Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

FL-Teamabend 
Treff en abseits der 
Wettkampfstätten 
BRASOV Wie bei jedem Grossanlass 
fand die liechtensteinische Delegati- 
on auch am European Youth Olym- 
pic Festival (EYOF) 2013 zu einem 
Teamabend zusammen. Rund 20 
Personen, darunter auch einige El- 
tern, die mit ihren Kindern nach 
Brasov gereist waren, trafen sich in 
einem örtlichen Steakhouse und ver- 
lebten gemeinsam einige kurzweili- 
ge Stunden. LOSV-Präsident Leo 
Kranz nutzte die Gelegenheit, um 
ein erstes kurzes Fazit zu ziehen und 
allen Beteiligten für ihren Einsatz zu 
danken. (bo) 
Sport | 13 
FREITAG 
22. FEBRUAR 2013 
Schwerpunkt  Liechtenstein am EYOF 2013 in Brasov (Rum) 
Würdiges Finale: Erfreuliche 
Liechtensteiner Leistungsschau 
Volles Programm Das 
European Youth Olympic 
Festival 2013 ist für das 
Liechtensteiner Team – zu- 
mindest in sportlicher Hin- 
sicht – Geschichte. Gestern 
präsentierten sich alle sieben 
Athleten ein letztes Mal auf 
der grossen Bühne. 
VON OLIVER BECK 
Weil 
der heutige letzte 
Wettkampftag in Bra- 
sov (Rum) den verschie- 
denen Teamentschei- 
dungen vorbehalten ist, hiess es für 
Liechtensteins EYOF-Athleten be- 
reits gestern Abschied nehmen von 
den Wettkampfstätten, an denen 
die meisten von ihnen erstmals an 
einem internationalen Grossanlass 
ihr Können hatten zeigen dürfen. Sie 
taten das, zur Freude von Trainern 
und Funktionären, einmal mehr un- 
ter Aufb ietung aller Kräfte, woraus 
teils bemerkenswerte Ergebnisse re- 
sultierten. 
Die junge Eiskunstläuferin Romana 
Kaiser etwa vermochte gegenüber 
dem Kurzprogramm vom Mittwoch 
noch eine ganze Schippe draufzule- 
gen und wurde von den Punktrich- 
tern mit sehr guten Noten belohnt. 
Gesamthaft kam die Liechtensteine- 
rin auf 83,37 Zähler. «Sie war selbst 
überrascht, wie gut sie gelaufen ist», 
berichtete Chef de Mission Marcel 
Heeb. «Romana blieb während ihrer 
ganzen Kür ohne Fehler und zeigte 
wirklich alle Elemente, die zu einem 
Programm dazugehören.» 
Bemerkenswert routiniert 
Beachtlich ist das in zweierlei Hin- 
sicht. Zum einen war da die Unge- 
wissheit rund um ihre Startberechti- 
gung. Weil die Aufnahme des Liech- 
tensteiner Eislaufverbands in den in- 
ternationalen Verband noch hängig 
ist, sah es zeitweise nicht sonderlich 
gut aus. Als dann doch ein Kompro- 
miss gefunden worden war und Kai- 
ser ausser Konkurrenz teilnehmen 
durfte, zeigte sie zwei Darbietungen, 
die man ob aller Nebengeräusche so 
nicht hatte erwarten können. Eine 
Leistung, die im offiziellen Klasse- 
ment für Platz 24 gut gewesen wäre. 
Zum anderen war der Auftritt in Bra- 
sov die erste Gelegenheit, bei der 
sich Romana Kaiser auf internatio- 
nalem Parkett präsentieren konnte. 
«Da kann man nur den Hut ziehen», 
freute sich Teamleiter Heeb. 
