Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

20 | International 
MONTAG 
15. APRIL 2013 
Futtersuche 
Frischlinge 
auf Ausfl ug 
Für die einen possierlich 
anzusehen, für die ande- 
ren vielmehr ein grosses 
Ärgernis: Wildschweine. 
Vor allem Landwirte 
haben ihre grosse Mühe 
mit den gefrässigen 
Tieren. (Foto: VMH) 
Viel Sonne und 
sommerliche 
Temperaturen 
Sommer Das Wochenende hat in der Schweiz und Liechtenstein 
viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen gebracht. 
Nach dem nasskalten Wetter zog vielerorts der Frühling ein. 
Am 
wärmsten war es laut Me- 
teoNews in Sitten mit 24,6 
Grad. In Chur war es 23,9 
Grad warm. Die Thermo- 
meter knackten in allen Landestei- 
len die 20-Grad-Marke, wie die Wet- 
terdienste mitteilten. Während es 
am Samstag nur im Tessin sommer- 
lich warm gewesen war, bescherte 
der Sonntag allen Sonnenhungrigen 
in der Schweiz Linderung. Im Mit- 
telland wurden laut MeteoSchweiz 
Temperaturen zwischen 19 und 22 
Grad gemessen. Ähnlich sah es in 
der Westschweiz aus, wo es um die 
20 Grad warm war. In den Genuss 
von sommerlichen Temperaturen 
kamen aber auch alle Föhntäler. 
Das Tessin machte seinem Namen 
als Sonnenstube der Schweiz alle 
Ehre. Bereits am Samstag stiegen 
die Temperaturen auf 22 Grad, wie 
Meteomedia mitteilte. In Cadenazzo 
wurden am Sonntag ebenfalls 21,8 
Grad gemessen. Allerdings war es 
am 5. Januar mit fast 24 Grad schon 
einmal wärmer. Das schöne, warme 
Frühlingswetter scheine die ganze 
nächste Woche anzuhalten, ver- 
sprach Meteomedia. 
Lawinengefahr steigt 
Die steigenden Temperaturen haben 
auch Auswirkungen auf die Lawinen- 
gefahr in den Bergen. Die Nullgrad- 
grenze steigt laut Meteomedia bis auf 
3500 Meter an. Das WSL-Institut für 
Schnee- und Lawinenforschung in 
Davos verhängte für Teile der Alpen 
die zweithöchste Gefahrenstufe 4. 
Besonders im westlichen Unterwallis 
sowie am nördlichen Alpenkamm 
von Chablais bis in die Urner Alpen 
muss mit Nassschneelawinen gerech- 
net werden. In den übrigen Gebieten 
steigt die Gefahr für Nassschneelawi- 
nen auf «erheblich» (Stufe 3) an. We- 
gen Lawinengefahr waren laut des 
Touring Clubs Schweiz (TCS) am Sonn- 
tag mehrere Strassen in den Kanto- 
nen Wallis, Bern und Uri gesperrt. 
Betroffen waren die Hauptstrasse 
zwischen Gurnigel BE und Zollhaus 
FR, die Kantonsstrasse zwischen Ful- 
ly VS und Buitonnaz VS und die Zu- 
bringerstrasse von Täsch VS nach 
Zermatt VS. In der Innerschweiz war 
die Hauptstrasse zwischen Flüelen 
UR in Richtung Göschenen UR bei 
Gurtnellen UR gesperrt. 
Wenig Verkehr auf Schweizer Strassen 
Ansonsten blieb es eher ruhig auf 
den Schweizer Strassen. Einzig am 
Samstagmorgen kam es vor dem 
Gotthardtunnel zu Staus in Rich- 
tung Süden. Um die Mittagszeit be- 
trug die Stauspitze laut Viasuisse 
neun Kilometer, was eine Wartezeit 
von anderthalb Stunden zur Folge 
hatte. Im Laufe des Nachmittags 
normalisierte sich die Situation. Am 
Sonntag waren keine nennenswer- 
ten Störungen zu verzeichnen. (sda) 
Der Winter konnte am Wochenende einpacken: Die Sonne zeigte sich in der 
Schweiz und Liechtenstein in voller Pracht und brachte den Frühling. (Foto: SSI) 
Rekordgewinn 
Deutscher knackt 
Eurojackpot 
WIESBADEN Die statistische Wahr- 
scheinlichkeit liegt bei 1:59 Millio- 
nen, doch der Eurojackpot ist ge- 
knackt: Ein Mann aus Deutschland 
hat auf die richtigen Zahlen gesetzt. 
