Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
9 MONTAG, 19. JANUAR 2009 
Gut gestimmt und ausgestöpselt 
Entertainer-Solist Kurt Ackermann an Piano und Akustikgitarre 
VADUZ – Kurt Ackermann hat es 
längst geschafft, seine Musik 
weit über die Grenzen Liechten- 
steins hinaus bekannt zu ma- 
chen, wobei er seine Vielfältig- 
keit immer wieder pflegt. 
• Reinold Tavernaro 
Wenn er mit verschiedenen Bands 
auftritt, begeistert er ebenso wie als 
Solist. Einmal mehr bewies er sein 
Können am Freitag zwei volle Stun- 
den im Schlösslekeller. Immer wie- 
der arbeitet er mit zwei Sänge- 
rinnen an neuen Kompositionen, 
und seine Soloauftritte bestehen 
grösstenteils aus Eigenkompositi- 
onen. Er ist vielseitig als Sänger, 
Gitarrist und am Piano, wenn er 
wöchentlich im «Jam» oder «West- 
side» seine Zuhörer begeistert. 
Kurz und knapp 
Kurt Ackermann war von jeher 
von der Musik gefangen. Natür- 
lich zog es ihn über den grossen 
Teich, wo er in «L. A.» seine Gi- 
tarrenausbildung am Musicians 
Institute abschloss. 1996 veröf- 
fentlichte er seine erste CD «That 
Was Then, This Is Now!» Er war 
Moderator und Redakteur der Ra- 
diosendung «The Club» im Radio 
Liechtenstein mit Rock, Funk und 
Blues. Es folgten zahlreiche Auf- 
tritte in Liechtenstein, der 
Schweiz, Österreich und Deutsch- 
land. 
Musik mit Humor 
Zwischendurch zeigte er dem 
hoffnungsvollen Nachwuchs bei 
«S’Huus goes Blues» im Haus 
Gutenberg, was ein erfahrener Mu- 
siker leisten kann. Im Schlösslekel- 
ler präsentierte sich Kurt Acker- 
mann nun erneut als Entertainer, 
der in allen musikalischen Metiers 
zu Hause ist und die Musik interna- 
tionaler Rock- und Popsänger eben- 
so beherrscht wie seine eigene. 
Ackermann zeichnet sich als Arran- 
geur, Sänger und erstklassiger Mu- 
siker aus und lässt sich trotzdem 
nicht festlegen. Er hat auch Humor, 
wie er mit «Monday Morning Mir- 
ror Monologues» und «Dog Walk» 
unter Beweis stellt. 
Zahlreiche neue Stücke 
Ackermann spielt unplugged, 
was im Schlösslekeller besonders 
wohltuend ist, und beginnt mit 
«Appreciate». Es folgen zahlreiche 
neue Kompositionen, und er legt 
Wert darauf, dass seine Akustikgi- 
tarre möglichst gut stimmt. Mit 
«Hold The Line», der Aufforderung 
an die eigene Partnerin, wieder ein- 
mal zu schreiben, wird er manch- 
mal etwas tiefsinniger und ernst. 25 
Songs hat Ackermann seinem Pu- 
blikum an diesem Abend zu bieten, 
ein riesiges Spektrum seiner Ge- 
fühle. Sein Repertoire von den Bea- 
tles bis Zappa macht ihm ganz of- 
fenkundig Spass. Seit 17 Jahren ist 
Ackermann mit seiner Band im 
Raum Zürich unterwegs, während 
er in Süddeutschland mit seiner 
zweiten Band seit sechs Jahren auf- 
tritt.Wichtig ist für ihn der wö- 
chentliche Abend im «Jamclub», 
wo er viele neue, junge Musiker 
treffen kann. 
Die nächsten Ziele 
Nachdem zwei CDs produziert 
sind, wird ohne Druck auf die nächs- 
te gearbeitet. Grosses Ziel ist je- 
doch, viel Musik zu machen. Zwei 
Seelen schlagen in seiner Brust, die 
eine will komponieren, die andere 
will Musik machen. Man wird Kurt 
Ackermann mit seiner Band dem- 
nächst in Luzern beim Honky-Tonk- 
Festival wieder hören können. 
Kurt Ackermann zwischen Akustikgitarre und Piano. 
