Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

NACHRICHTEN 
LÄNDER 
ZEITUNG 2 3 MITTWOCH, 26. AUGUST 2009 
Podiumsdiskussion: 
«Kunst im öffentlichen Raum» 
VADUZ – Das Ressort Kultur der Regie- 
rung veranstaltet heute Mittwoch, den 26. 
August, eine Podiumsdiskussion zum The- 
ma «Kunst im öffentlichen Raum». Beginn 
ist um 18 Uhr im Café des Kunstmuseums 
in Vaduz. Alle Interessierten sind eingela- 
den. Kunst im öffentlichen Raum spielt eine 
wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von 
zeitgenössischer Kunst. Nirgendwo funktio- 
niert der Dialog zwischen Kunst und Be- 
trachter so unmittelbar wie im öffentlichen 
Raum. Dabei darf nicht unterschätzt wer- 
den, dass es durchaus zu den heikelsten 
Aufgaben der Kunstförderung gehört, mit 
Kunst im öffentlichen Raum zu agieren. 
Wenn Kunst den schützenden Raum von 
Werkstatt, Galerie oder Kunsthaus verlässt 
und Teil des öffentlichen Raums und des 
alltäglichen Blicks wird, gelten plötzlich 
andere Gesetze. Die Platzierung von Kunst 
im öffentlichen Raum wirft zahlreiche Fra- 
gen auf, für den Betrachter wie für den 
Kunstschaffenden. Fragen und Antworten 
zur Bedeutung der Kunst im öffentlichen 
Raum und zum Umgang mit derselben ste- 
hen auch im Zentrum der Podiumsdiskussi- 
on. Zusammen mit Moderator Hansjürg 
Vorburger sind folgende Personen auf dem 
Podium: Regierungsrätin Aurelia Frick 
(Ressort Kultur), Regine Helbling, Ge- 
schäftsführung der Visarte Schweiz, Peter 
Monauni, Präsident der Kunstgesellschaft 
Liechtenstein, Peter Mündle, Leiter des 
Hochbauamtes, und Martin Walch, Präsi- 
dent des Berufsverbandes der Bildenden 
Künstler/-innen in Liechtenstein. (pafl) 
LKW machen Wind 
Liechtensteinische Kraftwerke investieren in einen Windpark in der Nordsee 
VADUZ – Die LKW halten Wort: 
Die angekündigte Erhöhung des 
liechtensteinischen Eigenversor- 
gungsgrades nimmt Formen an – 
mitten in der Nordsee. 
• Holger Franke 
Die Liechtensteinischen Kraft- 
werke beteiligen sich am Offshore- 
Windpark «Ocean Breeze 1». «Wir 
haben ja vor einiger Zeit angekün- 
digt, alle Möglichkeiten im In- und 
Ausland zur Erhöhung des liech- 
tensteinischen Eigenversorgungs- 
grades zu prüfen; diese Beteiligung 
ist ein erster Umsetzungsschritt», 
erklärt LKW-Generaldirektor Ge- 
rald Marxer gegenüber dem «Volks- 
blatt». 
Eigenversorgungsgrad steigt 
Aktuell beträgt der Eigenversor- 
gungsgrad 17 Prozent – 83 Prozent 
vom liechtensteinischen Energiebe- 
darf müssen also im Ausland einge- 
kauft werden. Nach der Fertigstel- 
lung im Frühjahr 2011 wird die in 
der Nordsee produzierte Windkraft 
den Eigenversorgungsgrad Liech- 
tensteins um 5 Prozent erhöhen. 
Dies freut auch den Wirtschaftsmi- 
nister: «Ziel der strategischen Be- 
mühungen der LKW ist es, den Ei- 
genversorgungsgrad massgeblich 
zu erhöhen, um so die Abhängig- 
keit vom Ausland zu minimieren», 
so Regierungschef-Stellvertreter 
Martin Meyer auf Anfrage des 
«Volksblatts». 
Chance genutzt 
Für die Liechtensteinischen 
Kraftwerke ist die Beteili- 
gung an «Ocean Breeze 1» 
nur ein weiteres Puzzleteil im 
Bestreben, die Versorgung durch 
regenerative Energien zu erhöhen: 
«Wir haben bereits die Idee einer 
ökologischen Nutzung des Rheins 
angedacht, interessieren uns für die 
Geothermie, prüfen die Windnut- 
zung in Liechtenstein und werden 
im Bereich Kleinwasserkraftwerke 
weiter investieren», erläutert Ge- 
rald Marxer die Möglichkeiten im 
Inland. «Aber uns nur auf diese 
Möglichkeiten zu konzentrieren, 
genügt nicht.» 
