Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Sport | 13 
MONTAG 
4. MÄRZ 2013 
Nordische Kombination 
Lamy Chappuis 
mit drittem Gold 
TEAMSPRINT Der Franzose Jason La- 
my Chappuis und sein Partner Sé- 
bastien Lacroix gewannen im Val di 
Fiemme den Teamsprint der Kombi- 
nierer. Bei der WM-Premiere dieses 
attraktiven Wettkampfformats (je 
ein Sprung und je 5mal 1,5 km Lang- 
lauf) sicherte sich Lamy Chappuis 
bereits die vierte Medaille im Trenti- 
no. Die ersten zwei Goldenen hatte 
er sich nach den Wettkämpfen von 
der Normalschanze und mit der 
Mannschaft umhängen lassen. Von 
der Grossschanze gewann der Olym- 
piasieger Bronze. Das österreichi- 
sche Duo mit Bernhard Gruber und 
Wilhelm Denifl holte mit 16 Sekun- 
den Rückstand die Silbermedaille 
vor Tino Edelmann und Eric Fren- 
zel. Die Deutschen hatten nach dem 
Springen in Führung gelegen. Edel- 
mann warf auf seiner letzten Schlei- 
fe die Deutschen mit einem selbst 
verschuldeten Sturz aus dem Ren- 
nen um Gold. 
Bitter endete der Tag für die Schwei- 
zer. Tim Hug und Seppi Hurschler, 
der seinen letzten Wettkampf als 
Spitzensportler bestritt, wurden 
nach Überrundung aus dem Rennen 
genommen. (si) 
Schwerpunkt  Nordische Ski-WM in Val di Fiemme 
LETZTE ENTSCHEIDUNGEN 
Resultate 
Langlauf 
Männer. 50 km (Massenstart/klassisch): 
1. Johan Olsson (Sd) 2:10:41,4. 2. Dario 
Cologna (Sz) 12,9 Sekunden zurück. 3. 
Alexej Poltoranin (Kas) 16,8. 4. Alexander 
Legkow (Russ) 19,5. 5. Eldar Rönning (No) 
20,2. 6. Tord Asle Gjerdalen (No) 32,3. 7. 
Hannes Dotzler (De) 32,7. 8. Maxim Wyleg- 
schanin (Russ) 34,6. 9. Jens Filbrich (De) 
38,5. 10. Daniel Richardsson (Sd) 41,3. – 
Ferner: 21. Petter Northug (No) 2:00. 32. 
Curdin Perl (Sz) 5:53. 
Frauen. 30 km (Massenstart/klassisch): 
1. Marit Björgen (No) 1:27:19,9. 2. Justyna 
Kowalczyk (Pol) 3,7 Sekunden zurück. 3. 
Therese Johaug (No) 8,7. 4. Heidi Weng 
(No) 1:38,3. 5. Nicole Fessel (De) 1:49. 6. 
Anna Haag (Sd) 2:05. 7. Kerttu Niskanen 
(Fi) 2:12. 8. Anne Kyllönen (Fi) 2:16. 9. 
Kristin Störmer Steira (No) 2:16. 10. Masa- 
ko Ishida (Jap) 2:19. – Keine Schweizerin 
am Start. 
Skispringen 
Team (Grossschanze): 1. Österreich 
(Wolfgang Loitzl 130,5/128, Manuel Fett- 
ner 125,5/128, Thomas Morgenstern 
121/129,5, Gregor Schlierenzauer 
124,5/129 ) 1135,9. 2. Deutschland (And- 
reas Wank 135,5/126,5, Severin Freund 
122/125, Michael Neumayer 123,5/126, 
Richard Freitag 130/129,5) 1121,8. 3. Po- 
len (Maciej Kot 123/128,5, Piotr Zyla 
122/126, Dawid Kubacki 126/128, Kamil 
Stoch 134/130) 1121,0. 4. Norwegen (An- 
dreas Stjernen 125,5/125, Tom Hilde 
122/118, Anders Bardal 128,5/129, An- 
ders Jacobsen 125,5/131,5) 1117,3. 5. Ja- 
pan 1099,1. 6. Slowenien 1046,4. 7. Tsche- 
chien 1022,1. 8. Italien 965,9. – Ferner: 10. 
