Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
15 MITTWOCH, 8. JULI 2009 
Der Traum «Europapokal» 
Michael Stuckmann musste nach dem Angebot des FC Vaduz nicht lange überlegen 
VADUZ – Der Traum eines jeden 
Fussballers ist es, in der Natio- 
nalmannschaft seines Heimat- 
landes zu spielen. Das hat Michael 
Stuckmann schon erlebet – wenn 
auch «nur» für die U20-Auswahl 
des DFB bei der WM 1998. 
• Jan Stärker 
In der deutschen Mannschaft 
standen damals so bekannte 
Spieler wie Sebastain Kehl 
(Borussia Dortmund) oder 
Sebastian Deisler (Ex-Ba- 
yern München) und eben 
Stuckmann. «Das war schon 
eine gute Truppe, die wir da- 
mals hatten», erinnert sich der 
29-Jährige an die Zeit im Nachwuchs 
des dreimaligen Welt- und Europa- 
meisters (15 Spiele, zwei Tore). 
Doch während «Stuckis» Kame- 
raden grosse Bundesliga- und auch 
Nationalmannschaftskarrieren ein- 
schlugen, schaffte es der Mittel- 
feldspieler nicht ganz nach oben. 
Aus der Jugend des VfL Bochum 
ging es 1998 zum Nachbarn Wat- 
tenscheid 09 (damals 2. Bundesli- 
ga) und im Sommer 2004 dann 
weiter zum Wuppertaler SV (Regi- 
onalliga/3. Liga). 
Ein Tapetenwechsel 
Doch nach fünf Jahren 
an der Wupper wollte 
Stuckmann eine Verände- 
rung in seinem Leben. Und, 
obwohl er noch ein Jahr 
Vertrag bei der Mannschaft 
vom «Stadion am Zoo» hatte, 
zog es ihn zusammen mit seiner 
Frau nach Liechtenstein. «Meine 
Frau ist am Sonntag angekommen. 
Wir haben ein Haus oben in Plan- 
ken. Da ist es sehr ruhig», bestätigt 
Stuckmann. «Doch das sind wir aus 
Deutschland gewohnt, da wir dort 
auch ein kleines Häuschen auf dem 
Lnad hatten. Wir sind sehr angetan 
vom Land, von der Aufnahme hier 
und vom Verein, der sich toll um 
uns Neue gekümmert hat.» 
«Eine tolle Geschichte» 
Ein ganz grosser Karriere-Hö- 
hepunkt steht für Stuckmann mit 
den beiden Europa-League-Qua- 
lifikationsspielen gegen den 
schottischen Cupfinalisten 
Falkirk auf dem Programm. 
«Das ist definitiv ein High- 
light», bestätigt der Mittel- 
feld-Allrounder. «Ich bin 
froh, dass mir der Ver- 
ein die Chance gibt, 
international zu 
spielen. Und ganz 
ehrlich: Ich wäre 
auch nie mehr woanders hin ge- 
wechselt. Das ist eine Heraus- 
forderung, zudem haben mich 
die Gespräche mit dem Trainer 
voll überzeugt. Und Europa 
League ist schon eine tolle 
Geschichte – schauen wir mal, 
was wir da reissen können.» 
Noch nicht so richtig kann er al- 
lerdings seine neuen Teamkollegen 
einschätzen – zumindest auf dem 
Feld. «Nach zwei Wochen kann 
man noch nicht so viel zur Mann- 
schaft sagen. Das ist zu früh», so 
der Westfale. «Natürlich wollten 
wir gegen Lustenau (0:1, d. Red.) 
gewinnen, waren aber sehr platt 
nach den ersten beiden Wochen 
Vorbereitung.» 
Grundlagen für die Saison 
Die ersten beiden Wochen der 
Vorbereitung waren, im Vergleich 
zu manch anderem im Team, für 
den Familienvater (eine Tochter) 
aber nichts Besonderes. Nur mit 
dem Wetter hatte Stuckmann zu 
kämpfen. «Als ich hierher kam, 
hatten wir zehn Grad und Regen», 
wundert er sich. «Doch dann hatten 
wir von einem Tag auf den anderen 
30 Grad.» 
Doch der Routinier weiss auch, 
dass gerade in der Vorbereitung die 
Grundlagen für die Meisterschaft 
gelegt werden. Und Teamchef Pier- 
re Littbarski baut auf den laut- 
starken Mittelfeld-Akteur, gab ihm 
beim ersten Testspiel gegen Basel 
gleich die Kapitänsbinde. «Ich fin- 
de es gut, dass mich der Trainer 
gleich in diese Position gesteckt 
hat. Es war klar, dass ich Verant- 
wortung übernehmen soll. Das kann 
man von einem 20-Jährigen ja nicht 
erwarten», so Stuckmann. «Ich bin 
ein extrovertierter Typ und sage auf 
dem Platz auch, was ich denke.» 
Michael Stuckmann bekam 
beim ersten Testspiel gegen 
Basel gleich die Kapitäns- 
binde verpasst. 
FOTO 
SHOUROT 
Rigoros An der Tür zum Kabinentrakt 
des FC Vaduz hängt seit Neuestem ein Zet- 
tel mit den Fotos der FCV-Kicker, die auch 
in die Kabine dürfen. Auffällig ist, dass die 
ausgemusterten Fejzulahi, Rivaldo, Saroa 
sowie auch Mea Vitali und Rudan nicht auf 
dem Zettel zu sehen sind und somit auch 
nicht die Kabine betreten dürfen. (jts) 
Frei zu St. Gallen 
ST. GALLEN – Der FC Basel leiht den 
Mittelfeldspieler Fabian Frei (20) für ein 
Jahr an den FC St. 