Darum ist die Beteiligung, sofern 
der Landtag zustimmt, ein echter 
Glücksfall. Windparks werden nor- 
malerweise von grossen Energieun- 
ternehmen errichtet und betrieben. 
Mit dem Erwerb von Kraftwerkska- 
pazitäten über gesellschaftsrecht- 
liche Beteiligungen können aber 
auch kleinere Unternehmen wie die 
LKW ihre strategische Ausrichtung 
umsetzen. Insgesamt lassen sich die 
LKW die Beteiligung 10 Millio- 
nen Franken kosten. 5 Millio- 
nen Franken sind im Jahr 2009, der 
Restbetrag über den Verlauf der 
Bauzeit zu bezahlen. 
80 Windturbinen 
Die «Ocean Breeze»-Windfarm 
wird von der «Bard Engineering 
GmbH» in der Nord- 
see, etwa 100 Kilo- 
meter von der Küste 
entfernt, gebaut. Die Wind- 
farm wird aus 80 Windturbinen zu 
je 5 Megawatt bestehen und damit 
eine Gesamtleistung von 400 MW 
haben. Die Windfarm befindet sich 
in einer der besten Windregionen 
Deutschlands, mit Windstärken in 
einem Bereich von 9 bis 12 m/s, 
was ein deutlich höheres Potenzial 
bietet als Standorte an Land. Es 
wird erwartet, dass der Windpark 
etwa 1,7 Terawatt-Stunden jährlich 
produzieren wird. Die Bauzeit be- 
trägt zwei Jahre, der erste Strom 
soll bereits in diesem Jahr ins Netz 
eingespeist werden können. 
Der Bau der Windfarm dauert etwa zwei Jahre. Schon in diesem Jahr soll der erste Strom fliessen. 
FOTO 
BARD-GRUPPE 
Stellvertreter des Fürsten 
Vor 25 Jahren – Erbprinz Hans-Adam übernimmt Regierungsgeschäfte 
VADUZ – Der 26. August 1984 ist 
ein historisches Datum für Liech- 
tenstein. An diesem Tag über- 
nahm Erbprinz Hans-Adam die 
Stellvertretung für seinen Vater, 
den Fürsten Franz Josef II. Die 
Stellvertretung wurde damals in 
der Verfassung neu geregelt. 
• Günther Meier 
Fürst Franz Josef II. und der dama- 
lige Regierungschef Hans Brunhart 
setzten am 26. August 1984 in einer 
feierlichen Zeremonie auf Schloss 
Vaduz ihre Unterschrift unter eine 
Verordnung. 
Verfassung geändert 
Die Fürstliche Verordnung be- 
treffend die Einrichtung einer Stell- 
vertretung hatte folgenden Wort- 
laut: «Im Sinne von Artikel 13bis 
der Verfassung ..... betraue Ich mit 
Wirkung ab dem heutigen Tage 
Meinen zukünftigen Nachfolger 
Seine Durchlaucht Erbprinz Hans- 
Adam zur Vorbereitung für die Re- 
gierungsnachfolge als Meinen 
Stellvertreter mit der Ausübung al- 
ler Mir zustehenden Hoheits- 
rechte.» Zuvor hatte der Landtag 
die Verfassung geändert und die 
frühere Stellvertreterregelung, die 
auch nur kurzfristig dauern konnte, 
neu definiert: «Der Landesfürst 
kann den nächsterbfolgeberech- 
tigten volljährigen Prinzen seines 
Hauses wegen vorübergehender 
Verhinderung oder zur Vorberei- 
tung für die Regierungsnachfolge 
als seinen Stellvertreter mit der 
Ausübung ihm zustehender Ho- 
heitsrechte betrauen.» 
