Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Inland | 7 
FREITAG 
8. MÄRZ 2013 
Kinder 
zu fördern ist ein 
wichtiges Ziel für alle El- 
tern. Gleichzeitig wollen El- 
tern, dass ihre Kinder es 
nicht unbedingt leicht, aber doch 
einfacher haben in der Schule, ins- 
besondere bei Tests und Kontrollen. 
Mit zunehmendem Alter lernen Kin- 
der kompliziertere Vorgänge und 
Begriffe kennen. Plötzlich werden 
die Eltern mit grammatikalischen 
Begriffen wie «Adjektiv», «Plus- 
quamperfekt» oder Regeln für die 
Verwendung von «Dativ» und «Ak- 
kusativ» konfrontiert. Im Bereich 
der Mathematik werden Begriffe 
wie Summand, Quotient, Gleichun- 
gen und Pythagoras auftauchen. Die 
Eltern wollen ihren Kindern zwar 
helfen, müssen aber diese Begriffe 
und Konzepte erlernen oder wieder 
auffrischen. Man möchte auch, dass 
die Kinder eine positive Einstellung 
zum Lernen entwickeln. Die positi- 
ve Einstellung wird durch die Eltern 
und die Schule geprägt. Eltern, die 
unter Zeitdruck stehen oder keine 
Lust haben, sich mit den oben ge- 
nannten Begriffen zu beschäftigen, 
stöhnen und werden ungeduldig 
oder sogar grantig. Dort beginnt 
das Problem: diese Einstellung wird 
vom Kind übernommen. Gelassen- 
heit und Geduld ist gefragt. Das Er- 
forschen und Erlernen von neuer 
Materie sollte begrüsst und will- 
kommen geheissen werden. Die 
Lern- und Erziehungstipps in dieser 
Reihe sind als Unterstützung ge- 
dacht – heute: «Geschmeidige Au- 
genbewegung – SEM (das 1. Jahr)». 
Geschmeidige Augen- 
bewegung – SEM (das 1. Jahr) 
SEM stammt aus dem Englischen 
und bedeutet «Smooth Eye Move- 
ment». Die geschmeidige Augenbe- 
wegung ist eine absolute Vorausset- 
zung für das Lesen und Schreiben 
sowie handwerkliche Tätigkeiten. 
Geschmeidige Augenbewegungen 
bedeutet, dass ein Kind in der Lage 
ist, einem sich bewegenden Objekt 
aus einer Entfernung von ca. 50 bis 
70 cm mit den Augen zu folgen. Bei 
sehr kleinen Kindern ist das visuel- 
le Verfolgen eines Fingers oder ei- 
nes Gegenstandes meist noch ruck- 
artig. Bei älteren Kindern (4+) kann 
man diese Bewegungen mit einem 
einfachen Test messen: Erstellen Sie 
eine vertikale Skala mit Zahlen von 
1 bis 12 oder mit Bildern und eine 
horizontale Skala mit Buchstaben 
von A bis L oder mit Bildern. Bewe- 
gen Sie dann einen Bleistift auf der 
Skala entlang (in vertikaler Rich- 
tung) und stoppen bei einer Zahl 
oder einem Bild. Das Kind muss sa- 
gen, was es ist. Die geschmeidige 
Augenbewegung kann durch einfa- 
che Spiele geübt werden, wie z. B. 
Spielzeug oder Hände vor dem Kind 
bewegen. 
Eine weitere Übungsmöglichkeit ist, 
die Hand des Kindes zu nehmen, 
dann gemeinsam die Hände mitein- 
ander zu bewegen und dabei den 
Händen (oder auch einem Gegen- 
stand, den beide berühren) mit den 
Augen zu folgen. Wenn der Vater 
oder die Mutter die sich bewegen- 
den Hände oder den Gegenstand 
anschaut, wird auch das Kind es 
tun. 
Kinder, die im Alter von 2 oder 3 
Jahren keine geschmeidige Augen- 
bewegung haben, können durch 
fortgeschrittene Übungen, die auch 
in diesen Erziehungs- und Lerntipps 
präsentiert werden bzw. schon wur- 
den, gefördert werden. 
