Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Kultur | 25 
MITTWOCH 
17. APRIL 2013 
Feldkircher Literaturtage im Zeichen Büchners 
Besuchenswert Vor 200 Jahren wurde Georg Büchner (1813–1837) geboren. Die Feldkircher Literaturtage 2013 – sie begin- 
nen heute und dauern bis 20. April – sind aus aktuellem Anlass dem Schriftsteller, Mediziner und Revolutionär gewidmet. 
Als Büchner mit 23 Jahren in Zürich 
an Typhus verstarb, hatte er der 
Nachwelt gerade mal drei Theater- 
stücke, eine Erzählung und eine re- 
volutionäre Flugschrift hinterlassen, 
teils nur fragmentarisch. Ein einzi- 
ges Werk war damals unter seinem 
Namen veröffentlicht: «Dantons 
Tod». Dennoch gleicht sein Auftritt 
auf der Weltbühne einem literari- 
schen Meteoriteneinschlag, der, ob- 
gleich er bis Ende des 19. Jahrhun- 
derts nahezu unbemerkt geblieben 
war, tiefe Furchen in der literari- 
schen Landschaft hinterliess. 
Büchners Dramen gehören nach wie 
vor zu den meistgespielten des inter- 
nationalen Theaters, seine vier lite- 
rarischen Werke wurden allesamt 
als Opern vertont und in prominen- 
ter Besetzung verfilmt. 
«Blut, Wut & Mut» 
Und der renommierteste Literatur- 
preis im deutschsprachigen Raum 
wurde nach Büchner benannt. Die 
Feldkircher Literaturtage 2013 sind 
aus aktuellem Anlass Georg Büch- 
ner gewidmet. Liebe, Tod, Ohn- 
macht, Verzweiflung und Wider- 
stand gehören zu den immer wie- 
derkehrenden Motiven bei Büchner. 
Daher wurden die Tage unter das 
Motto «Blut, Wut & Mut» gestellt. 
Mit der Mainzer Büchner-Spezialis- 
tin Ariane Martin, dem von Film 
und Fernsehen her bekannten Burg- 
schauspieler Roland Koch, dem 
Grazer Literaturwissenschaftler 
Christian Neuhuber und dem 2010 
zum Shootingstar erkorenen Schau- 
spieler Oliver Rosskopf konnten 
hervorragende, mit dem Thema 
vertraute Persönlichkeiten für die 
Literaturtage gewonnen werden. 
Auch die Regisseurin Lisa-Maria 
Cerha, der Musiker Markus Gsell so- 
wie der Dramaturg und Kulturkriti- 
ker Oliver vom Hove bürgen für 
Qualität.   (red/pd) 
Die Programmpunkte im Überblick: Mittwoch, 
17. April: «Unzucht mit den Würmern», Ariane 
Martin, Vortrag. Donnerstag, 18. April: «Lenz», 
Roland Koch, Markus Gsell, musikalische Le- 
sung. Freitag, 19. April: «World Wide Woyzeck 
– Büchners Drama als Stück Weltliteratur», 
Christian Neuhuber, Vortrag. Samstag, 18. April: 
«Jung, krank, erfolgreich», Oliver Rosskopf, 
Performance Lisa-Maria Cerha, Inszenierung. 
«Auf dem Kopf gehen», Podiumsdiskussion. 
Details und Uhrzeiten unter www.saumarkt.at. 
«Schneewittchen und die sieben 
Zwerge»: Erzähltheater im TAKino 
Kreativ Märchenarchivarin 
Katja Langenbahn nimmt ihr 
Publikum am kommenden 
Samstag um 16 Uhr mit in 
die Welt von Schneewittchen 
und den sieben Zwergen. 
Sie 
erzählt ihre humorvorvolle 
und die Fantasie anregende 
Interpretation des Märchen- 
klassikers der Gebrüder 
Grimm für ein Familienpublikum ab 
5 Jahren. Eine weitere Vorstellung 
gibt es am Dienstag, den 23. April, 
um 10 Uhr im TAKino zu sehen.  «Es 
war einmal eine Königin, die bekam 
ein Töchterlein. Es hatte eine Haut so 
weiss wie Schnee, Lippen so rot wie 
Blut und Haare so schwarz wie Eben- 
holz. Darum wurde es Schneewitt- 
chen genannt.» So poetisch beginnt 
das Märchen von Schneewittchen, 
der schönsten aller Königstöchter. 
