Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

4 | Inland 
MITTWOCH 
20. FEBRUAR 2013 
Projekt Haberfeld 
Braucht Tagesschule 
und Tagesstrukturen 
auch in Vaduz 
Tagesschule und Tagesstrukturen 
sind nicht mehr wegzudenken. Sie 
sind genauso wichtig für die Kinder 
wie auch für die Eltern. Die Tages- 
schule ist eine gut durchdachte 
Form einer Schule für Kinder, die 
eine Ganztagesbetreuung fünf Tage 
die Woche brauchen. Auch für die 
Motivation der Lehrpersonen ist die 
Umgebung, die eine Tagesschule 
bietet, sehr förderlich. 
Tagesstrukturen, eine familien- und 
schulergänzende Einrichtung mit 
frei wähl- und kombinierbaren Be- 
treuungseinheiten, geben vielen Kin- 
dern Sicherheit und Geborgenheit. 
Tagesschule steht für Qualität der 
Schulbildung und zugleich Gebor- 
gensein der Kinder in der Gruppe. 
Jedem Kind eine gute Schulbil- 
dung zu ermöglichen kann nicht 
falsch sein – Kinder sind unsere 
Zukunft! 
Anneli Palmquist-Seger, Leiterin 
Waldvorkindergarten «Treehouse» 
Trennung Kirche/Staat 
Alternative zur 
Mandatssteuer 
Gemäss der von Wilfried Marxer 
vom Liechtenstein-Institut verfass- 
ten und im Internet abrufbaren Stu- 
die «Religion in Liechtenstein: Um- 
frage im Auftrag des Fürstentums 
Liechtenstein über Glauben, Religi- 
osität, religiöse Toleranz und das 
Verhältnis von Staat und Religions- 
gemeinschaften» sind 71 Prozent 
der Katholiken der Ansicht, dass für 
den Fall, dass die katholische Kir- 
che nach der Neuordnung des 
Staatskirchenrechts weiterhin vom 
Staat finanziert wird, diese genauso 
viel oder sogar mehr Geld vom 
Staat erhalten sollte wie bis anhin. 
Die im Dezember 2012 vom Landtag 
beschlossene Mandatssteuer wird 
diesem Wunsch nicht gerecht. Als 
eine die Höhe der finanziellen Aus- 
stattung der staatlich anerkannten 
Religionsgemeinschaften beibehal- 
tende Alternative zur Mandatssteu- 
er bietet sich ein freiwilliger ein- 
kommensabhängiger Kirchenmit- 
gliedschaftsbeitrag an. Da dieser 
Beitrag nicht dem allgemeinen Steu- 
eraufkommen entnommen ist, 
könnte man ohne die Notwendigkeit 
eines vorangehenden Landtagsbe- 
schlusses den Anteil des Beitrags 
am Einkommen entsprechend dem 
Finanzbedarf der betreffenden Reli- 
gionsgemeinschaft festlegen. Wenn 
man beispielsweise für die katholi- 
sche Kirche einen jährlichen Fi- 
nanzbedarf von 5,2 Millionen Fran- 
ken, 13 000 zahlungswillige Mitglie- 
der und für diese einen durch- 
schnittlichen Bruttojahreslohn von 
80 000 Franken annimmt, so wür- 
de dies einen Anteil von 0,5 Prozent 
ausmachen. In Bezug auf die übri- 
gen staatlich anerkannten Religi- 
onsgemeinschaften könnte auf ana- 
loge Weise vorgegangen werden, 
wobei der entsprechende Anteil je 
nach Finanzbedarf der betreffen- 
den Religionsgemeinschaften zwi- 
schen denselben variieren könnte. 
Für zahlungswillige Steuerpflichtige 
könnte in der Steuererklärung eine 
Rubrik für einen solchen Beitrag 
zur Verfügung gestellt werden. Um 
deren Anonymität zu wahren, wür- 
den ihre Beiträge auf für die einzel- 
nen Religionsgemeinschaften einge- 
richteten Konten fliessen und von 
dort an diese überwiesen werden. 
Damit bei abnehmender Anzahl 
zahlungswilliger Mitglieder die fi- 
nanzielle Belastung für diese nicht 
allzu gross wird, könnte eine Ober- 
grenze des Anteils von beispielswei- 
se 1 Prozent festgelegt werden. Ne- 
ben der Beibehaltung der bisheri- 
gen Höhe der finanziellen Unter- 
stützung der staatlich anerkannten 
Religionsgemeinschaften wäre mit 
diesem Finanzierungsmodell auch 
gewährleistet, dass diese nur von 
denjenigen Personen Geld bekom- 
men würden, die dies wünschen. 
