Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

«Märchenkönigin» 
Trudi Gerster im Basler 
Münster verabschiedet 
Trauer Angehörige, Freunde und viele weitere Trauergäste 
haben am Montagnachmittag im Basler Münster Abschied 
von Trudi Gerster genommen. 
24 | Kultur 
MITTWOCH 
8. MAI 2013 
Saison 2013/14 
Symphonieorchester 
mit Ambitionen   
BREGENZ Ein interessantes Pro- 
gramm mit vielen bereits bekann- 
ten, aber für das Orchester auch 
neuen Künstlern hat das Sympho- 
nieorchester Vorarlberg für die Sai- 
son 2013/14 zu bieten: Neben Chef- 
dirigent Gérard Korsten werden 
Musikerpersönlichkeiten wie David 
Wroe und Markus Landerer zu erle- 
ben sein. Klassikfreunde können 
sich auf einen Abonnementzyklus 
mit fünf Konzerten inklusive einer 
Uraufführung und eine Oper freu- 
en. Das Landeskonservatorium 
Feldkirch – noch bis zur Fertigstel- 
lung des Montforthauses Feldkirch 
2014 Spielstätte des Symphonieor- 
chesters Vorarlberg – hat sich bes- 
tens etabliert. Seit Mai letzten Jah- 
res und noch bis 2014 spielt das Or- 
chester jeweils drei Konzertpro- 
gramme immer zweimal (Donners- 
tag und Freitag) im Festsaal des 
Landeskonservatoriums. Die bei- 
den Konzerte mit grosser Orches- 
terbesetzung im November und zu 
Ostern werden auch in der Saison 
2013/14 wieder von Feldkirch ins 
Festspielhaus Bregenz verlegt. Für 
das Konzert mit der Chorakademie 
Vorarlberg und der Uraufführung 
von Richard Dünser im Jänner wird 
aufgrund der erwarteten grossen 
Nachfrage ein drittes Konzert im 
Landeskonservatorium Feldkirch 
eingeschoben. 
Die Programmhighlights 
«Die Uraufführung der ‹Süsskind- 
Szenen› von Richard Dünser gehört 
zweifellos zu den Highlights des 
nächsten Programmes. Der Vorarl- 
berger Komponist hat Verse des jü- 
dischen Minnesängers Süsskind von 
Trimberg für Bariton und Orchester 
vertont», verrät Michael Löbl, Ge- 
schäftsführer des Symphonieor- 
chesters Vorarlberg. Dirigiert wer- 
den diese Abende von Markus Lan- 
derer, ehemaliger Leiter des Bre- 
genzer Festspielchores und seit 
2007 Domkapellmeister am Ste- 
phansdom in Wien. 
Auch darüber hinaus bietet das 
Symphonieorchester Vorarlberg im 
27. Jahr seines Bestehens ein ab- 
wechslungsreiches und anspruchs- 
volles Programm. Gleich zum Auf- 
takt der Saison 2013/14 im Oktober 
können sich Musikbegeisterte auf 
einen besonderen Abend unter der 
Leitung von Chefdirigent Gérard 
Korsten und Alessio Allegrini als So- 
list am Horn freuen. Gespielt werden 
neben Werken von Schönberg, 
Strauss auch Beethovens siebte Sym- 
phonie. «Ich freue mich sehr auf die 
drei Abonnementprogramme der 
nächsten Saison», erklärt Chefdiri- 
gent Gérard Korsten.   (pd) 
Rockoper: Letzte Karten 
Grosse Nachfrage Einzel- 
ne Vorstellungen der Rock- 
oper, welche am kommenden 
Freitag um 20 Uhr in der 
Lokremise Buchs Premiere 
hat, sind bereits ausverkauft, 
andere beinahe. 
Die 
Rockoper «Whatever 
you want» von Kuno Bont 
und der regionalen Cover- 
band «Station Quo» spielt 
im Arbeitermilieu und wurde als 
Rockoper für «Büezer» angekün- 
digt. Demzufolge nutzten zahlreiche 
Firmen und Kleinunternehmen die 
Gelegenheit für einen Betriebsan- 
lass und haben sich mit ihrer Beleg- 
schaft für den Besuch der Rockoper 
angemeldet. 