Schweiz (Simon Ammann 118,5, Killian 
Peier 110, Marco Grigoli 114, Gregor De- 
schwanden 118) 469,1. – 12 Teams klas- 
siert. 
Nordische Kombination 
Teamsprint (2 Sprünge von Grossschanze 
/ 10mal 1,5 km Langlauf): 1. Sébastien 
Lacroix/Jason Lamy Chappuis (Fr) 35:39. 
2. Wilhelm Denifl/Bernhard Gruber (Ö) 
16,6 Sekunden zurück. 3. Tino Edelmann/ 
Eric Frenzel (De) 43,9. 4. Taihei Kato/Akito 
Watabe (Jap) 44,5. 5. Magnus Moan/Mik- 
ko Kokslien (No) 1:03. 6. Taylor Fletcher/ 
Bill Demong (USA) 1:24. 7. Armin Bauer/ 
Alessandro Pittin (It) 1:53. 8. Pavel Chura- 
vy/Miroslav Dvorak (Tsch) 1:55. 9. Marjan 
Jelenko/Mitja Oranic (Sln) 2:00. 10. Kail Pi- 
ho/Han-Hendrik Piho (Est) 3:14,0. – Fer- 
ner nach Überrundung aus dem Rennen 
genommen: 12. Seppi Hurschler/Tim Hug 
(Sz). – 14 Teams klassiert. 
Medaillenspiegel 
Endstand nach 21 Entscheidungen 
Gold Silber Bronze 
 1. Norwegen 8 5 6 
 2. Frankreich 3 0 1 
 3. Russland 2 0 3 
 4. USA 2 0 1 
 5. Schweden 1 6 0 
 6. Österreich 1 5 1 
 7. Deutschland 1 1 3 
 8. Polen 1 1 1 
 9. Schweiz 1 1 0 
    Japan 1 1 0 
11. Slowenien 0 1 1 
12. Kasachstan 0 0 2 
13. Finnland 0 0 1 
     Kanada 0 0 1 
Silber für Cologna im Fünfziger – 
Olsson mit Kamikaze-Angriff  zu Gold 
Langlauf Dario Cologna 
gewann an den WM im Val di 
Fiemme über 50 km klassisch 
die Silbermedaille. Ohne 
Sturz des Skiathlon-Weltmeis- 
ters wäre Gold in Reichweite 
gelegen. Der Schwede Johan 
Olsson kam mit einem Kami- 
kaze-Angriff zu Gold. 
Cologna 
löste sich in den letz- 
ten Anstiegen von seinen 
Verfolgern und schloss noch 
bis auf 12 Sekunden zu Ols- 
son auf. Der Schwede lag über 40 km 
in Führung und hatte wider Erwar- 
ten mit seiner unkonventionellen 
Taktik Erfolg. Der Titelverteidiger 
Petter Northug blieb im schweren 
Schnee chancenlos. Bronze gewann 
der Kasache Alexej Poltoranin. 
Tempo von Beginn an hoch 
Das Rennen in der Königsdisziplin 
über 50 km und 2000 Höhenmeter 
war von Beginn an animiert verlau- 
fen, auch dank Curdin Perl. Der 
Bündner opferte sich für Cologna 
und brach gleich zu Beginn aus. Er 
hielt das Tempo hoch und verhin- 
derte ein Bummeln. Das Feld war 
von Beginn flott unterwegs. Dies be- 
kamen viele Athleten zum Ende des 
Laufes zu spüren, auch Northug, der 
nicht über Rang 21 hinaus kam. 