Patrick Sele, 
Vaduz 
PVS-Debakel 
Staatliche 
Pensionskassa im 
Dunstkreis des HRD 
Mit grossem Erstaunen musste ich 
in der «Liewo» lesen, dass der lang- 
jährige verantwortliche  Geschäfts- 
führer der staatlichen Pensionsver- 
sicherung (PVS) sich nun auch noch 
als Berater und Moderator in der 
Landschaft zu profilieren versucht. 
Dieses Auftreten verwundert und 
löst gleichzeitig Unbegreifbarkeit 
aus. Wie kann es sein, dass sich je- 
mand, der von 2006 bis Sommer 
2012 verantwortlicher Geschäfts- 
führer bei der PVS war, mit eben 
diesem Thema an die Öffentlichkeit 
traut, obwohl sich gerade während 
seiner Geschäftsführertätigkeit die 
Deckungslücke der Pensionskasse 
von –11,7 Millionen Franken im Jah- 
re 2006 bis auf rund –206 Millionen 
im Jahre 2011 um rund –194 Millio- 
nen Franken verschlechtert hat? 
Warum schreitet die PVS ihrerseits 
hier nicht ein? In anderen Rechts- 
staaten wäre diese Vorgehensweise, 
die nur noch als ignorant und un- 
verfroren bezeichnet werden kann, 
jedenfalls ein Skandal! 
Josef Goop, 
Schellenberg 
Selbstverbrennungen 
China reagiert mit 
mehr Verfolgung 
«Es war ein bitterer Meilenstein, 
schrieb Brian Spegele im «Wall 
Street Journal, Deutschland» (vom 
18. Februar 2013): Ein früherer bud- 
dhistischer Mönch hat sich nach An- 
gaben von Aktivisten und der tibeti- 
schen Exilregierung aus dieser Wo- 
che als 100. Mensch in China aus 
Protest selbst verbrannt. Die Tibe- 
ter protestieren gegen die Politik 
der harten Hand Pekings. Die Zent- 
ralregierung hatte Dutzende Akti- 
visten verhaften lassen – und macht 
für die Unruhen in der Region den 
Dalai-Lama und ausländische Medi- 
en verantwortlich.» 
Am letzten Donnerstag erklärte 
Lobsang Sangay, der politische Füh- 
rer der Exilregierung, man lehne 
Selbstverbrennungen weiter ab. Sie 
seien aber ein extremer Akt des zi- 
vilen Ungehorsams gegen die chine- 
sische Herrschaft: «China erkennt 
die eigene Rolle in der Tragödie von 
Tibet nach 60 Jahren Herrschaft mit 
eiserner Hand nicht an. Stattdessen 
werden in unverantwortlicher Wei- 
se Seine Heiligkeit der Dalai-Lama 
und die tibetische Führung für die 
Selbstverbrennungen attackiert.» 
Die Gesellschaft für bedrohte Völ- 
ker (GfbV) hat Chinas Behörden vor- 
geworfen, auf die vielen Selbstver- 
brennungen in Tibet hilflos nur mit 
noch mehr Verfolgung zu reagieren, 
statt nach den Ursachen der Ver- 
zweiflungstaten zu fragen. «Dass 
Chinas Regierung keine angemesse- 
ne Antwort auf die Welle von 
Selbstverbrennungen von Tibetern 
findet, ist tragisch. Dass es nun 
aber auch noch Angehörige und 
Freunde der Selbstmörder systema- 
tisch kriminalisiert, verletzt chine- 
sisches Recht und Völkerrecht», er- 
klärte der GfbV-Asienreferent Ulrich 
Delius am Mittwoch in Göttingen. 
«Offensichtlich findet Chinas Regie- 
rung kein wirksames Mittel, um die 
Zahl der Selbstverbrennungen in Ti- 
bet einzudämmen. Nun aus Hilflo- 
sigkeit die Selbstverbrennungen ju- 
ristisch als ‹Mord› zu bewerten, um 
Angehörige und Freunde bestrafen 
zu können, ist aber eine abstruse 
Rechtsbeugung.» 
