Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Wirtschaft | 13 
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26. MÄRZ 2013 
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«Was 
wir tun, um ei- 
ne innovations- 
freundliche Atmo- 
sphäre zu schaf- 
fen? Man muss nicht viel tun. Man 
muss vor allem vieles unterlassen.» 
Das war 1998, rezitiert aus einem 
Interview der deutschen «Zeit» mit 
einem Mitarbeiter von Hewlett 
Packard. Seither reden wir ständig 
davon, wie wichtig innovative 
Teams sind, die ihrerseits innovati- 
ve Produkte entwerfen oder neue 
Geschäftsmodelle entwickeln. Un- 
ternehmen, für die Innovation 
mehr ist als zehn Buchstaben in ei- 
ner bestimmten Reihenfolge, brau- 
chen eine eigentliche Kultur für das 
Neue. Innovation heisst, anders zu 
sein; mehr vom Gleichen ist daher 
keine Lösung. 
Die Zukunft zählt 
Innovative Menschen finden wir vor 
allem in Unternehmen mit einer At- 
mosphäre, die wertschätzend und 
fehlertolerant ist, in der sich die 
Mitarbeitenden entfalten können 
und die ihnen wirtschaftliche Si- 
cherheit bietet. Dabei sind es nicht 
einfach bereits vorhandene Produk- 
te oder Dienstleistungen, die zu ver- 
bessern sind, um als innovatives 
Unternehmen zu gelten – obwohl 
auch so Neues möglich wird. Es ist 
eher die Frage, wie die Lösung der 
Zukunft aussehen wird, jener 
Schlüssel, der den wesentlichen 
Vorsprung und die nötigen Erträge 
ermöglicht. Vieles entwickelt sich 
en passant, aus zufälligen Gesprä- 
chen und Beobachtungen. Das viel- 
leicht populärste Beispiel einer in- 
novativen Zufallserfindung sind die 
bekannten Post-it-Haftnotizen von 
3M. Diese gäbe es heute kaum, hät- 
te nicht ein Wissenschaftler von 
sich aus monatelang versucht, den 
Prototypen eines Selbstklebers 
marktreif zu machen. Oftmals sind 
es aber auch alternative Geschäfts- 
modelle wie jene des kanadischen 
Cirque du Soleil, der schwedischen 
Tetra Pak oder von Nespresso, die 
bisherige Konzepte auf den Kopf 
stellten. Auch hier: Alle drei Markt- 
führer suchten nach Lösungen für 
künftige Bedürfnisse. Nicht die Ge- 
genwart zählte, sondern die Zu- 
kunft. Für diese Erkenntnis brau- 
chen wir nun mal keine aufwendi- 
gen Umfragen, um nach Monaten 
oder Jahren endlich herauszufin- 
den, was die Menschen wirklich 
wollen – die wissen es nämlich häu- 
fig selbst nicht. Wertvoller sind da 
persönliche Erfahrungen, eigenes 
Erleben, kritisches Hinschauen, 
permanentes Ausprobieren, kreati- 
ves Jonglieren von Gedanken – und 
natürlich die Kunst, die richtigen 
Fragen zu stellen. Und vielleicht 
noch etwas: Es kann durchaus 
spannend sein, Neuerungen von un- 
ten her geschehen zu lassen und 
aufkeimende Ideen nicht etwa ab- 
zuklemmen, sondern vielmehr her- 
auszufordern. Zwar ist das nicht zu 
steuern, aber man kann ja immer- 
hin die Chancen daraus nutzen. Na- 
türlich ist ein solcher Ansatz an- 
spruchsvoll und zu allem Überfluss 
mit etlichen potenziellen Risiken 
behaftet. Doch es ist garantiert um 
einiges sinnvoller, um manches ins- 
pirierender und langfristig be- 
stimmt deutlich wirtschaftlicher, 
als irgendwann urplötzlich den ein- 
zigen Lösungsweg darin zu sehen, 
sofort Geschäftsbereiche zu schlie- 
ssen, umgehend ein paar Hundert 
Mitarbeitende zu entlassen oder 
sich überstürzt und ungeordnet aus 
langjährigen Märkten zurückzuzie- 
hen. Denn Zukunft kann definitiv 
auch anders aussehen. 
Das «Volksblatt» gibt Gastkommentatoren 
Raum, ihre persönliche Meinung zu äussern. 