Bevor bei den Organisatoren laut 
über eine Zusatzvorstellung nach- 
gedacht wird, die immer auch mit 
Zusatzaufwand verbunden ist, ha- 
ben sie als ersten Schritt das Sitz- 
platzpotenzial der einzelnen Vor- 
stellungen und die Auslastung opti- 
miert. Damit konnten Reserven ge- 
schaffen werden, die ab sofort zum 
Kauf stehen (www.dierockoper.ch). 
In diesem Zusammenhang hat es 
vor allem am 17. Mai für alle Katego- 
rien noch zusätzliches Platzpoten- 
zial gegeben. 
Im Übergwändli zur Rockoper 
Um das besondere Ambiente einer 
authentischen Arbeitergeschichte 
zu erhalten, führen die Veranstalter 
für Gäste, denen es Freude macht in 
ihrer Arbeitskleidung (z. B. Über- 
gwändli, Bauhelm, Hausarbeitsan- 
zug, Büroanzug etc.) an die Rock- 
oper zu kommen, einen Gratiswett- 
bewerb durch, bei dem eine Reise 
für zwei Personen nach London (in- 
klusive Taschengeld) zu gewinnen 
ist. Wer nicht in den Arbeitsklei- 
dern kommen möchte, hat die Gele- 
genheit, eine Teilnahmekarte zu er- 
werben. Die Organisatoren der 
Rockoper sind gespannt, ob das, 
was weltweit bei der «Rocky Horror 
Picture Show» funktioniert, auch 
hier in der Region zum Tragen 
kommt. 
Kulinarisches Angebot 
Rockoper bedeutet auch ein richti- 
ges Pub, zahlreiche Imbissbuden 
und Treffpunkte, und ein Backstage- 
Apérozelt mit einem hervorragen- 
den Dinner. Anmeldung bis spätes- 
tens vier Tage vor Veranstaltungsbe- 
ginn bei Simi Büchel, Gastroverant- 
wortlicher, (simi_buechel@hotmail. 
com). Das Umfeld der Rockoper ist 
bestens geeignet, sich vor der Rocko- 
per mit Freunden zu treffen und auf 
das Ereignis einzustimmen.   (pd) 
«The thing that wasn’t there» Podiumsdiskussion im Kunstraum Engländerbau 
VADUZ Gestern fand im Kunstraum Engländerbau in Vaduz eine angeregte Podiumsdiskussion im Rahmen der Ausstellung «History in the making» statt. Daran nah- 
men teil, von links: Wolfgang Fiel, Hugo Dworzak (Architekt, A), Hubert Matt (Künstler, A) und Verena Konrad (Kunsthistorikerin, A). Das Thema lautete: «The thing 
that wasn’t there: Ästhetik des Entzugs oder die Risiken der Abstraktion». (Text: red/pd; Foto: Paul Trummer) 
Schauraum 
Martin Frommelt 
im Austausch mit 
Nesa Gschwend 
SCHAAN Vor dem Hintergrund der 
Ausstellung «Nesa Gschwend – Unter 
der Haut – Textile Objekte» im Schau- 
raum der Mezzanin Stiftung für Kunst 
findet am Sonntag um 11 Uhr ein 
Werkgespräch zwischen den Künst- 
lern Martin Frommelt und Nesa 
Gschwend statt. Die beiden Kunst- 
schaffenden stehen seit Jahren in ei- 
nem freundschaftlichen und künstle- 
rischen Dialog. In einer grösseren 
Werkgruppe von genähten und teils 
geschnittenen Textilobjekten setzt 
sich Gschwend mit der Visualisierung 
innerer Vorgänge auseinander. An- 
ders als im gemalten Bild dringt die 
Nadel durch die Oberfläche und zieht 
mit dem Faden das Äussere nach in- 
nen und das Innere nach aussen. Die 
Haut, eine durchlässige Membran, 
steht zwischen den beiden Welten, die 
in einem dauernden Austausch sich 
gegenseitig bedingen. Ergänzt werden 
die neuen Arbeiten mit früheren Wer- 
ken der Sammlung Mezzanin. Die 
Ausstellung dauert noch bis 9. Juni, 
Besichtigung nach Vereinbarung. 