Dienstleistung des DEV 
Die Lern- und Erziehungstipps von Tony Stockwell 
sind in der Praxis erprobt und bieten Eltern Unter- 
stützung. Ein Service des DEV – Dachverband der 
Elternvereinigungen. 
* Tony Stockwell ist ein international an- 
erkannter Pädagoge. Er interessiert sich 
insbesondere für Lerntechniken und Lernpro- 
zesse und hat in der Vergangenheit zahlreiche 
Lehrgänge und Bücher über alle Formen des 
Lernens, über frühkindliche Entwicklung und 
Lerntechniken geschrieben. Er wohnt seit fast 
30 Jahren in Liechtenstein und arbeitet noch 
heute an Schulen und Hochschulen. 
Lern- und Erziehungstipps 
Kindererziehung – 
eine schöne 
Herausforderung 
TONY STOCKWELL* 
Infra/Integra 
Info-Veranstaltung 
zur Steuererklärung 
SCHAAN Die Infra, Informations- und 
Kontaktstelle für Frauen, veranstal- 
tet am 26. März einen Informati- 
onsabend für fremdsprachige Mig- 
rantinnen. Albulena Llolluni-Badalli 
(Foto) von der Revitrust Revision AG 
gibt Infos und Tipps zum Ausfüllen 
der Steuererklä- 
rung. Bald kom- 
men wieder die 
Steuerformula- 
re; das Ausfüllen 
bereitet vielen 
Kopfzerbrechen. 
Auch die Wegleitung der Steuerver- 
waltung hilft wenig, wenn der gene- 
relle Durchblick fehlt. Das muss 
nicht sein – gut vorbereitet und rich- 
tig informiert fällt das Ausfüllen der 
Steuererklärung leichter. 
Die Referentin geht auf folgende Fra- 
gen ein: Wie ist die Steuererklärung 
aufgebaut und wie muss sie ausge- 
füllt werden? Was ist als Vermögen 
zu deklarieren? Wie setzt sich der Er- 
werb gemäss liechtensteinischem 
Steuergesetz zusammen? Worauf ist 
bei Einzelpersonen, Ehepaaren oder 
Geschiedenen zu achten? Welche Ab- 
zugsmöglichkeiten gibt es? Wer muss 
die Steuererklärung unterzeichnen 
und welche Konsequenzen sind da- 
mit verbunden? Hauptsprache bei 
der Veranstaltung ist Deutsch, Über- 
setzungshilfe kann in Spanisch, Por- 
tugiesisch Türkisch und Albanisch 
gegeben werden. Die Teilnehmerin- 
nenzahl ist begrenzt, eine Voranmel- 
dung darum notwendig. Das Projekt 
Integra wird vom Ausländer- und 
Passamt finanziell unterstützt. (pd) 
Infos zur Steuererklärung 
  Referentin: Albulena Llolluni-Badalli, Treuhän- 
derin mit eidg. Fachausweis 
 Termin: Dienstag, 26. März, 19 bis 21 Uhr 
  Ort: Infra, Landstrasse 92, Schaan, Telefonnum- 
mer 232 08 80, Internetseite: www.infra.li 
Liechtenstein-Institut 
Ergebnisse der Nachwahlbefragung zu den Wahlen 2013 werden präsentiert 
GAMPRIN Unter dem Titel «Wer wählt 
warum, wie und wen» stellt Wilfried 
Marxer, Politikwissenschaftler am 
Liechtenstein-Institut, am Dienstag, 
den 12. März, um 18 Uhr die Ergeb- 
nisse einer repräsentativen Umfrage 
zu den Landtagswahlen 2013 vor. 
«Seit 1997 werden aus wissenschaft- 
lichem Interesse jeweils nach Land- 
tagswahlen Befragungen durchge- 
führt. Die aktuellen Umfragedaten 
liefern also einerseits interessante 
Erkenntnisse über das Wahlverhal- 
ten und die Wahlmotive bei den 
Landtagswahlen 2013. Gleichzeitig 
können aber auch Zeitreihenanaly- 
sen durchgeführt werden, die bis 
1997 zurückreichen», teilte das 
Liechtenstein-Institut mit. 