Herrliche Spielideen 
Aber schon bald erscheint die neidi- 
sche Stiefmutter mit ihrem magi- 
schen Spiegel und lässt nichts unver- 
sucht, um die Schönste im ganzen 
Land zu werden. Doch obwohl der 
Jäger ein weiches Herz hat, die Zwer- 
ge immer wieder zur Vorsicht mah- 
nen und der Prinz niemanden lieber 
auf der Welt mag als das Schneewitt- 
chen, scheint das Märchen zunächst 
kein glückliches Ende zu nehmen. 
Mit herrlichen Spielideen und weni- 
gen Mitteln erzählt Katja Langen- 
bahn unter der Regie von Thomas 
Beck das grimmsche Märchen und 
sorgt dafür, dass es wie seit Jahrhun- 
derten zu seinem guten Ende findet. 
Alle Kinder, die Lust haben, ihr eige- 
nes Märchenbuch zur Vorstellung 
mitzubringen, können das gern tun. 
Was mit den Märchenbüchern dann 
geschieht, das ist eine Überra- 
schung. Aber so viel sei schon verra- 
ten, am 25. Mai bekommen sämtli- 
che Kinder in der letzten «Grimm & 
Co.»-Vorstellung in dieser Spielzeit 
ihr Buch zurück.   (red/pd) 
«Schneewittchen und die sieben Zwerge» 
mit Katja Langenbahn: Am Samstag, 20. 
April, um 16 Uhr und am Dienstag, 23. März, 
um 10 Uhr im TAKino. Weitere Informationen 
und Karten unter +423 237 59 69, vorver- 
kauf@tak.li oder www.tak.li. 
Eine begnadete Märcheninterpretin: Katja Langenbahn. (Foto: ZVG) 
Ausstellung in Winterthur 
Cézanne, van Gogh 
und Vallotton 
WINTERTHUR Mit ihrer neuen Samm- 
lungsausstellung zeigt die Villa Flora 
in Winterthur Meisterwerke unter 
anderem von Cézanne, van Gogh 
und Vallotton. Alle Werke gehören 
der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung. Die 
Ausstellung ist der erste Teil einer 
dreiteiligen Schau, die sich zum Ziel 
setzt, die Bestände der Hahnloser/ 
Jaeggli-Stiftung besser bekannt zu 
machen. Ohne diese Stiftung gäbe es 
die Villa Flora nicht, schreibt das 
Museum in seiner Mitteilung vom 
Dienstag. Gegründet wurde die Stif- 
tung 1980. Damals schlossen sich die 
Mitglieder der Familien Hahnloser 
und Jaeggli zusammen, um «das Er- 
be ihrer Vorfahren, des Sammler- 
paares Arthur und Hedy Hahnloser- 
Bühler, lebendig zu erhalten». Die 
Werke, die an die Stiftung gingen, 
bilden den Grundstock für Wechsel- 
ausstellungen in der Villa Flora. Sie 
ist seit 1995 öffentlich zugänglich. 
Die Stiftung umfasst über 100 Ge- 
mälde und Skulpturen sowie insge- 
samt 200 Zeichnungen und Grafi- 
ken. Der erste Teil der neuen Samm- 
lungsausstellung zeigt ausgewählte 
Bilder, darunter «Le semeur» (1888) 
von Vincent van Gogh, «La Blanche 
et la Noire» (1913) von Félix Vallotton 
und «Plaine provençale» (1886–1890) 
von Paul Cézanne.   (sda) 
Ticketverlosung 
Campesia 
Frühlingsfest 
GAMS Am Freitag, den 19. sowie am 
Samstag, den 20. April 2013, findet 
im S-Event in Gams das erste 
«Campesia Frühlings-Bierfest» statt. 
