Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INTERNATIONAL 
VOLKSBLATT 
20 MONTAG, 26. OKTOBER 2009 
Rätselraten 
um Irrflug 
Pilot: Sind nicht eingeschlafen 
WASHINGTON – Warum fliegt 
eine US-Passagiermaschine mit 
149 Menschen an Bord 240 Kilo- 
meter über ihren Zielflughafen 
Minneapolis hinaus? Auch Tage 
nach dem aberwitzigen Irrflug 
bleibt das Rätsel ungelöst. «Alles, 
was ich sagen kann: Wir sind nicht 
eingeschlafen und wir haben nicht 
gekämpft», sagte einer der beiden 
Piloten, Richard Cole, der Nach- 
richtenagentur AP. Es sei nichts 
Ernsthaftes im Cockpit vorgefallen, 
was die Passagiere hätte in Gefahr 
bringen können, sagte Cole. 
Maschine flog einfach weiter 
Der Airbus hätte am Mittwoch- 
abend in Minneapolis landen sol- 
len. Doch die Maschine der Nor- 
thwest Airlines flog einfach weiter, 
und die Piloten reagierten mehr als 
eine Stunde lang nicht auf Funk- 
sprüche der Bodenkontrolle. Schliess- 
lich kam der Kontakt wieder zu- 
stande, die Piloten kehrten um und 
landeten mit erheblicher Verspä- 
tung am Zielflughafen. Gegenüber 
den Behörden sollen die beiden Pi- 
loten angegeben haben, sie seien in 
einen heftigen Disput verwickelt 
gewesen. Sicherheitsexperten mut- 
massten, wahrscheinlicher sei ein 
Nickerchen der beiden gewesen. 
Cole wies beides gegenüber der AP 
zurück. Zwar wollte er den wahren 
Grund nicht nennen, beteuerte aber, 
es sei alles harmlos gewesen. 
Laut Polizeibericht bestanden die 
beiden Piloten einen Atem-Alko- 
holtest. Offenbar hatten sie auch 
vor dem Flug genügend Zeit zum 
Ausruhen. Die Zeitung «Minnea- 
polis Star Tribune» berichtete am 
Samstag unter Berufung auf interne 
Dokumente der Fluglinie, die bei- 
den Flugzeugführer hätten vor ih- 
rem Flug einen 19-stündigen Auf- 
enthalt in San Diego gehabt. Am 
Dienstag seien die beiden von 
Minneapolis in die kalifornische 
Stadt geflogen, Auftakt eines auf 
fünf Tage angesetzten Dienstes. 
Dass der Stimmrekorder bei der 
Lösung des Rätsels helfen könnte, 
ist fraglich. Auf ihm sind nur die 
letzten 30 Minuten der Cockpitge- 
spräche vor der Landung gespei- 
chert, als die Piloten ihren Fehler 
längst bemerkt hatten. 
In Istanbul zeigt ein 
Model die Mode eines Nach- 
wuchsdesigners. 
FOTO 
REUTERS 
Der Stimmrekorder soll helfen, offene Fragen zu klären. 
Streng schaut dieser Falke in Tbilisi (Ge- 
orgien). 
Am Samstag ist eine Kuh von einer Weide 
entlaufen und irrte durch die Strassen von 
Fröndenberg (Deutschland). Der Besitzer 
und die Polizei versuchten, die Kuh einzu- 
fangen. Doch auch nach zwei Stunden blieb 
die Jagd auf die Kuh erfolglos. Erst einem 
Tierarzt aus dem Nachbardorf gelang es, die 
Kuh zu betäuben und anschliessend in den 
Stall zu bringen. Die Kuh hat bei ihrem 
«Spaziergang» keine grösseren Sachschä- 
den hinterlassen. 
