Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN FÜR DAS RHEINTAL 
WIRTSCHAFT 
Hilti-CEO 
Bo Risberg 
spricht über die 
Zukunft des 
Konzerns 
Wirtschaft / 13 
Mittwoch, 23. Dezember 2009 Seite 11 
Der Sonne entgegen 
Neues Geschäftsfeld: Hilti ist beim Bau von Solaranlagen mit dabei 
SCHAAN – Auch wenn in der 
Wirtschaftskrise die Energie- 
wende stottert: Der Baugeräte- 
konzern Hilti will sein noch jun- 
ges Solargeschäft weltweit aus- 
bauen. Mit Montagesystemen 
für Solarmodule. 
• Kornelia Pfeiffer 
Wer in Solarenergie investiert, 
braucht Baugeräte und Befesti- 
gungen für Fotovoltaikmodule. 
Drei der grössten Solarparks in 
Spanien wurden 2008 mit Monta- 
geschienensystemen aus Alumini- 
um von Hilti gebaut. Die Parks lie- 
fern über 50 Megawatt Sonnener- 
gie. Im Jahr 2006 hatte Hilti ge- 
meinsam mit Experten aus der Bau- 
industrie, Forschungsinstituten und 
Universitäten eine Studie über die 
Zukunft des Bauens erstellt. Das 
Ergebnis: knapp 1000 Trendaussa- 
gen. Die 50 wichtigsten Trends 
wurden herausgefiltert. Ein Trend 
ist die Solarenergie. Wenig später 
gingen 6000 Tonnen Hilti-Material 
in die Solaranlagen in Spanien. In 
zahllosen Reihen schlängeln sich 
heute die glänzenden Solar-Paneele 
in sanften Wellen durch eine Hü- 
gellandschaft 350 Kilometer west- 
lich von Madrid. 
Die spanische Regierung hat So- 
larprojekte in den letzten Jahren 
massiv gefördert, inzwischen aber 
den Förderhahn zugedreht. Welt- 
weit jedoch erkennen Metropolen 
und Kleinstädte, dass sich Investiti- 
onen in alternative Energien rech- 
nen. Dies zeigt die neueste Studie 
der Internationalen Energieagentur 
(IEA). Sie stellt 13 Städte vor, die 
den Schritt zur Energiewende ge- 
wagt haben.  So investiert Nagpur, 
eine 2,1-Millionen-Einwohner-Me- 
tropole in Indien etwa 3,8 Millio- 
nen Dollar in die Versorgung mit 
Solarenergie. Auf grösseren Neu- 
bauten sind Solarkollektoren 
Pflicht. Und auch Tunesiens Herr- 
scher will die Energiepolitik des 
Landes radikal ändern. Sonnen- 
energie soll den Staat unabhän- 
gig vom Ausland machen. 
Tunesien soll ein Solar-Musterstaat 
werden. 
Die Energieformen der Zukunft 
Was ist die Energie der Zukunft? 
Diese Frage steht im Raum. Hilti 
geht davon aus, dass erneuerbare 
Energien langfristig eine grosse 
Zukunft haben. Zugleich aber en- 
gagiert sich der Baugerätekonzern 
für die Hochsicherheit bei Atom- 
kraftwerken. Tatsächlich erlebt die 
Kernenergie weiter eine Renais- 
sance. Grossbritannien treibt den 
Bau von zehn neuen Atommeilern 
an. Um Treibhausgase zu reduzie- 
ren, setzt auch US-Präsident Oba- 
ma nicht nur auf erneuerbare Strom- 
quellen, sondern auch auf Kern- 
energie. Das Hauptargument: Kern- 
kraftwerke emittieren kein Kohlen- 
dioxid. Die Internationale Energie- 
agentur (IEA) schätzt allerdings, 
dass weltweit jedes Jahr mindes- 
tens 20 neue Meiler gebaut werden 
müssten, damit die Atomkraft einen 
Beitrag zum Klimaschutz leisten 
könne. 
Auch in der Krise bemüht sich der 
Hilti-Konzern, neue Geschäftsfelder 
zu erschliessen. «Die tiefste, 
schnellste und globalste Rezession 
seit dem Zweiten Weltkrieg bescher- 
te der Baukonjunktur ein Minus von 
20 Prozent», sagt CEO Bo Risberg 
in einem Interview in der Serie 
«Wirtschaft im Gespräch». Hier 
lässt das «Liechtensteiner Volks- 
blatt» Meinungsführer aus der Wirt- 
schaft zu Wort kommen.   Seite 13 
Drei der grössten Solarparks in Spanien wurden 2008 mit Montageschienensystemen aus Aluminium von Hilti gebaut. 
FOTO 
ZVG 
Talfahrt im Aussenhandel gebremst 
Wirtschaft / 15 
Börse setzt Aufwärtstrend fort 
Wirtschaft / 16 
NEWSMIX 
Freihandelsabkommen mit 
Hong-Kong geplant 
VADUZ – Die EFTA und Hong-Kong wer- 
den im neuen Jahr Verhandlungen über ein 
künftiges Freihandelsabkommen aufneh- 
men. Die EFTA-Staaten Liechtenstein, 
Schweiz, Island und Norwegen sind zu- 
sammengenommen mit einem Handelsvo- 
lumen von 13 Milliarden Dollar der elft- 
wichtigste Wirtschaftspartner der südchi- 
nesischen Metropole. (ky) 
US-Wirtschaft wächst 
weniger als erwartet 
WASHINGTON – Die US-Wirtschaft ist 
im dritten Quartal schwächer gewachsen 
als zunächst angenommen. Das Bruttoin- 
landsprodukt der grössten Volkswirtschaft 
der Welt legte aufs Jahr hochgerechnet um 
2,2 Prozent zu, teilte das US-Handelsmi- 
nisterium am Dienstag mit. Das ist immer 
noch das stärkste Wachstum seit Sommer 
2007 und der erste Zuwachs nach vier Mi- 
nusquartalen in Folge. Ende November 
war aber noch von einem Plus von 2,8 Pro- 
zent die Rede gewesen, bei der ersten 
Schätzung einen Monat zuvor sogar von 
3,5 Prozent Wachstum. 
