Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

Heute 
Nächtliches Drama Zypern rang 
um Rettung in letzter Minute 
NIKOSIA Das vom Staatsbankrott be- 
drohte Zypern rückte immer näher 
an den Abgrund heran. Das Land 
wollte gestern mit neuen Zugeständ- 
nissen eine Staatspleite in letzter Mi- 
nute abwenden. Vor dem entschei- 
denden Treffen der Euro-Finanzmi- 
nister in Brüssel am Sonntagabend 
hatte es noch keinen Durchbruch ge- 
gen. Der Druck, bei der Krisensit- 
zung in Brüssel zu einer Einigung zu 
kommen, ist immens. Denn die Uhr 
tickt: Liegt bis heute keine Lösung 
vor, will die Europäische Zentral- 
bank von Dienstag an Zypern den 
Geldhahn zudrehen. Dann würde die 
Wirtschaft innert Kürze zusammen- 
brechen. Der zyprische Präsident Ni- 
kos Anastasiades wollte am Sonntag 
in Brüssel unter anderem mit EU- 
Ratspräsident Herman Van Rompuy 
nach Lösungsmöglichkeiten suchen. 
Zypern hofft auf Nothilfen der inter- 
nationalen Geldgeber in Höhe von 10 
Milliarden Euro. Für dieses Rettungs- 
paket muss die Mittelmeerinsel je- 
doch einen Eigenanteil von 5,8 Milli- 
arden Euro aufbringen. «Drama mit 
ungewissem Ende», titelte die zypri- 
sche Zeitung «Kathimerini». 
Banken weiter dicht 
Sollte in der Nacht ein Rettungspaket 
geschnürt worden sein, würde sich 
das Parlament anschliessend mit den 
neuen Plänen befassen. Ein führen- 
der zyprischer Abgeordneter, der na- 
mentlich nicht genannt werden woll- 
te, sagte der Nachrichtenagentur 
Reuters: «Wir werden nach dem Tref- 
fen der Eurogruppe zusammenkom- 
men.» Die Banken des Landes blei- 
ben auch am heutigen Montag ge- 
schlossen, weil ein Ansturm auf die 
Schalter befürchtet wird, sollte es 
keine Rettung geben.   (rm) 
66 Prozent: Vaduz sagt «Nein» zum 
neuen Schulstandort Haberfeld 
Abstimmung Mit einer klaren Zweidrittelmehrheit haben die Vaduzer Stimmbürger am Sonntag das von der Gemeinde 
geplante Schulprojekt Haberfeld abgelehnt. Das Projekt sah den Neubau einer Tagesschule mit Tagesstrukturen vor. 
VON JOHANNES MATTIVI 
Bürgermeister Ewald Ospelt machte 
gestern in einer ersten Reaktion 
nach der Abstimmung keinen Hehl 
daraus, dass er persönlich sehr ent- 
täuscht vom Ergebnis sei. Es sei 
zwar klar gewesen, dass das geplan- 
te Projekt Haberfeld umstritten ist. 
Dennoch habe er mit einem knap- 
pen «Ja» gerechnet. Eine solch deut- 
liche Ablehnung des Projekts mit 
Zweidrittelmehrheit habe er hinge- 
gen nicht erwartet, sagte er zum 
«Volksblatt». Von 1555 abgegebenen 
gültigen Stimmen lauteten 1027 auf 
«Nein» zum 22-Millionen-Verpflich- 
tungskredit für das Projekt Haber- 
feld. Nur 528 Stimmbürger stimmten 
mit «Ja». Die Stimmbeteiligung lag 
bei 62,6 Prozent. 
Neubau KiGa/KiTA und Tagesschule 
Das Projekt der Gemeinde sah vor, 
dass das in den 1990er-Jahren er- 
richtete Provisorium für Kindergar- 
ten und Kindertagesstätte im Haber- 
feld abgerissen und am selben Stand- 
ort und in gleicher Grösse neu ge- 
