Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN FÜR DAS RHEINTAL 
WIRTSCHAFT 
Experten gehen 
davon aus, dass   
die Preise für 
das Rohöl massiv 
steigen werden 
Wirtschaft / 12 
Dienstag, 30. Juni 2009 Seite 9 
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Zuversichtliche ZKB 
Konjunktur: Gute BIP-Prognose für 2010 
ZÜRICH – Die Zürcher Kantonal- 
bank (ZKB) rechnet fürs nächste 
Jahr wieder mit einem deutlichen 
Wirtschaftswachstum. Sie hat ih- 
re BIP-Wachtsumsprognose für 
2010 auf +1,8 Prozent erhöht. 
«Wir glauben deutliche Anzeichen 
zu erkennen, dass sich die Welt- 
wirtschaft zum Ausklang des lau- 
fenden Jahres erholen wird», heisst 
es in der der bankeigenen Zeit- 
schrift «Anlagen International». 
Insbesondere erwartet die ZKB, 
dass die Exporttätigkeit der Firmen 
wieder an Dynamik gewinne und in 
Folge dessen auch die Investitionen 
weniger stark einbrächen. 
Optimistische Prognose 
Mit ihrer optimistischen Progno- 
se stellen sich die ZKB-Ökonomen 
auf einen anderen Standpunkt als 
die meisten anderen Konjunktur- 
forscher. Diese rechnen auch fürs 
kommende Jahr mit einem schrump- 
fenden Bruttoinlandprodukt (BIP). 
So hat etwa die Konjunkturfor- 
schungsstelle der ETH Zürich 
(KOF) ein Minus von 0,6 Prozent 
und der Wirtschaftsdachverband 
economiesuisse eines von 0,8 Pro- 
zent prognostiziert. 
Bei ihrer neuen BIP-Prognose 
fürs laufende Jahr weicht die Kan- 
tonalbank dagegen nicht von den 
anderen Wirtschaftsauguren ab, die 
in den nächsten Monaten keine 
Besserung der Konjunkturlage se- 
hen. So soll die Schweizer Wirt- 
schaft gemäss ZKB um 2 Prozent 
schrumpfen. Bisher ging die Bank 
von einer BIP-Schrumpfung von 
1,5 Prozent aus. (sda) 
BIP-Prognosen* 
im Überblick 
Institut 2009 2010 
SECO –2,7 -0,4 
SNB –2,5 
Credit Suisse –2,0 +0,6 
ETH-KOF –3,3 –0,6 
BAK –2,5 +0,2 
Zürcher 
Kantonalbank –2,0 +1,8 
Internationaler 
Währungsfond –3,0 –0,3 
OECD –0,2 +1,6 
Créa –3,2 –0,8 
UBS Wealth 
Managemant –2,8 –0,4 
UBS Investment- 
bank –2,4 +0,7 
economiesuisse –2,9 –0,8 
* 
Veränderung des 
realen BIP im Vergleich 
zum Vorjahr in Prozent 
BERN/BASEL – In der Schweiz ist die 
Arbeitsproduktivität im ersten Quartal 
2009 regelrecht eingebrochen. Der 
Grund: Den Unternehmen fehlten die 
Aufträge, doch es wurden erst wenige 
Arbeitsplätze abgebaut. Das Produktivi- 
tätsniveau lag zum Jahresauftakt um 3,3 
Prozent unter dem Vorjahreswert. Das 
ist der kräftigste Rückgang seit 1994, 
seit BAK Basel Economics die Daten 
erfasst. Der Index zeigt ein für den Kon- 
junkturzyklus typisches Muster: Der 
Arbeitsmarkt hinkt der Wirtschaftslage 
hinterher. Das reale Bruttoinlandpro- 
dukt (BIP) schrumpfte im ersten Quar- 
tal um 2,4 Prozent – so stark wie zuletzt 
Mitte der 70er-Jahre. Hingegen nahm 
die Beschäftigung im Vorjahresver- 
gleich um weitere 1,2 Prozent zu. Die 
Unternehmen versuchen also, den zu- 
nehmenden Kostendruck zunächst so 
weit wie möglich über Kurzarbeit oder 
den Abbau von Überstunden – also be- 
schäftigungsneutral – zu dämpfen, wie 
die Basler Ökonomen erklären. 
