Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

14 | Inland 
DONNERSTAG 
28. MÄRZ 2013 
Landesbank 
Risiken im Griff ? 
So läuft das bei der Landesbank: 
Die Herren aus der Teppichetage 
verzocken im internationalen Ge- 
schäft Millionen und zur Kassa ge- 
beten werden die lokalen und regio- 
nalen Kunden, denen man die Fili- 
altür vor der Nase zuknallt. Wie 
heisst es doch so schön auf Seite 188 
der Festschrift zum 150-Jahr-Jubilä- 
um: «Die Risiken hatte die Landes- 
bank auch in den letzten, sehr an- 
spruchsvollen Jahren immer im 
Griff. Ihre Zukunftsaussichten sind 
deshalb rosig.» Und Regierungschef 
Klaus Tschütscher überschrieb sein 
Vorwort mit dem Titel: «Eine Bank 
des Vertrauens» – Na ja! 
Norbert Jansen, 
Schaan 
Geplante Spielbank 
sino 
Casino si. 
Casino no. 
Casino sino. 
Robert Allgäuer, 
Vaduz 
Gesundheitswesen 
Kostensteigerung 
massiv abgebremst 
Gemäss Interview mit Frau Renate 
Müssner haben die Gesundheitskos- 
ten in Liechtenstein 2012 um 1,5 
Prozent stark abgenommen. 
Es ist sehr erfreulich, wenn man be- 
denkt, dass wir immer mehr Ärzte 
und neue Privatkliniken haben und 
die Zahl der chronisch Kranken in 
den letzten Jahren gestiegen ist. Da- 
zu habe ich nur noch eine Frage: 
Warum haben sich dann die Kran- 
kenkassenprämien per 1.1.2013 im 
Durchschnitt um 2,3 Prozent erhöht? 
Agnes Dentsch, 
Ruggell 
Trennung Kirche/Staat 
Klarstellung von 
Prinz Nikolaus 
In letzter Zeit gab es mehrere Bei- 
träge in unseren Zeitungen zum 
Verhältnis von Kirche und Staat. Es 
wird sicher noch auf einige aufge- 
worfenen Fragen im Verlauf der 
weiteren Behandlung insbesondere 
des Abkommens mit dem Heiligen 
Stuhl einzugehen sein. Zwei irre- 
führenden Aussagen sollte aber vor- 
erst begegnet werden: 
1. Es wurde mehrfach der Eindruck 
erweckt, dass das Erzbistum nach 
Gutdünken Mitarbeiter (Priester 
usw.) in das Land mit einer zwin- 
gend zu erteilenden Aufenthaltsbe- 
willigungen holen kann. Dies ent- 
spricht nicht dem Abkommensent- 
wurf. Was das pastorale Bedürfnis 
ist, welches zwingend für eine sol- 
che Bewilligung erfüllt sein muss, 
ist gemeinsam von den Vertragspar- 
teien, d.h. von Liechtenstein und 
dem Heiligen Stuhl festzustellen 
und liegt nicht in der Interpretati- 
onshoheit des Erzbischofs. Wäre ei- 
ne solche Interpretation streitig, 
würde die Frage vor eine gemischte 
Kommission der beiden Vertrags- 
parteien kommen. Beim pastoralen 
Bedürfnis ist nach allgemeinen In- 
terpretationsregeln von den beste- 
henden Gegebenheiten auszugehen. 
Änderungen ergeben sich vor allem 
durch die Anzahl praktizierender 
Gläubiger. 
Das Abkommen sieht weiter vor, 
dass in jedem Einzelfall von den ge- 
setzlichen Regelungen auszugehen 
ist. Es wäre durch das Abkommen 
gedeckt, wenn eine Gewährung ei- 
ner Aufenthaltsbewilligung aus 
Gründen der öffentlichen Ordnung 
abgelehnt würde. 
2. Der Verein für eine offene Kirche 
schreibt, dass ihm von der Verhand- 
lungsdelegation zugesichert wurde, 
die Mitbestimmung der Gläubigen 
auf Bistums- und Pfarreiebene in 
die Verhandlungen einzubringen. 