ZU GUTER LETZT 
NEWSMIX 
Obama erklärt Schweine- 
grippe zum nationalen Notfall 
WASHINGTON – US-Präsident Barack 
Obama hat den Ausbruch der Schweinegrip- 
pe zum nationalen Notfall erklärt. Wie das 
Weisse Haus mitteilte, unterzeichnete er be- 
reits am Freitagabend das entsprechende 
Dekret. Die Feststellung des Notfalls er- 
laubt es Mitarbeitern der Gesundheitsbehör- 
den, sich über bestimmte Regierungsrichtli- 
nien hinwegzusetzen, wenn sie dies im Inte- 
resse der Gesundheitsversorgung der Bevöl- 
kerung für nötig halten. Regierungsbeamte 
sprachen von einer Vorsorgemassnahme wie 
etwa bei einem herannahenden Hurrikan. 
Die Schweinegrippe greift in den USA zur- 
zeit stark ums sich. Der Infektionskrankheit 
sind bisher in dem Land nach Angaben der 
Gesundheitsbehörden mehr als 1000 Men- 
schen zum Opfer gefallen. 
Mutter räumt PR-Gag ein 
DENVER – Die Mutter 
des sechsjährigen Falcon, 
der vermeintlich stunden- 
lang allein in einem Ballon 
über den US-Staat Colora- 
do schwebte, hat Gerichts- 
unterlagen zufolge gestan- 
den, dass es sich um einen 
Publicity-Gag handelte. 
Mayumi Heene sagte dem- 
nach in einer polizeilichen Vernehmung, dass 
sie und ihr Mann die ganze Zeit über gewusst 
hätten, dass sich Falcon im Haus versteckte. 
In den Unterlagen hiess es, die Kinder seien 
angewiesen worden, gegenüber Behörden 
und Medien zu lügen, um den Schwindel zu 
decken. Mit der ganzen Inszenierung wollte 
sich die Familie für neue Fernsehauftritte 
empfehlen, sagte die Mutter den Unterlagen 
zufolge. Ganz Amerika hatte sich vergangene 
Woche um das Schicksal des Sechsjährigen 
gesorgt, nachdem seine Eltern glauben mach- 
ten, er befinde sich in einem selbst gebauten 
Ballon, der über Land trieb. 
U-Boot-Wrack entdeckt 
TALLINN – Vor der Küste Estlands ist das 
Wrack eines britischen U-Boots aus dem 
Ersten Weltkrieg entdeckt worden. Das gab 
am Freitag das schwedische Meeresvermes- 
sungsunternehmen Marin Mätteknik be- 
kannt. Bei dem Wrack vor der Insel Hilumaa 
handelt es sich den Angaben zufolge um die 
HMS E18, die die britische Kriegsführung 
zur Unterstützung der russischen Marine ent- 
sandt hatte, um schwedische Erzlieferungen 
an Deutschland zu stoppen. Das U-Boot mit 
33 Mann Besatzung verschwand im Mai 
1916 während einer Patrouillenfahrt, die 
Mannschaft kam ums Leben. 
Mann schiesst auf 
Angehörige 
DRESDEN – Bei einem Fa- 
milienstreit hat ein 64-jäh- 
riger Dresdner am Samstag 
drei Angehörige mit Schüs- 
sen verletzt und sich danach 
im Keller seines Hauses getö- 
tet. Seine 57-jährige Frau und 
deren 36-jähriger Sohn wur- 
den nach Polizeiangaben 
schwer verletzt. Seine 59-jäh- 
rige Schwägerin erlitt eine 
leichte Schussverletzung. 
Als Missverständnis 
entpuppt 
MÜNCHEN – Ein Mann 
wollte in München nur seine 
Notdurft verrichten – und 
wurde als vermeintlicher Ver- 
gewaltiger festgenommen. 
Der 42-Jährige hatte in der 
Nacht zum Freitag eine junge 
Frau umgerempelt, als er we- 
gen starker Darmprobleme in 
einen Hinterhof rennen 
wollte, wie ein Polizeispre- 
cher am Freitag sagte. 
