Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
18 DONNERSTAG, 15. OKTOBER 2009 
Geschafft: Schweiz fährt zur WM 
Hitzfeld-Mannschaft mit 0:0 gegen Israel in Südafrika dabei 
BASEL – Die Schweiz hat die gute 
Ausgangslage genutzt und sich 
für die WM-Endrunde 2010 in 
Südafrika qualifiziert. Das 0:0 
gegen Israel in Basel entsprang 
nicht einer brillanten Leistung, 
war aber letztlich das massge- 
schneiderte Resultat. Es reichte 
der Schweiz zum Gruppensieg. 
Die Schweizer erarbeiteten sich 
den letzten fehlenden Punkt ohne 
die drei Stammkräfte Diego Bena- 
glio, Benjamin Huggel und Captain 
Alex Frei. Sie alle litten in den letz- 
ten Tagen an einer Magen-Darm- 
Grippe, und Coach Ottmar Hitzfeld 
riskierte einen Einsatz der Ge- 
schwächten von Beginn weg nicht. 
Am Ende blieb die Schweiz nach 
dem 1:2 gegen Luxemburg im Sep- 
tember 2010 in acht Spielen in Fol- 
ge ungeschlagen, und das 0:0 ge- 
gen Israel war die fünfte Partie der 
Ausscheidungsphase ohne Gegen- 
tor. Damit nimmt die Schweiz zum 
neunten Mal an einer WM teil, und 
qualifizierte sich zum vierten Mal 
in Folge für eine EM- oder WM- 
Endrunde. Hitzfeld kam derweil 
nach zwei Titeln in der Champions 
League als Klubtrainer auf Anhieb 
zu einem grossen Erfolg als Natio- 
nalcoach. Der Deutsche wird erst- 
mals eine WM-Endrunde erleben. 
Es gab also keine Überraschungen 
mehr am letzten Spieltag der Grup- 
pe 2. Die Griechen mühten sich zu 
einem 2:1 gegen Luxemburg und 
spielen am 14. und 18. November 
in der Barrage um ihre erste WM- 
Teilnahme seit 1994. (si) 
Das WM-Ticket in der Tasche: Grenzenloser Jubel herrschte nach dem Schlusspfiff im Schweizer Lager. 
FOTO KEYSTONE 
Die bereits für die WM 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. 
Juli 2010) qualifizierten Mannschaften: 
EUROPA: Schweiz, England, Holland, Spanien, Deutschland, 
Dänemark, Serbien, Italien, Slowakei. 
AFRIKA: Südafrika (Gastgeber), Ghana, Elfenbeinküste. 
SÜDAMERIKA: Brasilien, Paraguay, Chile. 
ASIEN: Südkorea, Nordkorea, Australien und Japan. 
NORD-/MITTELAMERIKA: USA und Mexiko. 
Barrage-Teilnehmer Europa (in Klammern FIFA-Ranking 
per September 2009): Russland (6), Frankreich (10), Grie- 
chenland (12), Portugal (17), Ukraine (25), Irland (38), Bos- 
nien (46), Slowenien (54). 
Barrage-Auslosung am 19. Oktober, Hinspiele am 14. Novem- 
ber, Rückspiele am 18. November. 
Auslosung der WM-Endrunden-Gruppen am 4. Dezember. 
Die Verteilung der WM-Plätze nach Kontinentalverbänden: 
Europa (13 Teilnehmer), Afrika (6), Asien (4/5), Südamerika 
(4/5), Nord- /Mittelamerika (3/4), Ozeanien (0/1). 
Der Vertreter von Asien (Bahrain) gegen jenen von Ozeanien 
(Neuseeland) sowie die Vertreter von Süd- und Nord-/Mittela- 
merika bestreiten eine Barrage mit Hin- und Rückspielen, um 
die letzten Teilnehmer in ihren «Zonen» zu ermitteln. 
WM-QUALI 2010 
Slowakische Quali 
im Schneetreiben 
CHORZOW – Die Slowakei 
hat den zweiten Matchball 
genützt und sich als Siegerin 
der Gruppe 3 erstmals für ei- 
ne WM qualifiziert. Die Ost- 
europäer behielten im dichten 
Schneetreiben von Chorzow 
die Übersicht und schlugen 
Polen auswärts 1:0. Mit dem 
Auswärtserfolg sicherten sich 
die Slowaken, die ohne drei 
gesperrte Stammverteidiger 
(u.a. Martin Sktrel/Liverpool) 
anzutreten hatten, in Ober- 
schlesien das WM-Ticket oh- 
ne gegnerische Hilfe. Bei 
einem Punktverlust wäre das 
Team um Captain und Regis- 
seur Marek Hamsik (Napoli) 
auf eine Niederlage von Ver- 
folger Slowenien in San Ma- 
rino angewiesen gewesen. 