Und kann sich jetzt über 46 Millio- 
nen Euro freuen, den bisher höchs- 
ten deutschen Lottogewinn. Das 
teilte Lotto Hessen am Samstag in 
Wiesbaden mit. Die Zahlen für die in 
14 europäischen Ländern gespielte 
Lotterie waren am Freitagabend in 
Helsinki gezogen worden. Bei dem 
Gewinner, der als Einziger alle Zah- 
len richtig hatte, handelt es sich um 
einen Mann im Alter um die Mitte 
30. Er ist der Lotteriegesellschaft be- 
kannt, weil er mit einer Kundenkar- 
te spielt. Seine Identität werde 
streng geheim gehalten, betonte Lot- 
to Hessen. Unklar blieb zunächst, ob 
der Gewinner schon selbst von sei- 
nem Glück wusste. (sda/dpa) 
«The Voice Kids» 
Schweizer Mädchen 
kommt weiter 
BASEL Mit der 12-jährigen Michèle aus 
Lampenberg BL hat es am Freitag ein 
zweites Schweizer Kind in der deut- 
schen Casting Show «The Voice Kids» 
eine Runde weitergebracht. Eine Wo- 
che vor ihr hatte die 8-jährige Chel- 
sea aus Kaiseraugst AG die Jury über- 
zeugt. Beide Mädchen hatten sich 
Songs von Alicia Keys ausgesucht: 
Chelsea liess mit «Girl on Fire» die 
Juroren Henning Wehland und Tim 
Bendzko vor Verzückung niederkni- 
en. Michèle erntete mit «If I Ain’t Got 
You» zwar nicht ganz so viel Begeis- 
terung, eroberte aber mit Wehland 
ihren Wunsch-Coach. «Er hat viel Er- 
fahrung und kann mir am meisten 
beibringen», hatte sie ihre Vorliebe 
letzte Woche gegenüber der «Schwei- 
zer Illustrierten» begründet. (sda) 
Zu guter Letzt 
Talkshow-Rekord Längste TV- 
Talkshow dauerte 62 Stunden 
KATHMANDU Ein Moderator in Nepal 
hat den Weltrekord der längsten 
Fernseh-Talkshow gebrochen: Gan- 
ze 62 Stunden und zwölf Minuten 
blieb Moderator Rabi Lamichhane 
auf Sendung, wie die Organisatoren 
am Sonntag mitteilten. Mit seiner 
Show «Lord Buddha Was Born in 
Nepal» (Buddha wurde in Nepal ge- 
boren) habe sich der 36-Jährige am 
Samstagabend einen Eintrag im 
Guinnessbuch der Rekorde gesi- 
chert. Während der Sendung stan- 
den dem Moderator nach den Guin- 
nessregeln fünf Minuten Pause 
pro Stunde zu. Nach Angaben der 
Organisatoren nahm Lamichhane 
teilweise während der Liveinter- 
views Nahrung zu sich oder sam- 
melte die Zeitfenster für längere 
Pausen an. Ansonsten habe er die 
Sendung vor allem mit Energie- 
drinks durchgestanden. Zu den 
Gästen der Show im Fernsehsender 
News24 zählten neben TV-Stars aus 
Nepal auch der ehemalige maoisti- 
sche Rebellenführer Pushpa Kamal 
Dahal und der indische Botschafter 
in Nepal. 
Bisheriger Rekord bei 52 Stunden 
Der ehemalige Journalist Lamich- 
hane arbeitet heute in den USA als 
Geschäftsführer einer Filiale der 
Sandwich-Kette Subway. Für sein 
Ziel, einen Eintrag im Guinness- 
buch der Rekorde zu bekommen, 
kehrte er aus seiner Wahlheimat 
nach Kathmandu zurück. Der bis- 
herige Rekord für die längste TV- 
Talkshow der Welt liegt bei den Uk- 
rainern Pawlo Kuschejew und Tet- 
jana Danylenko, die 2011 in einer 
52-stündigen Sendung den 20. Jah- 
restag der Unabhängigkeit ihres 
Landes würdigten. (sda/afp) 
5000 Klägerinnen im Prozess um einen weltweiten Skandal 
Erster Strafprozess wegen defekter PIP-Implantate 
PARIS Der Skandal machte weltweit 
Schlagzeilen: Hunderttausende Frau- 
en erhielten Billig-Brustimplantate der 
französischen Firma PIP eingesetzt. 
