Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
22 DONNERSTAG, 16. JULI 2009 
Man spricht wieder Deutsch 
Start der 138. Open Championships – Martin Kaymer, Europas Antwort auf Tiger Woods 
TURNBERRY – Tiger Woods be- 
kommt für das heute beginnende 
138. British Open an der schot- 
tischen Atlantikküste in Turnber- 
ry Konkurrenz aus Deutschland: 
Martin Kaymer heisst der Ge- 
heimfavorit. 
Martin Kaymer verfügt über eine ex- 
zellente Technik und ein nahezu 
komplettes Schlagrepertoire. Vor 
drei Wochen verpasste er am Heim- 
turnier in München den Cut für die 
beiden Finalrunden und war über 
sich selbst masslos verärgert. Er rea- 
gierte jedoch nicht mit weiteren 
schwachen Resultaten, sondern holte 
in den beiden folgenden Wochen in 
Paris und Glasgow seine Europa- 
Tour-Siege 3 und 4. In der Weltrang- 
liste hat er sich auf die 11. Position 
verbessert. 
Der Platz in Turnberry hat keine 
Ähnlichkeit mit dem von Glasgow. 
Es mag sein, dass Martin Kaymer im 
für den Golfsport geringen Alter von 
24 Jahren noch nicht die Erfahrung 
mitbringt, um sich mit den speziellen 
Eigenheiten des windigen Küsten- 
platzes zurechtzufinden. Ansonsten 
aber dürfte ihm nichts im Weg ste- 
hen. Der 51 Jahre alte Langer, US- 
Masters-Champion von 1985 und 
1993, tritt nur noch selten auf den 
grossen Tours auf, er reiht jedoch auf 
der ebenfalls lukrativen amerika- 
nischen Senioren-Tour einen Sieg an 
den andern. 
Kaymer könnte schon bald in Eu- 
ropa die Leaderrolle übernehmen. 
Der Spanier Sergio Garcia galt be- 
reits als «Europas Antwort auf Tiger 
Woods», als er 1999 als 19-Jähriger 
zu den Professionals wechselte und 
Woods auf Anhieb an der US PGA 
Championship, einem der vier 
Grand-Slam-Turniere, einen erbit- 
terten Zweikampf lieferte. Mittler- 
weile sind zehn Jahre verstrichen, 
und Garcia wartet noch immer auf 
seinen ersten grossen Titel. Kaymer 
hat alles, um es besser zu machen. 
Harrington nicht in Bestform 
Als Favorit müsste eigentlich Pa- 
draig Harrington gelten. Derzeit ist 
der Ire jedoch weit von seiner bes- 
ten Form entfernt. Und so ist Tiger 
Woods (Sieger 2000, 2005, 2006) 
einmal mehr der erste Titelanwär- 
ter. Nachdem er am US Masters 
(Sieger Angel Cabrera) und am US 
Open (Lucas Glover) gescheitert 
ist, will Woods nun am dritten Ma- 
jorturnier des Jahres seinen insge- 
samt 15. grossen Sieg einfahren, 
womit er sich der Rekordmarke 
von Jack Nicklaus bis auf drei 
Siege nähern würde. (si) 
Martin Kaymer gehört bei den 138. British Open zu den Geheimfavoriten. 
FOTO KEYSTONE 
Montandon bleibt in Lugano 
LUGANO – Verteidiger Philippe Montan- 
don (27) spielt auch nächste Saison für 
Lugano. Die Tessiner einigten sich mit den 
Italienern von Chievo Verona auf einen de- 
finitiven Transfer. Letzte Saison spielte 
Montandon leihweise für den Challenge- 
League-Zweiten. (si) 
Brasilianer Bastos 
von Lille zu Lyon 
LYON – Der Brasilianer Michel Bastos 
wechselt innerhalb der französischen Ligue 
1 für vier Jahre und eine Ablösesumme von 
18 Millionen Euro von Lille zu Lyon. Der 
25-jährige Mittelfeldspieler, der im Früh- 
ling in der Wahl zum «Spieler des Jahres» 
der Ligue 1 auf Platz 2 gelandet war, spielte 
drei Saisons in Lille. (si) 
UEFA verkürzte Sperren 
für Drogba und Bosingwa 
LONDON – Die UEFA hat die Champions- 
League-Sperren für die Chelsea-Profis Di- 
dier Drogba und Jose Bosingwa wegen un- 
sportlichen Verhaltens um je ein Spiel ver- 
kürzt. Drogba, der den norwegischen 
Schiedsrichter Tom Henning Övrebö nach 
dem 1:1 im Halbfinal gegen den FC Barce- 
lona am 6. Mai verbal attackiert hatte, muss 
noch drei Partien aussetzen. Bosingwa, der 
