Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

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ZEITUNG 2 3 MITTWOCH, 17. JUNI 2009 
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ZEITUNGSZUSTELLUNG 
Überraschende Auszeichnung 
Ostschweizer Medienpreis für TV-Moderator Marco Fritsche 
REGION – Er hat eine eigene Talk- 
show, verhilft einsamen Landwir- 
ten zu einer Frau und sorgt bei 
Live-Events für den richtigen 
Rahmen: Marco Fritsche. Der TV- 
Moderator wurde für seine 
Leistungen mit dem Ostschweizer 
Fernsehpreis ausgezeichnet. 
• Cindy Dunkel 
Seit bald zehn Jahren ist der 33-jäh- 
rige Appenzeller Marco Fritsche im 
Fernsehgeschäft tätig. Seine Karri- 
ere begann er beim Jugendkanal 
«Viva», wechselte später zum 
Schweizer Fernsehen und stand 
dort bei der Spielshow «Eiger, 
Mönch und Maier» als Aussenmo- 
derator im Einsatz. Heute präsen- 
tiert der engagierte TV-Mann auf 
Tele Ostschweiz jeden Donnerstag 
seine eigene Talkshow «Fritsche». 
Zudem steht der tätowierte Appen- 
zeller bei verschiedenen Unterhal- 
tungssendungen beim Privatsender 
3+ vor der Kamera. «Bis im Herbst 
drehen wir die vierte Staffel von 
‹Bauer, ledig, sucht ...› und für Sat 
1 stehe ich bei ‹Post-it Street Chal- 
lenge› ein weiteres Mal im Einsatz. 
Die letzte Staffel war ein grosser 
Erfolg», erzählt Marco Fritsche 
während er in seinem Büro in St. 
Gallen in seine Agenda blickt. Letz- 
te Woche durfte er im Pfalzkeller in 
St. Gallen den Ostschweizer Fern- 
sehpreis entgegennehmen. «Dies 
ist eine würdige Halbzeit des Fern- 
sehmoderators Marco Fritsche», 
lacht der Appenzeller verschmitzt 
und setzt noch einen drauf, «ich 
werde vor Beni Thurnherr abtreten. 
Der wird bestimmt noch 30 Jahre 
weitermachen.» 
TV im Wandel 
Grosse Ziele hat sich Marco Frit- 
sche keine gesteckt. Er nimmt eins 
nach dem anderen in Angriff. Für 
ihn ist klar, dass er nie eine grosse 
Samstagabendkiste präsentieren 
wird: «Die Formate und das Zu- 
schauerverhalten am Samstagabend 
haben sich stark verändert. Während 
früher noch die ganze Familie bei 
‹Verstehen Sie Spass?› und ‹Super- 
treffer› vor dem Fernsehen sass, ist 
dies heute nicht mehr der Fall.» 
Heute ziehen Schlager- und Volks- 
musikprogramme oder «Raab»-Ge- 
schichten die Massen vor die Flim- 
merkiste. 
Kein Interesse und viel Ehre 
«Diese Formate interessieren 
mich nicht. Ich kann nicht zu viel 
Volksmusik hören und beim Box- 
kampf gegen Rapper Gimma durfte 
ich erfahren, dass auch solche ‹Ra- 
ab›-Geschichten für mich nicht ge- 
eignet sind», führt Marco Fritsche 
weiter aus. 
Gewonnen hat Marco Fritsche 
für sein Schaffen nun endlich auch 
seinen ersten Fernsehpreis. Dies, 
obwohl er sein Werk dieses Jahr bei 
der Jury gar nicht eingereicht hat. 
«Ich wollte meinen schwer arbei- 
tenden TV-Gspänli das Preisgeld 
nicht streitig machen. Es ehrt mich, 
dass ich den Preis trotzdem gewon- 
nen habe», freut sich Fritsche. Eine 
besondere Bedeutung hat für ihn 
die Laudatio von TV-Legende und 
Jurymitglied Kurt Felix. «Jetzt 
weiss ich, dass ich nicht alles völlig 
falsch mache», witzelt Fritsche. 