Vorstand der der NGO Tibet- 
Unterstützung Liechtenstein (TUL) 
In eigener Sache 
Hinweis zu Leser- 
briefen und Foren 
Da auch unsere Rubrik «Leserbrie- 
fe» einer Planung bedarf, bitten wir 
unsere Leser, sich möglichst kurz 
zu halten und als Limite eine maxi- 
male Anzahl von 2500 Zeichen (in- 
klusive Leerzeichen) zu respektie- 
ren. Die Redaktion behält es sich 
überdies vor, zu lange Leserbriefe 
abzulehnen. Ebenfalls abgelehnt 
werden Leserbriefe mit ehrverlet- 
zendem Inhalt. Wir bitten Sie, uns 
die Leserbriefe bis spätestens 16 
Uhr zukommen zu lassen. Für die 
Rubrik «Forum» bitten wir, die 
3000-Zeichen-Marke nicht zu über- 
schreiten. 
redaktion@volksblatt.li 
LESERMEINUNGEN / FORUMSBEITRAG 
Mit grosser Trauer gebe ich im Namen der Familien Sittl und Marten 
bekannt, dass meine liebe Ehefrau und fürsorgliche Mutter 
Erica Sittl-Marten 
10. Juni 1969 – 12. Februar 2013 
nach kurzer, schwerer Krankheit in ihrem geliebten London verstorben ist. 
Ihre Lebensreise wurde viel zu früh beendet; jetzt kehrt sie heim nach 
Liechtenstein. Die Urne wird im Familiengrab am Vaduzer Friedhof an der 
Seite ihres Vaters beigesetzt. 
London, Vaduz am 12. Februar 2013 
Marc Sittl mit Sohn Vincent 
Inge Marten 
Nora Marten und Andreas Baron mit Nils 
Regina Marten und Dominique Nüssli 
Ursula Sittl 
Manuela und Gordon James mit Gregor und Alec 
TODESANZEIGE 
Die Verabschiedung und Urnenbeisetzung findet am Mittwoch, den 27. Februar 2013, 
um 9.00 Uhr auf dem Friedhof von Vaduz statt. Anschliessend Trauergottesdienst im 
Mehrzweckraum des Hauses St. Florin. 
Die Familie übergibt der «St. Georges Hospital Charity» (www.givingtogeorges.org.uk) 
eine Spende für die medizinisch-wissenschaftliche Forschung. Anstelle von Blumen- 
spenden bitten wir, das Liechtensteinische Rote Kreuz, Konto-Nummer LLB 
203.374.07 zu berücksichtigen. 
Traueradressen: 
Marc Sittl: 57, Oakhill Road, London SW 15 2QJ 
Inge Marten: Am Widagraba 5, 9490 Vaduz 
Neue Uni-Vorlesungsreihe 
«After-Work Lectures»: 
Geldpolitik nach der Finanzkrise 
VADUZ Im Rahmen der Vorlesungs- 
reihe «After-Work Lectures» der Uni- 
versität Liechtenstein steht am 14. 
März ein Vortrag von Katrin Assen- 
macher von der Schweizerischen Na- 
tionalbank über die Konsequenzen 
der expansiven Geldpolitik der Zent- 
ralbanken auf dem Programm. 
Seit der Finanz- und Wirtschaftskri- 
se betreiben viele Zentralbanken auf 
der ganzen Welt eine expansive 
Geldpolitik. Dank der – sowohl kon- 
ventionellen als auch unkonventio- 
nellen – Massnahmen, die ergriffen 
wurden, konnte die globale Wirt- 
schaft vor Deflation und Depression 
bewahrt werden. Die Schweizeri- 
sche Nationalbank ist dabei keine 
Ausnahme. Als die Zinssätze die 
Null-Prozent-Untergrenze erreich- 
ten, wurden weitere Massnahmen 
ergriffen, wovon die Intervention 
am Währungsmarkt die wohl be- 
kannteste darstellt. Allerdings sind 
diese expansiven geldpolitischen 
Schritte auch mit einer Reihe von Ri- 
siken verbunden. 
Dazu gehören neben der Inflations- 
gefahr auch Bedrohungen für die Fi- 
nanzstabilität aufgrund nicht nach- 
haltiger Entwicklungen im Immobi- 
liensektor, die in der öffentlichen 
«After-Work Lecture» am Donners- 
tag, den 14. März, ab 17.30 Uhr an 
der Universität Liechtenstein erör- 
tert werden. 
International vernetzte Referentin 
Katrin Assenmacher ist Leiterin des 
Bereichs Geldpolitische Analysen der 
Schweizerischen Nationalbank und 
Dozentin an der Universität Zürich. 
