Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

Heute 
Verkehrsunfälle Mehr als die Hälfte 
der getöteten Fussgänger über 65 
BERN Über die Hälfte der getöteten 
Fussgänger in der Schweiz sind Seni- 
oren. Hauptproblem für sie ist das 
Überqueren der Strasse innerorts, 
wie die Beratungsstelle für Unfall- 
verhütung (BFU) am Dienstag mit- 
teilte. Mittelinseln könnten unter 
anderem das Risiko mindern. 
Fussgänger grundsätzlich gefährdet 
19 Prozent aller Verkehrstoten auf 
Schweizer Strassen waren als Fuss- 
gänger unterwegs, davon mehr als 
die Hälfte im Alter von mehr als 65 
Jahren, wie die BFU schreibt. Über 
60 Prozent der tödlichen Fussgän- 
gerunfälle seien Kollisionen eines 
geradeaus fahrenden Fahrzeugs mit 
einem querenden Fussgänger. Bei 
den über 65-Jährigen betrage dieser 
Anteil sogar mehr als 70 Prozent. 
Hauptproblem sei also das Queren 
der Strasse und zwar vor allem in- 
nerorts, wo sich 77 Prozent, bei den 
über 65-Jährigen sogar 87 Prozent, 
der Fussgängerunfälle ereigneten. 
Präventive «Haifischzähne» 
Verkehrstechnisch gebe es Massnah- 
men, um die Sicherheit der Fussgän- 
gerstreifen zu verbessern, so etwa 
Mittelinseln. Den Automobilisten 
sollte zudem der Vortrittsverlust ver- 
deutlicht werden, etwa mit soge- 
nannten «Haifischzähnen». Die fahr- 
zeugtechnischen Möglichkeiten 
durch Fahrer-Assistenz-Systeme bie- 
ten laut BFU bereits in naher Zukunft 
erhebliches Potenzial, die Anzahl 
und Schwere der Fussgängerunfälle 
zu verringern. Die altersbedingten 
Veränderungen der körperlichen 
und geistigen Leistungsfähigkeit sei- 
en zwar unvermeidlich, könnten 
aber teilweise kompensiert, trainiert 
oder therapiert werden. (sda) 
Verbund Südostschweiz 
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Inhalt 
Inland 2–7 
Politik 8 
Wirtschaft 9–12 
Sport 13–18 
Kultur 19+21 
Kino/Wetter 22 
TV 23 
International 24 
www.volksblatt.li 
Jubiläum Die Harmonie- 
musik Vaduz feiert heuer 
ihr 150-jähriges Bestehen. 
Welche Veranstaltungen 
in diesem Rahmen statt- 
finden werden, wird heute 
an einer Medienkonferenz 
im Rathaus präsentiert. 
Fotogalerien Auch heute 
finden Sie Fotogalerien zu 
aktuellen Veranstaltungen 
in Liechtenstein und Umge- 
bung im Media Center auf 
www.volksblatt.li. 
Hallenbad Eschen 
Regierung stellt das 
neue Reglement vor 
Um 13 Uhr stellt die Regie- 
rung das neue Reglement 
zur Benutzung und Führung 
des Hallenbades SZU vor. Je 
nach inhaltlicher Ausgestal- 
tung könnte der Bahnen- 
streit zwischen den beiden 
Schwimmvereinen SCUL und 
YPS dadurch entscheidend 
beeinflusst werden. Diese 
dürfen bislang beide ohne 
Abgabe einer Bahnenmiete 
trainieren. 