Kurt Felix ist ein jahrelanger Frit- 
sche-Beobachter und hatte anfäng- 
lich seine Bedenken: «Ist dieser 
Appenzeller nur ein elektronischer 
Suppenkasper? Taugt er überhaut 
für die schweizerische Bundestele- 
vision? Oder ist er nur ein weiterer 
Vertreter der medialen Geschwätz- 
landschaft?» Diese Eindrücke revi- 
dierte Kurt Felix dann im Verlaufe 
der Zeit: «Marco Fritsche kann 
weit mehr als ein Sprechautomat. 
Und als er dann in einem Talk mit 
mir auf TVO erstmals eine Krawat- 
te trug und seine Ganzkörpertäto- 
wierung unter einem gebügelten 
Hemd verschwand, wusste ich: Der 
Mann kann auch anders. Dies be- 
wies er später in vielen Gesprächs- 
und Politsendungen immer wieder. 
«Trotzdem behält Marco Fritsche 
sein gewonnenes Preisgeld von 
4000 Franken nicht für sich. «Ich 
hatte das Preisgeld nie in meinen 
Händen. Ich habe es direkt meinem 
zwölfjährigen Götti-Bub Ales- 
sandro weitergegeben. Für seinen 
Bildungsfonds. Er soll einmal ei- 
nen anständigen Beruf erlernen.» 
Marco Fritsche präsentiert auf Tele Ostschweiz jede Woche die Talksendung «Fritsche». 
FOTO 
RALPH 
DIETSCHE 
Über 100 
neue Mitarbeiter 
Wachstum ist auch derzeit noch möglich 
REGION – Stellenabbau, Kurzar- 
beit oder Betriebsschliessungen, 
die Wirtschaftskrise bringt viele 
negative Schlagzeilen. Mit einer 
Aufstockung des Personals sorgt 
die Holy Fashion Group für ande- 
re Akzente. 
• Markus Roth 
Die «Rheinzeitung» stellt Firmen 
vor, die trotz schwierigem wirt- 
schaftlichem Umfeld für positive 
Schlagzeilen sorgen. Unternehmen, 
die in grossem Stil Stellen ausbau- 
en, sind aber sehr selten. Im Wirt- 
schaftsraum Bodensee gibt es die 
Holy Fashion Group, die neue Stel- 
len schafft. Im vergangenen Jahr 
stellte das Schweizer Textilunter- 
nehmen 100 neue Mitarbeiter ein. 
Weltweit hat die Holy Group rund 
1000 Mitarbeiter, am Schweizer 
Standort in Kreuzlingen sind es 
400. Das Wachstum geht auch im 
2009 weiter. Rund 50 Stellen sind 
noch offen. Gepflegt wird auch der 
Bereich Ausbildung, zehn Lehr- 
linge werden beschäftigt. 
Das Familienunternehmen wurde 
von den Gebrüder Holy gegründet 
und hat in Bielefeld und Kreuzlin- 
gen zwei Kompetenzzentren. In den 
vergangenen zehn Jahren machte 
die Firma eine grosse Entwicklung 
durch. So durch die Verlegung der 
«windsor men»-Divison nach 
Kreuzlingen oder die Übernahme 
der «JOOP!» GmbH. Zur Gruppe 
gehören aber auch die Marken 
«Strellson» und «Tommy Hilfiger 
Business». 
Einheitliche Architektur 
Nicht nur im Mitarbeitersektor 
gibt es Wachstum. In Kreuzlingen 
wurde auch die Um- und Ausbau- 
phase abgeschlossen. CEO Reiner 
Pichler hat mit dem einheimischen 
Architekten Andreas Imhof das 
Hauptquartier nach einem Area- 
Masterplan gebaut. Das Kernstück 
des neuen Headquarters bildet das 
Rundgebäude mit Anbau. Dort ist 
auch das moderne Personalrestau- 
rant «Home» untergebracht. 
Identifikation der Mitarbeiter 
Für den Fortschritt wichtig ist die 
Philosophie des Unternehmens. Mo- 
de ist für die Holy Group die Faszi- 
nation des Lebens und soll so auf 
die Kundschaft übertragen werden. 
