Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Inland | 7 
DONNERSTAG 
28. FEBRUAR 2013 
Ein 
Skilangläufer muss beim 
Lauf auf der Horizontalen 
zwei Widerstände überwin- 
den: die Schneereibung an 
den Laufflächen der Skier und den 
Luftwiderstand. Dieser hängt von 
folgenden Einflussgrössen ab: der 
Grösse der Angriffsfläche, der Form 
des Körpers, der Dichte der Luft 
und der Geschwindigkeit und 
wächst mit deren Quadrat. Im Ge- 
gensatz zum Abfahrtsläufer kann 
der Skilangläufer seine Angriffsflä- 
che und Körperhaltung, ausser bei 
der Abfahrt, nicht verkleinern. 
Nach Windkanalversuchen bringt 
ein Langläufer bei einer Geschwin- 
digkeit von 25 Stundenkilometern 
zur Überwindung des Luftwider- 
stands eine Leistung von etwa 100 
Watt auf. Sie ist knapp halb so gross 
wie jene zur Überwindung  der 
Schneereibung. Der Langläufer 
kann den Luftwiderstand vermin- 
dern, wenn er dicht auf einen vor 
ihm laufenden Läufer aufschliesst. 
Er läuft dabei im sogenannten 
«Windschatten» des vor ihm laufen- 
den Läufers. 
«Windschatten» – der Begriff 
wird nicht korrekt verwendet 
Mit dieser Bezeichnung soll ausge- 
drückt werden, dass der vordere 
den hinteren Läufer vor dem Luft- 
strom abschirmt wie eine Wand bei 
Wind. Dabei geht man von der im 
Prinzip richtigen Vorstellung aus, 
dass es bezüglich des Luftwider- 
stands keine Rolle spielt, ob die 
Luft bezogen auf den Boden ruht 
und der Läufer sich bezüglich bei- 
den bewegt oder der Läufer in Ruhe 
ist und die Luft sich bewegt, wie es 
bei Wind der Fall ist. Wie man zei- 
gen kann entspricht diese Vorstel- 
lung  jedoch nicht genau der Wirk- 
lichkeit und deshalb ist die Anwen- 
dung des Begriffs «Windschatten» 
sei es beim Skilanglauf, sei es beim 
Lauf allgemein oder beim Radrenn- 
sport oder bei Autorennen nicht 
richtig. Auch  führt sie beim strö- 
mungstechnischen Laien zu fal- 
schen Vorstellungen. 
Was nämlich der hintere Läufer er- 
fährt, ist dasselbe, was wir verspü- 
ren, wenn wir am Rand einer Stras- 
se oder einer Bahnlinie stehen und 
ein Fahrzeug bzw. ein Zug an uns 
vorbeifährt. Wir fühlen den vom 
Fahrzeug erzeugten Fahrtwind, der 
in Richtung der Bewegung des Fahr- 
zeugs weht. In der Strömungslehre 
bezeichnet man diese von bewegten 
Körpern erzeugte Strömung  mit 
«Nachlauf». Einen solchen erzeugt 
auch der Läufer und zwar durch 
zwei Effekte: Erstens weil er infolge 
der Zähigkeit der Luft diese mit- 
schleppt, zweitens weil sich die Luft- 
strömung von seinem Körper ablöst 
und auf seiner Rückseite ein Unter- 
druckgebiet entsteht, in welches die 
Luft von hinten hineinströmt. Dies 
nützt der zweite Läufer aus, indem 
er sich hinter den vor ihm laufenden 
setzt. Er läuft dann gewissermassen 
mit Rückenwind. 
Auch der vordere Läufer 
spürt weniger Widerstand 
Aus Windkanalversuchen ergab 
sich, dass sich – infolge dieses Nach- 
laufs der Luft – der Luftwiderstand 
des zweiten Läufers um ein Drittel, 
und im Fall von drei Läufern sogar 
um die Hälfte, verringern kann. Ei- 
ne Verminderung des Luftwider- 
stands bis zu 15 Prozent erfährt 
aber auch der vordere  Läufer, 
wenn der hinter ihm laufende die 
erwähnte Unterdruckzone teilweise 
ausfüllt. Da der Luftwiderstand mit 
dem Quadrat der Geschwindigkeit 
sowohl wächst wie abnimmt, 
schwächt sich auch der Nachlauf 
mit der Verminderung der Laufge- 
schwindigkeit ab wie bei Anstiegen. 