Wie hat sich das Vertrauen in die In- 
stitutionen seit 1997 entwickelt? Wie 
stark sind die Parteibindungen? Wel- 
ches waren und sind die wesentli- 
chen Wahlmotive zur Wahl der ein- 
zelnen Parteien? Welche Meinung 
vertreten Anhänger der verschiede- 
nen Parteien zu einzelnen Sachfra- 
gen? Welche Bedeutung kommt den 
Regierungskandidaten bei Landtags- 
wahlen zu? Würde man die Regie- 
rung lieber direkt wählen? Und wer 
wäre dann Regierungschef gewor- 
den? «Auf solche Fragen können 
Antworten geliefert werden», 
schreibt das Liechtenstein-Institut. 
Bei den Wahlen 2013 haben erstmals 
vier Parteien den Einzug in den 
Landtag geschafft. Beide kleineren 
Parteien haben es sogar zu Frakti- 
onsstärke gebracht. Hier stelle sich 
also die Frage nach den Wählerwan- 
derungen, die sich aus den amtli- 
chen Wahlresultaten nicht erschlies- 
sen lassen. Besonders interessiere 
auch die Frage, wie sich das Seg- 
ment der Wählerinnen und -wähler 
der neuen Gruppierung DU zusam- 
mensetzt. Welche Partei haben sie 
vorher gewählt, wo stehen sie ideo- 
logisch? Solche Fragen seien nicht 
zuletzt auch im Hinblick auf Partei- 
enkoalitionen – heute und in Zu- 
kunft – bedeutsam. (red/pd) 
Informationen und weitere Daten 
Der Vortrag mit anschliessender Diskussion findet 
im Mehrzwecksaal des Vereinshauses Gamprin 
statt und dauert von 18 bis ca. 19.30 Uhr. Eine An- 
meldung ist nicht erforderlich. Der letzte Vor- 
tragsabend mit Podiumsdiskussion findet am 
Donnerstag, den 21. März, statt. 
Weitere Infos: www.liechtenstein-institut.li 
Wilfried Marxer stellt am Dienstag die 
Ergebnisse der Nachwahlbefragung 
vor. (Foto: ZVG) 
www.kleininserate.li 
Liechtenstein ist 
das weltweit erste 
«Energieland» 
Nachhaltig Aufgrund ihres Engagements im Bereich der ef- 
fizienten Energienutzung dürfen sich nun alle elf Gemeinden 
des Fürstentums als «Energiestädte» bezeichnen. 
VON FABIAN MARTIN SUDE 
Die 
letzten drei Gemeinden 
haben am Donnerstag ihr 
Zertifi kat als «Energiestadt» 
erhalten. Der Titel wird an 
Gemeinden verliehen, die eine nach- 
haltige Energiepolitik vorleben und 
umsetzen. Damit ist das Fürstentum 
weltweit das erste «Energieland». 
Feierliche Übergabe der Zertifikate 
Mit Eschen, Gamprin, Schellenberg 
und Triesenberg wurde im vergan- 
genen Jahr den letzten Gemeinden 
der Titel «Energiestadt» verliehen. 
Die feierliche Übergabe der drei aus- 
stehenden Zertifikate fand gestern im 
Vaduzer Saal statt. 
Ursula Stämmer, 
Vizepräsidentin 
des Trägervereins 
«Energiestadt», 
überreichte Renate 
Müssner anschlies- 
send das Zertifikat 
«Energieland Fürs- 
tentum Liechtenstein». Die Umwelt- 
ministerin zeigte sich über die Ent- 
wicklung in Richtung Nachhaltigkeit 
hoch erfreut. Im Kurzinterview mit 
dem «Volksblatt» spricht sie exklusiv 
über diesen Erfolg (siehe Media Cen- 
ter auf volksblatt.li). 
An der dazugehörigen Pressekonfe- 
renz teilten die Verantwortlichen 
mit, dass Liechtenstein damit nicht 
nur das erste «Energieland» der 
Welt ist; im Fürstentum befindet 
sich mit Planken ausserdem auch 
die kleinste «Energiestadt» von ganz 
Europa. 