volksblatt.li 
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Wetter Sonniges 
Frühlingswetter und 
am Nachmittag 
warm. Seite 22 
Verwaltungsreform 
Bericht und Antrag 
zurückgezogen 
VADUZ Die Regierung hat den Bericht 
und Antrag über die Zusammenfüh- 
rung von Aufgaben des Amtes für 
Soziale Dienste, des Ausländer- und 
Passamtes sowie der Stabsstelle für 
Chancengleichheit in ein Amt für So- 
ziales und Gesellschaft sowie über 
die Schaffung des Psychosozialen 
Dienstes Liechtenstein am Dienstag 
von der Behandlung im Landtag zu- 
rückgezogen. Die Vorlage werde vor 
dem Hintergrund der Regierungs- 
neubildung und der neuen Zustän- 
digkeit des Ministeriums für Gesell- 
schaft sowie der Bestellung des desi- 
gnierten Leiters des Amtes für Sozi- 
ale Dienste zurückgezogen, um die 
im Bericht und Antrag vorgesehenen 
Massnahmen zur Umstrukturierung 
nochmals überprüfen und allenfalls 
anzupassen zu können, teilte die Re- 
gierung mit. (red/ikr) 
Mittwoch, 24. April 2013 
136. Jahrgang Nr. 92 
CO2-Emissionen 
2011 weiter rückläufig 
Schwache Wirtschafts- 
lage und milder Winter 
als Hauptursachen. 
3 
Nur ein 1:1-Remis 
im Abstiegsgipfel 
Balzers verpasst Befrei- 
ungsschlag gegen Gos- 
sau, bleibt Vorletzter. 
13 
Schweizer Starkomiker 
Marco Rima im Interwiew 
«Ich freue mich auf 
den Auftritt im SAL» 
19 
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Ende des Hickhacks: Fraktionen 
versprechen konstruktive Sachpolitik 
Landtag Die Politik der ver- 
gangenen Jahre war geprägt 
von (inner)-parteilichen Strei- 
tereien. Damit soll zumindest 
den Fraktionssprechern 
zufolge Schluss sein. 
VON MICHAEL BENVENUTI 
Mit einigen Premieren startet heute 
der Landtag mit seiner ersten Ar- 
beitssitzung in die neue Legislatur- 
periode. Erstmals in der Geschichte 
Liechtensteins sitzen im 25-köpfigen 
Hohen Haus Vertreter von 4 Fraktio- 
nen. Die Grossparteien FBP und VU 
haben mit 18 Mandaten einen histo- 
rischen Tiefpunkt erreicht, die Op- 
position von DU und Freier Liste ist 
mit insgesamt 7 Sitzen so stark wie 
noch nie. Mit der Balznerin Christi- 
ne Wohlwend steht der FBP-Fraktion 
zudem erstmals eine Frau vor. Neu 
ist auch die Aktuelle Stunde. 
Kontroverse, aber faire Debatten 
Doch nicht nur die Zusammenset- 
zung des Parlaments hat sich grund- 
legend geändert, das Ergebnis der 
Landtagswahl am 3. Februar hat of- 
fensichtlich auch zu einem Umden- 
ken bei den Fraktionen geführt: Der 
parteipolitische Hickhack, der die 
vergangenen Jahre dominierte, müs- 
se ein Ende haben, erklärte FBP- 
Fraktionssprecherin Christine Wohl- 
wend: «Eine konstruktive Zusam- 
menarbeit sollte 
nicht nur unser ge- 
meinsames Ziel 
sein, sondern bil- 
det vor allem auch 
die Grundlage, wie 
komplexere Vorha- 
ben in den anste- 
henden Sitzungen effizient abgear- 
beitet werden können.» 
Für VU-Fraktionssprecher Christoph 
Wenaweser ist der Wählerauftrag – 
Sachpolitik statt Parteienhickhack – 
ebenfalls klar: «Die anstehenden 
grossen Themen werden wohl nur 
auf diese Weise tragfähigen Lösun- 
gen zugeführt werden können.» Har- 
monisch müssten die Landtagssit- 
zungen deswegen aber nicht sein, 
hielt Wenaweser fest. «Es darf und 
muss im Ringen um die besten  Lö- 
sungen auch kontrovers diskutiert 
werden, aber fair und respektvoll.» 