Der abgeschwächte «Rückenwind», 
sprich «Nachlauf», lädt dann im 
Wettkampf den hinteren Läufer 
zum Überholen ein. 
Über den Verfasser 
Prof. Dr. Ing. Peter Schoeck, Jahrgang 1926, 
war neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit 
in der Raumfahrt und Polarforschung in den USA 
nebenberuflich auch als Ausbilder von Skilehrern   
und als wissenschaftlicher Berater von alpinen 
Nationalmannschaften tätig. Er führte bereits 
1963 die ersten Windkanalversuche zur Ermitt- 
lung des Luftwiderstands beim Skilauf durch. 
Auf Expeditionen in Arktis und Antarktis legte er 
selbst mehrere Tausend Kilometer auf Skiern zu- 
rück, zu seinem Bedauern nicht im Windschatten. 
Das «Volksblatt» gibt Gastkommentatoren 
Raum, ihre persönliche Meinung zu äussern. 
Diese muss nicht mit der Meinung der 
Redaktion über übereinstimmen. 
Gastkommentar 
Der «Windschatten» 
beim Skilanglauf – 
Korrektur einer 
Vorstellung 
PETER SCHOECK 
NATURWISSENSCHAFTLER 
Gauner linkt Gauner: 15 Monate Zusatzhaft 
Gericht Ein 53-jähriger Staatenloser, der am Mittwoch wegen schweren Betrugs vor dem Kriminalgericht stand, war absolut kein unbeschriebenes Blatt. 
Sieben einschlägige Verurteilungen wegen Vermögensdelikten hatten dem 53-Jährigen in der Schweiz insgesamt schon mehr als 14 Jahre Gefängnis beschert. 
VON JOHANNES MATTIVI 
Aus 
seiner letzten Haft – 
Urteil: 42 Monate wegen 
Betrugs mit fünf Geschä- 
digten – wurde der 53-Jäh- 
rige wegen guter Führung nach zwei 
Dritteln der Haftzeit Mitte Januar 
bedingt entlassen. Um daraufh in so- 
fort nach Vaduz ausgeliefert zu wer- 
den, weil hier noch zwei schwere 
Betrugsfälle off en waren, die bereits 
drei Jahre zurückliegen. 
Der Verteidiger kritisierte in seinem 
Plädoyer die lange Verfahrensdauer 
gegen seinen Mandanten. Der vorsit- 
zende Richter des Kriminalsenats 
erklärte den Umstand damit, dass 
der Beschuldigte bis zum vergange- 
nen Monat in der Schweiz in Haft 
sass und man immer die Entlassung 
eines Häftlings abwarten muss, be- 
vor man ihn wegen weiterer An- 
schuldigungen nach Liechtenstein 
ausliefern kann. Bei den zwei Be- 
trugsdelikten, die dem 53-Jährigen 
in Liechtenstein vorgeworfen wur- 
den, handelt es sich um Zusatzdelik- 
te, die das Schweizer Gericht schon 
bei seinem letzten Verfahren hätte 
mit aburteilen können. Deshalb ging 
es am Mittwoch vor dem Kriminal- 
gericht in Vaduz nicht um die Ver- 
hängung einer vollen Strafe, son- 
dern um eine Zusatzstrafe, bei der 
das Schweizer Urteil – 42 Monate 
Haft – mitberücksichtigt werden 
musste. Deshalb setzte es für den 
Beschuldigten «nur» 15 Monate Zu- 
satzhaft, obwohl der Strafrahmen 
für schweren gewerbsmässigen Be- 
trug mit besonders grossem Scha- 
den (derzeit über 55 000 Franken, 
neu ab 2014 über 75 000 Franken) 
bei einem bis zehn Jahren Haft liegt. 
Ein Opfer war Gefängnisgenosse 
Um einen besonders grossen Scha- 
den, nämlich um 54 000 Franken 
und 120 000 Euro, handelte es sich 
auch bei den zwei Betrugsfällen in 
Liechtenstein. Geld, das der Be- 
schuldigte inzwi- 
schen nicht mehr 
besass, weil er es 
zum Begleichen 
von Schulden ver- 
wendet hatte. Auf 
350 000 Franken 
Schulden sitzt der 
53-Jährige nach ei- 
genen Angaben ohnedies schon – die 
Gesamtsumme, die er seinen einsti- 
gen Opfern in der Schweiz nach sie- 
ben Vermögensdelikten schuldet. 
