel- 
mann, Räber, Jost, Bizozzero, Adank und Heller. 
Liechtensteins 
Anschubtrai- 
ner Beat Hefti 
zeigte seinen 
Schützlingen 
in Igls, wie ein 
perfekter Start 
auszusehen 
hat. (Foto: VMH)
	        

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