baut werden sollte. Daneben sollte 
ein grosser Neubau entstehen, in 
dem neben einem Tagesstrukturan- 
gebot für Kinder der Primarschulen 
Äule und Ebenholz auch die beiden 
bestehenden Tagesschulklassen der 
Primarschule Äule untergebracht 
werden sollten. Gesamtkosten: 22 
Millionen Franken. Dagegen ergriff 
der Vaduzer Bürger Josef Feurle mit 
Unterstützung der VU-Fraktion im 
Vaduzer Gemeinderat das Referen- 
dum. Mit deutlichem Erfolg, wie das 
gestrige Ergebnis zeigt. 
«Zu gross und zu teuer» 
Referendumsinitiant Josef Feurle 
wertet das gestrige Abstimmungser- 
gebnis erwartungsgemäss als persön- 
lichen Erfolg und auch als «einen Er- 
folg für die Demokratie», wie er dem 
«Volksblatt» sagte. Die hohe Stimm- 
beteiligung von über 60 Prozent zei- 
ge, dass das Thema die Menschen in 
der Gemeinde bewegt habe. Die deut- 
liche Ablehnung des Projekts Haber- 
feld führt Feurle in 
erster Linie auf die 
hohen Kosten und 
die Dimension des 
Vorhabens zurück. 
In zweiter Linie hät- 
te sich die Bevölke- 
rung auch gegen die 
Errichtung eines dritten Schulstand- 
orts in der Gemeinde ausgesprochen, 
nachdem es im Äule und im Eben- 
holz bereits zwei funktionierende 
Standorte gebe. 
«Wir haben uns allerdings nie gegen 
eine Tagesschule und gegen Tages- 
strukturen ausgesprochen», machte 
Josef Feurle noch einmal die Ziele 
seines Referendums klar. «Tages- 
strukturen sind dringend nötig und 
sollten so rasch als möglich umge- 
setzt werden – mit viel gutem Willen 
wäre das bis Sommer 2014 zu schaf- 
fen.» Die Tages- 
strukturen sollten 
jedoch in einem 
aufgestockten Neu- 
bau des Kindergar- 
tens untergebracht 
werden. Damit 
bräuchte es kein 
neues Gebäude neben dem Kinder- 
garten. Für die Tagesschule Äule, 
die als Schulversuch bis 2016 läuft, 
könnten andere und sparsamere Lö- 
sungen gefunden werden. Feurle 
könnte sich z. B. eine Kooperation 
der Oberländer Gemeinden vorstel- 
len, um eine gemeinsame Tages- 
schule für das Oberland zu errich- 
ten. «Ich bringe gern Ideen ein», so 
Feurle, «aber der Ball liegt jetzt beim 
Gemeinderat. Ich erwarte mir, dass 
alle vertretenen Fraktionen und das 
Schulamt gemeinsam an einer Wei- 
terentwicklung des Projekts arbei- 
ten. Wir fangen ja nicht bei null an.» 
Gemeinderat ist am Zug 
Auch Bürgermeister Ewald Ospelt 
sieht nun den Gemeinderat am Zug. 
Eventuell werde das Thema Haber- 
feld bereits morgen Abend in der Ge- 
meinderatssitzung besprochen. Auf 
jeden Fall gelte es jetzt, die genauen 
Gründe für die Ablehnung des Pro- 
jekts Haberfeld zu analysieren. 
Ospelt ist überzeugt, dass verschie- 
dene Gründe in Summe zum gestri- 
gen Abstimmungsergebnis geführt 
haben. Ein Alternativprojekt zum 
Haberfeld steht allerdings noch aus. 
«Eine solch deutliche 
Ablehnung des Projekts 
habe ich nicht erwartet.» 
EWALD OSPELT 
BÜRGERMEISTER VADUZ 
Verbund Südostschweiz 
Fr. 2.00 
9 771812601006 
10013 
Inhalt 
Inland 2–11 
Politik 12 
Sport 13–21 
Kino/Wetter 22 
TV 23 
