Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
2 FREITAG, 26. JUNI 2009 
Schularbeit mit Telefonjoker 
Gymnasium der Formatio lässt Lateinschüler Joker anrufen 
TRIESEN – Mit einem «examen 
publicum» , einer öffentlichen La- 
teinschularbeit, konnten gestern 
Schüler der «Formatio» promi- 
nente Liechtensteiner zur Lösung 
kniffliger Fragen anrufen. Die Jo- 
ker gaben ihr Bestes. 
• Reinhard Peter 
Im Gedächtnis der Schüler, in den 
Annalen der bilingualen Privatschu- 
le «Formatio» und wohl auch im 
Tagebuch einiger prominenter 
Liechtensteiner wird das examen 
publicum haften bleiben. Fragen 
wie nach dem Plural von casus, 
nach der Bedeutung des Fremd- 
wortes Somnambulismus, oder was 
die cathedra Petri ist, prasselten mit 
schnellem Tempo auf die Schüler 
auf die Telefonjoker nieder. Unter 
ihnen die Ärztin und Abgeordnete 
Gisela Biedermann, Winfried Hupp- 
mann, ehemaliger Leiter der For- 
schungsabteilung der Hilti AG, der 
Jurist und Rechtsanwalt Stefan Rit- 
ter sowie der Philosoph und Altphi- 
lologe Manfred Schlapp. Alle hat- 
ten einmal Latein gelernt, aber wer 
will sich da schon öffentlich bla- 
mieren, zumal auch das Radio nebst 
dem «Volksblatt» mithören durfte. 
Fragen zu Hintergründen 
Die Schüler der  sechsten Klasse 
des Oberstufengymnasiums über- 
setzten Texte aus der griechisch-rö- 
mischen Mythologie, beantworten 
Fragen zu den Texten und Hinter- 
gründen und beschäftigten sich mit 
lateinischen Zitaten. So gab sich 
Manfred Schlapp keine Blösse bei 
der Prometheussage und konnte 
den Somnambulismus sogleich als 
Schlafwandeln identifizieren. Sicht- 
lich voluptas, nämlich Vergnügen, 
bereitete Stefan Ritter die Frage 
nach dem Ursprung des Fremd- 
wortes Republik, das der Jurist so- 
gleich in res publica, die öffent- 
liche Sache, zerlegte. 
Da konnte auch Gisela Bieder- 
mann nicht zurückstehen und be- 
antwortete souverän Fragen über 
den griechischen Götterhimmel 
und erläuterte dem anfragenden 
Schüler aus juristischer Sicht, was 
man unter einer condicio sine qua 
non zu verstehen hat. Und auch der 
Naturwissenschaftler und Techniker 
Winfried Huppmann glänzte mit 
seinen vor rund 50 Jahren erwor- 
benen Lateinkenntnissen. Vokabeln 
wie capitis damnare (zum Tode ver- 
urteilen), concedo (erlauben) oder 
die Frage nach einem Arboretum 
(Baumpark) dürften ihn allenfalls 
ein Lächeln gekostet haben. 
Kultursprache hilft 
Mit dieser Aktion möchte Forma- 
tio, wie Direktor Peter Theurl er- 
läuterte, den Stellenwert von Latein 
«als wichtiges Vehikel zur Sprach- 
kompetenz in Deutsch und anderen 
Sprachen sowie der Schulung des 
Denkens» neben den Bereichen 
Technik und Naturwissenschaft un- 
terstreichen. 
Marcella Vogt bei der Lateinarbeit an der Privatschule Formatio in Triesen. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Herzliche Glückwünsche 
unseren Jubilaren 
Wir gratulieren recht herzlich zum Geburts- 
tag und wünschen weiterhin alles Gute und 
Gottes Segen. 
Heute Freitag 
Egon BECK, Rotenboden 124, Triesen- 
berg, zum 87. Geburtstag 
Margret MEIER, Alemannenstrasse 22, 
Eschen, zum 81. Geburtstag 
Dienstjubiläum in der Industrie 
Antonietta ALFANO, Falknisweg 2, Trüb- 
bach, feiert heute ihr 25-jähriges Dienstju- 
biläum bei der OC Oerlikon Balzers AG. 
Die Jubilarin ist dort als Mitarbeiterin Hand- 
ling tätig. 
Der Gratulation der Firmenleitung 
schliesst sich die Liechtensteinische Indus- 
trie- und Handelskammer gerne an. 
Prüfungserfolge: Elf neue 
«Stromer» im Fürstentum 
BUCHS – Sieben Elektromonteure und 
vier Montageelektriker aus Liechtenstein 
konnten am Mittwochabend im Berufs- und 
Weiterbildungszentrum Buchs (bzb) ihren 
Fähigkeitsausweis entgegennehmen. Es 
sind dies die Elektromonteure Benjamin 
BÜCHEL, Ruggell; Jonas KINDLE, Trie- 
sen; Aleksander PRVULY, Mauren; Simon 
HEMMERLE, Vaduz, sowie die Montage- 
elektriker Alexander ARPAGAUS, Triesen- 
berg; Steven BECK, Schaan; Vincent Si- 
mon BÖSCH, Triesenberg; Tobias KRES- 
SIG, Eschen; Andreas SCHABERNING, 
Gamprin-Bendern; Michael SCHÄDLER, 
Triesenberg; Andreas VOGT, Balzers. 
