Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Inland | 7 
MITTWOCH 
6. MÄRZ 2013 
BMS in Liechtenstein 
Vollzeitangebot 
wird eingeführt 
VADUZ Das Vollzeitangebot an der Be- 
rufsmittelschule Liechtenstein wird 
definitiv eingeführt. Dies beschloss 
die Regierung an ihrer Sitzung vom 
Dienstag. In dieser wurde der Schul- 
versuch als Erfolg bewertet. «Der 
Vollzeitlehrgang wird sehr geschätzt 
und über die Landesgrenzen hinweg 
stark nachgefragt», heisst es in der 
Aussendung des Schulamtes vom 
Dienstag. Seit mehr als 10 Jahren gibt 
es an der Berufsmittelschule Liech- 
tenstein die Möglichkeit, berufsbe- 
gleitend, aufbauend auf eine Berufs- 
lehre, innerhalb von zwei Jahren im 
Abendunterricht einen Berufsmatu- 
raabschluss zu erwerben. Dieser gibt 
eine Zugangsberechtigung an Fach- 
hochschulen in der Schweiz sowie an 
Universitäten und Fachhochschulen 
in Liechtenstein und Österreich. 
Wunsch der Wirtschaft entsprochen 
Vor drei Jahren wurde das Angebot 
der Berufsmittelschule im Rahmen 
eines dreijährigen Schulversuchs 
mit einem Vollzeitlehrgang erwei- 
tert, der in einem Jahr zur Berufs- 
matura führt. Die Lehrpläne der bei- 
den Lehrgänge sind identisch. 
«Ein wesentlicher Grund für den 
Schulversuch war der langjährige 
Wunsch, auch vonseiten der Wirt- 
schaft, durch den Ausbau des Ange- 
bots in Liechtenstein mehr vor allem 
technisch begabten und interessier- 
ten Studenten die Möglichkeit einer 
Berufsmatura zu eröffnen», heisst es 
in der Presseaussendung weiter. 
Nicht wenigen stand dieser Weg in 
der Schweiz aufgrund von Schwä- 
chen im Fach Französisch nicht of- 
fen, da Französisch dort obligato- 
risch ist, an der Berufsmittelschule 
Liechtenstein aber nicht geführt 
wird. Ein weiterer Grund war, dass 
für viele an der Ausbildung Interes- 
sierte die Möglichkeit der Vereinbar- 
keit von Beruf und Ausbildung nicht 
gegeben und damit der berufsbeglei- 
tende Lehrgang keine Option ist. 
Stärkung der dualen Berufsbildung 
«Die Nachfrage nach diesem Ange- 
bot war von Beginn an sehr gross», 
heisst es weiter. Deshalb habe die 
Regierung auf das dritte Jahr des 
Schulversuchs von der Führung ei- 
ner Klasse auf zwei ausgeweitet. 
Gestern hat die Regierung nun auf- 
grund dieser grossen Nachfrage, vor 
allem auch für den technischen 
Schwerpunkt, die definitive Einrich- 
tung eines Vollzeitlehrgangs an der 
Berufsmittelschule Liechtenstein ab 
dem Schuljahr 2013/14 beschlossen. 
Wie während des Schulversuchs gilt 
vorerst eine Beschränkung auf zwei 
Klassen in den Schwerpunkten Wirt- 
schaft und Technik. Ab dem Schul- 
jahr 2014/15 werden Klassen nach 
Massgabe der Stellenplanung und 
des Voranschlages geführt. (red/ikr) 
Küchenbrand in Haag 
39-jähriger Mann 
an Hand verletzt 
HAAG Bei einem Wohnungsbrand am 
Montagnachmittag in Haag ist ein 
Bewohner an der Hand verletzt wor- 
den. Der 39-Jährige musste wegen 
Verdachts auf eine Rauchgasvergif- 
tung ins Spital gebracht werden. Die 
Brandursache ist noch nicht geklärt, 
wie die Polizei mitteilte. Der Brand 
war in der Küche der Wohnung aus- 
gebrochen. Die Feuerwehr evakuier- 
te das Mehrfamilienhaus. Der Brand 
konnte rasch gelöscht werden. (sda) 
Wegen des Föhnsturmes 
Zwei Anhänger auf 
A13 «umgeblasen» 
MELS Am Dienstagmorgen hat der 
herrschende Föhnsturm auf der A13, 
Fahrtrichtung Chur – St. Margrethen, 
gleich zwei Fahrzeuganhänger um- 
geworfen. Wie die Kantonspolizei St. 
