Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INTERNATIONAL 
VOLKSBLATT 
24 DONNERSTAG, 30. JULI 2009 
Freizügige Mode von 
Agua Bendita präsentiert 
dieses Model in Kolumbien. 
FOTO 
REUTERS 
Solarien so 
gefährlich wie Arsen 
Forscher erstellten internationale Studie 
LONDON – Solarien sind nach 
Einschätzung internationaler Ex- 
perten höchst krebserregend. Die 
Bräunungsapparate werden von der 
Internationalen Agentur für Krebs- 
forschung in Lyon als genauso töd- 
lich wie Arsen oder Senfgas ange- 
sehen. Eine Untersuchung, die etwa 
20 Studien berücksichtigt, kommt 
zu dem Schluss, dass das Krebsrisi- 
ko um sagen und schreibe 75 Pro- 
zent steigt, wenn Menschen vor 
dem 30. Geburtstag mit der Nut- 
zung von Solarien beginnen. 
Ultraviolette Strahlung 
Bislang galten Solarien und ultra- 
violette Strahlung nur als «mögli- 
cherweise karzinogen». Wissen- 
schaftler stellten jedoch fest, dass 
alle Typen ultravioletter Strahlung 
bei Mäusen zu besorgniserregenden 
Mutationen führen, wie die Exper- 
ten des Krebsinstitutes der Weltge- 
sundheitsorganisation (WHO) am 
Mittwoch in der Onlineausgabe des 
Fachmagazins «Lancet Oncology» 
veröffentlichten. Solarien sind dem- 
nach definitiv krebserregend, genau- 
so wie Tabak oder der Hepatitis-B- 
Virus. Deren ultraviolette Strahlung 
kann in erster Linie Haut- und Au- 
genkrebs verursachen, wie die Wis- 
senschaftler erklären. «Die Leute 
müssen an die Gefahr von Sonnen- 
bänken erinnert werden», sagte ei- 
ner der führenden Forscher aus Ly- 
on, Vincent Cogliano. Die Agentur 
hoffe darauf, dass es zu einem Men- 
talitätswechsel komme und sich Ju- 
gendliche nicht unter die Bräu- 
nungsapparate legen würden. Die 
US-Krebsgesellschaft rät Sonnenan- 
betern als Alternative zum Solarium 
zu Selbstbräunungscremes. Coglia- 
no betonte, dass ultraviolette Strah- 
lung für den Menschen nie gesund 
sei – egal, ob sie von der Sonne oder 
aus dem Solarium stamme. 
Lobby weist Kritik zurück 
Die Einstufung der Solarien als 
krebserregend wurde von Bran- 
chenvertretern zurückgewiesen. 
Kathy Banks, die Chefin der Sun- 
bed Organisation, ein Zusammen- 
schluss europäischer Solarienher- 
steller und Betreiber, erklärte, es 
werde immer wieder ignoriert, dass 
es keinen belegten Zusammenhang 
zwischen einer verantwortungs- 
vollen Solarien-Nutzung und 
Krebserkrankungen gebe. 
Gefährlich: Solarien. 
12 Tage ist dieses noch namenlose 
Nilpferd alt. In seinem Zuhause, dem Zoo in 
Kuala Lumpur, präsentiert es sich noch 
recht scheu der Öffentlichkeit. 
Das neue Konzept des ZDF-Studios, die 
Moderatoren jetzt vor statt hinter dem Tisch 
zu zeigen, sorgte für ungewollte Einblicke. 
Claus Kleber zeigte seinen sonnenge- 
bräunten Bauch, während er im Sitzen mo- 
derierte. Sein Hemd stand durch eine schrä- 
ge Sitzposition oberhalb des Hosenbundes 
offen, auch die Krawatte konnte das 
Schlimmste nicht verhindern. Der Modera- 
tor nimmt es hoffentlich gelassen, die Zu- 
schauer tun es auch. 
