Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SOMMERGESPRÄCH 
VOLKSBLATT 
5 SAMSTAG, 1. AUGUST 2009 
«Der richtige Zeitpunkt» 
Rigobert Wolf im Sommerinterview über seinen Abschied und die aktuellen Themen im Land 
VADUZ – Ende September neigt 
sich eine Ära dem Ende entge- 
gen. Dann nämlich verabschiedet 
sich Rigobert «Rigo» Wolf vom FC 
Vaduz. Nach über elf Jahren hört 
er als Materialwart auf. 
• Jan Stärker 
«Volksblatt»: Herr Wolf, wie sehr 
nagt der Abschied schon an Ih- 
nen? 
Rigobert Wolf: Das wird schon 
nagen, da ich seit meinem sechsten 
Lebensjahr beim FC Vaduz bin. 
Erst in der Schülermannschaft, 
dann als Spieler der 1. Mannschaft 
und anschliessend als Materialwart. 
Also auf der einen Seite ist es si- 
cherlich Wehmut, aber auf der an- 
deren Seite freue ich mich, dass ich 
mehr Zeit habe. Das überwiegt im 
Moment bei mir einfach. Dass ich 
am Wochenende Zeit habe und mei- 
ne Kinder auch viel öfter sehe. 
Wie kam es dazu, dass Sie vom 
Spieler zum Materialwart wur- 
den? 
Nach der Karriere konnte ich das 
nach meiner Arbeit am Abend lo- 
cker erledigen. Erst mit dem Auf- 
stieg in die damalige NLB wurde es 
mehr und ich arbeitete halbtags für 
die Gemeinde Vaduz und den FCV. 
Als es dann immer professio- 
neller wurde, habe ich 
schliesslich den Job  in 
Vollzeit gemacht. 
Jetzt seit rund 
drei Jahren. 
Und jetzt kommt die Zeit ohne 
Fussball. Da wird doch sicherlich 
was fehlen … 
Man muss schon auf viel verzich- 
ten, da man ja immer mit der Mann- 
schaft unterwegs ist, das stimmt. 
Und alles dem Fussball bzw. dem 
Job unterordnen. Deswegen freue 
ich mich auch auf die Zeit, die jetzt 
kommt, wo ich nicht mehr jeden Tag 
zum Training und an den Wochen- 
enden mit zu den Spielen muss. 
Und warum gerade jetzt der 
Schritt weg vom Fussball? 
Im Sommer wäre mein Vertrag 
mit der Gemeinde Vaduz ausgelau- 
fen und ich fand, dass es jetzt der 
richtige Zeitpunkt ist, wieder in 
meinen alten Beruf zu gehen. Da- 
rauf freue ich mich auch richtig. 
Ich habe alles mit dem Verein er- 
lebt: Aufstiege, mit dem Highlight 
im letzten Jahr in die Super League, 
und nun wieder den Abstieg. Da 
habe ich schon kurz nach der letz- 
ten Saison entschieden, dass es das 
war und ich aufhöre. Vor allem 
auch wegen meiner Kinder (14, 5 
und 3 Jahre alt, d. Red.), die ich in 
den letzten Jahren nie richtig sehen 
konnte. Vor allem an den Wochen- 
enden, wo andere Väter mit der Fa- 
milie verbringen können, war ich 
immer mit der Mannschaft unter- 
wegs. Das ist der Job und er hat mir 
auch viel Spass gemacht, aber jetzt 
ist Schluss. 
Freue mich sehr über 
die Ungebundenheit 
Wann kommt der Punkt, wenn 
Sie die Entscheidung erstmals 
bereuen? 
Ich weiss nicht, wann das kommt. 
Aber vermutlich werde ich dem 
Verein anbieten auszuhelfen, wenn 
mein Nachfolger mal krank ist und 
nicht kann. Sozusagen als Stell- 
vertreter. (lacht) 
Also sieht man Sie über- 
haupt nicht mehr im 
Stadion sonst? 
Doch, doch! Ich wer- 
de sicherlich zu den 
Spielen kommen. Wenn 
ich aber mal keine Zeit habe, macht 
das aber auch nichts. Dann geht es 
halt nicht. Über die Ungebundenheit 
freue ich mich auch sehr. Dass man 
auch mal mit den Fans nach dem 
Spiel auf ein Bier zusammensitzen 
und sich unterhalten kann. Sowas 
geht natürlich nicht, wenn man nach 
den Spielen weiterarbeiten muss. 
