Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INTERNATIONAL 
VOLKSBLATT 
24 DIENSTAG, 9. JUNI 2009 
Bikini aus der 
Kollektion von 
Custo Barcelona. 
FOTO 
EPA 
Laptops und Leichen 
Nach Airbus-Absturz: Suchteams erfüllen ihre traurige Mission 
SAO PAULO – Die Marine hat bis- 
lang 16 der 228 Passagiere und 
Besatzungsmitglieder des abge- 
stürzten Air-France-Airbus tot 
aus dem Atlantik geborgen. 
Weitere Leichen wurden treibend 
auf dem Meer gesichtet, wie die 
Luftwaffe und die Marine in Recife 
mitteilten. Sie sollen so schnell wie 
möglich aus dem Wasser geborgen 
werden. An Bord der Unglücksma- 
schine war auch eine Österreiche- 
rin. Die Marine entdeckte zudem 
Hunderte grosse und kleine Wrack- 
teile sowie persönliche Gegenstän- 
de der Passagiere. 
In dem Seegebiet rund 1200 Ki- 
lometer vor der brasilianischen 
Festlandküste sind mittlerweile 14 
Flugzeuge und sechs Schiffe rund 
um die Uhr im Einsatz. 
Ursache weiter unklar 
Mit kleinen Beibooten fischten 
die Besatzungen der Schiffe unter 
anderem Taschen, Laptops, Video- 
und Fotokameras, Passagiersitze 
und Plastikteile aus der Kabine aus 
dem Wasser. Auch mehrere LCD- 
Bildschirme, über die die Passa- 
giere während des Fluges Filme an- 
sehen können, wurden gefunden. 
Im Fernsehen waren Bilder von 
Wrackteilen mit der Aufschrift «Air 
France» zu sehen. Von den 14 am 
Einsatz beteiligten Flugzeugen ge- 
hören 12 zur brasilianischen Luft- 
waffe. Frankreich entsandte zwei 
Flugzeuge. Zwischenzeitlich hatte 
auch ein US-Flugzeug an der Ope- 
ration teilgenommen. 
Wo das Wrack des Airbus A 330 
genau liegt, ist weiterhin unklar. 
Auch die Unfallursache liegt noch 
im Dunkeln. Darüber wird vermut- 
lich nur der Flugschreiber Auf- 
schluss geben können. Frankreich 
entsandte auch das Atom-U-Boot 
«Emeraude», das am Mittwoch in 
der Absturzzone im Atlantik ein- 
treffen und mit seinen Sonargeräten 
den Flugschreiber finden soll. 
Bergungstrupp bei der Arbeit. Ein U-Boot soll morgen nach dem Flug- 
schreiber suchen. Er wird in 3000 Metern Tiefe vermutet. 
FOTOS 
EPA 
«Werft mich nicht 
von der Strasse» 
Bangladesch beschliesst Bettelverbot 
DHAKA – Ihr Mann hat sie verlas- 
sen, der Monsunregen ihre Stroh- 
hütte weggeschwemmt: Betteln auf 
den Strassen in Dhaka ist für Row- 
shan Ara die einzige Überleben- 
schance. Doch nun will die Regie- 
rung ein Bettelverbot auf öffent- 
lichen Plätzen durchsetzen – und 
gefährdet damit die Existenzgrund- 
lage Zehntausender Menschen. 
Ehrgeiziges Ziel für armes Land 
«Wie soll ich überleben, wenn 
ich nicht betteln kann?», fragt Ara 
verzweifelt. Sie hat kurzzeitig als 
Dienstmädchen gearbeitet, musste 
ihre Stelle aber aufgeben, weil sie 
ihre Kinder nicht mitbringen durf- 
te. An ihrem Stammplatz vor einem 
der schicksten Einkaufszentren der 
Stadt bekommt sie durchschnittlich 
1.60 Euro am Tag. Was sie tun soll, 
wenn man sie von der Strasse ver- 
bannt, weiss sie nicht. 