den Unparteiischen in einem Interview nach 
dem Spiel mit einem Dieb verglichen hatte, 
fehlt jetzt noch zwei Spiele. (si) 
Pflichtaufgabe zum Auftakt 
BASEL – In seiner 21. Europacup-Saison 
trifft der FC Basel heute (19.30 Uhr) zum 
Auftakt auf keinen idealen Gegner, um 
sich für die schwache Leistung am Sonn- 
tag in St. Gallen zu rehabilitieren. Gegen 
Santa Coloma aus Andorra wird ein Kan- 
tersieg erwartet. Der Cupsieger aus dem 
gebirgigen Kleinstaat im Nordosten Spa- 
niens verkörpert allerhöchstens Schweizer 
1.-Liga-Niveau. (si) 
FUSSBALL 
British-Open-Sieger seit 1995 
1995 John Daly (USA), St. Andrews 
1996 Tom Lehman (USA), Royal Lytham and St. Annes 
1997 Justin Leonard (USA), Royal Troon 
1998 Mark O‘Meara (USA), Royal Birkdale 
1999 Paul Lawrie (Scho), Carnoustie 
2000 Tiger Woods (USA), St. Andrews 
2001 David Duval (USA), Royal Lytham and St. Annes 
2002 Ernie Els (SA), Muirfield 
2003 Ben Curtis (USA), Royal St. George’s 
2004 Todd Hamilton (USA), Royal Troon 
2005 Tiger Woods (USA), St. Andrews 
2006 Tiger Woods (USA), Royal Liverpool 
2007 Padraig Harrington (Irl), Carnoustie 
2008 Padraig Harrington (Irl), Royal Birkdale 
Häufigste Sieger 
6 Siege: Harry Vardon (Eng) 1896/98/99, 1903/11/14 
5 Siege: Tom Watson (USA) 1975/77/80/82/83 
5 Siege: Peter W. Thomson (Au) 1954/55/56/58/65 
5 Siege: John H. Taylor (Eng) 1894/95, 1900/09/13 
5 Siege: James Braid (Scho) 1901/05/06/08/10 
4 Siege: Bobby Locke (SA) 1949/50/52/57 
4 Siege: Walter Hagen (USA) 1922/24/28/29 
4 Siege: Tom Morrissen (Scho) 1861/62/64/67 
4 Siege: Tom Morris jun. (Scho) 1868/69/70/71 
4 Siege: Willie Park (Scho) 1860/63/66/74 
138. BRITISH OPEN 
Cavendish zum Vierten 
Britischer Supersprinter war erneut konkurrenzlos – Ausreisser erneut eingefangen 
SAINT FARGEAU – Mark Caven- 
dish hat sich in der 11. Etappe als 
Sprintkönig bestätigt. Der Brite 
siegte erneut im Massenspurt. 
Das Gesamtklassement blieb un- 
verändert. Morgen Freitag wird 
der Funkkontakt aller Voraus- 
sicht nach zugelassen. 
«Es war ein harter Finish, 
weil er leicht bergauf 
führte. Die Situation ist 
bei jedem Masenspurt 
wieder anders. Diesmal 
konnte ich erst auf den 
letzten 150 m meine 
Höchstgeschwindigkeit aus- 
spielen. Sonst steigere ich 250 bis 
300 m vor dem Zielstrich. Aber mit 
vier Helfern auf dem letzten Kilome- 
ter durfte ich nichts falsch machen», 
erklärte Cavendish nach seinem 
vierten Etappensieg innert elf Tagen. 
Thor Hushovd hatte mit einem frü- 
hen Antritt ver- 
sucht, den 
Spurtkönig aus- 
zutricksen. 
Doch der Nor- 
weger wurde 
gleich zum dop- 
pelten Verlierer. Hushovd erreichte 
lediglich den 5. Platz und musste das 
grüne Trikot an Cavendish abtreten. 
Mit seinen vier Etappensiegen des 
letzten Jahres und den nunmehr vier 
Erfolgen in dieser Tour de France hat 
Cavendish die 
britische Best- 
leistung egalisiert. 
Sie wurde bisher 
von Barry Hoban 
mit acht Siegen ge- 
halten. Mit seinen 
vier Etappensiegen 
ist Cavendish seit 
1998 der vierte 
Sprinter, dem dieses 
Kunststück gelang 
(Tom Steels 1998, 
Mario Cipollini 
1989 und Ales- 
sandro Petacchi 
2003). Rekord- 
halter mit je 
acht Tageser- 
folgen sind 
Charles 
Pélissier 
(1930), Ed- 
dy Merckx 
(1970/74) und 
Freddy Maer- 
tens (1976). 
Auf den 192 
km von Vatan 
nach Saint- 
Farges hatte sich 
das übliche Sze- 
nario abgespielt. 
Johan van Sum- 
meren (Be) und 
Marcin Sapa 
(Pol) waren 
nach 26 km 
ausgerissen 
und wurden 5 
km vor dem Ziel wieder eingeholt. 
Der Unterschied zwischen den bei- 
den Ausreissern war frappant. Mit 
seinen 1,97 m zählt Van Sum- 
meren zu den grössten Fahrern 
des Feldes; Sapa ist eher klein 
gewachsen. 
