Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

WIRTSCHAFT 
VOLKSBLATT 
13 FREITAG, 11. SEPTEMBER 2009 
Flexibel in die Rente 
Betriebliche Vorsorge steht vor demographischen Veränderungen 
VADUZ – Die steigende Lebenser- 
wartung und weniger nachrü- 
ckende Junge auf dem Arbeits- 
markt stellen die betrieblichen 
Pensionskassen vor veränderte 
Herausforderungen. Statt vom 
Vollerwerb in die Vollrente wird 
sich künftig die schrittweise Pen- 
sionierung durchsetzen. 
• Johannes Mattivi 
Diese These stellten Harald Spren- 
ger und Anders Malmström von der 
AXA Winterthur Versicherung bei 
einem gestrigen Info-Anlass in Va- 
duz in den Raum. Die schweize- 
rische AXA Winterthur gehört mit 
insgesamt 40 Mrd. Franken an ver- 
waltetem Anlagevermögen neben 
der LLB und diversen betrieblichen 
Sozialfonds zu den drei grössten 
Anbietern von betrieblicher Pensi- 
onsvorsorge in Liechtenstein. In 
der Schweiz steht die 2. Säule aktu- 
ell in der Diskussion, nachdem fürs 
Frühjahr 2010 eine Volksabstim- 
mung über die vom Schweizer Par- 
lament geplante Senkung des BVG- 
Umwandlungssatzes von derzeit 7 
auf 6,4 Prozent geplant ist. 
Pensionskassen unter Druck 
Im Spannungsfeld zwischen stei- 
gender Lebenserwartung – und da- 
mit längerer Rentenbezugsdauer – 
und längerfristig sinkenden Rendi- 
ten auf den Kapitalmärkten sehen 
sich die Pensionskassen immer stär- 
kerem Druck ausgesetzt. Um liqui- 
de zu bleiben, müssen künftig ent- 
weder die Umwandlungssätze ge- 
senkt oder das Pensionsantrittsalter 
bzw. die Beitragssätze erhöht wer- 
den. Wobei in Liechtenstein zum 
Unterschied von der Schweiz we- 
der der Mindestumwandlungssatz 
(CH derzeit 7 Prozent) noch der 
Mindestzinssatz (CH derzeit 2 Pro- 
zent) in der betrieblichen Vorsorge 
gesetzlich geregelt ist. In Liechten- 
stein ist der Umwandlungssatz auch 
noch kein Thema, weil sich die 
meisten Versicherten bei der Pensi- 
onierung das Kapital auszahlen las- 
sen statt die Rente zu beziehen. 
Auch ist in Liechtenstein zwar die 
Frühpension ab 60 inzwischen ein 
Thema, nicht jedoch das Gegenmo- 
dell der flexiblen Pensionierung, 
wie sie in der Schweiz seit ca. zwei 
Jahren möglich ist. Nachdem die 
AXA Winterthur die erste Schwei- 
zer Versicherung war, die in ihren 
Vorsorgemodellen auf die neue 
Möglichkeit der flexiblen Pensio- 
nierung reagiert hat, nutzten Harald 
Sprenger und Anders Malmström 
den gestrigen Anlass dazu, beson- 
ders über diese Form künftiger Pen- 
sionierung zu informieren. 
Ältere werden gebraucht 
Mehr als die Hälfte der Arbeitneh- 
mer in der Schweiz wären nach ei- 
ner Umfrage in der Schweiz bereit, 
auch nach dem 65. Altersjahr noch 
zu arbeiten, wenn sie vom Chef ge- 
fragt würden. In Zukunft, so Spren- 
ger und Malmström, werde das Wis- 
sen der rüstigen Älteren in den Be- 
trieben vermehrt gefragt sein, gera- 
de auch weil weniger junge Men- 
schen auf den Arbeitsmarkt nach- 
drängen und damit die Arbeitskraft 
der Älteren gebraucht wird. Ältere 
Mitarbeiter, so die Prognose, wer- 
den sich künftig vermehrt gleitend 
(z. B. in 20-Prozent-Schritten) aus 
dem Arbeitsleben verabschieden. 
Die Älteren bleiben damit länger ak- 
tiv und federn gleichzeitig die Ein- 
kommenseinbussen durch die Pensi- 
onierung ab. Auf die steigende 
Nachfrage nach flexiblen Modellen 
werden die Pensionskassen länger- 
fristig reagieren müssen, sind sich 
Sprenger und Malmström sicher. 