Bettler sind in Bangladesch allge- 
genwärtig – an verkehrsreichen 
Strassenkreuzungen, überfüllten 
Bahnhöfen oder Moscheen jeder 
Grössenordnung. In einigen Teilen 
der Bevölkerung findet das Bettel- 
verbot der Regierung daher Zustim- 
mung. «Sie sind ein öffentliches Är- 
gernis», sagt Zahedul Islam. «Wenn 
ich Kinder einem Ausländer aus 
dem Westen nachrennen sehe und 
mitbekomme, wie sie seine Kleider 
berühren und um Almosen flehen, 
dann schäme ich mich. Es ist eine 
Schande für unser Land.» 
Gegen 100 000 Bettler 
Das Gesetz sieht für Vertösse ge- 
gen das Verbot eine Höchststrafe 
von drei Monaten Gefängnis vor, 
einige Einzelheiten werden noch 
ausgearbeitet. Nach Angaben des 
Finanzministeriums soll die Bette- 
lei binnen fünf Jahren vollständig 
beseitigt sein – ein ehrgeiziges Ziel 
für eines der ärmsten Länder welt- 
weit. Nach Erhebungen des unab- 
hängigen Forschers Pravash Chand- 
ra leben in einer Stadt mit rund 
zehn Millionen Einwohnern wie 
Dhaka etwa 100 000 Bettler. Ara 
hofft, dass sie irgendwann in der 
Lage ist, mit dem Betteln aufzuhö- 
ren. Im Moment sieht sie jedoch 
keine andere Möglichkeit. «Bitte 
werft mich nicht von der Strasse!» 
Das Verbot entzieht auch vielen 
Kindern die Lebensgrundlage. 
Diah, eine 35-jährige Elefantendame, 
umsorgt ihr ein Tag altes Baby im Tierpark 
von Solo in Zentral-Java auf Indonesien. 
Sumatra-Elefanten sind die kleinste Elefan- 
tenart in Asien. 
Eine Polizistin hat auf ungewöhnliche Wei- 
se sechs Entenküken und ihre Mutter von 
einer Strasse im niedersächsischen Stade 
gerettet. Die Beamtin steckte die Mini- 
Enten kurzerhand unter ihr Diensthemd, um 
sie von der Fahrbahn zu holen. Autofahrer 
hatten die Polizei gerufen, um die Tiere zu 
retten. Die Enten-Mutter lief jedoch immer 
wieder zurück auf die Strasse. Also nahm 
die Polizistin sie auf den Arm. Sofort be- 
gann die Ente lautstark, nach ihrem Nach- 
wuchs zu rufen. Schliesslich wanderten die 
Küken in die Bluse und wurden kurze Zeit 
später an einem See mit ihrer Mutter wie- 
dervereint. 
ZU GUTER LETZT 
NEWSMIX 
Wüstenbewohner benennt sein 
Kamel nach Barack Obama 
RIAD – Aus Begeiste- 
rung über die Rede von 
Barack Obama hat ein 
Wüstenbewohner in Sau- 
di-Arabien ein wertvolles 
Kamel nach dem US-Prä- 
sidenten benannt. Der Ka- 
melzüchter aus der Pro- 
vinz Hail sagte, er wolle Obama ehren, weil 
dieser versprochen habe, den Palästinensern 
zu einem eigenen Staat zu verhelfen und 
weil er in seiner Ansprache in Kairo am ver- 
gangenen Donnerstag den saudischen Kö- 
nig Abdullah gelobt habe. Nach saudischen 
Medienberichten besitzt der Mann einen der 
wenigen Fernseher in der Region. 
Bürgermeister von 
New Orleans in Quarantäne 
NEW ORLEANS – Der Bürgermeister von 
New Orleans und seine Frau sind von den 
chinesischen Behörden unter Quarantäne 
gestellt worden, nachdem ein Passagier in 
ihrem Flugzeug bei der Landung in Shang- 
hai grippeartige Symptome gezeigt hatte. 
