Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

  Sport | 13 
MONTAG 
7. JANUAR 2013 
Laufsport 
Gassner in Lustenau 
auf Gesamtrang vier 
LUSTENAU Laufsportspezialist Daniel 
Gassner beweist auch im neuen Jahr 
seine derzeit starke Form. Beim drit- 
ten Lauf der Crosslaufserie in Luste- 
nau sicherte er sich Rang vier in der 
Gesamtwertung. 
Gassner nahm die 4 km, welche in 
zwei Runden à 2 km aufgeteilt wur- 
den, leicht erkältet in Angriff. Die 
Devise hiess also: «Herausholen was 
nur möglich ist.» Der Start gelang 
dem Schaaner trotzdem nach Mass, 
konnte er sich doch gleich an der 
Spitze des Feldes positionieren. «Es 
ist mir gut gelungen, das hohe Tem- 
po mitzulaufen», freut sich Gassner. 
Der Regen und der deshalb stark 
aufgeweichte Boden machten die Sa- 
che nicht unbedingt leichter. 
Doch auch die Tatsache, dass sich 
Gassners Schuhbendel in der zwei- 
ten Runde öffnete, brachte ihn nicht 
aus der Ruhe. Seinen vierten Rang, 
welches er während beinahe des 
ganzen Rennens innehatte, konnte 
er bis zum Schluss behaupten (Zeit: 
13:48). Gewonnen wurde der Lauf 
von Jakob Mayer (12:24). Der vierte 
von insgesamt sechs Wettbewerben 
der Crosslaufserie findet am 19. Ja- 
nuar statt. (mp) 
Schlierenzauer bleibt der König der Lüfte 
Skispringen Gregor Schlierenzauer brachte im Regen von Bischofshofen seinen zweiten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee ins Trockene. Der Öster- 
reicher geriet trotz eines gewaltigen Sprungs des norwegischen Herausforderer Anders Jacobsen nicht einmal ansatzweise ins Wanken. 
VON HANS LEUENBERGER 
Das 
Finale bot Sport der Ex- 
traklasse. Jacobsen und 
Schlierenzauer standen 
im zweiten Umgang noch 
als einzige Springer oben. Die erste 
Runde hatte unentschieden geendet. 
Der Halbzeitleader Schlierenzauer 
nahm Jacobsen 0,8 Punkte ab und 
vergrösserte seinen Vorsprung ge- 
ringfügig auf 6,5 m. 
Doch dann zündete der Norweger, 
der nach seinen Siegen in Oberst- 
dorf und Garmisch-Partenkirchen 
die Tourneeführung in Innsbruck 
verloren hatte, vor 20 000 Zuschau- 
ern ein Feuerwerk. Mit der Tages- 
bestweite von 139 m setzte er den Ti- 
roler massiv unter Druck. Dieser sah 
sich auf einmal gezwungen, 133 m in 
den Hang zu legen  – eine Weite, die 
ausser Jacobsen noch kein Springer 
im Finaldurchgang geschafft hatte. 
Der Österreicher bestand die Prü- 
fung einen Tag vor seinem 23. Ge- 
burtstag souverän. Mit 137,5 m setz- 
te er zum Konter an und sicherte 
sich sogar den Tagessieg, seinen 45. 
als Einzelspringer im Weltcup. In 
der Endabrechnung betrug der Vor- 
sprung 13 Zähler. 
«Es dauert sicher seine Zeit, bis ich 
das begriffen habe. Mir geht es gera- 
de unglaublich gut. Es war bis zum 
Schluss extrem spannend», sagte 
der alte und neue König der Lüfte 
mit dem Kristall-Adler in der Hand. 
Zum neunten Mal verteidigte ein 
Springer seinen Titel aus dem Vor- 
jahr erfolgreich. Es war der fünfte 
Tournee-Gesamtsieg eines Österrei- 
chers in Folge, das ist Rekord. 
