Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

6 | Inland 
SAMSTAG 
18. MAI 2013 
Gedanken zum Pfingstfest 
«Bitte etwas mehr Be-Geisterung!» 
Glaube Vielleicht hatte 
Friedrich Nietzsche nicht 
ganz Unrecht, schreibt 
Pfarrer Christian Schlind- 
wein aus Balzers. Er plädiert 
für mehr offensichtliche 
Freude am Glauben. 
VON PFARRER CHRISTIAN SCHLINDWEIN 
«Bessere 
Lieder müssten 
sie mir singen, dass 
ich an ihren Erlöser 
glauben lerne: Erlö- 
ster müssten mir seine Jünger aus- 
sehen!» Dieser Satz von Friedrich 
Nietzsche aus dem Zarathustra wird 
gerne, aber meist nur sinngemäss, 
zitiert, um den Christen mangeln- 
de Ausstrahlungskraft vorzuwerfen 
und dass ihr Leben nicht dem ent- 
spräche, was sie glauben. 
Was soll das aber heissen: «Erlöster 
aussehen»? Sollen Christen mit ei- 
nem Dauergrinsen durch die Welt 
laufen? Ob die Menschen heute da- 
durch gläubiger würden? Man kann 
nur spekulieren. Ich jedenfalls 
weiss, dass es mir unmöglich wäre, 
ständig nur zu strahlen. 
Und doch ist vielleicht was an dem 
Satz dran. Am Sonntag feiern die 
Christen Pfingsten, die Herabkunft 
des Heiligen Geistes mit Zungen wie 
aus Feuer, die sich auf die versam- 
melten Jünger verteilten. Wir hören, 
dass sie mit dem Geist erfüllt wur- 
den und in verschiedenen Sprachen 
Gottes grosse Taten verkündeten. 
Von dieser Be-Geisterung ist wirk- 
lich nicht immer was bei den Chris- 
ten zu merken. 
Natürlich kann das auch gar nicht 
sein, denn es ist nicht immer Pfings- 
ten, und auch die ersten Christen 
waren nicht ständig himmelhoch 
jauchzend. Aber etwas merken von 
dem Geist, der uns geschenkt ist, 
sollte man ja wohl doch. 
Pfingstfest für mutige Gläubige 
Wenn wir aus dem Geist leben, dann 
wollen wir dem Geist auch folgen, 
schreibt der Apostel Paulus im Brief 
an die Galater (5,25). Hier kommt 
nun der exklusive Pfingsttest für al- 
le, die sich trauen (siehe Kasten)! Die 
Früchte des Geistes sind Liebe, Freu- 
de, Langmut (Geduld), Freundlich- 
keit, Güte, Treue, Sanftmut und 
Selbstbeherrschung (ebd. 5,22-23). 
Wie viel Be-Geisterung ist bei dir zu 
spüren? Prüfe dich ehrlich und gib 
dir «Noten» auf der Skala von sechs 
bis eins, oder noch besser: Lass dir 
die Noten von einem Menschen ge- 
ben, der dir nahe steht. Ob es insge- 
samt reicht, dass der alte Friedrich 
zum Glauben an den Erlöser gefun- 
den hätte? 
Auch Katholiken 
können nicht 
jeden Tag mit 
einem Dauer- 
grinsen durch 
die Welt laufen, 
schreibt Pfarrer 
Schlindwein. Aber 
etwas mehr Be- 
Geisterung hält 
er für angebracht. 
(Foto: Shutterstock) 
PFINGSTTEST* 
Kategorie Benotung** 
Liebe, Güte 
Freude 
Friede 
Langmut (Geduld) 
Freundlichkeit 
Treue 
Sanftmut 
Selbstbeherrschung 
* Nach Pfarrer Schlindwein/** Noten von sechs bis eins 
Grenzüberschreitend 
wirken lautet das Ziel 
Treff en Die jährliche Mitgliederversammlung der 
Rheintalischen Grenzgemeinschaft fand diese Woche 
beim Verein für Abfallentsorgung in Buchs statt. 