Diese reissen auffällig oft und werden 
für Entzündungen verantwortlich ge- 
macht. Nun beginnt in Frankreich der 
erste grosse Strafprozess gegen PIP- 
Firmengründer Jean-Claude Mas. Ab 
Mittwoch muss sich der 73-Jährige im 
südfranzösischen Marseille wegen des 
Vorwurfs der schweren Täuschung 
und des Betrugs vor Gericht verant- 
worten. Der Prozess – zwei andere Er- 
mittlungsverfahren wegen fahrlässi- 
ger Körperverletzung und fahrlässiger 
Tötung sowie wegen betrügerischen 
Bankrotts laufen noch – kündigt 
sich als Mammutveranstaltung 
an: 5127 Klägerinnen haben 
sich bis heute bei der Justiz in Marseille 
gemeldet, zu 95 Prozent Französin- 
nen, aber auch Frauen aus der Schweiz 
sowie aus Deutschland, Österreich, 
Belgien, Spanien, Grossbritannien 
und Argentinien. Neben Firmengrün- 
der Mas müssen sich vier frühere An- 
gestellte seiner südfranzösischen Fir- 
ma Poly Implant Prothèse (PIP) ver- 
antworten. Ihnen drohen insgesamt 
bis zu sechs Jahren Haft. 
Billig-Gel und Industrie-Silikon 
Mas hat bereits zugegeben, seit 
1995 drei Viertel seiner Brust-Pro- 
thesen illegal mit 
einem Billig-Gel gefüllt zu haben, 
das er mit einem eigentlich für In- 
dustrieprodukte bestimmten Sili- 
kon des deutschen Chemiegross- 
händlers Brenntag zusammenmix- 
te. Dabei soll es sich um ein Gel ge- 
handelt haben, wie es auch für Ma- 
tratzen und Computer verwendet 
wird. Die Billig-Einlagen bekamen 
vermehrt Risse und werden für 
Entzündungen bei den Frauen ver- 
antwortlich gemacht. Nicht erwie- 
sen ist bisher, ob die Implantate 
auch Krebs auslösten. Gesundheits- 
behörden mehrerer Länder hatten 
ab Ende 2011 die betroffenen Frau- 
en aufgerufen, sich die Sili- 
konkissen vorsichtshal- 
ber entfernen zu las- 
sen. (sda/afp) 
Spektakuläre Flucht 
Gangster sprengt sich 
Weg in die Freiheit 
LILLE Einem der berüchtigsten Krimi- 
nellen Frankreichs ist eine spektaku- 
läre Flucht aus dem Gefängnis gelun- 
gen. Der als «besonders gefährlich» 
eingestufte Redoine Faïd nahm am 
Samstag in der Haftanstalt von Seque- 
din nahe Lille vier Wärter als Geiseln 
und bahnte sich mit Sprengstoff den 
Weg ins Freie. Die Fahndung lief am 
Sonntag weiter auf Hochtouren, wie 
die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der 
Gefängnisausbruch hatte gegen 8.30 
Uhr morgens begonnen, als Faïd die 
Wärter in seine Gewalt brachte. Etwa 
eine halbe Stunde später hatte er ins- 
gesamt fünf Gefängnistüren ge- 
sprengt und war in Freiheit. Die Gei- 
seln liess er auf seinem weiteren 
Fluchtweg unverletzt frei. (sda/afp) 
Vogelgrippe 
Neuer Virus breitet 
sich in China aus 
PEKING Die Vogelgrippe in China brei- 
tet sich immer weiter aus: Erstmals 
wurden am Wochenende neue Fälle 
des Virus H7N9 aus der Hauptstadt 
Peking sowie der zentralen Provinz 
Henan gemeldet. Damit stieg die Zahl 
der bislang bekannten Erkrankungen 
landesweit auf 60, davon verliefen 13 
nach Behördenangaben tödlich. Bei 
dem am Samstag gemeldeten neuen 
Krankheitsfall in Peking handelt es 
sich um ein siebenjähriges Mädchen, 
wie die amtliche Nachrichtenagentur 
Xinhua unter Berufung auf die Ge- 
sundheitsbehörden berichtete. Die El- 
tern des Mädchens sind den Angaben 
zufolge Geflügelhändler, wodurch das 
Kind vermutlich in Kontakt mit infi- 
zierten Vögeln kam. (sda/afp/reuters)
	        

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