Erbprinz Hans-Adam übernahm 
1984 die Regierungsgeschäfte als 
Stellvertreter des Fürsten, bis er 
selbst mit dem Tode seines Vaters 
1989 zum Fürsten wurde. Fürst 
Hans-Adam II. setzte im Jahr 2004 
den Thronfolger als seinen Stell- 
vertreter ein, wie aus der offizi- 
ellen Version des Fürstenhauses 
ersichtlich: «Als ältester Sohn des 
Landesfürsten ist Erbprinz Alois 
nach den Hausgesetzen zur Thron- 
folge bestimmt. Am 15. August 
2004 hat Fürst Hans-Adam II. ge- 
mäss Art. 13bis der Verfassung des 
Fürstentums Liechtenstein Erb- 
prinz Alois zur Vorbereitung für 
die Thronfolge als seinen Stellver- 
treter mit der Ausübung der ihm 
zustehenden Hoheitsrechte be- 
traut. Der Erbprinz nimmt somit 
seit dem 15. August 2004 sowohl 
national als auch international die 
Aufgaben des Staatsoberhauptes 
des Fürstentums Liechtenstein 
wahr.» 
Bedeutendes Ereignis 
Die Einsetzung eines Stellvertre- 
ters, die erstmals explizit zur Nach- 
folge erfolgte, wurde 1984 als be- 
deutendes Ereignis gefeiert. «Die 
Ernennung S. D. des Erbprinzen als 
Stellvertreter S. D. des Landesfürs- 
ten zur Vorbereitung auf die Re- 
gierungsnachfolge ist für unser 
Land ein Staatsakt von geschicht- 
lichem Rang», erklärte der dama- 
lige Landtagspräsident Karlheinz 
Ritter. «Der Fürst bleibt Fürst», 
hatte FBP-Fraktionssprecher Ar- 
min Meier im Landtag bei der Be- 
ratung der Verfassungsänderung 
ausgeführt, und Gerard Batliner 
schrieb im Band 11 der Politischen 
Schriften, die speziell der Einrich- 
tung der Stellvertretung gewidmet 
wurden: «Auch nach Einrichtung 
der Stellvertretung behält der Fürst 
seine Hoheitsrechte ganz, nicht 
bloss formal.» 
Diesen Gedanken hatte auch 
Karlheinz Ritter in seiner Anspra- 
che aufgenommen, als er erklärte, 
es erfülle die Liechtensteiner mit 
Freude, «unseren Fürsten weiterhin 
unter uns zu wissen.» Die Regie- 
rungszeit des Fürsten bezeichnete 
der Landtagspräsident als «die 
glücklichste in der bisherigen Ge- 
schichte unseres Landes». Und an 
Hans-Adam gewandt, sagte Ritter: 
«Sie, Durchlauchter Erbprinz, ver- 
sichern wir unseres uneinge- 
schränkten Vertrauens.» 
Fürst Franz Josef II. und der damalige Regierungschef Hans Brunhart unterzeichnen die Verordnung über die Stellvertretung, beobachtet von Fürstin 
Gina, Erbprinz Hans-Adam und Erbprinzessin Marie sowie weiteren Mitgliedern des Fürstenhauses. 
FOTO 
LANDESARCHIV/EDDY 
RISCH, 
SCHAAN 
Stellvertretungen des Fürsten 
VADUZ – Schon vor der Einsetzung von 
Erbprinz Hans-Adam als Stellvertreter von 
Fürst Franz Josef II. gab es Stellvertre- 
tungen im Fürstenhaus. Diese Stellvertre- 
tungen stützten sich auf einen inzwischen 
veränderten Artikel der Verfassung, der den 
vorübergehenden, auch kurzfristigen Ein- 
satz von Stellvertretern ermöglichte. 
Fürstinmutter Franziska übernahm 
1859/60 als Stellvertreterin die Regierungs- 
geschäfte, weil der junge Fürst Johann II. 
noch seine Ausbildung abschliessen wollte. 
Fürst Johann II. betraute im Jahre 1921 
seinen Neffen Prinz Karl als seinen Stell- 
vertreter zur Unterzeichnung der Verfas- 
sung. 
 Fürst Johann II. setzte ferner nach 1921 
seinen Bruder, Prinz Franz, als Stellvertre- 
ter ein und betraute ihn mit aussenpoli- 
tischen Aufgaben. 
Prinz Franz betraute als Fürst (1929– 
1938) seinen Grossneffen Prinz Franz Josef, 
den späteren Landesfürsten Franz-Josef II., 
als seinen Stellvertreter mit Regierungsauf- 
gaben. (gm) 
(Foto: Landesarchiv/Eddy Risch, Schaan) FÜRSTENHAUS
	        

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