Gemeindevizepräsidentin Katrin 
Frick begrüsste die Mitglieder zur 
Jahresversammlung in Buchs. Ein- 
drücklich schilderte sie die Entwick- 
lung der Gemeinde in den letzten 
Jahrzehnten sowie ihre Rolle in der 
Region. Der Präsident der Rheintali- 
schen Grenzgemeinschaft, Werner 
Huber, blickte in seinen Ausführun- 
gen auf die Aktivitäten im Jahr 2012 
zurück. Im Speziellen hob er den 
Grenzgemeindetag hervor, der unter 
dem Motto «Gemeinden als attrakti- 
ve Wohn- und/oder Wirtschafts- 
standorte festigen – die Entwick- 
lungspotenziale nutzen!» im Novem- 
ber bei der Firma Ivoclar Vivadent 
in Schaan durchgeführt wurde. 
Überdies fand ein Parlamentarier- 
treffen statt und verschiedene ande- 
re Projekte, die den grenzüber- 
schreitenden Austausch förderten, 
wurden unterstützt. In diesem Jahr 
fanden keine Ersatz- oder Neuwah- 
len statt und somit wurden Vorstand 
und Geschäftsführer entlastet. Der 
Präsident und die Rechnungsreviso- 
ren blickten auf ein erfolgreiches 
Vereinsjahr zurück, «was jeweils nur 
durch die Mithilfe und Treue der 
Vereinsmitglieder möglich ist», 
heisst es in der Medienmitteilung 
der Organisation. 
Grenzgemeindetag 2013 geplant 
Werner Huber hob vor allem eine ge- 
plante Aktivität für das laufende 
Jahr hervor: Mitte November wird 
der achte Grenzgemeindetag in 
Vandans im Montafon zum Thema 
Energiestrategien stattfinden. Dort 
wird derzeit für rund 30 Millionen 
Euro ein «Leuchtturm-Gebäude» in 
energetischem und ökologischem 
Bauen verwirklicht. Es handelt sich 
dabei um das erste «Green Building» 
Vorarlbergs. Zum Abschluss der Jah- 
resversammlung informierten Präsi- 
dent Guido Germann sowie Ge- 
schäftsführer Urs Brunner über die 
Tätigkeiten des Vereins für Abfall- 
entsorgung. «Denn was die meisten 
Einwohner unserer Gemeinden ver- 
mutlich nicht wissen ist, dass in der 
Kehrichtverbrennungsanlage weit 
mehr passiert, als nur unseren Ab- 
fall zu verbrennen», wird in dem 
Schreiben vom Freitag betont. Der 
Verein sei mit seiner Fernwärme 
und dem Ferndampf ein sehr wichti- 
ger Energielieferant in der Region. 
Die Mitgliederversammlung wurde 
mit einem Rundgang abgeschlossen. 
(red/pd) 
Unser Foto zeigt, von links: Andreas Eggenberger, Werner Huber, Elisabeth 
Mathis, Arnold Matt, Ruedi Lippuner, Katrin Frick, Daniel Hilti, Guido Germann 
und Donath Oehri. (Foto: ZVG) 
Einbruch in Schaanwald 
Unbekannter fl üchtet 
vor Sicherheitsdienst 
SCHAANWALD Ein Unbekannter brach 
in der Nacht auf Freitag in ein Ge- 
bäude in Schaanwald ein. Wie die 
Landespolizei mitteilte, wurde der 
Unbekannte gegen 3.30 Uhr vom 
Sicherheitsdienst entdeckt – er er- 
griff daraufhin die Flucht. Nach ers- 
ten Erkenntnissen wurden Elektro- 
nikgeräte entwendet. «Die Höhe des 
entstandenen Sach- sowie Vermö- 
gensschaden ist derzeit noch unbe- 
kannt», so die Landespolizei ab- 
schliessend. (red/lpfl) 
Erzbistum Vaduz 
Wolfgang Haas seit 
25 Jahren Bischof 
VADUZ Am Mittwoch, den 22. Mai, ist 
der 25. Jahrestag der Bischofsweihe 
von Erzbischof Wolfgang Haas. Von 
18.30 bis 19 Uhr spielt die Harmonie- 
musik Triesenberg ein Ständchen 
auf dem Gruftplatz. Das Pontifikal- 
amt in der Kathedrale St. Florin zu 
Vaduz in Konzelebration mit den an- 
wesenden Priestern beginnt um 19 
Uhr. Der Kirchenchor zu St. Florin 
singt die Sankt Florinsmesse von 
Kurt Büchel. Im Gottesdienst wird 
ein Brief des Heiligen Vaters Papst 
Franziskus verlesen werden, den er 
Erzbischof Haas zum Jubiläum per- 
sönlich geschrieben hat. Die Fest- 
predigt hält Weihbischof Dr. Athan- 
sius Schneider aus Astana (Kasachs- 
tan). «Alle Gläubigen sind zur Feier 
und zum anschliessenden Apéro vor 
der Kirche herzlich eingeladen», teil- 
te das Erzbistum mit. (red/pd) 
Autobahn kurz gesperrt 
Personenwagen auf 
der A 13 komplett 
ausgebrannt 
MAIENFELD Ein zwölf Jahre altes Auto 
ist am Freitagmorgen auf der A 13 
zwischen Landquart und Maienfeld 
komplett ausgebrannt. Verletzt wur- 
de niemand; das Fahrzeug erlitt je- 
doch Totalschaden, teilte die Kan- 
tonspolizei Graubünden mit. Der 
Lenker befuhr die A 13 demnach 
nordwärts in Richtung Maienfeld, 
als er plötzlich aufsteigenden Rauch 
aus dem Motorenraum wahrnahm. 