Nocentini weiter in Gelb 
Das Maillot Jaune 
ruht weiterhin auf 
den Schultern von 
Rinaldo Nocentini. 
Der Italiener war in 
einen der Stürze ver- 
wickelt, die sich zu Be- 
ginn des Tagespensums ereig- 
neten: «Es half nichts, dass ich im 
vorderen Teil des Feldes fuhr. Ich 
konnte nicht mehr ausweichen. Ich 
kam zum Glück schnell wieder 
aufs Rad.» Nach dem wenig über- 
zeugenden Versuch mit der funk- 
losen Etappe vom Dienstag hat der 
Weltverband UCI für heute Don- 
nerstag für das 14. Teilstück von 
morgen Freitag in Aussicht ge- 
stellt. Es zeichnet sich ab, dass das 
UCI-Direktionskomitee auf seinen 
Entscheid vom 19. Juni zurück- 
kommt, den ersten Test als wenig 
gelungen einstuft und den Funk- 
kontakt zwischen den Fahrern und 
den sportlichen Leitern auf dem 
Weg zwischen Colmar und Besan- 
çon zulässt. (si) 
11. Etappe, Vatan – Saint-Fargeas (192 km) 
1. Mark Cavendish (Gb) 4:17:55 (44,662 km/h). 2. Tyler Far- 
rer (USA). 3. Jauheni Hutarowitsch (WRuss). 4. Oscar Freire 
(Sp). 5. Thor Hushovd (No). 6. Leonardo Duque (Kol). 7. 
Gerald Ciolek (De). 8. Llyod Mondory (Fr). 9. William Bon- 
net (Fr). 10. Nikolai Trussow (Russ). 11. Marco Bandiera (It). 
12. Sergej Iwanow (Russ). 13. José Joaquin Rojas (Sp). 14. 
Daniele Bennati (It). 15. Kenny van Hummel (Ho). 16. Tom 
Boonen (Be). 17. Andreas Klöden (De). 18. Cyril Lemoine 
(Fr). 19. Filippo Pozzato (It). 20. Angelo Furlan (It). 21. Jéré- 
my Roy (Fr). 22. Ruben Perez (Sp). 23. Mauro Santambrogio 
(It). 24. Romain Feillu (Fr). 25. Alessandro Ballan (It). 26. 
Arnaud Coyot (Fr). 27. Fumiyuki Beppu (Jap). 28. Koen De 
Koert (Ho). 29. Brice Feillu (Fr). 30. Alexander Botscharow 
(Russ). – Ferner: 43. Alberto Contador (Sp). 50. Roman 
Kreuziger (Tsch). 52. Cadel Evans (Au). 54. Lance Armstrong 
(USA). 63. Carlos Sastre (Sp). 67. Gregory Rast (Sz). 69. An- 
dy Schleck (Lux). 70. Levi Leipheimer (USA). 85. Fränk 
Schleck (Lux). 86. Denis Mentschow (Russ). 110. Fabian 
Cancellara (Sz), alle gleiche Zeit. 148. David Loosli (Sz) 
0:27. – 170 klassiert. 
Gesamtklassement nach 11 von 21 Etappen 
1. Nocentini 43:28:59. 2. Contador 0:06. 3. Armstrong 0:08. 
4. Leipheimer 0:39. 5. Wiggins 0:46. 6. Klöden 0:54. 7. Tony 
Martin (De) 1:00. 8. Christian Vandevelde (USA) 1:24. 9. An- 
dy Schleck 1:49. 10. Vincenzo Nibali (It) 1:54. 11. Luis-Leon 
Sanchez (Sp) 2:16. 12. Maxime Monfort (Fr) 2:21. 13. Fränk 
Schleck 2:25. 14. Kreuziger 2:40. 15. Wladimir Jefimkin 
(Russ) 2:45. 16. Sastre 2:52. 17. Mikel Astarloza (Sp) 3:02. 
18. Evans 3:07. 19. Kim Kirchen (Lux) 3:16. 20. Wladimir 
Karpez (Russ) 3:49. 21. Sandy Casar (Fr) 3:58. 22. Haimar 
Zubeldia (Sp) 4:14. 23. Jaroslaw Popowitsch (Ukr) 4:20. 24. 
Linus Gerdemann (De), gleiche Zeit. 25. Brice Feillu 4:26. 
26. Alexander Botscharow (Russ) 5:00. 27. Mentschow 5:02. 
28. George Hincapie (USA) 5:25. 29. Peter Velits (Slk) 5:28. 
30. Christophe Le Mevel (Fr) 6:03. – Ferner: 78. Ballan 
35:43. 80. Cancellara 36:11. 97. Loosli 48:31. 134. Cavendish 
1:13:54. 139. Rast 1:15:19. 150. Boonen 1:21:41. 
96. TOUR DE FRANCE 
Remis Mario Frick hatte bei diesem Kopfball etwas Pech. 
Vor 19 500 Zuschauern liess der FC Liverpool nur gelegentlich 
seine Klasse aufblitzen. Das Spiel endete 0:0. 
FOTO ZANGHELLINI
	        

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