Diese muss nicht mit der Meinung der Redakti- 
on übereinstimmen. 
ANDRÉ PAHUD 
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Gastkommentar 
Innovativ sein heisst, 
anders zu sein. 
gemäß § 6 Wertpapierprospektgesetz zum UBS Structured Note Programme vom 22. Juni 
2012, wie durch einen Nachtrag von Zeit zu Zeit ergänzt. Für die unten aufgeführten 
Schuldverschreibungen beginnt das öffentliche Angebot am 26. März 2013. 
Emittentin: UBS AG, Niederlassung London 
- UBS Money Market Switch Note GBP (ISIN CH0190655453) 
- UBS Money Market Switch Note EUR (ISIN CH0190655438) 
- UBS Money Market Switch Note USD (ISIN CH0190655446) 
Die Endgültigen Bedingungen werden ab dem 26. März 2013 bei der Emittentin zur 
kostenlosen Ausgabe bereitgehalten und auf der Internet-Seite www.ubs.com/keyinvest 
veröffentlicht. 
Zürich/Basel im März 2013 
Bereithaltung von Endgültigen Bedingungen 
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Tablet, Notebook 
oder doch ein Zwitter? 
Informatik Immer mehr Technikfreunde stehen vor der Frage, ob sie als nächstes ein Note- 
book oder ein Tablet kaufen sollen. Dass es mit den Convertibles nun sogar eine Mischung 
aus beidem gibt, macht die Entscheidung nicht einfacher. 
VON KURT HAUPT, SDA 
Früher 
griff  man für mobiles 
Arbeiten immer zum Note- 
book. Dieses ist einfach ein 
leichterer und geschrumpf- 
ter Büro-PC, auf dem die bisher ge- 
wohnten Programme arbeiteten. 
Mit den Schiefertafelrechnern, den 
sogenannten Tablet-PC, hat man 
nun eine Alternative, die sich auch 
technisch stark vom gewohnten PC 
unterscheidet. Tablets haben sowohl 
eine eigene Bedienphilosophie und 
verwenden meist auch spezielle Pro- 
gramme. Tablets haben viele Stär- 
ken. Sie sind schick, leicht und innert 
Sekundenbruchteilen betriebsbe- 
reit. Sie werden mit der Fingerspit- 
ze auf dem farbigen Touchdisplay 
bedient und auch Computer-Novizen 
kommen mit ihnen sofort zurecht. 
Tablets haben ferner einen hohen 
«Trend- und Livestyle-Faktor». Sie 
passen mit Grössen zwischen Ta- 
schenbuch (7 Zoll) und A4 (11 Zoll) 
sowohl in Handtaschen als auch in 
Dokumentenmappen. Die Preise 
reichen inzwischen von gut 100 bis 
knapp 1000 Franken, Qualität und 
Leistung liegen entsprechend im Be- 
reich zwischen Kinderspielzeug und 
echtem Business-Arbeitsgerät. 
Apps statt 
ProgrammeTablets brau- 
chen spezielle 
Programme, die 
Apps (Applica- 
tions) genannt 
werden. Diese be- 
herrschen jeweils 
nur eine Funktion 
und kosten maximal 
wenige Franken. Sie werden direkt 
mit dem Tablet aus sogenannten 
App-Stores via Internet herunterge- 
laden. Apps halten sich automatisch 
aktuell und lassen sich auch wieder 
rückstandsfrei entfernen. Hundert- 
tausende verschiedene Apps lösen 
praktisch jede Organisationsgabe, 
erfüllen unzählige Informations- 
und Unterhaltungswünsche oder 
vertreiben einfach Langeweile. Bei 
einigen kostenlosen Apps muss man 
Werbung oder das Einsammeln per- 
sönlicher Daten akzeptieren. Tablets 
haben auch Schwächen. Diese zeigen 
sich vor allem beim Tippen. Auf dem 
Display will man bestenfalls einige 
Sätze tippen. Angesteckte oder per 
Funk verbundene Spezialtastaturen 
sind entweder eine Notlösung oder 
sperrig. Beschränkt sind Tablets 
auch bei ihren Speicherfähigkeiten; 
bestenfalls einige Handvoll Giga- 
bytes müssen genügen. Wer ganze 
Sammlungen mit Dokumenten, Fo- 
tos, Musik und Filmen auf seinem 
Tablet verwalten will, gerät schnell 
an Grenzen oder muss Daten im In- 
ternet und Heimnetzwerk speichern. 