Gallen mitteilte, fanden diese bei- 
den Ereignisse zwischen 9.25 und 
9.55 Uhr praktisch an derselben 
Stelle statt. Es entstand Sachscha- 
den. Der Verkehrsfluss wurde nur 
leicht behindert. (red/pd) 
Industriezubringer Schaan: 
Bauarbeiten gehen in fi nale Phase 
Finale Per Postaussendung wurden die Anwohner und Gewerbebetriebe Schaan-Süd gestern über den aktuellen Stand der 
Bauarbeiten zum Industriezubringer und noch ausstehende Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung Ende des Jahres informiert. 
VON KIRSTIN DESCHLER 
Am 
6. Juni 2011 wurde der 
erste Spatenstich für das 
15-Millionen-Projekt gesetzt. 
Ein solches Bauvorhaben 
wurde in Liechtenstein seit etwa vier 
Jahrzehnten nicht mehr realisiert 
und es hatte es auch nicht immer ein- 
fach. Der Zubringer hatte schliesslich 
nach jahrzehntelangem Hickhack im 
März 2010 an der Wahlurne endgül- 
tig grünes Licht erhalten. Nun geht 
das Bauvorhaben in die fi nale Runde 
und die letzten Arbeitsschritte bis zur 
planmässigen Eröff nung Ende dieses 
Jahres stehen an. Das «Volksblatt» hat 
sich bei Philipp Patsch vom Amt für 
Bau und Infrastruktur über den Stand 
der Dinge informiert. 
«Volksblatt»: Wie ist der aktuelle 
Stand der Bauarbeiten angesichts 
des Zeit- und Kostenplans? 
Philipp Patsch: Die Arbeiten für die 
abschliessende Etappe 2013 des In- 
dustriezubringers Schaan, «Im Alten 
Riet» bis «Kreisel Feldkircherstras- 
se» wurden Anfang dieses Jahres 
planmässig gestartet. Die Inbetrieb- 
nahme des gesamten Industriezu- 
bringers ist Ende dieses Jahres ge- 
plant. Die bewilligten Kosten kön- 
nen nach derzeitigem Kenntnisstand 
eingehalten werden. 
Welche Schritte stehen nun noch bis 
zur Beendigung des Projekts an? 
Wie erwähnt ist in diesem Jahr der 
Ausbau im östlichen Ausbauperime- 
ter anstehend. Zudem müssen noch 
beide Kreiselbauwerke, also derjeni- 
ge an der Bendererstrasse und derje- 
nige an der Feldkircherstrasse, er- 
stellt werden.  Die  Bauarbeiten für 
die Werkleitungen sind momentan 
voll im Gange und auf einigen Ab- 
schnitten teilweise bereits abge- 
schlossen. Anschliessend werden 
Pflästerungs- und Belagsarbeiten 
ausgeführt. Im Herbst werden ab- 
schliessend die gesamten Bepflan- 
zungen vorgenommen. 
Wann wird der Industriezubringer 
eröffnet? 
Die Eröffnung ist Ende 2013 vorgese- 
hen. 
Was war der grösste, schwerste und 
aufwendigste Bauabschnitt? 
Der Neubau einer Strasse ist an sich 
kein einfaches Projekt. Angefangen 
von den Auslösungs- und Beschwer- 
deverfahren, dem UVP-Verfahren 
über verschiedene Verhandlungen 
und Einvernehmen mit den land- 
wirtschaftlichen Belangen über spe- 
zielle Bauverfahren wie Mikrotunne- 
ling oder Horizontalbohrungen wa- 
ren verschiedenste Herausforderun- 
gen zu meistern. Sicher waren bzw. 
sind auch die beiden Kreiselbauwer- 
ke logistisch und bautechnisch keine 
einfachen Teilprojekte. 
Wie sieht es mit den Umleitungen 
aus? Wann werden diese voraus- 
sichtlich aufgehoben? 
Ab Mitte Jahr wird der Kreisel an der 
Bendererstrasse fertig gebaut sein 
und der Verkehr kann wieder nor- 
mal über die Bendererstrasse ge- 
führt werden. In dieser Phase wird 
der erste Teil des Industriezubrin- 
gers von der Bendererstrasse bis 
zum «Alten Riet» in Betrieb genom- 
men. 
Gab es bisher unvorhersehbare 
«Überraschungen» während der 
Bauarbeiten? 
Die Bauarbeiten verlaufen plange- 
mäss. Es gab dank guter Vorarbeit 
bisher keine unvorhersehbaren 
Überraschungen. 