Jene zwei Betrugsopfer, um die es 
bei der gestrigen Verhandlung in Va- 
duz ging, hatte der Beschuldigte aus 
der Schweiz gekannt. Das erste Op- 
fer war pikanterweise mit dem 
53-Jährigen schon einmal zusam- 
men in der 
Schweiz im Ge- 
fängnis gesessen. 
Nach seiner Haft- 
entlassung hatte 
der Mann offen- 
bar ein neues 
Konzept im Wohn- 
bereich ersonnen 
und wollte mit dieser Idee ein Ge- 
schäft gründen, für das er per Zei- 
tungsinserat einen Investor suchte, 
der wenigstens 100 000 Euro locker- 
machen konnte. Der 53-Jährige mel- 
dete sich auf das Inserat und be- 
hauptete, er könne sogar 800 000 
Franken aufbringen. Allerdings 
müsse sein Partner zuvor für 54 000 
Franken eine Aktiengesellschaft in 
Liechtenstein übernehmen. Der ver- 
meintliche Partner willigte ein und 
überreichte dem 53-Jährigen bei ei- 
nem Mittagessen in einem Restau- 
rant in Vaduz ein Kuvert mit 54 000 
Franken in bar. Der Beschuldigte er- 
klärte, er müsse kurz hinausgehen, 
um die Geldscheine mit einem Spe- 
zialstift auf ihre Echtheit zu über- 
prüfen. Draussen vor der Tür mach- 
te er sich dann mit dem Geld aus 
dem Staub. 
Den gleichen Trick wendete der 
53-Jährige bei seinem zweiten Opfer 
an. Hier gab er sich allerdings als 
Kurier aus, der für vermögende Ge- 
schäftskunden öfter Schwarzgeld in 
Franken wechseln würde und dies- 
bezüglich beste Beziehungen zu ei- 
ner grossen Liechtensteiner Bank 
besitze, bei welcher er gute Konditi- 
onen bekomme. Das Opfer wollte auf 
dieses Angebot hin 120 000 Euro in 
Franken wechseln. Der Beschuldigte 
fädelte einen fingierten Termin mit 
Beratern der Bank ein. Vor dem Ge- 
bäude liess er sich von seinem Opfer 
die 120 000 Euro in bar in einer 
Geldtasche übergeben. Oben im Sit- 
zungszimmer gab der Beschuldigte 
wieder vor, dass er hinausgehen 
müsse, um die Echtheit der Scheine 
zu überprüfen – und ward darauf 
nicht mehr gesehen. Bei der Polizei 
konnten die beiden Betrugsopfer 
den 53-Jährigen später auf einem Fo- 
to mit Sicherheit identifizieren. 
Verurteilter will Kontakt zu Familie 
Der 53-Jährige war aufgrund der er- 
drückenden Beweislast schon vor 
der Polizei voll geständig. Vor Ge- 
richt wiederholte er sein Geständ- 
nis, was ihm schliesslich als (einzi- 
ger) Milderungsgrund zugute gehal- 
ten wurde. Nach kurzer Beratung 
verhängte der Kriminalsenat 15 Mo- 
nate Zusatzhaft über den Beschul- 
digten, die sich mit dem vorange- 
gangenen Schweizer Urteil zu 57 Mo- 
naten Gesamthaft addieren. Absit- 
zen muss der 53-Jährige allerdings 
nurmehr die neuen 15 Monate Haft. 
Er bat diesbezüglich um Einweisung 
in eine Haftanstalt im Kanton Lu- 
zern, damit ihn seine Freundin und 
seine beiden Kinder (7 und 10 Jahre) 
besuchen könnten. Über diesen An- 
trag müsse das Amt für Justiz befin- 
den, antwortete der vorsitzende 
Richter. Ein Gericht lege keinen 
Strafvollzugsort fest. Nach der Ur- 
teilsverkündung haben Verteidigung 
und Staatsanwalt nun vier Tage Be- 
denkfrist. 
Ohne Bedenken überreichten die beiden Opfer dem Beschuldigten hohe Bargeldsummen im Kuvert bzw. in einer Geldta- 
sche. Der Beschuldigte gab vor, er wolle die Scheine auf ihre Echtheit überprüfen, und machte sich aus dem Staub. (Foto: SSI) 
«Meine Freundin will mir 
noch eine letzte Chance 
geben – ich weiss, es steht 
für mich nicht 5 nach 12, 
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