Letztlich zwingen Tablets auch zur 
beinahe schicksalshaften Entschei- 
dung zwischen Apple, Google und 
Microsoft. Je nachdem ob man ein 
iPad, Android-Tablet oder Windows- 
Gerät kauft, liefert man sich dem zu- 
gehörigen Ökosystem aus Apps, Zu- 
behör und Fans aus. 
Notebooks holen auf 
Im Vergleich zu Tablets haben Note- 
books ein biederes und angestaubtes 
Image. Doch die mobilen Rechner 
mit Tastatur und Mauszeigersteue- 
rung holen auf. Erstens werden sie 
dank schlankeren Massen und edlen 
Metallgehäusen hübscher und sind 
in der Leicht-Kategorie mit 1 bis 1,5 
Kilo auch sehr tragbar. Je nach Ge- 
schmack und Erfahrung hat man die 
Wahl zwischen den Betriebssyste- 
men von Apple (OS X), Microsoft 
(Windows) und dem offenen Linux. 
Wer ein Windows-Notebook kauft, 
profitiert vom Preiskampf unter den 
Herstellern. Bereits für wenige Hun- 
dert Franken gibt es leistungsfähige 
Arbeitsbegleiter, die riesige Daten- 
mengen speichern und sich prob- 
lemlos mit allen Peripheriegeräten 
verbinden. Sogar die Akku-Ausdauer 
der Tastaturrechner hat sich den Ta- 
blets angenähert; Top-Modelle hal- 
ten bis zu 10 Stunden ohne Strom- 
anschluss durch. Notebooks sind vor 
allem die perfekten Mehr-Kämpfer. 
Wer parallel Texte bearbeiten, kal- 
kulieren, gestalten, mailen und sur- 
fen will, kann nur auf dem Notebook 
einfach gleichzeitig mit mehreren 
Programmen arbeiten und deren In- 
formationen untereinander austau- 
schen. Umfangreiche Dokumentatio- 
nen und komplexe Rechentabellen 
bedingen ebenfalls zwingend ein 
echtes Notebook. 
Von Zwittern und Riesen 
Die Grenzen zwischen Notebooks 
und Tablets verschwinden aller- 
dings. So verfügen Notebooks mit 
Windows 8 teilweise schon über ein 
berührungsempfindliches Touch- 
Display. Man kann also entweder ei- 
nen Mauszeiger steuern oder direkt 
auf den Schirm mit dem Finger tip- 
pen. Bei sogenannten Convertibles 
kann man den Bildschirm komplett 
umklappen und die Tastatur deakti- 
vieren. Auf den ersten Blick lässt 
sich dieses «fette Tablet» nicht mehr 
von einem gewohnten Tablet unter- 
scheiden. Vor allem im Heimbereich 
machen auch All-in-one-Geräte mit 
Fingerbedienung Sinn. Bei ihnen 
verbirgt sich die komplette Elektro- 
nik in einem dicken Display. Norma- 
lerweise arbeitet man mit Windows 
und Touch-Display. Löst man den 
Bildschirm aus seiner Halterung, 
verwandelt er sich bei einigen Mo- 
dellen in ein riesiges Tablet mit dem 
Betriebssystem Android. Diesen Um- 
wandlungs-Trick beherrschen auch 
schon bereits erste Computer-Bild- 
schirme, die an herkömmliche PC 
angeschlossen werden. Einerseits 
funktionieren sie als PC-Display mit 
Touch-Fähigkeit an PC oder Mac. Bei 
ausgeschaltetem Rechner sind sie 
dann aber ein riesiges Tablet mit 
dem schnellen Programmstart von 
Android. 
Nahrungsmittel 
Nestlé eröff net  neues 
Technologiezentrum 
ORBE Nestlé hat am Montag offiziell 
eine neues Technologiezentrum im 
waadtländischen Orbe eingeweiht. 