Sie schrie sofort 
Die 29-Jährige fing sofort 
an zu schreien, weil sie fürch- 
tete, der Mann wolle sie ver- 
gewaltigen. Daraufhin habe 
der 42-Jährige versucht, ihr 
den Mund zuzuhalten, sagte 
der Sprecher. «Er ist in Panik 
geraten, weil sie in Panik ge- 
raten ist.» Schliesslich konnte 
sich die Frau aus der Um- 
klammerung lösen und rief 
Passanten zu Hilfe, die den 
flüchtenden Mann stellten 
und Polizisten übergaben. 
«Nicht wirklich» 
Robbie Williams: Jacksons sind Freaks 
BERLIN – Robbie Williams hat 
sich abfällig über die Familie des 
verstorbenen Popstars Michael 
Jackson geäussert. Sie habe «einen 
an der Waffel», zitierte die «Welt 
am Sonntag» den Sänger in einem 
Interview. Er habe Michaels Bru- 
der Jermaine im englischen Fern- 
sehen bei «Celebrity Big Brother» 
gesehen. «Er scheint ein wirklich 
reizender Mensch zu sein. Aber 
seinen Sohn nannte er Jermajesty. 
Michael, Jermaine und der ganze 
Rest der Jackson-Familie, sie alle 
haben all die Jahre in einem ande- 
ren Universum gelebt, völlig los- 
gelöst von der normalen Welt.» 
Williams fügte hinzu: «Mit oder 
ohne Ruhm und Berühmtheit – die 
Jacksons wären so oder so eine Fa- 
milie von Freaks gewesen. Aber 
der Welterfolg hat diese seltsame 
Familie erst so richtig in Brand ge- 
steckt.» 
Kein abschreckendes Beispiel 
Auf die Frage, ob das Schicksal 
Michael Jacksons für ihn ein ab- 
schreckendes Beispiel sei, antwor- 
tete der Brite: «Nicht wirklich. 
Vielleicht fällt es mir leichter, ge- 
wisse Verhaltensweisen von ihm 
nachzuvollziehen.» Denn auch er 
habe manchmal Angst vor seinem 
Publikum. «Michael Jackson konn- 
te vor Hunderttausenden singen 
und sie in den Bann ziehen – aber 
ganz offensichtlich mochte er es 
nicht», sagte Williams. Über seine 
eigenen Ängste sagte Williams: 
«An manchen Abenden sage ich: 
Hey, 80 000 Leute, gar kein Pro- 
blem! Her mit den kleinen Franzö- 
sinnen! An anderen Abenden traue 
ich mich die Treppe nicht hinauf, 
die auf die Bühne des Stadions 
führt. Ich habe dann Angst. Regel- 
rechte Angst vor meinem Publi- 
kum. Und das Schlimme ist: Ich 
kann es nicht steuern.» 
Provokant: Robbie Williams. 
Der Büffel ist schuld 
Wasserbüffel verursacht Zugunglück mit 18 Toten in Ägypten 
KAIRO – Ein entlaufender Wasser- 
büffel hat in Ägypten ein schweres 
Zugunglück verursacht, bei dem 
mindestens 18 Menschen ums Le- 
ben kamen und 39 weitere Per- 
sonen verletzt wurden. 
Dies teilten die Behörden am Sonn- 
tag mit, die nach dem Unglück am 
Rande der Hauptstadt Kairo am 
Samstag zunächst von 25 Toten ge- 
sprochen hatten. Bei dem Unfall 
fuhr ein Zug auf einen anderen hal- 
tenden Zug auf, wie die Nachrich- 
tenagentur MENA berichtete. Meh- 
rere Waggons wurden zerstört. Die 
Rettungsmannschaften bemühten 
sich, die Toten und Verwundeten aus 
den Trümmern zu bergen. Ein Au- 
genzeuge berichtete, der erste Zug 
habe halten müssen, nachdem er mit 
dem Wasserbüffel und dessen Besit- 
zer kollidiert war. Als der Lokführer 
ausgestiegen sei, um nachzusehen, 
sei der zweite Zug aufgefahren. 
Zwei Züge prallten in Ägypten aufeinander – wegen einem 
Wasserbüffel.FOTOS REUTERS
	        

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