Übersichtsplan über das gesamte, von den Bauarbeiten zum Industriezubringer Schaan, betroff ene Areal. Die Eröff nung ist auf Ende dieses Jahres geplant. (Foto: ZVG) 
Schwerpunkte der 
Aussenpolitik diskutiert 
Arbeitsgespräch Regie- 
rungsrätin Aurelia Frick traf 
anlässlich eines zweitägigen 
Arbeitsbesuchs in New York 
die Spitzenvertreter der Ver- 
einten Nationen. 
«Beim Arbeitsgespräch mit UNO-Ge- 
neralsekretär Ban Ki-moon disku- 
tierte Regierungsrätin Aurelia Frick 
verschiedene Schwerpunkte der 
liechtensteinischen Aussenpolitik», 
teilte die Regierung am Dienstag 
mit. Demnach informierte Aurelia 
Frick unter anderem über die aktu- 
ellen Aktivitäten Liechtensteins zur 
Unterstützung des Internationalen 
Strafgerichtshofs, darunter ein von 
Liechtenstein ins Leben gerufenes 
und von der Aussenministerin koor- 
diniertes informelles Ministernetz- 
werk sowie die von Liechtenstein ge- 
leitete Ratifikationskampagne zum 
Verbrechen der Aggression. Weitere 
Themen waren gemäss Mitteilung 
das Engagement für Frauenrechte, 
einer der Schwerpunkte Liechten- 
steins bei der UNO, sowie die Lage in 
Syrien. «UNO-Generalsekretär Ban 
Ki-moon schätzt unser Engagement 
bei den Vereinten Nationen und be- 
stätigte uns eine hohe internationa- 
le Sichtbarkeit bei unseren Schwer- 
punktthemen, was unsere bisherige 
Arbeit und Politik bestätigt», zeigte 
sich Regierungsrätin Aurelia Frick 
nach dem Treffen zufrieden. 
Regierungsrätin Aurelia Frick führte 
ausserdem ein Arbeitsgespräch mit 
Untergeneralsekretärin Michele Ba- 
chelet, der Vorsitzenden von UN Wo- 
men. UN Women ist die Organisati- 
on innerhalb der UNO, die sich mit 
Gleichstellungsfragen und der För- 
derung der Rechte der Frauen be- 
schäftigt. Es fanden weitere bilatera- 
le Treffen statt mit Gilbert Saboya, 
Aussenminister von Andorra, Zai- 
nab Bangura, Sondervertreterin des 
Generalsekretärs für sexuelle Ge- 
walt in Konflikten, Fatou Bensouda, 
Chefanklägerin des Internationalen 
Strafgerichtshofs, sowie mit Fawzia 
Habibi, Vizeministerin für Frauen- 
angelegenheiten von Afghanistan. 
Engagement für Frauenrechte betont 
Regierungsrätin Aurelia Frick führte 
in New York gemäss Pressemittei- 
lung auch die liechtensteinische De- 
legation zur Kommission über die 
Rechtsstellung der Frau an. Diese 
Kommission ist das leitende UNO- 
Gremium für Frauenrechte. Schwer- 
punkt der diesjährigen Session ist 
«Gewalt gegen Frauen und Mäd- 
chen». In ihrer Rede vor der Kom- 
mission rief sie zu verstärkten Be- 
mühungen auf, Gewalt gegen Frauen 
und Mädchen zu stoppen und die 
grassierende Straflosigkeit zu been- 
den. Regierungsrätin Aurelia Frick 
habe das Engagement Liechten- 
steins für Frauenrechte an der UNO 
als eine der aussenpolitischen Prio- 
ritäten betont und für eine liechten- 
steinische Mitgliedschaft in der 
Kommission ab dem Jahr 2015 ge- 
worben. 
Podiumsdiskussion veranstaltet 
Am Rande der Konferenz veranstal- 
tete Liechtenstein eine Podiumsdis- 
kussion, welche am Beispiel des 
Südsudan diskutierte, wie Frauen 
stärker in Friedensprozesse einbe- 
zogen werden können. Regierungs- 
rätin «Aurelia Frick nutzte ihren 
New York Aufenthalt auch, um die 
liechtensteinische Ratifikationsur- 
kunde zum Übereinkommen über 
Streumunition an der UNO zu hin- 
terlegen», teilte die Regierung wei- 
ter mit. (red/ikr) 
Regierungsrätin Aurelia Frick und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon haben sich 
in New York zu einem Arbeitsgespräch getroff en. (Foto: IKR)
	        

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