Die gleichen Worte fand der Chef de 
Mission für die gestrige Leistung von 
Manuel Hug. Nach Platz 24 im Rie- 
senslalom überzeugte der Athlet aus 
dem Herrenkader des Liechtenstei- 
nischen Skiverbands auch im Sla- 
lom: Rang 14. «Nach dem ersten Lauf 
lag Manuel noch auf Platz 23. Im 
zweiten Durchgang konnte er sich 
trotz schwieriger Kurssetzung noch 
deutlich steigern. Darauf kann er 
stolz sein», so Heeb – und verwies 
auf die prominent besetzte Ausfall- 
liste: «Alle Österreicher sind ausge- 
schieden, alle Schweizer ebenfalls. 
Das zeigt, wie anspruchsvoll dieser 
Slalom war.» 
Leider fand sich unter den Namen 
derjenigen, die das Ziel nicht er- 
reicht hatten, auch Nico Gauer. Der 
Balzner, erläuterte Heeb, habe im 
ersten Lauf schwer ins Rennen ge- 
funden und habe vielleicht auch et- 
was zu viel gewollt. «Im zweiten 
Hang war er dann leider zu direkt 
dran und verpasste ein Tor.» 
Chiara Hasler steigert sich 
Im Biathlon kann ein solches Missge- 
schick nicht passieren. Dafür dro- 
hen hier Fehlschüsse. Nach ihrem 
60. Platz über 10 km hatte Chiara 
Hasler diesbezüglich auf Besserung 
gehofft. Das glückte im gestrigen 
Sprintbewerb (6 km) – auch wenn 
letztlich neuerlich ein 60. Rang zu 
Buche stand. Heeb: «Chiara sagte 
mir, dass sie mit ihrer Leistung im 
Sprint doch zufriedener sein könne, 
als mit ihrem ersten Auftritt.» Wie 
Romana Kaiser stand auch die junge 
Unterländerin erstmals bei einem 
internationalen Grossanlass im Ein- 
satz. Eine erste Duftmarke ist also 
gesetzt, die Basis für die persönliche 
Weiterentwicklung vielverspre- 
chend. 
Starke Konkurrenz für Langläufer 
Für das Langlauf-Trio, das gestern 
letztmals in die Loipe ging, gilt das 
ebenso. Martin Vögeli, Michael Bie- 
dermann und Tobias Frommelt hat- 
ten in den vergangenen Tagen mehr- 
fach gute Leistungen geboten. Dass 
sie der starken internationalen Kon- 
kurrenz im Sprintbewerb nun nicht 
ganz das Wasser zu reichen ver- 
mochten, lässt sich da gut ver- 
schmerzen. Und war von den dreien 
irgendwie auch schon erwartet wor- 
den. «Sie hatten im Vorfeld gemeint, 
dass es nicht einfach werde», so 
Heeb. «Die Ergebnisse bestätigen 
das.» Martin Vögeli wurde als bester 
LSV-Läufer 55., Michael Biedermann 
belegte Rang 71, Tobias Frommelt 
beendete den Bewerb auf Platz 86. 
Langlauf-Trainer Kristian Bjune Sveen beglückwünscht Martin Vögeli (Fotos: ZVG) 
ALLE FL-RESULTATE 
Ski alpin 
Riesenslalom 
Manuel Hug Rang 24 
Nico Gauer Rang 36 
Slalom 
Manuel Hug Rang 14 
Nico Gauer ausgeschieden 
Langlauf 
10 km freie Technik 
Martin Vögeli Rang 29 
Michael Biedermann Rang 47 
7,5 km Klassisch 
Martin Vögeli Rang 41 
Michael Biedermann Rang 51 
Tobias Frommelt Rang 75 
Sprint 1,3 km 
Martin Vögeli Rang 55 
Michael Biedermann Rang 71 
Tobias Frommelt Rang 86 
Biathlon 
10 km 
Chiara Hasler Rang 60 
Sprint 6 km 
Chiara Hasler Rang 60 
Eiskunstlauf 
Einzel (Kurzprogramm/Kür) 
Romana Kaiser* Rang 24 
* = Weil der Liechtensteiner Eislaufver- 
band noch auf die Aufnahme in den inter- 
nationalen Dachverband wartet, lief Ro- 
mana Kaiser in Brasov ausser Konkurrenz. 
