Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

Liechtensteiner 
VOLKSBLATT 
AZ 9494 SCHAAN 
Mittwoch, 30. September 2009 
Mit amtlichen Publikationen 00423 237 51 51 
DI E TAGESZEI TUNG FÜR LI ECHTENSTEI N 
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Nachrichten / 9 
NEWSMIX 
Zwei Männer wollten illegal 
nach Liechtenstein einreisen 
BALZERS – Am Montagabend wurden 
zwei   Männer erwischt, die illegal nach 
Liechtenstein einreisen wollten. Gemäss 
Mitteilung der Landespolizei fuhr einer der 
beiden mit dem Linienbus von der Schweiz 
nach Liechtenstein. Er konnte keine gül- 
tigen Reisedokumente vorweisen, als er in 
Balzers von der Polizei aufgegriffen wurde. 
Ein weiterer Mann wurde gefasst, als er mit 
dem Regionalzug einreisen wollte und in 
Nendeln von der Schweizer Grenzwache 
kontrolliert wurde. Der Mann, laut der Lan- 
despolizei ein Afghane, konnte sich eben- 
falls nicht ausweisen. Beide Personen wer- 
den durch die Landespolizei angezeigt – 
und ins Ausland zurückgeführt. (db/lpfl) 
Noro-Virus hat das Haus 
St. Laurentius im Griff 
SCHAAN – Während der letzten zwei Wo- 
chen haben sich im Haus St. Laurentius in 
Schaan 10 Bewohner und 10 Mitarbeitende 
mit dem Noro-Virus angesteckt. Damit sich 
das Virus nicht weiterverbreitet, seien die Be- 
troffenen für 72 Stunden isoliert worden, be- 
richtete Radio Liechtenstein. Seit Samstag 
habe sich jedoch niemand mehr angesteckt. 
Wenn es so bliebe, könne in drei Tagen wie- 
der zur Tagesordnung übergangen werden. 
Das Noro-Virus ist hochinfektiös und führt 
zu heftigem Erbrechen und Durchfall. (db) 
  