Jürg Senn, Leiter der Energiefach- 
stelle, lobte die einzelnen Gemein- 
den und sprach diesen seinen per- 
sönlichen Dank aus. Zugleich erin- 
nerte er jedoch daran, dass der Pro- 
zess mit diesem Erfolg nicht abge- 
schlossen sei. 
Der Weg zum Energieland 
Um sich mit dem Titel «Energie- 
stadt» rühmen zu dürfen, mussten 
die Gemeinden verschiedene Vor- 
aussetzungen erfüllen. Triesen 
nahm diesbezüglich eine Vorreiter- 
rolle ein und erhielt das Zertifikat 
bereits vor neun Jahren als erste 
liechtensteinische Gemeinde. 
Für das begehrte Zertifikat müssen 
alle Bewerber mindestens 50 Pro- 
zent eines Massnahmenkatalogs er- 
füllen bzw. reali- 
sieren. Sobald der 
Anwärter diese Vo- 
raussetzung erfüllt 
und die benötigte 
Anzahl der Mass- 
nahmen umgesetzt 
hat, erhält er eine 
Zertifizierung. 
Prozess nicht abgeschlossen 
In der Umsetzung haben die Gemein- 
den die verschiedensten Ansätze ge- 
wählt. Unter anderem wurden in 
Liechtenstein Fotovoltaikanlagen, 
Minergiegebäude sowie Hackschnit- 
zelheizungen und Fernwärmewerke 
gebaut. Aber auch Energieberatun- 
gen kamen zum Einsatz. Viele Ge- 
meinden beschlossen zudem, die 
nächtliche Beleuchtung zu reduzie- 
ren oder ganz abzuschalten. 
Ein Zertifikat stellt jedoch nicht das 
Ende des Projekts dar: So werden al- 
le vier Jahre Erfolgskontrollen durch- 
geführt und die neuen Zielsetzungen 
überprüft. Auf diese Weise sollen 
auch in Zukunft weitere Energiespar- 
massnahmen vorangetrieben wer- 
den. Im Idealfall werde nicht nur die 
Verwaltung, sondern auch die Bevöl- 
kerung zu einem langfristigen Bei- 
trag motiviert, sagte Günther Kranz, 
Vorsteher von Eschen, diesbezüglich 
an der Medienkonferenz. «Mit ein- 
maligen Handlungen ist der Prozess 
daher nicht abgeschlossen», so Kranz 
weiter. 
Selbstbestimmung der Gemeinden 
Laut Ewald Ospelt, Bürgermeister 
von Vaduz, liegen die Stärken des 
Programmes vor allem in der freien 
Wahl der Massnahmen. So könne 
nicht nur der Schwerpunkt, sondern 
auch das Tempo, der Inhalt und die 
Umsetzung selbst gewählt werden. 
Er zeigte sich darüber erfreut, dass 
mit den letzten Zertifizierungen nun 
alle elf Gemeinden den Titel «Ener- 
giestadt» tragen dürfen: «Liechten- 
stein hat den richtigen Weg einge- 
schlagen. Nun gilt es, diesen auch 
gezielt zu verfolgen», sagte er im 
Rahmen der Pressekonferenz. 
«Der richtige Weg ist 
eingeschlagen. Nun 
gilt es, diesen gezielt 
zu verfolgen.» 
EWALD OSPELT 
BÜRGERMEISTER VADUZ 
Vor den versammelten Medien (v.l.): Ewald Ospelt (Bürgermeister Vaduz), Jürg 
Senn (Leiter Energiefachstelle) und Günther Kranz (Vorsteher Eschen) an der 
Pressekonferenz. (Foto: Nils Vollmar) 
www.volksblatt.li 
Interviews zum Thema fi nden Sie im Media 
Center auf www.volksblatt.li 
Die Übergabe der letzten Zertifi kate (v.l.): Kurt Egger (Leiter Programm «Ener- 
giestadt»), Ursula Stämmer (SP), Norman Wohlwend (Vorsteher Schellenberg), 
Renate Müssner (Umweltministerin), Hubert Sele (Vorsteher Triesenberg) und 
Donath Oehri (Vorsteher Gamprin).  (Foto: Nils Vollmar)
	        

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