Sie gehen zurück zur Gemeinde 
Vaduz. Was machen Sie dann 
dort? 
Vermutlich gehe ich in den Werk- 
betrieb. Das ist aber noch nicht 
ganz sicher. Dort war ich schon, 
als ich am Ende halbtags noch bei 
der Gemeinde gearbeitet habe. Es 
hat mir damals schon sehr gut 
gefallen, da es auch ein sehr in- 
teressanter Job. Als Ge- 
meindepolizist werde 
ich aber nicht mehr ar- 
beiten. 
Themenwechsel. Sie 
sind Raucher. Wie sehr 
hat Sie das Hin und 
Her wegen des Rauchverbots im 
Land gestört? 
Ein schwieriges Thema. Ich per- 
sönlich finde die Lockerung als po- 
sitiv, da die Leute jetzt die Möglich- 
keit haben, ihre Bar oder Beiz aus- 
zusuchen. Der eine geht eben dann 
in eine Raucherbar, der andere in 
eine Nichtraucherbar. Wie gesagt, 
ich finde die Wahlmöglichkeit gut. 
Warum gab es denn nach der 
Einführung diesen Aufschrei der 
Raucher? 
Ich denke, dass es bei uns zu ra- 
dikal durchgeführt wurde. Sicher- 
lich ist es auch komisch, dass es in 
anderen Ländern wie Italien oder 
Frankreich auch ohne Rauch geht. 
In aller Munde ist die «Schweine- 
grippe». Angst? 
Eigentlich nicht. Das ist bei uns 
zu Hause, auch bei den Kindern, 
kein Thema. Gedanken macht man 
sich meistens erst, wenn es da ist. 
Ich weiss auch, dass es immer nä- 
herkommt und auch Freunde treffen 
kann. Doch ich denke, dass von der 
Krankheit und der Panik einige sehr 
stark profitieren. Was mich mehr be- 
drückt, ist die Wirtschaftskrise auf 
der Welt. Wir sind hier sicherlich 
noch auf einer Insel, doch man 
merkt es auch bei uns in Liechten- 
stein. Gerade, da wir doch an den 
grossen Ländern mit dran hängen 
wie Deutschland oder auch der 
Schweiz. Ich habe Kollegen, die un- 
mittelbar betroffen sind. Das gibt 
einem schon zu denken – gerade 
wenn man Kinder hat. 
Ich kann mich nicht – 
wie im Land üblich – 
einer Partei zuordnen 
Sie verfolgen also auch die lokale 
und internationale Politik. 
Natürlich! Das ist ganz wichtig, 
dass man weiss, was auf der Welt 
vor sich geht ... 
… und auch in Liechtenstein. 
Ganz klar. Ich bin politisch sehr 
interessiert. Allerdings kann ich 
mich nicht einer Partei, wie es bei 
uns im Land oft üblich ist, zuord- 
nen. Ich wähle nach der Überzeu- 
gung, was und vor allem wer am 
besten für Liechtenstein ist. 
Zum Abschluss noch mal zum 
Fussball: Falls der FCV nach 
dem 0:1 im Hinspiel gegen Libe- 
rec doch noch eine Runde weiter 
kommt, würden Sie Ihre 21. Eu- 
ropapokal-Auslosung mit Vaduz 
erleben. 
Das wird schon sehr, sehr schwer 
… Aber es wäre schon verrückt, 
wenn das zum Abschied noch ein- 
mal klappen würde. 
Haben Sie gelesen – gehört? 
Am 30. Juli las ich im «Vaterland» den 
sympathischen Bericht über den Armbruch 
des Papstes. Ob alle ihre Unfälle so gelas- 
sen nehmen? Natürlich hat mich die posi- 
tive Aufnahme der Sozialenzyklika «Caritas 
in Veritate – Liebe in der Wahrheit» noch 
mehr gefreut. Ist das eine Frucht der wis- 
senschaftlichen Einsicht, dass die Lehre der 
Kirchenleitung recht hat, wenn sie die 
Grundsätze des Evangeliums bewusst macht 
– auch und gerade, wenn die Getauften die- 
se missachten? Schon die Wahl des Erschei- 
nungstages – unmittelbar vor dem G-8-Gip- 
fel – läutete Sturm. Der Papst betont im Zu- 
sammenhang mit der Wirtschafts- und Kli- 
makrise: «Der Markt darf nicht ein Ort der 
Überwältigung des Schwachen durch den 
Starken werden.» Er ruft auf zu Sozialethik, 
Transparenz und Verantwortung aller für 
alle. Das Ziel des freien Marktes müsse im- 
mer das Wohl aller sein: «Die Wirtschaft 
braucht Ethik, ... die den Menschen liebt.» 
