Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2013)

SAMSTAG 
16. FEBRUAR 2013 
15 Sport 
Ski-WM in Schladming 
Die vorletzte 
Medaillenentscheidung 
An der alpinen Ski-WM in 
Schladming (Ö) steht heute 
die vorletzte Medaillenent- 
scheidung auf dem Pro- 
gramm. Die Frauen bestrei- 
ten den Spezialslalom. Die 
Startzeiten sind 10 bzw. 
13.30 Uhr. Seiten 16/17 
Heute 
Eishockey 
VEU Feldkirch 
empfängt Leader 
FELDKIRCH In der National League 
(zweithöchste Spielklasse in Ös- 
terreich) bekommt es die VEU 
Feldkirch heute mit einem har- 
ten Brocken zu tun. Mit Zell am 
See gastiert der souveräne Tabel- 
lenführer in der Vorarlberghalle. 
Trotz des schweren Gegners 
heisst es für Feldkirch im Kampf 
um die vier Play-off-Plätze, unbe- 
dingt punkten. Die Partie steigt 
heute um 19.30 Uhr. (pd) 
Kanadischer 
Stürmer für Kloten 
KLOTEN Die Kloten Flyers lösten 
ihre letzte Ausländerlizenz für 
diese Saison für den kanadischen 
Flügelstürmer Brian Willsie ein. 
Der 35-Jährige von TPS Turku un- 
terschrieb bis Saisonende. Zu- 
letzt brachte es Willsie in der fin- 
nischen Eliteklasse in 48 Spielen 
auf 24 Tore und 11 Assists. (si) 
Fussball 
Diego Milito 
mit Kreuzbandriss 
MAILAND Inter Mailand muss für 
den Rest der Saison auf seinen 
Stürmer Diego Milito verzichten. 
Der 33-jährige Argentinier riss 
sich beim 2:0 im Europa-League- 
Hinspiel gegen Cluj das Kreuz- 
band. (si) 
Rad 
Team Katjuscha 
erstreitet Lizenz 
LAUSANNE Der internationale 
Sportgerichtshof (CAS) in Lau- 
sanne hat dem Radrennstall Kat- 
juscha das Recht auf den Status 
eines WorldTour-Teams für die 
Saison 2013 zugesprochen. Der 
CAS gab im veröffentlichten Ur- 
teil dem Einspruch der russi- 
schen Equipe recht, nachdem 
der Radrennstall von der Lizen- 
zierungskommission des Weltver- 
bandes (UCI) ohne offizielle Be- 
gründung nicht in den Kreis der 
18 Rennställe der höchsten Kate- 
gorie aufgenommen worden war. 
Demnach wird die WorldTour in 
diesem Jahr 19 Teams umfassen. 
Die Begründung des Sportge- 
richts wird erst in einigen Wo- 
chen in schriftlicher Form nach- 
gereicht. Das Team darf damit 
definitiv an den wichtigsten Ren- 
nen wie der Tour de France teil- 
nehmen und ist nicht mehr auf 
Wildcards und Einladungen an- 
gewiesen. (si) 
www.volksblatt.li 
Heeb im Riesen auf Top-30-Kurs, 
leider nur bis zum vorletzten Tor 
Ski-WM Bitter: Simon Heeb, 
einziger Fahrer des LSV beim 
WM-Riesenslalom der Herren 
in Schladming, hätte sich ei- 
nen Traum erfüllen können. 
Der 21-Jährige lag im ersten 
Durchgang mit Startnummer 
55 auf Top-30-Kurs, doch 
dann schied er aus. 
VON JAN STÄRKER, SCHLADMING 
Beim vorletzten Tor riskierte Heeb 
zu viel, schied aus – und war stink- 
sauer. «So ein Mist. Das wäre der Hö- 
hepunkt der Saison gewesen, das 
Highlight, das Grösste hoch fünf. 