Er fuhr weiter, um bei der nächsten 
Gelegenheit anhalten oder von der 
Autobahn wegfahren zu können. Un- 
mittelbar vor der Ausfahrt Maien- 
feld war der Rauch dann aber schon 
derart stark, dass der Fahrer auf 
dem Pannenstreifen anhalten und 
das Auto verlassen musste. Wenig 
später stand das Auto in Vollbrand. 
«Die Ausfahrt Maienfeld musste ge- 
sperrt und der Verkehr am Ereignis- 
ort einspurig vorbeigeführt wer- 
den», so die Kantonspolizei. Die un- 
verzüglich angerückte Stützpunkt- 
feuerwehr Landquart konnte nicht 
mehr verhindern, dass das Fahrzeug 
vollständig ausbrannte. Die Brand- 
ursache wird derzeit noch abge- 
klärt. Vermutet wird jedoch ein 
technischer Defekt. Bis das Auto ab- 
transportiert war und der Verkehr 
wieder normal fliessen konnte, dau- 
erte es etwas mehr als eine Stunde, 
gab die Kantonspolizei abschlies- 
send bekannt. (red/pd) 
Die Feuerwehr konnte das Ausbrennen 
des Autos nicht verhindern. (Foto: KAPOGR) 
www.kleininserate.li 
Generalversammlung 
Unermüdlicher Einsatz für Kinder – Terre des hommes 
SCHAAN Die Freiwilligengruppe Sar- 
ganserland, Werdenberg, Liechten- 
stein des Schweizer Kinderhilfs- 
werks Terre des hommes hielt ges- 
tern ihre jährliche Generalversamm- 
lung ab. Wie aus der Jahresrech- 
nung 2012 hervorgeht, konnte die 
Freiwilligengruppe vergangenes 
Jahr über 20 000 Franken an Spen- 
den einnehmen. Den grössten Be- 
trag spendete Zauberer Danini (Da- 
niel Meier aus Buchs). Er überreich- 
te der Freiwilligengruppe im De- 
zember einen Check über 10 000 
Franken. Durch eigene Aktionen 
und Verkäufe sind zusätzlich rund 
27 000 Franken in die Kasse geflos- 
sen. Als besonders erfolgreich er- 
wiesen sich auch 2012 wieder die Os- 
terverkäufe und Weihnachtsmärkte 
in der Region, der Faire Brunch in 
Schaan, die Benefizkonzerte sowie 
die Restaurantaktion am Welternäh- 
rungstag. Das Geld kommt aus- 
schliesslich armen Kindern zugute. 
Es wird im Bereich Ernährung, Not- 
hilfe, medizinische Behandlung und 
für Strassenkinder auf der ganzen 
Welt eingesetzt. Besonders begüns- 
tigt sind Länder wie Afghanistan 
und Albanien, Burkina Faso und 
Benin sowie Peru und Nicaragua. 
Die Freiwilligengruppe dankt allen 
Helfern und Spendern für ihren Ein- 
satz und ihre Grosszügigkeit im Jahr 
2012.   (pd) 
Der Vorstand, von links: Sylvia Meier, Tanja Tiama, Katharina Brouwer, Gertrud 
Foser, Gaby Chappalain, Elisabeth Seger, Carole Diepen. (Foto: ZVG)
	        

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