Weder Ray Nagin noch seine Frau zeigten 
aber Anzeichen von Schweinegrippe, teilte 
das Büro des Politikers am Sonntag mit. Wo 
die beiden untergebracht worden sind, wur- 
de in der Mitteilung nicht gesagt. 
Ehefrau erklärt roten Kopf von 
Bayern-Manager Uli Hoeness 
MÜNCHEN – Wenn FC- 
Bayern-Manager Uli Hoe- 
ness (Foto) einen roten 
Kopf bekommt, hat das 
nach Angaben seiner Ehe- 
frau Susi nicht unbedingt 
etwas mit hochschies- 
senden Emotionen zu tun. 
«Diese rote Hautfarbe 
kommt nicht daher, dass er explodiert ist», 
sagte sie der Illustrierten «Bunte». Vielmehr 
sei er lichtempfindlich. «Wenn man meinen 
Mann zwei Stunden an die frische Luft 
schickt, kommt er mit einem riesigen roten 
Schädel heim. Er müsste eigentlich immer 
mit Käppi rumlaufen.» 
Farbenfroh Ein Begleitfahrzeug fährt den Rennradlern der 
«Tour de Romandie» in Yverdon in der Schweiz hinterher. 
FOTO 
REUTERS 
Männer finden sich 
im Alter hübscher 
BAIERBRUNN – Männer 
werden nicht älter, sondern 
attraktiver – dies soll zumin- 
dest eine repräsentative Um- 
frage im Auftrag der «Apo- 
theken Umschau» belegen. 
Befragt wurden Männer und 
Frauen, wie sie ihr Aussehen 
mit steigendem Alter ein- 
schätzen. Mehr als jeder 
zweite Mann – 51,3 Prozent 
der Befragten – ist demnach 
der Ansicht, mit den Jahren 
interessanter und besser aus- 
zusehen. Die Frauen haben 
grössere Probleme mit dem 
Altern: Nur 39 Prozent der 
Befragten teilen die Überzeu- 
gung der Männer. Jede Vierte 
betonte, Angst vor dem Älter- 
werden zu haben. Dies führt 
offenbar bei Frauen häufiger 
dazu, Hilfsmittel gegen die 
äusserlichen Veränderungen 
zu verwenden. Ein Drittel der 
befragten Frauen gab an, sich 
täglich mehr als eine halbe 
Stunde der Körperpflege zu 
widmen, den gleichen Zeit- 
aufwand betreiben nur gut 15 
Prozent der Männer. 
Rätselhafter Tod 
Carradines Familie will FBI einschalten 
BANGKOK – Der von Spekulati- 
onen über Selbstmord oder Sex- 
Unfall umrankte Tod von Holly- 
woodstar David Carradine soll nach 
dem Willen der Familie vom FBI 
aufgeklärt werden. Carradines 
Halbbruder Keith bat die US-Bun- 
despolizei nach Angaben eines An- 
walts um ihre Unterstützung. Die 
Angehörigen wollen ausserdem ei- 
nen renommierten Pathologen mit 
einer weiteren Autopsie beauftra- 
gen. Der 72-jährige Carradine war 
am Donnerstag in einem Luxusho- 
tel in Bangkok tot aufgefunden 
worden. Seine nackte Leiche hing 
im Schrank seiner Suite. 
Familie: Kein Selbstmord 
Die Angehörigen glaubten nicht 
an Selbstmord, und die wider- 
sprüchlichen Berichte über die Um- 
stände von Carradines Tod belas- 
teten sie, erklärte Anwalt Mark 
Geragos. Die Familie des Schau- 
spielers werde ausserdem nicht aus- 
reichend von den thailändischen 
Behörden informiert. «Wir wissen 
nicht viel mehr als die Öffentlich- 
keit», sagte Geragos.
	        

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