Dies ist nicht der Fall: Im Gegenteil 
wurde darauf hingewiesen, dass 
Ziel der Verhandlungen unter ande- 
rem die erhöhte Autonomie von Kir- 
che und Staat ist und daher interne 
Organisationsregelungen der Kirche 
nicht Teil der Verhandlungen ist. 
Zugesagt wurde, den Wunsch auf 
demokratische Beteiligung an die 
kirchliche Verhandlungsdelegation 
weiterzuleiten. Dies wurde auch ge- 
macht, zumal auch einzelne Stim- 
men in den Gemeinderäten bei den 
dortigen Beratungen in die gleiche 
Richtung wiesen. Kirchlicherseits 
wurde auf die im Kirchenrecht vor- 
gesehenen Gremien verwiesen. 
Prinz Nikolaus von Liechtenstein, 
Leiter der liechtensteinischen 
Verhandlungsdelegation zum 
Abkommen mit dem Heiligen Stuhl 
Glaube 
Zu viele Köche 
verderben den Brei 
In letzter Zeit wurden Leserbriefe 
und Gastkommentare zu den The- 
men Konkordat und neuer Papst ge- 
gen den Erzbischof und das Erzbis- 
tum und dessen Priester veröffent- 
licht. Ich teile den Herren Robin 
Schädler, Otto Kaufmann, Günther 
Boss und auch dem Verein für eine 
offene Kirche sowie dem DU-Frak- 
tionssprecher Harry Quaderer Fol- 
gendes mit (Herrn Othmar Kähli 
aus Zug ersuche ich, sich nicht in 
liechtensteinische Angelegenheit 
einzumischen. Wir sind keine 
Schweizer). Es gibt auch in den bes- 
ten Familien hie und da ein schwar- 
zes Schaf. Sobald aber im Erzbis- 
tum etwas passiert, wird unser Erz- 
bischof an den Pranger gestellt. 
Auch über das Konkordat werden 
Gastkommentare veröffentlicht. Für 
das Konkordat ist Rom mit Rück- 
sprache mit dem Erzbistum Vaduz 
zuständig. Diese Botschaft muss der 
offenen Kirche und allen Besserwis- 
sern einmal in Erinnerung gerufen 
werden. Ich zitiere ein altes Sprich- 
wort: «Zu viele Köche verderben 
den Brei.» 
Papst Johannes Paul II. hat das 
Fürstentum Liechtenstein am 2. De- 
zember 1997 zum Erzbistum er- 
klärt. Es ist bedauerlich, dass seit 
dieser Zeit ständig Nörgler am Werk 
sind. So auch beim neuen Papst 
Franziskus Bevor er nur ins Amt 
eingeführt wurde und die erste 
Amtshandlung vollzogen hat, wur- 
den schon Stimmen laut, er sei kon- 
servativ und so weiter und so fort. 
Auch wurde berichtet, dass er einen 
Kniefall ausgelassen und noch im- 
mer nicht gesungen habe. Das sind 
die heutigen Medien und einzelne 
Personen die  nur negatives berich- 
ten, vom Positiven wird keine Silbe 
geschrieben. Gott behüte uns von 
dieser Gesellschaft. Genau  diese 
Personen hoffen, dass der neue 
Papst eine grosse Reformation ins 
Leben ruft, etwa das Zölibat auf- 
hebt oder  Frauen zum Priesteramt 
zulässt usw. Wenn das Zölibat auf- 
gehoben würde, gibt es vielleicht 
auch Scheidungen, meine Damen 
und Herren, einfach zum Nachden- 
ken. 
Ich hoffe, dass diese Leserbrief- 
schreiber und der Gastkommenta- 
tor sowie der Vorstand der offenen 
Kirche die Palmsonntagsmesse be- 
suchten und den Leidenweg Christi 
hörten. Christus sagte: «Frieden 
hinterlasse ich Euch, meinen Frie- 
den gebe ich Euch.» Diese Worte 
sollten einen Katholiken/-in nicht 
unberührt lassen. Ich wünsche al- 
len schöne und erholsame Ostern. 