Kontakt: +41 / 79 431 36 36, Mezzanin 
Stiftung für Kunst, Im alten Riet 102, 
Schaan, www.mezzanin.li.   (red/pd) 
Goldmedaille in New York 
Tanzstudentin aus 
Zürich mit Erfolg 
ZÜRICH/NEW YORK Die 15-jährige Lou 
Spichtig, Tanzstudentin an der 
Zürcher Hochschule der Künste 
(ZHdK), hat am Studierenden-Bal- 
lettwettbewerb in New York die 
Goldmedaille in ihrer Alterskatego- 
rie gewonnen, wie die ZHdK am 
Dienstag mitteilte. Spichtig errang 
den ersten Platz in der Kategorie 
der 15- bis 19-Jährigen mit ihrer Va- 
riation des Balletts «Giselle».   (sda) 
Blick in die Ausstellung. (Foto: ZVG) 
Der Basler Regierungspräsident Guy 
Morin würdigte sie als Märchener- 
zählerin und Politikerin. Auch der 
Bündner Liedermacher Linard Bar- 
dill ehrte die Verstorbene. Die Mär- 
chen von Trudi Gerster hätten Gene- 
rationen von Kindern in der Schweiz 
sehr viel bedeutet und täten dies heu- 
te noch, sagte Morin an der Trauer- 
feier. Ihre Erzählungen hätten vielen 
Kindern eine Heimat gegeben: In der 
Märchenwelt, erzählt von der Mär- 
chenfee Trudi Gerster, fühlten sie 
sich aufgehoben und geborgen. 
Märchenkönigin und Politikerin 
Doch es lohne sich, über Trudi Gerster 
nicht nur als Märchenerzählerin, son- 
dern auch als politische Person nach- 
zudenken. «Ich wäre froh, wenn die 
Politik soviel innere Wahrheit wie die 
Märchen hätte», zitierte Morin Trudi 
Gerster aus dem 2009 erschienenen 
Dokumentarfilm «Die Märchenköni- 
gin». Trudi Gerster war als eine der 
ersten Frauen nach Einführung des 
Frauenstimmrechts ins baselstädti- 
sche Kantonsparlament gewählt wor- 
den. Als Parlamentarierin und Politi- 
kerin sei sie unbequem und hartnä- 
ckig gewesen, Ratskollegen hätten sie 
geachtet und ihr Respekt gezollt, sagte 
Morin. 
Genauso wie sie beim Erzählen die 
Märchen intensiv miterlebt habe, habe 
sie sich auch intensiv in der Gesell- 
schaft eingesetzt. Morin verwies etwa 
auf ihre Stellungnahmen zum Thea- 
ter in Basel, ihr Engagement gegen 
das Atomkraftwerk Kaiseraugst oder 
ihren Einsatz zur Schaffung eines 
Baumschutzgesetzes im Stadtkanton. 
«Es braucht solche Menschen wie 
Trudi Gerster, sie sind heilsam», sag- 
te Morin, der den Angehörigen das 
tiefe Mitgefühl der Regierung und die 
Achtung vor ihrem Wirken ausdrück- 
te. Mit persönlichen Erinnerungen an 
Trudi Gerster und dem Lied «wenn i 
gohn» ehrte zudem der Bündner Lie- 
dermacher Linard Bardill die Verstor- 
bene. An die Stimme von Trudi Gers- 
ter, die eine ganz besondere Wirkung 
gehabt habe, erinnerte in seiner Pre- 
digt Benedict Schubert, Pfarrer an 
der Peterskirche in Basel. Er zitierte 
auch Erinnerungen der Angehörigen 
und führte durch die Trauerfeier, die 
vom Euler Quartett musikalisch um- 
rahmt wurde.   (sda) 
In Basel nahm man Abschied von Trudi Gerster. (Foto: Keystone)
	        

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