International 24 
www.volksblatt.li 
Diplomatie In Vaduz wird 
mit Doris Frick heute die 
künftige liechtensteinische 
Botschafterin in Bern vorge- 
stellt. Frick wird Hubert Bü- 
chel ersetzen. 
Fotogalerien Auch heute 
finden Sie Fotogalerien zu 
aktuellen Veranstaltungen in 
Liechtenstein und Umge- 
bung im Media Center auf 
www.volksblatt.li. 
Koalitionsvertrag 
FBP und VU stimmen ab 
Sowohl die Bürgerpartei als 
auch die Union entscheiden 
heute auf ihren Parteitagen 
ab 19 Uhr über den Koaliti- 
onsvertrag zwischen beiden 
Parteien. 
volksblatt.li 
3° 2° 
Wetter Grauer Him- 
mel, dazu zeitweise 
Regentropfen und 
Flocken. Seite 23 
Protest gegen LLB-Pläne 
IG Schaan sammelt 
Unterschriften 
SCHAAN Die IG Schaan lanciert eine 
Unterschriftenaktion gegen die ge- 
plante Schliessung der LLB-Filiale in 
Schaan. Dies sagte der Präsident der 
IG Schaan, Leander Schädler, am 
Sonntag am Rande der IGXPO 2013 
gegenüber Radio L. «Wir wurden von 
dem enormen Zuspruch richtig über- 
rascht. Innerhalb von zwei Stunden 
sind etwa 150 Unterschriften zusam- 
mengekommen», so Schädler. Offen- 
bar beabsichtigt Schaans Vorsteher 
Daniel Hilti bei einem Gespräch mit 
Vertretern der LLB, die geplante 
Schliessung zu verhindern. «Wir 
werden Daniel Hilti die Unterschrif- 
tenbögen sozusagen als Unterstüt- 
zung mitgeben», erklärte Schädler. 
In den kommenden Tagen sollen Un- 
terschriftenbögen bei der Gemeinde 
und den Mitgliedsgeschäften der IG 
Schaan ausgelegt werden.   (hf) 
www.volksblatt.li 
Die Tageszeitung        für Liechtenstein 
Montag, 25. März 2013 
136. Jahrgang Nr. 68 
Pfadfinder blicken auf 
ein spannendes Jahr 
Rück- und Ausblick bei 
der Delegiertenver- 
sammlung der Pfadi. 
3 
IGXPO 2013 lockte 
zahlreiche Besucher 
Die «Schaantastische» 
Frühlingsmesse erfreut 
Aussteller und Gäste. 
5 
Am Podest vorbei geschrammt 
Marina Nigg wird in Davos Vierte 
Nur 58 Hunderstel 
fehlten für Bronze 
16 
Einzigartiges Web-TV von volksblatt.li: 
Aktuelle Filmbeiträge zu Politik, Wirtschaft, 
Sport und Kultur 
Auto-LIE 2013 
Web-TV 
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Apps im App Store). Sie gelangen 
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themenbezogenen 
Videos. 
volksblatt.li 
Hier hätte nach den Plänen der Gemeinde Vaduz neben einem Neubau des 
bestehenden Kindergartens Haberfeld auch ein Neubau für Tagesschule und 
Tagesstrukturen entstehen sollen. (Foto: Paul Trummer) 
 
 Ja zum Projekt Haberfeld: 
528 Stimmen (34 Prozent) 
 
 Nein zum Projekt Haberfeld: 
1027 Stimmen (66 Prozent) 
 
Stimmberechtigte total: 2573 
 
Abgegebene Stimmkarten: 1611 
 
Gültige Stimmzettel: 1555 
 
Ungültige Stimmzettel: 56 
 
Stimmbeteiligung: 62,6 Prozent 
ABSTIMMUNG IM DETAIL 
Nein 
66 % 
Ja 
34 % 
Zitat des Tages 
«Wollt ihr mich zum 
Rücktritt zwingen? 
Wenn es das ist, was ihr 
wollt, dann sagt es.» 
NIKOS ANASTASIADES 
STAATSCHEF ZYPERN
	        

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