Hans Gassner, Credo, 
Laienbewegung im Erzbistum Vaduz 
Credo-Stamm triff t 
sich am 3. April 
Am Mittwoch, den 3. April, findet 
ab 17 Uhr unser nächster Stamm im 
Hotel Deutscher Rhein in Bendern 
statt, zu dem ich alle unsere Ange- 
hörigen, Freunde und Bekannte 
einlade. Im Laufe des ungezwunge- 
nen Beisammenseins können wir 
Neues aus Kirche, Staat und Gesell- 
schaft erfahren, Gedanken und An- 
regungen austauschen und auch ein 
lockeres Gesellschaftsspielchen mit- 
machen. 
Credo, Laienbewegung 
im Erzbistum Vaduz 
Telecom-Verkauf 
Odyssee der 
Telekommunikation 
in Liechtenstein 
Der 15-jährige Irrweg im Organisa- 
tionskonstrukt der Telekommunika- 
tion in Liechtenstein soll ein Ende 
nehmen. Den Schlussstrich wollte   
die Regierung-Tschütscher bekannt- 
lich im beabsichtigten Verkauf von 
75 Prozent der Aktien der Telecom 
Liechtenstein AG (TLI AG) und der 
Telefoninfrastruktur der LKW an 
die Swisscom ziehen. Kurz: «zurück 
in die Zukunft» und  «zurück zur 
Swisscom». 
Im Gegensatz dazu haben die LKW 
bereits 1998 eine Minderheitsbeteili- 
gung von circa 25 Prozent der 
Swisscom vorgeschlagen. Dies  war 
Bestandteil des LKW/Mc Kinsey-Te- 
lekom-Konzeptes zur Bewerbung 
der Telecom-Grundversorgung in 
Liechtenstein.  Doch es sollte da- 
mals anders kommen. Die Berater 
der Regierung Frick witterten 1998 
ein Milliardenpotenzial in dem neu- 
en Offshore-Geschäft im weltum- 
spannenden Telekommunikations- 
netz. Die LKW/Lie-comtel AG wurde 
in eine Nischenrolle gedrängt und 
die Regierung gründete für diese 
Aufgabe die regierungsnahe Liech- 
tenstein Tele-Net bzw. die LTN AG, 
Vorgängerin der heutigen TLI AG. 
Aufgrund fehlendem  Geschäftsvo- 
lumen bei der LTN AG (das Milliar- 
dengeschäft hat sich nicht bewahr- 
heitet) wurden immer wieder Ände- 
rungen in den Rahmenbedingungen 
zugunsten der LTN vorgenommen, 
die zum Teil auch auf Paradigmen- 
wechsel der Regierungen basierten. 
Die Lie-com-tel AG wurde dadurch 
zum Spielball der Politik. Dennoch 
hat sie für die Telekom in Liechten- 
stein einen erheblichen Mehrwert, 
Produkte- und Marktvielfalt (nach 
EWR) geschaffen. 
Nachdem eine Konkurrenzierung 
unter den Staatstöchtern von der Po- 
litik plötzlich nicht mehr erwünscht 
war, wurde 2006 ein wichtiger Ent- 
scheid unter der Regierung Hasler 
und dem Landtag getroffen. Es wur- 
de die konsequente Trennung zwi- 
schen Dienste und Netze vorgenom- 
men, die TLI erhielt alle Dienste und 
die LKW den Netzprovider (Infra- 
strukturbetreiber). 
Nach 15 Jahren kapituliert nun  die 
TLI-Führung, weil sie keine eigene 
wirtschaftliche Perspektive mehr 
sieht. Anstelle ihres vorgeschlage- 
nen  Deals mit Swisscom, sehe ich 
jedoch eindeutig die einheimische 
nachhaltige Lösung; Fusion von TLI 
und LKW unter dem Dach der LKW. 
Synergien und grosse Einsparpo- 
tenziale werden dadurch genutzt, 
die  hochmoderne Kommunikati- 
onsinfrastruktur bleibt im Eigen- 
tum des Landes, der eigens zu steu- 
ernde Ausbau eines flächendecken- 
den Glasfasernetzes (fiber to home), 
der jedem Endkunden eine schnelle 
Datenleitung bietet sowie der dis- 
kriminierungsfreie Zugang für 
sämtliche heute auf dem FL-Markt 
bestehenden Provider wird dadurch 
gesichert. 