Künftig werde sich die schrittweise Pensionierung durchsetzen, erklärten Harald Sprenger und Anders 
Malmström von der AXA Winterthur Versicherung. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
3120 offene Lehrstellen 
ST. GALLEN – St. Galler Betriebe haben 
Ende August 3120 offene Lehrstellen für 
Sommer 2010 gemeldet – das sind rund 180 
mehr als vor einem Jahr. Die Lehrstellen 
werden von den Firmen freiwillig auf der 
Internet-Plattform LENA (Lehrstellennach- 
weis) publiziert. Das kantonale Amt für Be- 
rufsbildung sieht in der leicht höheren An- 
zahl offener Lehrstellen «ein Indiz dafür, 
dass das hohe Engagement der Wirtschaft 
bei der Ausbildung anhält», wie es in einer 
Mitteilung vom Donnerstag heisst. Das Amt 
für Berufsbildung erhebt bei den Lehrbe- 
trieben regelmässig die offen gemeldeten 
Lehrstellen und macht sie über die Platt- 
form LENA zugänglich. Jeweils Ende Au- 
gust werden die Lehrstellen für das Folge- 
jahr aufgeschaltet.   (sda) 
SBB mit höherem Gewinn 
BERN – Die SBB haben im ersten Semes- 
ter 2009 dank Sondereffekten mehr Ge- 
winn eingefahren. Zwar werden im Hin- 
blick auf grosse Investitionen und die Sa- 
nierung der Pensionskassen zusätzliche 
Mittel benötigt, die Bahnkunden sollen aber 
bis 2010 nicht stärker zur Kasse gebeten 
werden, wie die SBB am Donnerstag in 
Bern bekannt gaben. Das Konzernergebnis 
stieg von 104,7 Millionen in der Vorjahres- 
periode auf 132,8 Millionen Franken. Das 
operative Ergebnis ohne die Auflösung von 
Wertberichtigungen und Rückstellungen 
von rund 27 Millionen Franken habe gehal- 
ten werden können. «Wir haben uns früh- 
zeitig auf die Wirtschaftskrise eingestellt», 
sagte SBB-Chef Andreas Meyer vor den 
Medien. So wurde der Betriebsaufwand um 
201,2 Millionen Franken gesenkt. Positiv 
ausgewirkt hätten sich zudem die gesteiger- 
ten Ergebnisse im Personenverkehr und bei 
den Immobilien. Die Zahl der Reisenden 
nahm um 4,3 Prozent auf 164,4 Millionen 
zu. Dabei ist wegen des gestiegenen Kos- 
tenbewusstseins der Kunden aber der Ertrag 
pro Zugkilometer zurückgegangen, wie 
Meyer ausführte.   (sda) 
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Fusion geplant 
REINACH/ALLSCHWIL – Die 
nach der Nichtzulassung ihres ein- 
zigen Medikaments vor dem Nichts 
stehende Biotechnologiefirma Ar- 
pida hat sich in die Zukunft geret- 
tet: Sie fusioniert mit der ebenfalls 
im Baselbiet ansässigen Evolva. 
Von der Arpida mit ihren ursprüng- 
lich über 80 Mitarbeitern fliesst al- 
lerdings nicht viel in die neue Ge- 
sellschaft ein, welche Evolva heis- 
sen wird. Nebst rund 14 Mio. Fr. 
Kapital und den Geschäftsräumen 
in Reinach BL war es vor allem die 
Börsenkotierung, welche die Arpi- 
da für ihren Fusionspartner interes- 
sant machte. 
Das Antibiotikum Iclaprim, 
welches Arpida in den letzten Jah- 
ren entwickelte, ist für die neue Fir- 
ma dagegen uninteressant. Dessen 
Weiterentwicklung wurde nämlich 
eingestellt, nachdem sich ver- 
gangenen Herbst abzuzeichnen be- 
gann, dass es von den amerika- 
nischen Gesundheitsbehörden nicht 
zugelassen werden wird. Vom Ent- 
wicklungsstopp betroffen waren 
praktisch alle Mitarbeiter der Arpi- 
da. Unter dem abschlägigen Zulas- 
sungsentscheid der US-Behörden 
gelitten hatte aber auch der Wert 
der Arpida-Aktie: Als das Unter- 
nehmen 2005 an die Börse ging, 
betrug der Ausgabepreis 18 Fran- 
ken. Mitte 2007 erreichte sie dann 
mit 41.05 Franken ihren Höchst- 
wert. Diesen Frühling jedoch no- 
tierte sie unter 60 Rappen. 
Mit der am Donnerstag kommu- 
nizierten Fusion wird Arpida nun 
zum Gerüst für den Börsengang 
der Evolva. Das in Allschwil BL 
domizilierte Biotechnologieunter- 
nehmen, das diversen Risikokapi- 
talgebern gehört, forscht derzeit 
insbesondere an vier unterschied- 
lichen Wirkstoffen. Diese könnten 
unter anderem gegen Nierener- 
krankungen, Thrombosen, Pilzin- 
fektionen und Ebola eingesetzt 
werden. Laut Evolva-Chef Neil 
Goldsmith dürfte der erste dieser 
Wirkstoffe frühstens 2012 markt- 
reif sein. Allerdings verfügt das 
Unternehmen mit insgesamt 75 
Mitarbeitern bereits jetzt über Ein- 
nahmen.   (sda)
	        

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