Sturz von Cologna 
Bereits nach 10 km wagte mit Olsson 
sogar einer der Favoriten einen Vor- 
stoss. Als Einziger reagierte Colog- 
na. Nach 16 km hatte das Duo einen 
Vorsprung von 22 Sekunden. Nach 
einem Sturz in einer Abfahrt fiel der 
Schweizer wieder ins Verfolgerfeld 
zurück. Olsson setzte seine Flucht 
fort und profitierte sogar vom Sturz 
des Schweizers. Weil Cologna, der 
Weltmeister im Skiathlon, nicht 
mehr dabei war, liess ihn das 20-köp- 
fige Verfolgerfeld gewähren. Dies er- 
wies sich im Nachhinein als Fehler. 
Die letzte Runde von 8,4 km nahm 
der Schwede mit einer halben Minu- 
te Vorsprung in Angriff. Wäre der 
Schwede eingeholt worden, hätte 
Cologna womöglich Gold gewonnen. 
Die Schweden mussten in der Kö- 
nigsdisziplin im Langlauf 20 Jahre 
auf einen Weltmeister warten. Letzt- 
mals hatte 1993 mit Torgny Mogren 
einer der ihren gewonnen. Ollson 
verhinderte auch, dass die Schwe- 
den ohne Gold aus dem Trentino ab- 
reisen müssen. (si) 
Erfolgreich: Der Schweizer Toplangläufer Dario Cologna sicherte sich nach Gold im Skiathlon im abschliessenden 50-km-Rennen die Silbermedaille. (Foto: VMH) 
Skispringen 
Schweizer Enttäuschung – 
Gold ging an Österreich 
TEAMWETTKAMPF Für die Schweizer 
Skispringer endeten die nordischen 
Weltmeisterschaften im Val di Fiem- 
me bereits nach dem ersten Durch- 
gang des Teamspringens – und da- 
mit früher als erhofft. Die Goldme- 
daille ging an Österreich vor 
Deutschland und Polen. 
Ammann mit schwachem Auftakt 
Das Unheil aus Schweizer Sicht 
nahm in Predazzo bereits mit Simon 
Ammanns Versuch seinen Lauf. Der 
31-jährige Teamleader wollte von der 
Grossschanze als Startspringer ein 
Ausrufezeichen setzen und die 
Schweiz in eine günstige Position im 
Kampf um Platz 8 bringen. Dies 
misslang dem vierfachen Olympia- 
sieger jedoch gründlich. Mit bloss 
118,5 m resultierte lediglich Platz 9, 
nachdem für jede der zwölf gemel- 
deten Nationen der erste Springer 
über den Bakken gegangen war. Die 
junge Garde um Killian Peier (110 m), 
Marco Grigoli (114 m) und Gregor De- 
schwanden (118 m) vermochte das 
Ruder wenig überraschend nicht 
mehr herumzureissen. Anstatt noch 
in den 8. Rang vorzustossen, der zur 
Teilnahme am Finaldurchgang be- 
rechtigt hätte, resultierte für das 
Schweizer Quartett der ernüchtern- 
de 10. und drittletzte Platz vor Finn- 
land und Kasachstan. 
Für einmal hatten die Österreicher 
nicht als absolute Topfavoriten ge- 
golten, doch die etwas angeschlage- 
ne ÖSV-Equipe behielt im Team- 
springen einmal mehr die Ober- 
hand. Wolfgang Loitzl, Manuel Fett- 
ner, Thomas Morgenstern und Gre- 
gor Schlierenzauer setzten sich mit 
14,1 Punkten Vorsprung vor Deutsch- 
land durch. 
Seit 2005 ist Österreich bei WM- 
Teamspringen ungeschlagen. Mit 
Manuel Fettner sorgte ausgerechnet 
jener Austria-Springer in Predazzo 
für das grösste Aufsehen, der erst- 
mals in einem WM-Teamwettkampf 
eingesetzt wurde. Dem 27-Jährigen 
gelang im Finaldurchgang ein star- 
ker Flug auf 128 m. Bei der Landung 
öffnete sich die Bindung an seinem 
hinteren Ski, ein Sturz und somit 
das Aus für Österreich schien unaus- 
weichlich. Doch Fettner zog die Lan- 
dung auf einem Bein durch, glitt 
souverän über die Sturzlinie und 
liess sich erst danach vor Freude fal- 
len. 