ZU GUTER LETZT 
Verwahrlost in der Uckermark 
Brandenburg: Eltern haben ihr behindertes Kind neun Jahre zu Hause versteckt 
LÜBBENOW – Neuer Fall von Kin- 
desverwahrlosung in Branden- 
burg: Eltern sollen ihre 13-jährige 
behinderte Tochter neun Jahre zu 
Hause versteckt und auch nicht 
zur Schule geschickt haben. 
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin 
ermittelt gegen das Paar aus dem 
Dorf Lübbenow in der Uckermark 
wegen Verletzung der Fürsorge- 
und Erziehungspflicht sowie Miss- 
handlung Schutzbefohlener durch 
die Isolation, wie Justizsprecher 
Jürgen Schiermeyer am Mittwoch 
sagte. Ein Nachbar hatte die Behör- 
den bereits Mitte Juli informiert, 
weil das Kind jahrelang nicht im 
Dorf gesehen worden war. 
Keine körperliche Gewalt 
Die geistig und körperlich Behin- 
derte sei in einem verwahrlosten 
Zustand gewesen, Anzeichen von 
Gewalt gegen sie gebe es aber 
nicht, sagte Schiermeyer. Bei den 
Ermittlungen gehe es darum, ob 
das Mädchen durch die Art der Be- 
handlung Schäden erlitten habe. 
«Die Eltern sollen keinerlei soziale 
Kontakte zugelassen haben», er- 
klärte er. Hinter Schloss und Riegel 
eingesperrt hätten sie das Mädchen 
jedoch nicht. 
Der Kreisverwaltung Uckermark 
zufolge wird das Kind von Ärzten 
in einer Klinik untersucht. Es solle 
geklärt werden, ob vor allem die 
geistige Behinderung durch die Iso- 
lation verstärkt worden sei, sagte 
Sprecherin Ramona Fischer. Sie 
versicherte, das Jugendamt habe 
das Mädchen nach Bekanntwerden 
der Vorwürfe sofort aus der Familie 
genommen. Die Eltern haben noch 
zwei normal entwickelte Kinder, 
bei deren Betreuung es der Staats- 
anwaltschaft zufolge keine Auffäl- 
ligkeiten gab. 
Seit 2002 schulpflichtig 
Das Haus am Dorfrand von Lüb- 
benow, in das die Familie vor neun 
Jahren aus Berlin gezogen war, 
machte einen leicht verwahrlosten 
Eindruck. Nachbarn berichteten, 
das arbeitslose Paar lebe völlig iso- 
liert. «Man hat sie nur ganz selten 
gesehen», sagte Anwohner Man- 
fred Siebert. «Und dann ging es nur 
‹Guten Tag – Auf Wiedersehen›, 
das war es.» Auch die beiden nor- 
mal entwickelten Kinder hätten 
kaum Kontakt zu Gleichaltrigen. 
Anwohner Christian Neuenfeldt er- 
gänzte: «Wir alle wussten gar nicht, 
dass sie ein drittes Kind hatten.» 
Den zuständigen Behörden fiel 
das Fehlen des seit 2002 schul- 
pflichtigen Mädchens in der Schule 
offenbar nicht auf. Möglicherweise 
liege das daran, dass die Grund- 
schulverordnung des Landes erst 
2005 verschärft worden sei, erklär- 
te der Brandenburger Bildungsmi- 
nister Holger Rupprecht (SPD). 
Seither müssen Eltern mit ihrem 
Kind zur Schulanmeldung erschei- 
nen. Andernfalls würden die Eltern 
zunächst angeschrieben. Reagier- 
ten sie nicht, müssten die Schulbe- 
hörden sofort das Jugendamt alar- 
mieren, sagte Rupprecht. 
«Es soll geklärt werden, ob die 
geistige Behinderung durch die 
Isolation verstärkt worden ist.» 