Der Abbau kommt noch 
Das bedeutet nicht, dass sich der Ar- 
beitsmarkt der Rezession zu entziehen 
vermag. BAK Basel Economics erwar- 
tet, dass die Unternehmen ihre Produkti- 
onskapazitäten weiter an die weltweit 
rückläufige Nachfrage anpassen müssen. 
Für die kommenden Quartale sei mit 
einem verstärkten Personalabbau zu 
rechnen, schreiben die Ökonomen. (sda) 
Arbeitsproduktivität eingebrochen 
NEWSMIX 
Ölexperten rechnen mit 
weiterem Nachfragerückgang 
PARIS – Die Öl-Nachfrage 
wird nach Angaben der In- 
ternationalen Energieagen- 
tur (IEA) 2009 um 2,9 Pro- 
zent zurückgehen. Nach 
einem Minus im Vorjahr 
wäre es der erste zweijäh- 
rige Einbruch seit den 80er-Jahren. Neben 
der Rezession seien dafür auch der zuneh- 
mende Einsatz energieeffizienterer Tech- 
niken verantwortlich, heisst es im am Mon- 
tag in Paris vorgestellten Fünf-Jahres-Aus- 
blick der IEA. Im gesamten Zeitraum bis 
2014 werde die Nachfrage im Durchschnitt 
um 0,6 Prozent jährlich steigen, prognosti- 
ziert die Agentur. Der Zahl liegt die Annah- 
me zugrunde, die globale Wirtschaft werde 
wieder anspringen und bis 2012 zu einer 
Wachstumsrate von fünf Prozent zurückkeh- 
ren. Bei einem Alternativszenario mit einer 
schwächeren Konjunktur prognostiziert die 
IEA einen Rückgang der Öl-Nachfrage von 
0,2 Prozent jährlich. (ap) 
Konsumenten-Index: Preise 
in Deutschland bleiben stabil 
WIESBADEN – Die Konsumentenpreise 
in Deutschland bleiben dank der gesun- 
kenen Ölpreise stabil. Im Juni lag die Jah- 
resrate nach einer ersten Hochrechnung bei 
0,1 Prozent, wie das Statistische Bundes- 
amt am Freitag mitteilte. Im Mai war erst- 
mals seit 22 Jahren eine Jahresrate von 0,0 
Prozent festgestellt worden. Im direkten 
Vergleich von Mai auf Juni ergibt sich eine 
Steigerung der Preise von 0,4 Prozent. 
Viele Fachleute erwarten, dass die deut- 
schen Konsumenten ab dem Hochsommer 
weniger für die Lebenshaltung aufwenden 
müssen als im Vorjahr. Das wäre der erste 
Rückgang der Preise seit der Wiederverei- 
nigung. Im Sommer 2008 hatte die Jahres- 
teuerung in Deutschland noch ein 25-Jah- 
res-Hoch von 3,3 Prozent erreicht. Die Eu- 
ropäische Zentralbank (EZB) hat als Ziel- 
marke für die Jahresrate einen Wert von 
knapp unter 2,0 Prozent. (dpa/reuters) 
Schweizer 
Grossbanken 
sind laut der BIZ 
von der Krise am 
meisten betroffen 
Wirtschaft / 11 
Zürcher Börse 
schloss dank 
Roche und Credit 
Suisse im 
grünen Bereich 
Wirtschaft / 12 
Gesund und solide 
LLB Vorsorgestiftung: Finanzmärkte beflügeln Deckungsgrad 
VADUZ – Frohe Botschaft für die 
Versicherten der LLB Vorsorge- 
stiftung: Mit dem Anstieg der Fi- 
nanzmärkte in den letzten Mona- 
ten steigt der Deckungsgrad von 
85 auf 90 Prozent und dürfte sich 
weiter erholen. 
• Hubert Hasler 
Mit dieser Botschaft eröffnete der 
scheidende Stiftungsratspräsident 
Karlheinz Heeb die gestrige Dele- 
giertenversammlung. Damit stieg 
der Deckungsgrad in den letzten 
fünf Monaten um rund fünf Prozent 
an. Das bedeutet gleichzeitig, dass 
es sich nicht um strukturelle, son- 
dern um ein rein finanztechnisches 
Problem handelt. Denn: Die LLB 
Vorsorgestiftung steht auf gesun- 
den Beinen und wird sich bei stei- 
genden Finanzmärkten wieder aus 
der Unterdeckung befreien können. 