Mit diesem Frühlingsfest soll doch 
auch der endlich einkehrende Früh- 
ling gebührend gefeiert werden. Da- 
bei kommen die Liebhaber traditio- 
neller, urchiger Musik in vollen Ge- 
nuss. Das Festwochenende startet 
mit der «Früehligs-Stubete». Zwei 
Örgali-Formationen werden sich an 
diesem Abend die Ehre geben. Die 
einheimischen Schwendihöggler 
und als Gäste kommen die Matuger 
Örgaler aus Azmoos nach Gams. Der 
Samstag läuft unter dem Motto «Ro- 
cking Spring». Die neu formierte 
Band Rockridge feiert ihre Livepre- 
miere. Bei Rockridge handelt es sich 
um Teile der ehemaligen Band 
Edi’o’Fun in neuer Besetzung. Aktu- 
ell sind dies Berni (Ex-Autseid, Ex- 
Clever) und Anja (Shake). Rockridge 
stehen für Rockmusik der allerers- 
ten Güte. Abgerundet wird dieses 
tolle Fest bis open end vom regional 
bekannten Party-DJ Carlo. Türöff- 
nung ist jeweils um 20 Uhr.  (fg) 
Drei Viertel der Karten für Spiel auf dem See verkauft 
Bregenzer Festspiele zeigen Mozarts «Zauberflöte» 
BREGENZ Die Bregenzer Festspiele 
bringen 2013 und 2014 Mozarts Oper 
«Die Zauberflöte» auf die Seebühne. 
Zu den 28 Aufführungen von diesem 
Sommer werden rund 200 000 Be- 
sucher erwartet. Der Vorverkauf lau- 
fe hervorragend. «Bereits 75 Prozent 
der Karten für das diesjährige Spiel 
auf dem See sind verkauft», sagte 
Michaul Diem, Kaufmännischer Di- 
rektor der Bregenzer Festspiele, am 
Dienstag vor den Medien in Zürich. 
Wolfgang Amadeus Mozarts Mär- 
chenoper, die zuletzt in den Jahren 
1985 und 1986 in Bregenz zu sehen 
war, verbindet eine Liebesgeschich- 
te mit den grossen Fragen der Auf- 
klärung. Sie bezaubert mit Musik 
zwischen munteren Melodien und 
verliebten Arien. Das Stück passe 
perfekt zum Festival-Motto «dem 
Licht entgegen», sagte Regisseur Da- 
vid Pountney. 
Intendant als Regisseur 
Premiere feiert die «Zauberflöte» 
am 17. Juli. Geplant sind 28 Auffüh- 
rungen auf der Seebühne, deren 
Tribüne Platz für 6800 Zuschauer 
bietet. Regie führt Festspielinten- 
dant David Pountney. Der Brite 
wechselt nach der Saison 2014 an 
die Walisische Nationaloper und 
wird von Roland Geyer abgelöst. 
Die von Johan Engels stammende 
Kulisse für die Mozart-Oper besteht 
im Kern aus einer an eine Schild- 
kröte erinnernde Kuppel und drei 
Drachenhunden, die «Weisheit», 
«Vernunft» und «Natur» verkör- 
pern. Die Fertigstellung des Büh- 
nenbilds ist für Juni geplant. Die 
Proben beginnen in den kommen- 
den Wochen, sagte Mediensprecher 
Axel Renner. 
80 Prozent eigene Mittel 
Insgesamt bieten die Bregenzer Fest- 
spiele, die bis zum 18. August dau- 
ern, 80 Veranstaltungen. Dazu gehö- 
ren auch Kinder- und Orchesterkon- 
zerte sowie Theater und Kunst auf 
der Werkstattbühne oder im Kunst- 
haus. Das Jahresbudget beträgt 20 
Millionen Euro. Es werde zu 80 Pro- 
zent aus eigenen Mitteln finanziert, 
sagte Renner. Erwartet werden in 
diesem Sommer bis zu 200 000 Be- 
sucherinnen und Besucher. Erfah- 
rungsgemäss sei das Spiel auf dem 
See die Lokomotive fürs Rahmen- 
programm. «Läuft der Vorverkauf 
für die Seebühne gut, haben wir 
auch bei den andern Veranstaltun- 
gen mehr Gäste», sagte der kauf- 
männische Direktor. 
Uraufführung im Festspielhaus 
Im Festspielhaus setzen die Veran- 
stalter die Reihe noch nie gespielter 
Werke fort. 
Am 18. Juli wird dort die Oper «Der 
Kaufmann von Venedig» von André 
Tschaikowsky nach dem gleichnami- 
gen Theaterstück von William Shake- 
speare uraufgeführt.   (sda) 
Die Band Rockridge – erstmals live auf 
der Bühne. (Foto: ZVG)
	        

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