Der neue Betrieb wird Kapseln und 
Maschinen für Nespresso produzie- 
ren. Die Schweiz und Orbe spielten 
für Nestlé eine sehr wichtige Rolle, 
wenn es um Innovation, einen der 
Schlüsselfaktoren für die Unterneh- 
mensentwicklung, gehe, erklärt 
Konzernchef Paul Bulcke am Montag 
vor den Medien. Die neue Produkti- 
onsstätte sei ein Beispiel für das 
konstante Engagement für Innovati- 
on, Forschung und Entwicklung und 
die Schweiz.  (sda) 
Meyer Burger braucht 
eine Kapitalerhöhung 
Solarindustrie Der Solar- 
industrie-Ausrüster Meyer 
Burger befindet sich in einem 
düsteren Umfeld. 
Nach jahrelangem Wachstum sind 
Umsatz und Aufträge 2012 eingebro- 
chen. Unter dem Strich steht ein Ver- 
lust von 115,9 Mio. Franken. Nun 
braucht die Thuner Firma eine Kapi- 
talerhöhung. Im Mai sollen neue Ak- 
tien für 150 Mio. Fr. ausgegeben wer- 
den. Ein Bankensyndikat über- 
nimmt alle neuen Aktien und bietet 
sie den bisherigen Aktionären zum 
Kauf an, wie Meyer Burger am 
Montag mitteilte. Die Konditionen 
werden anlässlich der Generalver- 
sammlung vom 25. April bekannt ge- 
geben. Firmenchef Peter Pauli 
glaubt, dass die unter Überkapazitä- 
ten leidende Solarindustrie den Tief- 
punkt erreicht hat, wie er an der Bi- 
lanzmedienkonferenz in Zürich sag- 
te. Meyer Burger als Hersteller von 
Maschinen zur Produktion von So- 
larzellen, Modulen und Systemen 
benötige Reserven und Spielraum, 
um durch die Marktkrise zu kom- 
men und um neue Technologien ent- 
wickeln zu können. 
Jede dritte Stelle gestrichen 
Es ist nicht die erste Kapitalbeschaf- 
fung in letzter Zeit: Im Mai 2012 hat- 
te Meyer Burger eine Obligationen- 
anleihe ausgegeben. Die flüssigen 
Mittel haben sich 2012 dennoch 
praktisch halbiert auf 134,5 Mio. 
Franken. Kürzlich hat die Firma zu- 
dem zur Finanzierung ihres neuen 
Sitzes in Thun einen hypothekarisch 
gesicherten Kredit von 30 Mio. Fr. 
aufgenommen. Meyer Burger hat 
auch auf der Aufwandseite gehan- 
delt: Im März 2012 wurde ein Spar- 
programm verordnet. Dadurch sank 
der Personalbestand im vergange- 
nen Jahr von 2791 auf 2186 Vollzeit- 
stellen. Die Zahl der Temporärstel- 
len fiel von 267 auf 79. Mit dem noch 
laufenden Sparprogramm vom No- 
vember, dem unter anderem rund 
120 Vollzeitstellen in Thun zum Op- 
fer fallen, sinkt der Personalbestand 
auf knapp 2000 Arbeitsplätze. In 
Thun arbeiten dann noch rund 450 
Personen für Meyer Burger, wie Fi- 
nanzchef Michel Hirschi im Ge- 
spräch mit der Nachrichtenagentur 
sda sagte. Dies entspricht etwa dem 
Bestand von vor der Übernahme der 
Lysser 3S, deren Aktivitäten nach 
Thun verlagert wurden. Auf die Fra- 
ge nach einem nächsten möglichen 
Sparprogramm sagte Hirschi, Opti- 
mierungen blieben eine Daueraufga- 
be. Allerdings brauche es einen ge- 
wissen Stellenbestand, um das An- 
gebot an Maschinen entlang der ge- 
samten Produktionskette und damit 
die Strategie aufrechterhalten zu 
können. 
Massiv weniger Aufträge 
Nach einem unmittelbaren Auf- 
schwung sieht es nicht aus: Der Auf- 
tragseingang ist 2012 auf 223,4 Mio. 
Fr. gefallen. Im Vorjahr waren es 
876,8 Mio. Fr. gewesen. Meyer Burger 
konnte noch stark von Aufträgen aus 
dem Jahr 2011 zehren, da Umsätze 
erst verbucht werden, wenn die Ma- 
schinen abgenommen worden sind. 
Dennoch halbierte sich der Gesamt- 
umsatz auf 645,2 Mio. Franken. Auf 
dem Ergebnis lasteten Abschreibun- 
gen von 102,2 Mio. Franken.   (sda) 
Firmenchef Peter Pauli blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. (Foto: KS)
	        

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