Mann, regt mich das auf.» Heeb war 
so sauer, dass er von der Piste direkt 
in den Skiraum im Parkhaus unter- 
halb der Planai fuhr und nicht wie 
vorgesehen seine Sachen im Ziel hol- 
te. «Mein Neffe Roland, der 1985 in 
Bormio 23. wurde, hatte noch ge- 
sagt, dass es klasse wäre, wenn ich 
besser abschneide als er damals. Das 
hat ja nun nicht geklappt. Und dass 
ich so kurz vor dem Ziel und der 
Möglichkeit, in die Top 30 reinzufah- 
ren, ausscheide – naja, schon vorbei.» 
Einfach ärgerlich, denn Heeb war 
bei einer Weltmeisterschaft – es ist 
seine zweite nach Garmisch-Parten- 
kirchen 2011 – noch nie unter den 
ersten 30 platziert. In Garmisch 
wurde er 48. im Riesenslalom, 
schied zwei Tage später im Slalom 
aus. Wäre er gestern ins Ziel gekom- 
men, hätte das für den zweiten 
Durchgang auch eine bessere Piste 
bedeutet. «Deshalb ist der Ausfall 
doppelt ärgerlich.» 
Heebs Rücken schmerzt 
Mit seinem Lauf konnte er, bis auf 
das Aus, durchaus zufrieden sein. 
Mit der hohen Nummer 
55 fuhr Heeb ein beherz- 
tes Rennen. «Zu Beginn 
habe ich leider etwas 
viel verloren. Da bin ich 
nicht so richtig in den 
Lauf gekommen. Der Mittelteil war 
dann sehr gut. Das konnte man auch 
an der Zeit sehen, denn da habe ich 
auf Ligety nicht viel mehr als eine 
Sekunde verloren», fasste der Unter- 
länder seinen Lauf zusammen. «Pro- 
bleme hatte ich dann bei der Ein- 
fahrt in den Steilhang. Doch da ha- 
ben sich sehr viele schwer getan. Da 
gab es eine Kuppe, die man einfach 
nicht gesehen hat, nicht mal bei der 
Besichtigung. Und unten habe ich 
dann versucht, immer schön hoch 
zu bleiben. Ab dem viertletzten Tor 
habe ich dann gedacht: Jetzt kann 
ich richtig frei geben. Doch das war 
etwas zu früh, und so war es am vor- 
letzten Tor vorbei. Das ist bitter, 
sehr bitter.» 
Pech auch, dass Heeb bei seinem 
Sturz kurz vor Schluss auf den Rü- 
cken fiel. Genau auf die Stelle, die 
ihm schon die halbe Saison Proble- 
me bereitet. «Ich bin wieder auf die 
rechte hintere Seite gefallen, kurz 
oberhalb des Hüftknochens. Das ist 
mir letztes Jahr schon einmal pas- 
siert und zuletzt vor drei 
Wochen. Jetzt waren die 
Rückenschmerzen end- 
lich weg, und dann pas- 
siert es wieder. Massagen 
bringen da nichts, das 
weiss ich schon. Jetzt müssen wir 
schauen, dass wir das bis morgen in 
den Griff bekommen. Mit Schmerzta- 
bletten wird es schon gehen», so 
Heeb und gönnte sich nach der Ent- 
täuschung erst einmal einen Schluck 
Gerstensaft. 
Schon heute wieder im Einsatz 
Ebenso traurig wie Heeb war natür- 
lich Herren-Cheftrainer Ralf Jegler: 
«Simon war super unterwegs. Oben 
hat er ein, zwei Tore gebraucht, bis 
er mit den neuen Ski im Rhythmus 
war. Und auch die letzte Zwischen- 
zeit, als er 4,61 Sekunden zurück 
war, bestätigte, dass er gut unter- 
wegs war», weiss Jegler. «Aber, ja, so 
ist das eben.» 