Er schlägt eine «neue politische Weltautori- 
tät» vor, die für die gerechte Verteilung der 
Güter sorgt, die uns der Schöpfer gratis 
gibt. Die Welt brauche einen «neuen Le- 
bensstil ... weg vom Hedonismus und Kon- 
sumismus». Weltbekannte Wissenschaftler 
durften erst vor Kurzem sagen, was sie 
längst wussten: Der Hunger ist von denen 
gemacht, die Lebensmittel vernichten, mehr 
verbrauchen als sie brauchen, ja mehr als 
ihnen gut tut ... 
Brauchen wir deswegen die Wirtschafts- 
krise? Sr. Alma Pia, ASC, Schaan 
LESERMEINUNG 
Erstes Seefest in Steg 
STEG – Nachdem sie 20 Jahre lang den 
Volksmusikabend in Triesenberg erfolg- 
reich durchgeführt hat, hebt die Entenan- 
stalt nun einen neuen Event aus der Taufe 
und lädt heute Samstag, den 1. August, zum 
ersten Seefest nach Steg ein. Der Anlass 
startet um 13 Uhr beim Gänglesee und bie- 
tet allerlei Attraktionen bis weit in die 
Nacht hinein. Festbetrieb und Livemusik 
mit Martin Kofler, Speis und Trank nach 
Lust und Laune, eine Schirmbar für den 
kleinen Sommerdrink zwischendurch und 
die bunte Hüpfburg für kleine Gäste. 
Mit Martin Kofler konnte die Entenan- 
stalt einen Garant für erstklassige Musik ge- 
winnen. Seine langjährige Musikerlaufbahn 
führte den gebürtigen Kärntner durch ganz 
Europa. Der 35-jährige Vollblutmusiker 
steht seit seinem 17. Lebensjahr auf der 
Bühne und versteht es, jedes Publikum zu 
begeistern. 2005 entschloss er sich, die So- 
lolaufbahn als Alleinunterhalter einzuschla- 
gen. Seither unterhält er seine Fans voller 
Begeisterung, Power und Elan mit Schlager, 
Volksmusik und Partysongs.   (pd) 
FESTBETRIEB MIT MUSIK 
Sonnenblumensträusse 
SCHELLENBERG – Die Sonnenblume – 
sie ist die Königin der Sommerblumen. Die 
Teilnehmenden binden prächtige Sträusse, 
die ihre Leuchtkraft verbreiten. Mit vier 
verschiedenen Techniken, vielen Tipps und 
Tricks, binden die Teilnehmenden vier 
Sträusse «step by step». Der Kurs 259 unter 
der Leitung von Sonja Fuchs-Elkuch findet 
am Montag, den 24. August, von 19 bis 23 
Uhr in der Primarschule in Schellenberg 
statt. Anmeldung und Auskunft bei der Er- 
wachsenenbildung Stein-Egerta in Schaan, 
Telefon 232 48 22, oder per E-Mail an in- 
fo@steinegerta.li   (pd) 
KURS 
Geboren: 27. Februar 1965 
in Vaduz 
Wohnort: Vaduz 
Darauf stehe ich: Musik von 
AC/DC und Status Quo, 
Sport, Feuerwehr, lesen (vor 
allem den «Spiegel») 
Ist nicht mein Ding: Falsche 
Leute 
An Liechtenstein schätze 
ich: Das schöne Land, die 
Leute, die Gemütlichkeit und 
Überschaubarkeit 
Ein Ziel in meinem Leben: 
Gesundheit und dass meine 
Kinder sorglos aufwachsen 
RIGOBERT WOLF 
Rigobert «Rigo national» 
Wolf tauscht nach ins- 
gesamt 38 Jahren im 
Verein in Zukunft das 
Ballnetz beim FC Vaduz 
gegen die Arbeitsklei- 
dung der Gemeinde Va- 
duz. 
FOTO: MICHAEL ZANGHELLINI 
ANZEIGE 
Zu verkaufen 
Projekt in Triesenbeg mit 
Panorama-Appartements 
TEL. +423 237 56 00 / www.jwt.li
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.