Ramona Fischer, 
Kreisverwaltung Uckermark 
NEWSMIX 
Schumacher ist mit seiner Ehe 
«mehr als glücklich» 
MÜNCHEN – Exrennfahrer Michael Schu- 
macher bezeichnet seine Ehe nach mehr als 
14 Jahren als «mehr als glücklich». «Unse- 
re Liebe ist nach wie vor ungebrochen und 
sehr intensiv, voller Zuneigung», sagte er 
der Illustrierten «Bunte». Seiner Frau Co- 
rinna gehe es gut. Sie habe mit ihrem Pfer- 
destall ihre Berufung gefunden und sei sehr 
erfolgreich. «Sie hat da meinen vollsten Re- 
spekt. Mir macht es Spass, sie so glücklich 
zu sehen», sagte der siebenfache Formel-1- 
Weltmeister. 
Tausende Chinesen durch 
dreckiges Wasser erkrankt 
PEKING – Verdrecktes Trinkwasser hat im 
Norden Chinas über 2600 Menschen krank 
gemacht. 59 mussten wegen Fieber, Durch- 
fall, Bauchschmerzen oder Erbrechen ins 
Krankenhaus eingeliefert werden, wie die 
amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am 
Mittwoch meldete. In der Stadt Chifeng wa- 
ren nach heftigen Regenfällen Verunreini- 
gungen in einen Trinkwasserbrunnen einge- 
sickert. In Chifeng leben rund 4,5 Millionen 
Menschen. Trotz Bemühungen der Behör- 
den ist die Wasserverschmutzung weiter ein 
erhebliches Problem. Wasser aus dem Hahn 
zu trinken ist ungesund. 
Selbst ernannter Müllmann 
muss für Häufchen büssen 
PITTSBURGH – Ein 
Sauberkeitsfanatiker in 
Pittsburgh in den USA 
wird für die Müllhäuf- 
chen gescholten, die er 
auf den Bürgersteigen 
angelegt hat. Der 62- 
jährige Paul McCarthy 
(Foto) kassierte von der 
Stadtverwaltung eine Verwarnung für sein 
Tun. In seinem Viertel habe niemand das 
Zeug beseitigt, das auf den Strassen herum- 
fliege, erklärte er der «Pittsburgh Post-Ga- 
zette» zufolge. Also nahm er die Sache 
selbst in die Hand und rief dann bei der 
Stadt an, auf dass sie die zusammengetra- 
genen Haufen beseitige. Die Verwaltung 
zeigte sich bei vorausgeplanten Säuberungs- 
aktionen zur Zusammenarbeit bereit. Man 
könne aber nicht von jetzt auf gleich ausrü- 
cken, um McCarthys Häufchen zu entsor- 
gen. Die Verwarnung solle ihn an die gel- 
tenden Regeln erinnern. 
120 Kilo Heroin 
sichergestellt 
TORONTO – Bei einem der 
grössten Drogenfunde ihrer 
Geschichte hat die kana- 
dische Polizei fast 120 Kilo- 
gramm hochwertiges Heroin 
sichergestellt. Das Rausch- 
mittel im Wert von rund 100 
Mio. Franken kam vermut- 
lich aus Afghanistan. Es war 
in Wohnungen und Lagerräu- 
men in der Gegend von To- 
ronto versteckt, wie der «The 
Toronto Star» am Mittwoch 
berichtete. Ein Ehepaar, 34 
und 35 Jahre alt, sowie ein 
50-jähriger Mann wurden 
festgenommen. «Bei Heroin 
sind 20 oder 30 Kilo viel. Das 
hier ist gewaltig», sagte Poli- 
zeikommissar Ron Allen. 
Burlesque-Tänzerinnen protestierten im Zentrum von London gegen die jüngste Ent- 
scheidung des Camdener Gemeinderats. Dieser hatte den Burlesque-Tanz als illegal deklariert. 
FOTO KEYSTONE
	        

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