Die Angelegenheit regelte 
sich darum von selber, weil 
Polens Verteidiger Seweryn 
Gancarczyk nach weniger als 
drei Minuten eine Hereinga- 
be unhaltbar ins eigene Tor 
ablenkte. Slowenien nützte 
der 3:0-Sieg in San Marino 
nichts mehr, immerhin kann 
der zweifache Teilnehmer an 
grossen Turnieren (EM 2000 
und WM 2002) als Barrage- 
Team weiterhin auf ein Ti- 
cket für Südafrika hoffen. (si) 
WM-QUALI 2010 
Gruppe 4 
Aserbaidschan – Russland 1:1 (0:1) 
Liechtenstein – Wales 0:2 (0:1) 
Deutschland – Finnland 1:1 (0:1) 
1. Deutschland * 10 26:5 26 
2. Russland ** 10 19:6 22 
3. Finnland 10 14:14 18 
4. Wales 10 9:12 12 
5. Aserbaidschan 10 4:14 5 
6. Liechtenstein 10 2:23 2 
Alle Liechtensteiner Spiele: 
Liechtenstein – Deutschland 0:6 (0:1) 
Aserbaidschan – Liechtenstein 0:0 
Wales – Liechtenstein 2:0 (1:0) 
Deutschland – Liechtenstein 4:0 (2:0) 
Liechtenstein – Russland 0:1 (0:1) 
Finnland – Liechtenstein 2:1 (1:1) 
Russland – Liechtenstein 3:0 (3:0) 
Liechtenstein – Finnland 1:1 (0:0) 
Liechtenstein – Aserbaidschan 0:2 (0:0) 
Liechtenstein – Wales   0:2 (0:1) 
Gruppe 1 
Schweden – Albanien 4:1 (3:0) 
Dänemark – Ungarn 0:1 (0:1) 
Portugal – Malta 4:0 (2:0) 
1. Dänemark * 10 16:5 21 
2. Portugal ** 10 17:5 19 
3. Schweden 10 13:5 18 
4. Ungarn 10 10:8 16 
5. Albanien 10 6:13 7 
6. Malta 10 0:26 1 
Gruppe 2 
Lettland – Moldawien 3:2 (2:1) 
Griechenland – Luxemburg 2:1 (2:1) 
Schweiz – Israel 0:0 
1. Schweiz * 10 18:8 21 
2. Griechenland ** 10 20:10 20 
3. Lettland 10 18:15 17 
4. Israel 10 20:10 16 
5. Luxemburg 10 4:25 5 
6. Moldawien 10 6:18 3 
Gruppe 3 
San Marino – Slowenien 0:3 (0:1) 
Polen – Slowakei 0:1 (0:1) 
Tschechien – Nordirland 0:0 
1. Slowakei * 10 22:10 22 
2. Slowenien ** 10 18:4 20 
3. Tschechien 10 17:6 16 
4. Nordirland 10 13:9 15 
5. Polen 10 19:14 11 
6. San Marino 10 1:47 0 
Gruppe 5 
Estland – Belgien 2:0 (1:0) 
Türkei – Armenien 2:0 (2:0) 
Bosnien-Herzegowina – Spanien 2:5 (0:2) 
1. Spanien * 10 28:5 30 
2. Bosnien-Herzegowina ** 10 25:13 19 
3. Türkei 10 13:10 15 
4. Belgien 10 13:20 10 
5. Estland 10 9:24 8 
6. Armenien 10 6:22 4 
Gruppe 6 
England – Weissrussland 3:0 (1:0) 
Kasachstan – Kroatien 1:2 (1:1) 
Andorra – Ukraine 0:6 (0:1) 
1. England * 10 34:6 27 
2. Ukraine ** 10 21:6 21 
3. Kroatien 10 19:13 20 
4. Weissrussland 10 19:14 13 
5. Kasachstan 10 11:29 6 
6. Andorra 10 3:39 0 
Gruppe 7 
Frankreich – Österreich 3:1 (2:0) 
Rumänien – Färöer 3:1 (1:0) 
Litauen – Serbien 2:1 (1:0) 
1. Serbien * 10 22:8 22 
2. Frankreich ** 10 18:9 21 
3. Österreich 10 14:15 14 
4. Litauen 10 10:11 12 
5. Rumänien 10 12:18 12 
6. Färöer 10 5:20 4 
Gruppe 8 
Irland – Montenegro 0:0 
Bulgarien – Georgien 6:2 (6:1) 
Italien – Zypern 3:2 (0:1) 
1. Italien * 10 18:7 24 
2. Irland ** 10 12:8 18 
3. Bulgarien 10 17:13 14 
4. Zypern 10 14:16 9 
5. Montenegro 10 9:14 9 
6. Georgien 10 7:19 3 
Gruppe 9 
1. Holland * 8 17:2 24 
2. Norwegen 8 9:7 10 
3. Schottland 8 6:11 10 
4. Mazedonien 8 5:11 7 
5. Island 8 7:13 5 
* = für die WM qualifiziert 
** = Teilnehmer der Barrage 
WM-QUALIFIKATION 
Spieler nicht unzufrieden 
Stimmen zum letzten WM-Qualifikationsspiel Liechtenstein – Wales 
VADUZ – Trotz der Niederlage war 
man im FL-Lager nicht unzufrie- 
den mit dem Spiel, mit dem Er- 
gebnis aber schon. Man hatte 
zwar grosse Personalprobleme 
gegen Wales, zeigte dafür ein lei- 
denschaftliches Spiel. 