Sie gehörte nicht nur dem Research 
Advisory Committee der Tschechi- 
schen Nationalbank an, sondern war 
darüber hinaus bei der Federal Re- 
serve Bank of St. Louis, der Österrei- 
chischen Nationalbank, der Europäi- 
schen Zentralbank sowie als Gastpro- 
fessorin an der Universität in Kopen- 
hagen und der University of Southern 
California tätig. Ihre Forschungs- 
schwerpunkte sind Geldpolitik und 
Zeitreihenökonometrie. Sie hat zahl- 
reiche Artikel in internationalen wis- 
senschaftlichen Zeitschriften über 
Modelle zur Rolle des Geldes im In- 
flationsprozess, Analysen von Kon- 
junkturzyklen sowie Bewertungen 
der Reaktionsfunktionen der Zentral- 
banken veröffentlicht. 
Die Vortragsreihe «After-Work Lec- 
tures» ist eine Kooperation der Uni- 
versität Liechtenstein mit der Liech- 
tenstein Society of Investment Pro- 
fessionals. (red/pd) 
Über die «After-Work Lecture» 
  Thema: «Die Geldpolitik nach der Finanzkrise» 
  Datum: Donnerstag, 14. März 
  Zeit: 17.30–19 Uhr 
  Ort: Universität Liechtenstein, Vaduz 
  Der Eintritt ist frei; Vortrag und Diskussion in 
englischer Sprache. 
  Weitere Informationen und Anmeldung bis 
12. März im Internet auf www.uni.li/awl. 
Katrin Assenmacher referiert bald an 
der Uni in Vaduz. (Foto: ZVG) 
Demenz 
Selbsthilfegruppe 
für Angehörige 
SCHAAN In Liechtenstein leiden über 
500 Menschen an einer Demenzer- 
krankung. Nicht nur für Betroffene, 
sondern auch für Angehörige stellt 
die Diagnose «Demenz» in vielfacher 
Weise eine grosse Herausforderung 
dar. Deshalb wurde in Liechtenstein 
eine Selbsthilfegruppe für Angehöri- 
ge von Demenzerkrankten gegrün- 
det, «welche sich sehr über weitere 
Teilnehmer freut», teilte die Gruppe, 
die sich das nächste Mal am Mitt- 
woch, den 27. Februar, um 19.30 Uhr 
im Amt für Soziale Dienste im gros- 
sen Sitzungszimmer im ersten Stock 
trifft (keine Anmeldung erforder- 
lich), am Donnerstag mit. Weitere 
Treffen finden am Dienstag, den 26. 
März, Mittwoch, den 17. April, Diens- 
tag, den 28. Mai, und am Mittwoch, 
den 26. Juni (jeweils um 19.30 Uhr) 
statt. Bei Fragen können sich Inter- 
essierte an folgende Stelle wenden: 
Kontaktstelle für Selbsthilfegrup- 
pen, Postplatz 2, 9494 Schaan, Tele- 
fonnummer 236 72 56, per E-Mail an 
info.shg@asd.llv.li oder im Internet 
auf www.kose.llv.li. (red/pd) 
Ungarisches Gulasch 
Einladung zum 
Seniorenmittagstisch 
MAUREN Der nächste Mittagstisch, or- 
ganisiert von der Seniorenkoordina- 
tion Mauren, findet am Mittwoch, 
den 27. Februar, um 12 Uhr im Gast- 
haus zum Hirschen statt. Folgendes 
Menü wird serviert: Suppe/Salat, Un- 
garisches Gulasch mit Spätzle, Des- 
sert. Der Preis inklusive Tischgeträn- 
ke (Cola/Mineral) beträgt 12 Franken 
pro Person. Die Organisatoren bitten 
um eine Anmeldung bis spätestens 
Montag, den 25. Februar, um 12 Uhr 
(Telefon: 792 22 48). (red/pd) 
Erwachsenenbildung 
Ernährungsvortrag 
Kinder und Familien 
ESCHEN Das Kursziel ist es, Eltern 
Tipps zu geben, wie sie ihre Kinder 
und ihre Familie überzeugen, ge- 
sund zu essen. Der Vortrag (Kurs 
224) von Eliane Vogt findet am 
Montag, den 25. Februar, 19 bis 
20.30 Uhr in den Pfrundbauten in 
Eschen im Rittersaal statt. Anmel- 
dung und Auskunft bei der Stein 
Egerta (Telefon: 232 48 22; E-Mail: 
info@steinegerta.li). (pd)
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.