Die Jury nahm in ihrem Fall eine inoffiziel- 
le Wertung vor. 
Weitere interessante Informationen zum 
European Youth Olympic Festival in Bra- 
sov fi nden Sie auf der offi  ziellen Website 
www.eyowf2013.ro 
Biathletin Chiara Hasler und LOSV- 
Chef Leo Kranz strahlen um die Wette. 
Strahlende Gesichter und gute Stimmung prägten den gestrigen Teamabend. 
Liechtensteins Fans unterstützten die Sportler an allen Tagen nach Kräften. (Fotos: ZVG) 
Manuel Hug im Stangenwald. 
Romana Kaiser verzauberte Zuschauer 
und Wettkampfrichter gleichermassen. 
IMPRESSIONEN VOM EYOF 2013 
Chef de Mission Heeb: «Bin zufrieden» 
Im Gespräch Zum sechsten Mal führte Marcel Heeb in Brasov eine Liechtensteiner EYOF- 
Delegation an. Im «Volksblatt»-Interview zieht der Teamchef Bilanz. 
VON OLIVER BECK 
Die Liechtensteiner Sportler haben 
ihre letzten Wettkämpfe hinter sich. 
Wie sieht Ihr erstes Fazit aus? 
Marcel Heeb: Sportlich haben wir 
gut abgeschnitten. Zum Beispiel die 
Leistung von Romana Kaiser bei ih- 
rem ersten grossen Wettkampf. 
Oder der 29. Platz von Langläu- 
fer Martin Vögeli im Skating- 
Rennen. Ich bin sehr zufrie- 
den. Ich erinnere nur an die 
Spiele in Liberec vor zwei Jah- 
ren. Unsere Alpinen schieden 
damals alle aus, und im Lang- 
lauf waren wir deutlich 
weiter hinten klas- 
siert. Klar möchten 
die Sportler am 
liebsten ganz vor- 
ne mitmischen, 
aber wir haben 
gesehen, dass es viele starke Natio- 
nen gibt. In organisatorischer Hin- 
sicht bleibt festzuhalten, dass die 
Rumänen alles getan haben, was 
möglich war. Es waren die besten 
Spiele, die ich als Chef de Mission er- 
lebt habe. Die obligatorische Sitzung 
der Chefs de Mission etwa dauerte 
nur 15 Minuten. Es gab einfach 
keine Fragen. Das sagt einiges 
aus. 
Hört sich nach optimalem 
Anschauungsunterricht an. 
2015 findet der Anlass be- 
kanntlich in Liechtenstein 
und Vorarlberg statt. 
Auf jeden Fall. Leo Kranz und Ro- 
bert Büchel-Thalmaier (LOSV-Präsi- 
dent und -Kommunikationschef, 
Anm. d. Red.) weilten gemeinsam 
mit Vertretern aus Vorarlberg vor 
Ort und haben sehr genau gesehen, 
was nötig ist, um einen solchen An- 
lass bestmöglich zu organisieren. 
Bleibt aus den Tagen in Rumänien 
etwas ganz besonders in Ihrem Ge- 
dächtnis haften? 
Ganz sicher dieses Gefühl der positi- 
ven Überraschung, als ich gesehen 
habe, wie gut hier alles organisiert 
war. Die Erwartungen waren sehr 
tief, doch ich habe ein ganz anderes 
Bild von Rumänien erhalten. Für 
mich persönlich war es zudem toll, 
mit Biathlon und Eiskunstlauf zwei 
neue Sportarten hautnah miterleben 
zu dürfen. Das war sehr eindrück- 
lich und enorm spannend. 
Liechtensteins 
Teamleiter Marcel 
Heeb. (Foto: Zanghellini)
	        

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