Ein Lob für den Rivalen 
Schlierenzauer gratulierte auch sei- 
nem Rivalen. «Er ist in eine un- 
glaubliche Form gekommen, aber 
mir ist es gelungen, in Innsbruck die 
Wende zu schaffen», sagte der Sie- 
ger. Jacobsen wirkte nicht ent- 
täuscht. «Ich bin glücklich, ich hatte 
viel Spass auf den Schanzen. Ziel ha- 
be ich nur eines gehabt und das hal- 
te ich auf dem Arm», sagte der 
27-jährige Vater des knapp zweijäh- 
rigen Isak. Jacobsen hatte die Tour- 
nee vor sechs Jahren gewonnen, er 
vergab somit nicht eine einmalige 
Chance. 
Schlierenzauer hat fast alles er- 
reicht, was ein Skispringer errei- 
chen kann. Er ist Olympiasieger mit 
der Mannschaft, er ist Weltmeister, 
er hat den Gesamtweltcup gewon- 
nen und nun zum zweiten Mal die 
Vierschanzentournee. Zwei Ziele 
bleiben dem Österreicher noch, um 
der erfolgreichste Skispringer der 
Geschichte zu werden. «Ich will Mat- 
ti Nykänens 46 Weltcupsiege über- 
treffen und Einzel-Gold bei Olympia. 
Das sind zwei ganz grosse Fische. 
Aber ich glaube, ich darf mir diese 
Ziele setzen», sagte er. 
Ammanns erneute Enttäuschung 
Simon Ammann zeigte auch in Bi- 
schofshofen einmal mehr grosse 
Leistungsschwankungen. Den Pro- 
bedurchgang schloss er als Sieben- 
ter ab, doch im Ernstkampf blieb er 
zum dritten Mal in Serie blass. Wie 
schon in Garmisch-Partenkirchen 
verpasste er mit 122,5 m als 40. den 
Finaldurchgang. Gemessen an den 
Punkten hätte er auch in Innsbruck 
den zweiten Umgang nicht erreicht, 
wäre er nicht als Sieger aus einem 
K.o.-Duell hervorgegangen. (si) 
Der Österreicher Gregor Schlierenzauer sicherte sich seinen zweiten Tournee-Gesamtsieg mit dem Gewinn des Abschlussspringens in Bischofshofen. (Foto: VMH) 
SKISPRINGEN 
Letzte Station in Bischofshofen (Ö) 
Vierschanzentournee (letzte Station). 
Weltcup. Schlussklassement: 1. Gregor 
Schlierenzauer (Ö) 272,7 (133 m/137,5 m). 
2. Anders Jacobsen (No) 270,4 
(131,5/139). 3. Stefan Kraft (Ö) 261,3 
(131/131). 4. Kamil Stoch (Pol) 260,2 
(131/131,5). 5. Anders Bardal (No) 257,3 
(130/130). 6. Thomas Morgenstern (Ö) 
253,7 (132/127). 7. Dimitri Wassiljew 
(Russ) 252,9 (132/130,5). 8. Michael Neu- 
mayer (De) 251,5 (132/128,5). 9. Tom Hil- 
de (No) 250,9 (126,5/131). 10. Maciej Kot 
(Pol) 250,8 (132/126). – Ferner nicht im 
Finale: 33. Severin Freund (De) 118,0 
(126). 40. Simon Ammann (Sz) 113,5 
(122,5). 48. Gregor Deschwanden (Sz) 
104,7 (119,5). 
Stand nach dem 1. Durchgang: 1. Schlie- 
renzauer 133,3 (133). 2. Jacobsen 132,5 
(131,5). 3. Kraft 131,8 (131). 4. Stoch 
131,4 (131). 5. Kot 130,4 (132). 6. Loitzl 
129,6 (130). 
Tourneewertung (4/4): 1. Schlierenzauer 
1100,2. 2. Jacobsen 13,0 zurück. 3. Hilde 
71,0. 4. Stoch 73,0. 5. Bardal 73,4. 6. Neu- 
mayer 103,5. 7. Wassiljew 105,4. 8. Peter 
Prevc (Sln) 110,3. 9. Andreas Wellinger 
(De) 111,5. 10. Martin Schmitt (De) 119,4. 
– Ferner: 27. Ammann 377,5. 41. De- 
schwanden 627,8. – 63 klassiert. 
Weltcup (11/28): 1. Schlierenzauer 808. 
2. Freund 556. 3. Bardal 475. 4. Jacobsen 
462. 5. Kofler 436. 6. Wellinger 367. – Fer- 
ner: 15. Ammann 217. 52. Deschwanden 7. 