Auswärtigen Mitarbeitern wird die 
Integration in die neue Umgebung 
mit der Hilfe eines Location-Mana- 
gers erleichtert. Alle sechs Monate 
findet ein «Holy Fashion-College» 
statt, das zwei Tage dauert. Als ein 
Grund für den Erfolg wird bei Ho- 
ly angegeben, dass das Unterneh- 
men als Familienbetrieb effizient 
und nachhaltig arbeiten kann. Wich- 
tig sei dazu die Identifikation der 
Mitarbeiter mit dem Betrieb. Im 
Personalrestaurant etwa sitzen alle 
Mitarbeiter an einem Tisch, dies 
ohne auf Rang und Namen zu ach- 
ten. Die Wirtschaftskrise ist aller- 
dings auch bei der Holy Fashion 
Group ein Thema. Durch die Tätig- 
keit in 40 Ländern ist sie spürbar, 
kann aber dank Kompensation im 
Geschäft mit Asien wettgemacht 
werden. Ausserdem erlaubt die ho- 
he Eigenkapitalquote einen ruhigen 
Geschäftsgang. Mit den einzelnen 
Marken werden verschiedene Kun- 
densegmente angesprochen. So mit 
«Strellson» ein junges, dyna- 
misches Publikum, mit «Tommy 
Hilfiger» und «JOOP!» ein eta- 
bliertes und mit «Windsor» ein ex- 
klusives. 
In den vergangenen vier Jahren investierte die Holy Fashion Group 65 
Millionen Franken. Entstanden ist auch ein Rundbau in Kreuzlingen. 
FOTO 
ZVG 
Am Wochenende ist Quellrock 
BAD RAGAZ – Am nächsten Freitag und 
Samstag, den 19. Und 20. Juni, findet das 
31. Quellrock Open Air in Bad Ragaz statt. 
Auf dem Bad Ragazer Freudenberg spielen 
illustre Bands. So am Freitag der Bündner 
«Gimma» oder «Die Happy». Das ab- 
wechslungsreiche Programm wird am 
Samstag unter anderen mit «Dog Eat Dog» 
oder «Bligg» fortgesetzt. Seit 100 Tagen 
läuft der Vorverkauf und dies sehr erfolg- 
reich, wie Festival-OK Präsident Andy 
Hartmann auf Anfrage bestätigt. Bereits 
sind für den Samstag mehr als die Hälfte 
aller Tickets verkauft. «Der Freitag läuft 
traditionsgemäss nicht ganz so gut wie ein 
voller Open-Air-Tag», erklärt Hartmann 
den Unterschied im Ticketabsatz. Die 
Meisten kaufen sich aber sowieso einen 
Zwei-Tages-Pass und sichern sich den 
vollen Musikgenuss über beide Tage. 
Zum ersten Mal in der Geschichte des 
Festivals sind in diesem Jahr auch Ta- 
gespässe im Vorverkauf erhältlich. Alle In- 
formationen zu den Vorverkaufsstellen sind 
im Internet auf der Seite www.quellrock.ch 
zu finden. (mr) 
VERANSTALTUNGSTIPP 
Konfliktprävention mit 
Zivis wird ausgeweitet 
REGION – In neun Gemeinden leisten Zi- 
vildienstleistende dieses Jahr einen Einsatz 
zur Konfliktprävention im öffentlichen 
Raum. Letztes Jahr erst in drei Gemeinden, 
so auch in Buchs. Die 20 Zivis, die dabei 
zum Einsatz kommen, haben einen Kurs 
für gewaltfreie Konfliktlösung besucht. 
Der Einsatz von Zivildienstleistenden im 
öffentlichen Raum entspricht offenbar in 
vielen Gemeinden einem Bedürfnis. Das 
Pilotprojekt der Gemeinschaft Schweizer 
Zivildienstleistender GSZ und der Voll- 
zugsstelle für den Zivildienst ZIVI heisst 
«Konfliktprävention im öffentlichen Raum 
durch Zivildienstleistende». Das Konzept 
wurde von der GSZ in Zusammenarbeit 
mit dem Kompetenzzentrum für interkultu- 
relle Konflikte TikK entwickelt und 2008 
erstmals umgesetzt. Für 2009 ist die GSZ 
von ZIVI mit der Durchführung beauftragt. 
In den Gemeinden Adliswil ZH, Baden 
AG, Chur GR, Kerzers FR, Rapperswil-Jo- 
na SG, Wald ZH, Wettingen AG und Wil 
SG ist dies die Jugendarbeit, in Basel das 
Gesundheits- und Sozialdepartement. Zwei 
weitere Gemeinden wollten dieses Jahr am 
Pilotprojekt teilnehmen, wegen der noch 
geringen Bekanntheit konnten jedoch nicht 
genügend geeignete Zivildienstleistende 
gefunden werden. (pd)
	        

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