So konnte bei der konservativen 
Anlagestrategie mit 15 bis 25 Pro- 
zent Aktienanteil eine Performance 
von 3,8 Prozent seit dem ersten Ja- 
nuar erzielt werden. Bei der dyna- 
mischen Strategie mit einem höher 
gewichteten Aktienanteil betrug die 
Wertsteigerung sogar 4,3 Prozent. 
«Im Vergleich zum Schweizer 
Markt stehen wir, wie bereits im 
vergangenen Jahr, sehr gut da», 
meinte Heeb. 
Gute Altersstruktur 
Strukturell befindet sich die LLB 
Vorsorgestiftung in einer komforta- 
blen Situation: Der Altersschnitt 
der über 2700 versicherten Per- 
sonen beträgt etwa 40 Jahre. Mo- 
mentan beziehen nur 10 Personen 
eine Altersrente. Zudem hat die 
Vorsorgestiftung von Beginn an 
vorgesorgt und alle Risikofälle wie 
Invalidität und Todesfall bei einem 
schweizerischen Rückversicherer 
abgedeckt. Nach den stürmischen 
Zeiten im Vorjahr stuft der Stif- 
tungsrat deshalb die Zukunft der 
Vorsorgestiftung als positiv ein und 
erwartet mittelfristig eine Erholung 
des Kapitaldeckungsgrades. 
Erfolgsgeschichte geht weiter 
Die letzten vier Jahre seit der 
Gründung der Vorsorgestiftung le- 
sen sich wie eine Erfolgsgeschich- 
te, sagte Heeb: «Mittlerweile haben 
sich rund 280 Betriebe mit über 
2700 Versicherten unserer Vorsor- 
geeinrichtung angeschlossen. Al- 
lein letztes Jahr entschieden sich 
knapp 100 Betriebe für uns.» Solch 
eine Zunahme sei nur mit Vertrauen 
zu schaffen: «Für uns  ist  Transpa- 
renz und Offenheit ein grosses An- 
liegen. Deshalb informieren wir die 
angeschlossenen Betriebe regelmäs- 
sig über die Entwicklung», erklärte 
der scheidende Stiftungsratspräsi- 
dent der LLB Vorsorgestiftung. 
Turbulente Zeiten 
Laut Geschäftsführer Bruno Matt 
hat die Finanzkrise ein Ausmass in 
unbekannter Dimension angenom- 
men. Trotzdem gelte es einen küh- 
len Kopf zu bewahren: «Man sollte 
niemals die Langfristigkeit der An- 
lagen aus den Augen verlieren.» 
Für dieses Jahr strebt die LLB 
Vorsorgestiftung einen weiteren 
Anstieg des Deckungskapitals von 
etwa 180 auf 200 Mio. Franken an. 
Damit werden die Zuwachsraten 
der letzten Jahre abflachen. 
Das ist nicht weiter erstaunlich: 
Die LLB bewegt sich nämlich nur 
im begrenzten Marktgebiet Liech- 
tenstein – und durch den hohen 
Marktanteil ist längerfristig nur be- 
grenztes Wachstum möglich. 
Der Stiftungsrat, von links: Horst Büchel, Christian Bitterwolf, Mario Frick, Thomas Lay, Jacqueline Aregger, 
Norman Öhri, Roland Matt, Daniel Quaderer und Bruno Matt. 
FOTO 
PAUL 
TRUMMER 
Der neue 
Stiftungsrat 
VADUZ – An der gestrigen 
Delegiertenversammlung im 
Foyer des Gemeindesaals in 
Vaduz wurde der neue Stif- 
tungsrat der LLB Vorsorge- 
stiftung für Liechtenstein be- 
kanntgegeben. 
Arbeitgebervertreter: 
Horst Büchel 
Roland Matt 
Norman Öhri 
Daniel Quaderer 
Arbeitnehmervertreter 
Thomas Lay 
Jacqueline Aregger 
Mario Frick 
Christian Bitterwolf www.volksblatt.li
	        

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