Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

42 | International 
DONNERSTAG 
28. MÄRZ 2013 
Verwirrt 
Kunstvolle 
Strausseneier 
Neugierig inspiziert 
eine Straussenhenne 
von Züchter Uwe Joite 
in Thalheim (Sachsen) 
zwei mit Ostermotiven 
gestaltete Strausseneier. 
Die bis zu 20 Zentimeter 
grossen Eier werden 
gern als Dekoration 
verwendet und erfreuen 
sich gerade in der Os- 
terzeit grosser Beliebt- 
heit. (Foto: RM) 
Tote und 
80 Verletzte 
bei Erdbeben 
Naturgewalt Bei einem schweren Erdbeben in Taiwan sind 
am Mittwoch mindestens ein Mensch getötet und mehr als 
80 weitere verletzt worden. 
Wie 
das taiwanische Wet- 
teramt mitteilte, hatte 
der Erdstoss eine Stär- 
ke von 6,1 und war in 
dem gesamten Inselstaat spürbar. 
In der Hauptstadt Taipeh schwank- 
ten Gebäude, der U-Bahn-Verkehr 
wurde vorübergehend unterbro- 
chen. In einem Tempel im zentral- 
taiwanischen Bezirk Nantou wur- 
de eine 72-jährige Frau durch eine 
einstürzende Mauer getötet, wie die 
Feuerwehr mitteilte. Mindestens 
86 Menschen wurden demnach in 
Nantou und in den benachbarten 
Bezirken Changhua und Taichung 
leicht verletzt, zumeist durch he- 
rabstürzende Gegenstände. Das 
Beben löste zudem zwei Hausbrän- 
de in Nantou und Taichung aus, 
die aber gelöscht werden konnten. 
Durch das Feuer wurde ein weiterer 
Mensch verletzt. 
Zahlreiche Nachbeben 
Bei der Behörde gingen nach den 
Angaben der Rettungskräfte zudem 
fünf Notrufe von in Aufzügen fest- 
steckenden Menschen ein; sie konn- 
ten alle rasch befreit werden. Die 
US-Erdbebenwarte (USGS) gab die 
Stärke der Erdstösse mit 6,0 an. Es 
habe sich um 10.03 Uhr (03.03 Uhr 
MEZ) in einer Tiefe von 20,7 Kilo- 
metern ereignet. Das Epizentrum 
lag demnach 48 Kilometer von Nan- 
tou entfernt. Die taiwanische Wet- 
terbehörde zählte in den darauffol- 
genden zwei Stunden fünf Nachbe- 
ben mit einer Stärke zwischen 3,7 
und 4,3. 
Bruchstelle zweier Platten 
Das Beben war auf der gesamten In- 
sel zu spüren und brachte in Taipeh 
Gebäude zum Schwanken. Die U- 
Bahn in der Hauptstadt stellte vor- 
übergehend den Betrieb ein. Die 
taiwanische Bahngesellschaft ord- 
nete Sicherheitstests für ihre Hoch- 
geschwindigkeitszüge an. Von dem 
Betriebsstopp waren rund 30 000 
Fahrgäste betroffen. Das Fernsehen 
zeigte Bilder von Schulkindern, die 
in Nantou aus ihren Klassenräumen 
flohen. Auch eine Frau war zu seh- 
en, die von Trümmern einer herab- 
gestürzten Decke am Kopf verletzt 
worden war und mit einem Kran- 
kenwagen in eine Klinik gebracht 
wurde. 
Gefährdete Region 
Taiwan wird immer wieder von 
Erdbeben erschüttert, weil die Insel 
in der Nähe einer Bruchstelle zwei- 
er tektonischer Platten liegt. 1999 
kamen beim tödlichsten Beben in 
der jüngeren Geschichte des Lan- 
des mit einer Stärke von 7,6 etwa 
2400 Menschen ums Leben.   (sda) 
Ein tiefer Riss zieht sich durch dieses Hochhaus. (Foto: RM) 
Video aufgetaucht 
Prügelnder Lehrer 
löst Empörung aus 
MELILLA Ein im Internet verbreitetes 
Video von einem prügelnden Lehrer 
hat in Spanien Empörung ausgelöst. 