Zeit zum Nachdenken hat Heeb 
nicht. Bereits heute (10 und 13.30 
Uhr) steht auf der Reiteralm der 
Qualifikations-Slalom zum WM-Ab- 
schluss an. Seinen Rücken kann er 
da kaum schonen. Denn Heeb hat in 
der Qualifikation nur ein Ziel: «Da 
muss ich auf Sieg fahren.» Diesen 
Vorsatz hatte er auch schon in der 
Riesenslalom-Qualifikation. «Des- 
wegen hoffe ich, dass es nun auf- 
geht. Im Slalom bin ich ein bisschen 
stärker.» 
Ligety überlegen zu Gold 
Den WM-Titel auf der Planai holte 
sich Riesenslalom-Dominator Ted Li- 
gety. Für den US-Amerikaner war es 
die dritte Goldmedaille in Schlad- 
ming nach Super-G und Super-Kom- 
bination. Silber gewann Ligetys 
grösster Widersacher Marcel Hir- 
scher (Ö), Bronze sicherte sich Man- 
fred Mölgg aus Südtirol. 
Mehr auf den Seiten 16/17 
LSV-Läufer Simon Heeb bewegte sich lange äusserst stilsicher über den WM-Kurs. Wenige Meter vor der Ziellinie ereilte ihn jedoch das bittere Aus. (Foto: Keystone) 
Entwarnung: Tom Lüthi erfolgreich operiert 
Motorradsport Der Sturz war heftig, die Verletzungen gravierend – doch Tom Lüthi kann aufatmen: Nach einer fünfstün- 
digen Operation steht fest, dass der Emmentaler Motorrad-Star keine bleibenden Schäden davontragen wird. 
Am Donnerstag war der 26-Jährige 
Mitfavorit auf dem Moto2-WM-Titel 
bei Testfahrten in Valencia von Ratt- 
hapark Wilairot abgeschossen wor- 
den. Videoaufzeichnungen bewei- 
sen, dass der Thailänder zu schnell 
in die zweite Kurve fuhr und übers 
Vorderrad wegrutschte. Der unvor- 
bereitete Lüthi hatte keine Chance, 
den Crash zu vermeiden. 
Im Spital «9. Oktober» von Valencia 
wurden beim Schweizer mehrere 
Brüche am rechten Arm, an der 
Schulter und am Ellbogen festge- 
stellt. Auf eigenen Wunsch liess sich 
der transportfähige Lüthi per Rega 
in die Schweiz fliegen. Um 22 Uhr 
hob die Maschine in Valencia ab, 
nach der Landung in Kloten 
gings per Krankenwagen weiter 
direkt ins Spital Münsingen, wo 
Dr. Marc Mettler bereits auf sei- 
nen prominenten Patienten 
wartete. Um fünf Uhr 
morgens begann der 
fünfstündige Ein- 
griff. Dr. Mettler: 
«Von einer Operati- 
on der Schulter 
konnten wir abse- 
hen, aber wir mussten verschiedene 
komplizierte Brüche am Arm und im 
Ellbogen richten und verschrau- 
ben. Tom Lüthi kann mit einer 
vollständigen Genesung rech- 
nen, ohne Einschränkung 
seiner Beweglichkeit.» 
Comeback noch offen 
Wann Lüthi allerdings 
wieder im Sattel sei- 
ner Suter-Maschine wieder richtig 
Gas geben kann, ist zum jetzigen 
Zeitpunkt noch völlig offen. Die 
nächsten offiziellen Tests nächste 
Woche in Jerez (Sp) finden allerdings 
ganz sicher ohne ihn statt – und 
wohl auch die letzten Testfahrten 
Mitte März in Südspanien. «Es wird 
ein Kampf gegen die Zeit», weiss 
auch Teamchef Daniel M. Epp, «ob 
er überhaupt zum WM-Start am 7. 
April in Doha wieder fit ist. Doch das 
Wichtigste vorläufig ist, dass Tom 
keine bleibenden Schäden davontra- 
gen wird.» (si) 
Tom Lüthi wurde 
erfolgreich ope- 
riert. (Foto: ZVG)
	        

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