Dämpfer seien die unerwartet kräftigen 
Rückgänge bei den Investitionen und der 
anhaltende scharfe Lagerabbau, erklärte 
das Handelsministerium. Das schürte Sor- 
gen über die Nachhaltigkeit der Erholung. 
Angeheizt wurde die Wirtschaft vor allem 
von staatlichen Konjunkturprogrammen. 
Die US-Abwrackprämie «Cash for Clun- 
kers» (etwa «Kohle für Rostlauben») er- 
freute sich grosser Beliebtheit und verhalf 
dem darbenden Automarkt zu Zuwächsen. 
Die steuerliche Förderung von Immobili- 
enkäufen tat ihr Übriges. (sda) 
Tschechien lässt Termin für 
Euro-Einführung weiter offen 
PRAG – Die tschechische Regierung ist der 
Empfehlung des Finanzministeriums und 
der Nationalbank (CNB) gefolgt und hat 
keinen Termin für die Einführung der euro- 
päischen Gemeinschaftswährung festgelegt. 
Als Grund gilt vor allem das hohe Budget- 
defizit, das weit über dem Maastricht-Krite- 
rium von 3 Prozent des Bruttoinlandspro- 
dukts (BIP) liegt. «Jegliche Überlegungen 
zum Euro sind im Moment nur Träume», 
meinte Premier Jan Fischer laut tsche- 
chischen Zeitungsberichten vom Dienstag. 
Angesichts der Steuerausfälle aufgrund der 
Wirtschaftskrise rechnet das Finanzministe- 
rium in Prag heuer mit einem Defizit in Hö- 
he von 6,6 Prozent des BIP. Im Budget 2010 
wird mit einem Defizit in Höhe von 5,7 Pro- 
zent gerechnet. (apa) 
Festnahmen in Zürich 
Vermögensdelikte: Vier Personen vorübergehend festgenommen 
ZÜRICH – Die Zürcher Staatsan- 
waltschaft hat gegen vier Per- 
sonen eine Strafuntersuchung we- 
gen Vermögensdelikten eröffnet. 
Es geht um sogenannte Frontrun- 
ning-Aktivitäten, bestätigte 
Staatsanwalt Oliver Otto einen 
Vorabbericht der «Weltwoche». 
Ermittelt wird laut dem für Börsen- 
delikte zuständigen Staatsanwalt 
gegen einen ehemaligen Portfolio- 
manager der Swisscanto Asset Ma- 
nagement AG und drei Komplizen. 
Dabei handelt es sich um eine Pri- 
vatperson und zwei Vermögensver- 
walter. Die vier Angeschuldigten 
wurden verhaftet, befinden sich in 
der Zwischenzeit aber wieder auf 
freiem Fuss. Zudem wurden in Zu- 
sammenhang mit dem Verfahren 
Hausdurchsuchungen durchgeführt. 
Die Staatsanwaltschaft III für Wirt- 
schaftsdelikte des Kantons Zürich 
geht von einem unrechtmässigen 
Gewinn in der Höhe von rund zwei 
Millionen Franken aus. 
Unter Frontrunning versteht man 
den Kauf von Wertpapieren durch 
Anlageberater oder Analysten, be- 
vor sie diese ihren Kunden zum 
Kauf empfehlen. Dem angeschul- 
digten früheren Swisscanto-Mitar- 
beiter wird ungetreue Geschäftsbe- 
sorgung und Verletzung des Ge- 
schäftsgeheimnisses vorgeworfen. 
Gegen die drei Komplizen wird we- 
gen Gehilfenschaft zu ungetreuer 
Geschäftsbesorgung und Ausnützen 
eines preisgegebenen Geschäftsge- 
heimnisses ermittelt, wie Staatsan- 
walt Otto erklärte. Er unterstrich, 
dass für alle involvierten Personen 
die Unschuldsvermutung gilt. 
Strafanzeige von Swisscanto 
Swisscanto, ein Gemeinschafts- 
unternehmen der Kantonalbanken, 
hat seinerseits Strafanzeigen gegen 
den früheren Mitarbeiter und die 
weiteren involvierten Personen ein- 
gereicht. Aufgrund der Ermitt- 
lungen der Staatsanwaltschaft sei 
davon auszugehen, dass der ehema- 
lige Portfoliomanager geplante 
Transaktionen an Dritte mitgeteilt 
und dafür Geld erhalten habe. Die- 
se Drittpersonen hätten mit diesen 
Informationen unrechtmässige Ge- 
winne erzielt, teilte das Unterneh- 
men mit. Der Portfoliomanager war 
von 2001 bis Herbst 2008 für Swiss- 
canto tätig. Er sei damals entlassen 
und per sofort freigestellt worden, 
nachdem er gegen eine interne Wei- 
sung betreffend Eigengeschäfte 
verstossen habe, sagte Sprecher 
Beat Amstutz auf Anfrage. (ap)
	        

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