Auf dem Bild freuen sich Alexander Ar- 
pagaus, Simon Bösch, Michael Schädler, 
Aleksander Prvuly und Simon Hemmerle. 
Das «Volksblatt» gratuliert den jungen 
Berufsleuten zum erfolgreichen Abschluss. 
(Foto: Reto Neurauter) 
PERSÖNLICH 
Notfallnummer Liechtenstein 230 30 30 
ARZT IM DIENST 
Land in Sicht 
SCHAAN – Sommerlager auf der Robin- 
son-Insel «Dräggspatz» für Kinder im Alter 
von 7 bis 13 Jahren: Mit etwas Glück stran- 
den wir Schiffsbrüchigen am Montag, den 
6. Juli, um 10 Uhr auf einer paradiesischen 
Insel. Gut möglich, dass wir auf Könige der 
Südsee, einäugige Papageien, Insulaner, 
einarmige Piratinnen, wilde und grimmige 
Nixen oder Kannibalen treffen … Wir wer- 
den auf dem Feuer kochen, in Hängematten 
schlafen (vielleicht können wir ein paar 
Gruppen- oder Privatzelte ins Trockene ret- 
ten) und versuchen, mit Flaschenpost oder 
Floss so schnell als möglich wieder von dort 
wegzukommen (spätestens jedoch zum 
Abenteuer-Ende am Freitag, den 10. Juli, 13 
Uhr). Kinder, welche des Nachts nicht auf 
der Insel bleiben wollen, können jeweils 
von 17 Uhr bis am nächsten Tag um 9 Uhr 
einen Späherposten (zu Hause) einnehmen. 
Das spartanische (Über-)Leben kostet 80 
Golddukaten pro Kind. Da das Schiff be- 
reits im Sinken begriffen ist, sind die Platz- 
kontinente beschränkt – bitte schriftlich an- 
melden unter draeggspatz@schaan.li. (pd) 
Caroline Spiegel war mehr als 
ein halbes Jahr in Australien. 
Zurück nach Liechtenstein 
wollte sie nicht mehr wirklich, 
denn das Land der Kängurus hat 
sie fasziniert wie kein anderes 
Land zuvor. 
• Gabriella Hummel 
Mit ihrer Freundin Ramona Kai- 
ser beschloss Caroline nach der 
Matura ein halbes Jahr nach Aus- 
tralien zu gehen: «Ich wollte ein- 
fach in ein englischsprachiges 
Land. England ist halt immer 
noch Europa und in Amerika ist 
Winter, deshalb entschieden wir 
uns für Australien», so Caroline. 
Nun hat sie sogar noch eineinhalb 
Jahre Sommer durchgehend, was 
natürlich nicht unangenehm ist. 
Die Reise begann ich Perth, wo 
sie fünfeinhalb Monate in die 
Sprachschule ging, denn das war 
ja der Grund der Reise: Englisch 
lernen. Und das hat sie auch. Sie 
machte das Cambridge Englisch- 
examen der Kategorie B. 
Unendliche Weiten 
Natürlich kamen Kultur und 
Reisen nicht zu kurz. Koalas, 
Kängurus, die Strände und die of- 
fene Art der Menschen hat Caroli- 
ne kennen- und schätzen gelernt. 
Den letzten Monat bereiste sie 
dann noch die Ostküste von Ade- 
laide nach Fraser Island. 
Was Caroline am meisten an 
diesem grossen Land faszinierte, 
waren die unendlichen Distanzen. 
«Oft fährt man 2–3 Stunden ohne 
irgendetwas oder irgendjemanden 
zu sehen. Gut, manchmal gibt es 
eine Tankstelle oder ein paar Kän- 
gurus, aber das ist dann schon al- 
les», erzählt die Studentin. 
Lieber geblieben 
Für Caroline war es eine Reise, 
die sie nie wieder vergessen wird. 
Erst recht nicht in Liechtenstein, 
denn die Unterschiede zu «down 
under» sind natürlich immens. 
Für Caroline ist der grösste Unter- 
schied die Grösse. Die Dimensi- 
onen, die in Australien herrschen, 
kann man sich hierzulande gar 
nicht vorstellen. Auch die Offen- 
heit der Menschen sei bemerkens- 
wert – einer der Gründe ist be- 
stimmt die Tatsache, dass es ein 
Multi-Kulti-Land ist. Australier 
seien einfach viel relaxter – es 
wird nicht so gestresst wie in Eu- 
ropa. «Und man fährt links, wie in 
England», bemerkt Caroline noch 
zum Schluss. 
Am liebsten wäre sie geblieben. 
Doch nun fängt bald ihr Publizis- 
tik-Studium in Zürich an. Aber sie 
ist sich sicher: «Ich werde auf je- 
den Fall wieder nach Australien 
gehen. Am besten nach dem Stu- 
dium für zwei oder drei Jahre.» 
CAROLINE SPIEGEL 
Geboren: 27. September 1989 
Beruf: Student 
Da bin ich daheim: Mauren 
Darauf stehe ich: Reiten, Mu- 
sik, Theater, Reisen 
Am FL schätze ich: Dass es 
friedlich und ruhig ist 
Ziel in meinem Leben: Wieder 
nach Australien zu gehen 
Menschen in 
         Liechtenstein 
Im Land der Kängurus 
Caroline Spiegel, Stu- 
dentin, Mauren. 
FOTO ZVG
	        

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