Inland 2–9 Kultur 23 
Ausland 10 Kino/Wetter 26 
Wirtschaft 11–14 TV 27 
Sport 15–19 International 28 
INHALT 
www.volksblatt.li 
132. JAHRGANG, NR. 221 Verbund Südostschweiz 
Tel. +423/237 51 51 
Fr. 1.80 
9 771812601006 
30040 
2LÄNDER 
ZEITUNG 
USV muss zum ungeschlagenen Baden 
Sport / 15 
Vermehrt Einbrüche in Liechtenstein 
Nachrichten / 3 
FOTO 
PAUL 
TRUMMER 
Milchgesichter hatten am gestrigen Dienstag die 
Primarschüler in Schellenberg. Der Verein Liechtensteiner 
Bäuerinnen führte den jährlich stattfindenden Pausenmilch- 
tag durch. Den Kindern schien es zu gefallen. Mehr Fotos 
finden Sie im Internet unter www.volksblatt.li.   (red) 
VU vor der «Implosion» 
Unionskreise spielen «Volksblatt» brisante Informationen zu 
VADUZ – Der schon lange schwe- 
lende Streit in der Vaterlän- 
dischen Union eskaliert. In einem 
dem «Volksblatt» zugespielten 
Brief reden zwei Landtagsabge- 
ordnete Klartext. Was sie zu sa- 
gen haben, wird die Union in ih- 
ren Grundfesten erschüttern. 
• Holger Franke 
«Nach aussen steht die Partei heu- 
te im Glanze da. Der Eindruck ist 
trügerisch.» Nur eine Passage aus 
einem offenen Brief der VU-Abge- 
ordneten Jürgen Beck und Harry 
Quaderer. Dieser Brief wurde dem 
«Volksblatt» ausgerechnet aus 
Kreisen der Vaterländischen Union 
zugespielt. Schon diese Tatsache 
macht deutlich, wie stark es in der 
Union rumort. In einem couragier- 
ten Akt haben sich beide Abgeord- 
neten an die eigene Partei gewen- 
det, sprachen aus, was hinter den 
Kulissen abläuft und wurden von 
der Parteiführung abgewiesen. 
«Aus gewissen Aussagen spricht 
der pure Hass. Auf dieses Niveau 
lasse ich mich nicht herunter», wich 
der frisch wiedergewählte VU-Prä- 
sident Adolf Heeb noch auf dem 
Parteitag am Montag aus. 
Deutliche Rücktrittsforderung 
Durch die nun öffentlich gewor- 
dene Kritik wird Heeb sein Schwei- 
gen aber brechen müssen. Klar und 
deutlich fordern beide Abgeordnete 
den Rücktritt des Präsidenten und 
des Parteisekretärs Hansjörg Goop: 
«Wir sind der felsenfesten Über- 
zeugung, dass wenn es Adolf und 
Hansjörg weiterhin um die Belange 
der Partei ginge, dann sollten sie 
jetzt, auf dem Höhepunkt ihrer ‹eh- 
renamtlichen› Karriere, ihren Rück- 
tritt erklären.» 
Doch worum geht es den beiden 
Abgeordneten? «Wir möchten ein- 
fach nicht mehr zuschauen, dass in 
einer guten und offenen Partei, wie 
die VU es immer war, keine kon- 
struktive Kritik mehr zugelassen 
ist. Wir tolerieren es nicht mehr, 
dass ein Klima des Misstrauens ge- 
sät wird und wir akzeptieren es 
nicht mehr, dass die Ideale der 
Gründerväter der VU mit Füssen 
getreten werden», heisst es in dem 
Brief. 
«Reinen Tisch machen» 
«Es ist Zeit, reinen Tisch zu ma- 
chen. Es ist allerhöchste Zeit, Ver- 
trauen herzustellen.» Doch dazu 
muss erst einmal alles auf den 
Tisch – der jetzige Zustand der Par- 
tei sei nahe der «Implosion». Ob 
Präsidiumsentscheidungen, die Ar- 
beitsgruppe Bildung, die Wahl des 
Fraktionssprechers oder das Hick- 
hack um die LED-Präsidentschaft: 
Auf dem 5-seitigen Dokument wird 
Klartext geredet.   Seite 3 
Was 
ist denn da bei der VU 
los? Der offene Brief der 
Landtagsabgeordneten Jürgen 
Beck und Harry Quaderer löst 
mehr als Erstaunen aus. 
Zwei Rote wehren sich 
Aufmerksamen «Volksblatt»- 
Lesern wird vieles bekannt vor- 
kommen: Spannungen inner- 
halb des Präsidiums, der Frak- 
tion und der Regierung. Kritik 
am Demokratieverständnis und 
am Kommunikationsstil, Kritik 
daran, auf welche Art bestimmte 
Positionen besetzt wurden – da- 
runter auch der Streit um die 
Neubesetzung des LED-Präsi- 
diums. Man darf gespannt sein, 
wie die VU mit dem Scherben- 
haufen umgeht.  Holger Franke 
hfranke@volksblatt.li 
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Wirtschaft erholt sich 
Leichtes Wachstum für Schweiz erwartet 
ZÜRICH – Die Schweiz löst sich 
aus der Rezession: Die Credit 
Sui-sse sagt für 2010 ein BIP- 
Wachstum von 0,6 Prozent voraus, 
während das Land auf eine 
Rekord-Arbeitslosigkeit zusteuert. 
Die CS-Prognose für 2010 vom ver- 
gangenen Februar bleibt somit un- 
verändert. Im laufenden Jahr dürfte 
das BIP um 2 Prozent schrumpfen. 
2010 werde nicht die breit abge- 
stützte Erholung bringen, warnen 
die CS-Ökonomen. Doch die 
Schweiz sei dank der vergleichswei- 
se niedrigen Verschuldung als Folge 
nur moderater Konjunkturpro- 
gramme und der wirtschaftlichen 
Erholung in wichtigen Absatzmärk- 
ten für einen späteren, nachhaltigen 
Aufschwung gut gerüstet. 
«Die Rezession war in der 
Schweiz relativ milde und auch 
nicht so tief», so die Feststellung 
von CS-Chefökonom Martin Neff. 
Das eigentliche Problem sei das 
Tempo gewesen, mit dem die Welt- 
wirtschaft vor einem Jahr eingebro- 
chen sei, sagte er am Dienstag vor 
den Medien in Zürich bei der Präsen- 
tation der CS-Konjunkturprognose 
für das nächste Jahr. 
Die nur zähe Erholung hätte un- 
übersehbar negative Folgen für die 
Beschäftigung: Die Arbeitslosig- 
keit wird gemäss den CS-Öko- 
nomen nächstes Jahr 5,2 Prozent 
erreichen, den höchsten Stand seit 
1997. Vom wieder steigenden Öl- 
preis getrieben, dürfte die Teuerung 
nächstes Jahr bei einem Prozent lie- 
gen, so die Experten. (sda) 
Musterprozess beginnt 
Steuersünder klagt ehemalige LGT Treuhand 
VADUZ – 13 Millionen Euro Scha- 
densersatz will der deutsche Steu- 
ersünder Elmar S. vor dem Land- 
gericht Vaduz erstreiten. Auf der 
Anklagebank sitzen die Vertreter 
der ehemaligen LGT Treuhand AG. 
• Stefan Lenherr 
«Schwere Pflichtverletzungen» wer- 
fen die Anwälte des Klägers der ehe- 
maligen LGT Treuhand AG vor, die 
nach dem Verkauf an die First Advi- 
sory Group in Fiduco AG umbe- 
nannt wurde. Vor allem habe es die 
LGT Group versäumt, rechtzeitig 
über den folgenschweren Diebstahl 
einer CD mit Kundeninformationen 
aufzuklären. Somit sei Elmar S. die 
Möglichkeit geraubt worden, vom 
damaligen Steueramnestiegesetz in 
Deutschland Gebrauch zu machen. 
Dies hätte ihm den Gang vor Gericht 
erspart, auch die Steuernachzah- 
lungen wären tiefer ausgefallen. 
Der heute vor dem Landgericht 
Vaduz verhandelte Fall gilt als Mus- 
terprozess. Bereits sind zahlreiche, 
weitere Klagen gegen die ehema- 
lige Treuhand-Abteilung der LGT 
Gruppe in Planung. Seite 11 
Heute beginnt der Prozess gegen 
die ehemalige LGT Treuhand.
	        

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