Deutschland knapp vor Polen 
Silber sicherte sich Deutschland mit 
einer denkbar knappen Marge von 
0,8 Punkten gegenüber den dritt- 
platzierten Polen um Weltmeister 
Kamil Stoch. Beide Teams rutschten 
aufgrund eines nachträglichen Jury- 
Entscheids um eine Position nach 
vorne. Hintergrund für die Ranglis- 
ten-Korrektur war die Tatsache, 
dass der Norweger Anders Bardal 
aus einer anderen Luke gesprungen 
und daher eine falsche Punktwer- 
tung angesetzt worden war. Durch 
die nachträgliche Bewertung rutsch- 
te Norwegen um zwei Ränge auf 
Platz 4 zurück. (si) 
Björgen mit viertem Gold 
Langlauf Das WM-Rennen 
über 30 km in der klas- 
sischen Technik wurde zu 
einer Machtdemonstration 
der derzeit besten drei Lang- 
läuferinnen. Marit Björgen 
sicherte sich im Val di Fiem- 
me die vierte Goldmedaille. 
Mit vier Goldmedaillen war Marit 
Björgen vor zwei Jahren an ihren 
Heim-Weltmeisterschaften in Oslo 
die Königin vom Holmenkollen. Zwei 
Jahre später im Trentino setzte die 
bald 33-jährige Norwegerin ihre 
Gold-Jagd in der gleichen Kadenz 
fort. Björgen hält nun bei zwölf WM- 
Titeln – zur Bestmarke der Russin Je- 
lena Välbe fehlen ihr nur noch deren 
zwei. An ihr Karriereende denkt 
Björgen noch nicht; schon in zwei 
Jahren in Falun (Sd) könnte sie Välbe 
auf dem WM-Thron beerben. «Ich 
denke nicht an meine gewonnenen 
Medaillen, sondern daran, dass ich 
für die nächste Auszeichnung wei- 
terhin hart arbeiten muss», sagte 
Björgen nach ihrem gestrigen Sieg. 
Das Massenstartrennen über 30 km 
verlief so, wie es erwartet werden 
konnte. Schon unmittelbar nach ei- 
nem Drittel der Renndistanz rissen 
Björgen, deren Landsfrau und Titel- 
verteidigerin Therese Johaug sowie 
die Polin Justyna Kowalczyk eine Lü- 
cke auf. Folgen konnten den drei fa- 
vorisierten Läuferinnen lediglich 
noch die Norwegerin Heidi Weng, 
die WM-Dritte im Skiathlon, und die 
Deutsche Nicole Fessel. 
Björgen im Zielsprint zu stark 
Nochmals zehn Kilometer später war 
bereits entschieden, welche drei Ath- 
letinnen die Medaillen unter sich aus- 
machen würden. Für Weng und Fes- 
sel wurde das angeschlagene Tempo 
an der Spitze zu gross. Schon an den 
letzten Weltmeisterschaften, als das 
längste Rennen in der Skating-Tech- 
nik ausgetragen worden war, waren 
Björgen, Johaug und Kowalczyk in ei- 
ner eigenen Liga gelaufen. Johaug, 
die Goldmedaillengewinnerin über 
10 km, fiel am letzten Anstieg aus der 
Entscheidung; Björgen und Kowalc- 
zyk bogen gemeinsam auf die Zielge- 
rade ein, nachdem Letztere einen 
Zielsprint nicht wie erhofft hatte ver- 
meiden können. Auf den letzten 200 
m war Kowalczyk gegen das 1,68 m 
grosse Kraftpaket aus Trondheim 
schliesslich chancenlos. (si) Siegerin Marit Björgen. (Foto: VMH)
	        

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