– 59 klassiert. 
Miese Verhältnisse, 
aber gute Ergebnisse 
Langlauf Bei extrem 
schlechten Bedingungen 
konnten die NCL-/LSV-Ath- 
leten am 50. Glärnischerlauf 
auf einer Ersatzstrecke punk- 
ten. Ein wahrer Medaillenre- 
gen sprach für den Kampf- 
geist des Teams. 
Das Rennen ist gleichzeitig die Ost- 
schweizer Verbandsmeisterschaft 
und zählt zum Ostschweizer Lang- 
laufcup. Zur Privatangelegenheit 
zwischen dem Nordic Club Liechten- 
stein und dem Skiclub Am Bachtel 
Wald wurden die Junioren-Einzel- 
wettkämpfe von Samstag. Von den 
24 Podestplätzen wurden nur 4 an 
andere Skiclubs aus der Ostschweiz 
vergeben. Die restlichen Podestplät- 
ze teilten sich die Liechtensteiner 
und die Züricher untereinander auf. 
Für den Nordic Club war das umso 
erfreulicher, da mit Larissa Sele und 
Martin Vögeli gleich zwei potentielle 
Podestkandidaten krankheitshalber 
fehlten. Ganze acht Einzel-Medaillen 
standen am Ende des Wettkampfta- 
ges zu Buche. 
Für die Liechtensteiner holte die 
7-jährige Nina Schocher in der Kate- 
gorie Mädchen U10 Bronze. Bei den 
Mädchen U12 musste sich Marina 
Weder nur der um ein Jahr älteren 
Anja Weber (SC Am Bachtel) geschla- 
gen geben. Auf dem 3. Rang folgte 
Aline Schädler. Genau das gleiche 
Bild bot die Kategorie U12 der Kna- 
ben. Der um ein Jahr jüngere Andri 
Schocher musste sich Nicola Wigger 
(SC Am Bachtel) geschlagen geben 
und kam auf den 2. Rang. Pech hatte 
Marco Beckbissinger, zum wieder- 
holten Mal verpasste er das Podest 
um wenige Zehntel. Sein Teamkolle- 
ge Damian Riedener kam auf Rang 6. 
In der Kategorie Mädchen U14 holte 
Nina Riedener den 2. Rang, gefolgt 
von Annalena Schocher auf dem 3. 
Rang. In der Knabenklasse U14 ge- 
lang Nico Büchel der gute 3. Rang. 
Zufriedene LSV-Trainerin Negele 
Bei den Mädchen U16 erreichte die 
14-jährige Anna Frommelt den 3. 
Rang. Die beiden 16-jährigen Micha- 
el Biedermann und Tobias Frommelt 
kamen in der Klasse Herren U20 auf 
die Plätze 4 und 6. Wobei Bieder- 
mann einen Podestplatz um nur ge- 
rade 2 Sekunden verfehlte. Ebenso 
knapp war die Entscheidung bei den 
Herren Plausch, wo Christoph From- 
melt das Podest um 9 Zehntel ver- 
passte. Zufrieden mit den Leistun- 
gen zeigte sich LSV-Trainerin Marti- 
na Negele: «Wir haben heute ein 
sehr starkes Team gesehen. Unter 
widrigsten Bedingungen haben sich 
unsere Athleten durchgebissen.» 
Nordic Club stellt 10 Staffelteams 
Als Grossclub präsentierte sich der 
Nordic Club Liechtenstein in den 
Staffelbewerben vom Sonntag. Mit 
zehn Teams stellte der noch junge 
Club gleich viele Teams wie der Tra- 
ditionsclub Am Bachtel. Dies allein 
sei schon eine grosse Leistung, zeig- 
te sich Vizepräsident Anton From- 
melt zufrieden. «Wir waren in den 
meisten Klassen mit den jüngsten 
Jahrgängen vertreten», erklärte die- 
ser, «trotzdem konnten wir mit dem 
2. Rang der U16 Mädchen einen Ach- 
tungserfolg erzielen.» (pd) 
Liechtensteins junges Langlaufteam zeigte sich am 50. Glärnischerlauf in bester 
Verfassung und sahnte bei den Siegerehrungen im grossen Stil ab. (Fotos: ZVG)
	        

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