Der im 1998 eingeschlagene Weg hat 
das Land einen höheren dreistelli- 
gen Millionenbetrag gekostet, damit 
muss nun Schluss sein. Der beim 
vorgeschlagenen Deal in Aussicht 
gestellte Verkaufserlös von 23 Milli- 
onen Franken steht in keinem Ver- 
hältnis zu der daraus resultieren- 
den Volksvermögensvernichtung. 
Es gilt auch  hier den Wirtschafts- 
standort Liechtenstein zu stärken 
und die Chancen zu nutzen, die mit 
der eigenen hochmodernen IKT-Inf- 
rastruktur verbunden sind. 
Heinz Büchel, 
Ruggell 
LFV (Ab-)Wahl 
Ein Jahr danach 
Genau vor einem Jahr wurde der 
verdienstvolle LFV-Präsident Rein- 
hard Walser auf unwürdigste Art 
und Weise von den Vereinspräsi- 
denten abgewählt. Einzig der FC 
Ruggell behielt den nötigen An- 
stand und Respekt. Zwischenzeit- 
lich sitzt, in einzigartiger Manier 
auf dieser Welt, ein Nicht-Liechten- 
steiner in diesem ehrenvollen Amt 
und geht auf Nummer sicher, dass 
seine Köngismacher nicht zu kurz 
kommen. Der FC Vaduz und USV 
Eschen-Mauren erhalten die  gröss- 
ten Geschenke und können es sich 
leisten, Profis aus der Schweiz und 
Vorarlberg in ihre Teams zu integ- 
rieren. Liechtensteiner Talente dür- 
fen brav auf der Bank sitzen. Rein- 
hard Walser hat dem LFV eine prall- 
volle Kasse hinterlassen und grosse 
Dienste für den Fussball in Liechten- 
stein erwiesen. Dass er ein Jahr da- 
nach immer noch nicht zum Ehren- 
präsident ernannt wurde, spricht 
Bände und lässt darauf schliessen, 
dass wir im LFV und in den Verei- 
nen immer noch Leute im Vorstand 
haben, welche die Abseitsregel nicht 
verstehen.  Bekanntlicherweise 
stirbt die Hoffnung zuletzt. 
Harry Quaderer, Vaduz, 
für die IG Fussball 
LESERMEINUNGEN / FORUMSBEITRAG 
Schulprojekt In Triesen stand das Thema Ernährung für Kinder im Mittelpunkt 
TRIESEN Im Rahmen des Projekts «Fit-4-future» wurde gestern an der Primarschule Triesen ein Ernährungsworkshop durchgeführt. Die Schüler Caroline, Raphael, 
Niklas und Mark (mit Gruppenleiterin Karin Schneider) wussten dies off ensichtlich zu schätzen. Überdies fand abends in der Aula ein Referat für Eltern statt. Das 
Thema lautete, passend zum Workshop: «Gesunde Ernährung im Kindesalter». (Text: red/pd; Foto: Michael Zanghellini) 
Erwachsenenbildung 
Steinhauen – 
Bildhauen 
MELS Die Teilnehmenden lernen zu- 
erst das Hauen von Flächen auf 
Sandstein, Muschelkalk oder Mar- 
mor. Nachher geht es dann an die 
Ausführung einer einfachen Figur 
oder eines Gebrauchssteines (So- 
ckel, Vogelbad etc.) zum Mitneh- 
men. Der Kurs 141 unter der Leitung 
von Christoph Toggweiler beginnt 
am Samstag, den 6. April, um 8.30 
Uhr im Atelier Azzola in Mels. An- 
meldung und Auskunft bei der Er- 
wachsenenbildung Stein Egerta in 
Schaan, Telefonnummer 232 48 22 
oder per E-Mail an die Adresse 
info@steinegerta.li. (pd) www.volksblatt.li
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.