Der Film, der in einer Schule in der 
spanischen Exklave Melilla in Nord- 
afrika aufgenommen wurde, zeigt 
einen Lehrer, der wild auf einen 13- 
jährigen Jungen einschlägt. Die Sze- 
ne in einem Klassenzimmer wurde 
von einem anderen Schüler heim- 
lich gefilmt. Wie die Stadtverwal- 
tung von Melilla am Mittwoch mit- 
teilte, leitete die Polizei Ermittlun- 
gen ein. Die Stadt kündigte an, sie 
werde in einem Gerichtsverfahren 
als Nebenkläger auftreten. Bürger- 
meister Juan José Imbroda bezeich- 
nete die Prügelszenen als «widerlich 
und abscheulich».   (sda) 
Hochgeschwindigkeit 
Italien testet Zug 
ROM Italien setzt bei der Bahn auf 
Hochgeschwindigkeit: Die italieni- 
schen Staatsbahnen (FS) haben 
Tests mit dem Zug «Frecciarossa 
1000» (Roter Pfeil) begonnen, der 
bis 400 Stundenkilometer schnell 
fahren kann. Er wäre der schnellste 
Zug Europas, der in Serie hergestellt 
wird, berichtete FS. Der Zug, der zu 
Ehren des vergangene Woche ver- 
storbenen Königs der italienischen 
Leichtathletik «Pietro Mennea» 
heisst, wurde vom italienischen 
Zughersteller AnsaldoBreda – einer 
Tochter des Rüstungskonzerns Fin- 
meccanica – sowie von Bombardier 
Italia gebaut. Er besteht bis zu 97 
Prozent aus recyclebarem Material. 
In 2 Stunden und 15 Minuten, 45 Mi- 
nuten weniger als bisher, wird ab 
2014 die 600 Kilometer lange Stre- 
cke zwischen Rom und Mailand be- 
wältigbar sein. 50 Züge im Wert von 
1,5 Milliarden Euro haben die Staats- 
bahnen bereits bestellt.  (sda) 
Mediziner kritisieren 
Europäische Union leugnet Folgen 
der Sparpolitik für Gesundheit 
LONDON Gesundheitsexperten haben 
den Politikern in Europa vorgewor- 
fen, die Folgen der jüngsten Sparpro- 
gramme auf die Gesundheit ihrer 
Bürger zu leugnen. Die tiefen Haus- 
haltseinschnitte und steigende Ar- 
beitslosigkeit führten unter anderem 
zu fallenden Einkommen, weswegen 
weniger Menschen zum Arzt gingen 
oder sich Medikamente kauften, 
hiess es in einer am Mittwoch veröf- 
fentlichten Studie in der medizini- 
schen Fachzeitschrift «The Lancet». 
Als Folge davon habe sich seit 2007 
der langfristige Rückgang bei Selbst- 
morden umgekehrt. Besonders in 
Griechenland sei es zu besorgniser- 
regenden Ausbrüchen von Krankhei- 
ten wie Aids und sogar Malaria ge- 
kommen. Die Krankenhäuser dort 
kämpften darum, die medizinischen 
Mindeststandards zu halten. Es gebe 
ganz klar das Problem, dass die Fol- 
gen der Sparprogramme für die Ge- 
sundheit geleugnet würden, erklärte 
der Leiter der Untersuchung, Martin 
McKee von der European Observato- 
ry on Health Systems and Policies. 
Abkommen verpflichtet zur Prüfung 
«Die Europäische Kommission ist 
per Abkommen dazu verpflichtet, 
die Auswirkungen ihrer Politik auf 
die Gesundheit zu prüfen», sagte er. 
Bislang sei dies bei den Sparpro- 
grammen jedoch nicht geschehen. 
McKee verglich das Verhalten der 
Kommission und der einzelnen EU- 
Staaten mit Verschleierungstaktiken 
der Tabak-Industrie.   (sda) 
Der Winter lässt nicht locker 
Nach Schnee drohen nun Überschwemmungen 
MOSKAU/LONDON Der Winter geht in 
die Verlängerung – bis nach Ostern. 
Hierzulande ist weiterer Schneefall 
nicht ausgeschlossen. In Grossbritan- 
nien erfrieren Osterlämmer. Und in 
Moskau und Kiew sind die Schnee- 
räumer im Dauereinsatz. Nach Re- 
kordschneefällen in Moskau schau- 
felten in der Nacht zu Mittwoch Bag- 
ger tonnenweise Schnee von den 
Strassen. Der Wetterdienst kündigte 
Tauwetter und Plusgrade an, wes- 
halb sich die Moskauer auf Matsch 
und Überschwemmungen einstellen 
mussten. In Russland gibt es nach 
jüngsten Angaben bisher 314 Kälteto- 
te. In Kiew entliess Verwaltungschef 
Alexander Popow seinen Stellvertre- 
ter sowie mehrere Funktionäre kom- 
munaler Betriebe, die beim Winter- 
dienst versagt hätten. Kiew hatte mit 
so starken Schneefällen zu kämpfen 
wie seit mehr als 100 Jahren nicht 
mehr. Auch dort warnten Behörden 
vor Hochwasser. 