Gallen aus. Der U21- 
Nationalspieler, der in 
der vergangenen Sai- 
son in 25 Spielen für 
die Basler zum Ein- 
satz kam, soll bei den 
Ostschweizern zu 
mehr Spielpraxis 
kommen. Die beiden Klubs haben jedoch 
vereinbart, dass Frei beim direkten Aufein- 
andertreffen am Sonntag (16 Uhr, AFG- 
Arena) noch nicht eingesetzt wird. (si) 
SUPER LEAGUE 
Fannähe Nach dem 
gestrigen Vormittagstraining 
zeigte Marco Ritzberger 
(rechts) Fannähe. In Bade- 
schlappen und noch vor dem 
gemeinsamen Mittagessen 
mit der Mannschaft «stellte» 
sich Ritzi den vielen Fragen 
der jugendlichen Kicker, die 
derzeit beim Junioren-Som- 
mercamp (6. bis 10. Juli) auf 
der Anlage am Rheinpark- 
Stadion täglich dem runden 
Leder hinterherjagen. «Es ist 
doch selbstverständlich, dass 
ich mich da ein paar Minuten 
mit den Kids unterhalte», so 
Ritzberger locker und grinst: 
«Schliesslich sind wir für die 
Mädels und Jungs ja doch so 
was wie kleine Idole.» (jts) 
FOTO 
JTS 
Testspiel 
Der FC Vaduz testet heute (19.30 Uhr, 
MKM-Arena Haag) beim viertligisten FC 
Haag. Littbarski wollte vor dem Europa- 
League-Auftritt seiner Mannschaft neben 
dem Spiel am Samstag in Sandhausen un- 
bedingt noch ein weiteres Vorbereitungs- 
spiel absolvieren. (jts) 
Sperre 
Verwirrung um Pascal Bader. Der Neuzu- 
gang ist laut Internetseite der Swiss Foot- 
ball League (www.football.ch) für das Auf- 
taktmatch der Challenge League gesperrt. 
Grund soll eine noch nicht abgesessene 
Gelb-Sperre aus der Saison 2007/08 sein, 
als der 26-Jährige für den FC Luzern spielte. 
Teamchef Pierre Littbarski: «Wir haben das 
auch erst jetzt erfahren, werden uns darum 
kümmern, Pascal von Beginn der Saison an 
einsetzen zu können.» (jts) 
Rückkehr 
Die angeschlagenen Michel Petrick (Achil- 
lessehne) und Benjamin Fischer (Knie) 
sollen bald wieder ins Training einsteigen. 
Petrick konnte bereits schon wieder ein 
paar Runden laufen, Fischer soll laut «Zeit- 
plan» morgen wieder dabei sein. (jts) 
Torwart 
Fabio Rosamina (19, zuletzt Zug 94) ist 
derzeit, wie schon im Wintertrainingslager 
in der Türkei, im Training des FCV dabei. 
Grund: René Borkovic wollte eine Stamm- 
platzgarantie. Doch Teamchef Pierre Litt- 
barski konnte und wollte sie dem 18-Jäh- 
rigen nicht geben. So kehrte Borkovic wie- 
der in die U21-Mannschaft des FC Zürich 
zurück. (jts) 
FCV-NEWS 
Strafe gegen Sion und El Hadary ausgesetzt 
Walliser Traditionsverein erzielt Erfolg vor dem CAS in Lausanne – Klarheit in vier Monaten 
LAUSANNE – Der FC Sion hat im 
«Streitfall Transfersperre» gegen 
die FIFA zumindest temporär ei- 
nen Erfolg verbuchen können. 
Der Internationale Sportgerichtshof 
(CAS) setzte die Strafen gegen den 
Verein und Torhüter Essam El Ha- 
dary vorübergehend aus. Das end- 
gültige Urteil will der CAS in rund 
vier Monaten verkünden. 
Die FIFA hatte Anfang Juni ge- 
gen Sion und seinen ägyptischen 
Goalie, der im Frühjahr 2008 ins 
Wallis gewechselt hatte, drastische 
Strafen ausgesprochen. Der Klub 
wurde mit einem für ein Jahr ver- 
bindlichen Transferverbot bestraft, 
El Hadary mit einer Busse von um- 
gerechnet rund 1,36 Millionen 
Franken belegt, zahlbar an seinen 
früheren Verein Al Ahly (Äg). Der 
Weltverband begründete sein Urteil 
damit, dass sich El Hadary ohne 
Einwilligung seines ehemaligen 
Arbeitgebers dem FC Sion ange- 
schlossen habe. Gegen die Sankti- 
onen der FIFA hatten die Walliser 
beim CAS Berufung eingelegt und 
aufschiebende Wirkung beantragt. 
Sperre widersetzt 
Mit Blick auf Sions Transferakti- 
vitäten hat das auf Eis gelegte Ur- 
teil keinen Einfluss. Der Verein und 
sein Präsident Christian Constantin 
hatten sich von Anfang an der Sper- 
re widersetzt und in den ver- 
gangenen Wochen verschiedene 
neue Spieler verpflichtet. Die 
Nichtbeachtung begründete Con- 
stantin damit, dass sich das Urteil 
der FIFA gegen den FC Sion richte, 
die Profiabteilung des Klubs aber 
von der «Olympique des Alpes SA» 
geführt werde. (si) 
Christian Constantin kann nach dem CAS-Urteil erst mal durchschnaufen. 
FOTO KEYSTONE 
➲www.fcvaduz.li michaelstuckmann.de
	        

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