• Jan Stärker 
«Natürlich haben wir uns das Spiel 
und das Ende der Qualifikation an- 
ders vorgestellt. Aber die Mann- 
schaft hat mich nicht enttäuscht. Sie 
hat das gespielt, was sie kann. Lei- 
der hat keiner einen riesen Exploit 
gehabt und ist über sich hinausge- 
wachsen», erklärte Nati-Coach Bi- 
du Zaugg auch ein bisschen stolz 
aufgrund der vielen Ausfälle gegen 
Wales. «Leider war Mario Frick 
nicht so gut drauf, das hat uns natür- 
lich auch noch ein wenig geschadet, 
da wir doch sehr auf ihn angewie- 
sen sind. Leider konnten wir die 
sehr, sehr gute Chance kurz vor der 
Pause durch David Hasler nicht ver- 
werten. Das hätte der Mannschaft 
sicherlich Selbstvertrauen gegeben, 
da wir ja nicht viele Tore machen. 
Das hätte das Spiel schon kippen 
können. Aber ich glaube, dass wir 
mit der kompletten Mannschaft so- 
wohl gegen Aserbaidschan am 
Samstag als auch gegen Wales mehr 
drin gewesen wäre.» 
Gelungenes Debüt von Eberle 
Lucas Eberle machte sein Debüt 
im A-Team. Und am Anfang war 
der gerade 19 Jahre alt gewordene 
Balzner doch etwas nervös. «Ja, 
das war schon so», bestätigt der 
Balzner. «Das ist ja auch was Be- 
sonderes, wenn man gegen diese 
guten Spieler aus der Premier 
League spielt.» Und auch Zaugg 
war mit dem Debütanten zufrieden. 
«Er hat sich gefangen nach ein paar 
Minuten, sich immer mehr gestei- 
gert und sich Kredit auf weitere 
Einsätze verdient», so der Berner. 
Und das freut Eberle natürlich: «Es 
wäre schon schön, wenn ich weiter- 
hin beim A-Team dabei bin. Man 
merkt in so einem Spiel aber auch, 
dass alles viel schneller ist und kör- 
perlicher zur Sache geht.» 
Konnten nach der Pause zulegen 
National-Keeper Peter Jehle war 
nach dem Spiel ebenfalls mit der 
gezeigten Leistung zufrieden. «Ich 
denke, wir haben ein gutes Match 
gespielt. Phasenweise haben wir 
hervorragende Kombinationen und 
schöne Ballstafetten gehabt», so 
der Schaaner. «Zudem haben wir 
uns zwei, drei grosse Torchancen 
herausgespielt, doch leider nicht 
verwertet. 2:0 für Wales schaut si- 
cher klar aus, doch das Spiel ist viel 
ausgeglichener gewesen.» 
Marco Ritzberger sieht es ähn- 
lich. Nach dem 1:0 haben wir Wales 
ganz gut im Griff gehabt. Vor allem 
in der zweiten Halbzeit standen wir 
gut in der Defensive und haben 
noch einmal zulegen können», so 
Ritzi, der es auf der rechten Seite 
immer wieder mit dem überra- 
genden Gareth Bale zu tun bekam. 
«Der spielt nicht umsonst bei Tot- 
tenham, gehört sicherlich zu den 
offensiv besseren Linksverteidigern 
in der Welt. Man hat seine Klasse 
schon gesehen. 
Debütant Lucas Eberle (links) machte gegen Wales ein gutes Spiel im Liechtensteiner Nationaldress. 
FOTOS 
SHOUROT/KEYSTONE 
Kapitän Mario Frick in Aktion.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.