Ein Bekenntnis zu einem neuen poli- 
tischen Umgang kommt auch von 
der Opposition. «Alle gewählten Ab- 
geordneten haben 
angekündigt, dass 
sie sehr um sachli- 
che Diskussionen 
bemüht sein wer- 
den», so FL-Frakti- 
onssprecherin He- 
len Konzett Barget- 
ze. Dies bedeute allerdings nicht, 
dass sich die Opposition selbst einen 
Maulkorb verpasse: «Wir werden 
sehr wohl Opposition betreiben», 
betont Konzett Bargetze, «allerdings 
konstruktiv und sachlich – und kei- 
ne Fundamentalopposition.»   Ge- 
wohnt griffig fiel die Antwort von 
DU-Fraktionssprecher Harry Quade- 
rer aus: «Die Bevölkerung will kon- 
struktive Lösungen von der Politik 
ohne Wenn und Aber.» Harmoni- 
sche Landtagssitzungen werde es 
trotzdem keine geben, so Quaderer 
kampfeslustig: «Nein, danke. Dafür 
gibt es den Streichelzoo!» 
Effizientere und straffere Sitzungen 
Neue Impulse und eine Belebung des 
Landtags erhoffen sich die vier Frak- 
tionssprecher von den Änderungen 
der Geschäftsordnung – insbesonde- 
re von der Einführung der Aktuellen 
Stunde. Hier haben die Fraktionen 
die Möglichkeit, ein Thema von lan- 
despolitischer Bedeutung aufs poli- 
tische Parkett zu bringen und inner- 
halb von 60 Minuten zu diskutieren. 
Die heutige Premiere widmet sich 
der langfristigen Sicherung der AHV 
– einem «ausgezeichneten Thema», 
wie Wenaweser gegenüber dem 
«Volksblatt» ausführte: «Ich freue 
mich auf eine angeregte Auslegeord- 
nung und Richtungsdiskussion.» He- 
len Konzett Bargetze erhofft sich 
von der Aktuellen Stunde, dass die- 
se von den Fraktionen sinnvoll ge- 
nutzt wird, um der Regierung zu zei- 
gen, in welche Richtung der Landtag 
bei bestimmten Themen von landes- 
weiter Bedeutung tendiere. Skepti- 
scher gibt sich hingegen Harry Qua- 
derer: «Die Aktuelle Stunde wird 
sich beweisen müssen – aber ist si- 
cherlich einen Versuch wert.» 
Als «sinnvolle Straffung» des Land- 
tags bewerten die Fraktionen die Ge- 
setzesbehandlungen per Artikelauf- 
ruf. «Davon verspreche ich mir einen 
erheblichen Zeitgewinn. Ausserdem 
müssen die Voten zu den einzelnen 
Artikeln gut vorbereitet sein. Die aus 
spontanen Eingebungen entstehen- 
den Zufallsprodukte dürften damit 
weniger werden», so Christoph Wena- 
weser. Harry Quaderer verspricht 
sich «mehr Effizienz und kürzere Sit- 
zungen».   Seite 3 
«Harmonische Sitzungen? 
Nein, danke. Dafür gibt 
es den Streichelzoo!» 
HARRY QUADERER 
FRAKTIONSSPRECHER DU 
Straff ere und dadurch kürzere und kurzweiligere Landtagssitzungen, eine «Aktuelle Stunde» zur Behandlung von Themen 
von landesweiter Bedeutung und Sach- statt Parteipolitik: Die neue Legislaturperiode verspricht einiges. (Foto: MZ) 
Die Tageszeitung        für Liechtenstein 
www.volksblatt.li 
Zitat des Tages 
«Gewohnheiten sind 
die Klarsichtpackung 
des Charakters.» 
HELMUTH LOHNER 
DER ÖSTERREICHISCHE SCHAUSPIELER 
UND THEATERREGIESSEUR FEIERT HEUTE 
SEINEN 80. GEBURTSTAG.
	        

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