Rücktritt gefordert 
Die Opposition um Boxweltmeister 
Vitali Klitschko hatte die gesamte 
Stadtverwaltung zum Rücktritt auf- 
gerufen, nachdem sie dem Chaos in 
der Stadt nicht Herr geworden war. 
Präsident Viktor Janukowitsch muss- 
te Tausende Soldaten sowie 15 Schüt- 
zenpanzer mobilisieren, um die Lage 
in den Griff zu bekommen. Auch in 
Russland hatte Präsident Wladimir 
Putin angesichts der ungewöhnli- 
chen Lage besondere Anstrengungen 
gefordert. In Schottland und Nordir- 
land kämpfen Menschen wie auch 
Tiere gegen das anhaltende Winter- 
wetter. Auf der Insel Isle of Man such- 
ten Bauern erneut nach Schafen und 
Osterlämmchen, die unter hohem 
Schnee begraben waren. Tausende 
Tiere könnten verendet sein. Der Vo- 
gelschutzbund berichtete von zahl- 
reichen Todesfällen bei seltenen Vö- 
geln. In Schottland blieben Tausende 
Menschen den sechsten Tag in Folge 
ohne Strom. In Nordirland wurden 
Bewohner von abgelegenen Bauern- 
höfen von der Armee versorgt. 
«Weisse Ostern» möglich 
Schuld am hartnäckigen Winter ist 
das Hoch «Jill» über Südskandinavi- 
en. Dieses schickt kalte Luft aus rus- 
sischen oder polaren Gefilden nach 
Westeuropa. Meteorologen sagten 
voraus, dass die Wintertemperaturen 
noch bis Mitte April anhalten könn- 
ten. «Weisse Ostern» mit Schneefäl- 
len bis ins Schweizer Mittelland sind 
nicht ausgeschlossen.   (sda) 
Zu guter Letzt 
Diebe stehlen Polizei 
30 Kilogramm Drogen 
FREIBURG Unbekannte Diebe haben 
der Schweizer Polizei mehr als 30 
Kilogramm Haschisch und Marihu- 
ana aus einem Depot geklaut – und 
die Beamten haben es wohl erst Mo- 
nate später bemerkt. Der Diebstahl 
fand offenbar bereits Ende vergan- 
genen Jahres in der Nähe des 
schweizerischen Freiburg statt. Die 
Polizei merkten den Verlust aller- 
dings erst Mitte März, wie Schwei- 
zer Medien am Mittwoch berichte- 
ten. Die Polizei war Mittwochvor- 
mittag für eine Stellungnahme 
nicht zu erreichen. Obwohl bereits 
Anfang Dezember festgestellt wur- 
de, dass ein Gitterstab an einem 
Fenster durchgesägt wurde, schöpf- 
te die Polizei keinen Verdacht. Der 
Verantwortliche des Depots befand 
sich zu der Zeit bis Februar im 
Krankenhaus.  (rm) 
Kriminalität 
3700 Flaschen 
Champagner geklaut 
REIMS Rund 3700 Flaschen Champag- 
ner der Marke Jacques Selosse in ei- 
nem Wert von 300 000 Euro haben 
Diebe in Frankreich erbeutet. Die Tä- 
ter liessen ausserdem 16 000 Etiket- 
ten des begehrten Champagners mit- 
gehen. Die Diebe seien vermutlich 
Profis gewesen, erklärte der Unter- 
nehmer Anselme Selosse. Sie hätten 
von dem Weingut in Avize in der Nä- 
he des nordostfranzösischen Reims 
in einem grossen Lastwagen acht Pa- 
letten Champagner abtransportiert, 
die für den Export nach Japan und in 
die USA vorgesehen gewesen seien. 
Mit Spülmittel und Deodorant hätten 
die Täter zudem versucht, DNA-Spu- 
ren zu verwischen. Das Unterneh- 
men befürchtet vor allem wegen des 
Verschwindens von Etiketten, dass 
die Diebe gefälschten Champagner 
auf den Markt bringen könnten. (sda) www.volksblatt.li
	        

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