FOTO 
MIACHEL 
ZANGHELLINI 
Meister des Schüttelreims 
Salzburger Stier-Gewinner Ludwig Wolfgang Müller im Theater am Saumarkt 
FELDKIRCH – Für sein aktuelles 
Programm gewann der Kabaret- 
tist Ludwig Müller den Salzburger 
Stier. Nicht ganz grundlos heisst 
der Titel «Total brachial». Müller 
ist vielleicht kein Meister des 
subtilen Humors, dafür aber ei- 
ner des Schüttelreims. 
• Arno Löffler 
Vom «Tiroler Tourist Tetris» hat 
Müller genug, also fährt er lieber 
nicht in den Urlaub. Schwenk zum 
angeblich «eigentlichen Thema 
des Abends: Geld». Dank finanzi- 
eller Durststrecke erfährt der Pro- 
tagonist endlich, was die Streich- 
wurst beim Hofer kostet und regt 
sich über die teuren Billigmöbel 
bei Ikea auf, die man dann auch 
noch selber zusammenbauen muss 
und die dann eh nicht stehen blei- 
ben. Beim verzweifelten Aufräu- 
men finden sich dann Gedichte in 
einer Schachtel, wie der Entwurf 
eines Almdudler-Slogans für Isra- 
el: «A rechta Talmudler braucht 
halt an Almdudler.» 
Derb, aber lustig 
Das Ikea-Thema und auch ande- 
re Witze sind nicht gerade neu, 
und Schüttelreime sind es sowieso 
nicht. Der Tiroler/Wiener/Münch- 
ner Ludwig Müller bringt es aber 
tatsächlich fertig, das Publikum im 
voll besetzten Tas gerade mit sei- 
nen Schüttelreimen für sich einzu- 
nehmen – und mit seinem buben- 
haften Charme. Nur so ist zu er- 
klären, dass man ihm seine stän- 
digen postpubertären Schweinige- 
leien durchgehen lässt und sogar 
entspannt darüber lachen mag. Von 
der persönlichen Finanzkrise, 
einem Thema, das Müller nutzt, 
um gekonnt einen kleinen Bankan- 
gestellten zu parodieren, kommt 
er, die Frage streifend, ob es denn 
aus logischen Gründen türkische 
Hausmannskost geben könne, über 
die Kritik der «harten Sprache» 
der städtischen Jugend, zu einer 
richtig spannenden Figur: dem 
Münchner Exrevoluzzer und jet- 
zigen Reihenhausspiesser Ernesto. 
Bei der Beschreibung der Grill- 
party bei Ernsto und seiner «nord- 
deutschen Kurzhaar»-Frau «Dür- 
ten» läuft Müller zur Hochform auf, 
ebenso bei einem hervorragend 
schüttelgereimten «Ritterdrama», 
komplett mit männersuchender 
Prinzessin und hochadeligen Frei- 
ern, die Proben zu bestehen haben, 
sowie beim Gastauftritt von Wladi- 
mir Putin, seines Zeichens Expor- 
teur von russischem Humor. Manch- 
mal geht es schon recht derb zu bei 
Müllers Spässen, aber mit österrei- 
chischem Zungenschlag klingt dann 
doch alles gleich viel netter. Sogar 
Sprüche wie diesen ist man, situativ 
mitbedingt, ohne Weiteres bereit, 
lustig zu finden: «Wer andern vor 
die Truhe schifft, meist nur die eig- 
nen Schuhe trifft.» Abschliessend 
glaubt Müller, auch seine allerbeste 
Nummer, den gespielten Heimatro- 
man mit knorrigen Bergbauern und 
Jungschauspielern, die keinen Dia- 
lekt können, mit einem zotigen 
Schüttelreim krönen zu müssen. 
Das hätte es nicht gebraucht. 
Die polnisch-jugoslawisch-texanischen Folklorestickereien sind noch lange nicht das Lustigste an Ludwig Müller. 
FOTO 
ARNO 
LÖFFLER 
Junges Kino: «Nenn’ 
mich einfach Axel» 
SCHAAN – In der Reihe «Filme für ein 
junges Publikum» zeigt das Schaaner Thea- 
ter am Kirchplatz in Kooperation mit dem 
Filmclub im Takino am Samstag, 24. Janu- 
ar, und am Sonntag, 25. Januar, jeweils um 
16 Uhr den dänischen Spielfilm «Nenn 
mich einfach Axel» (10+)  im Takino. Auf 
einfühlsame Art und Weise erzählt der Film 
von der Suche seines Protagonisten nach 
Anerkennung und Zugehörigkeit und be- 
schreibt auf erfrischende Weise unterschied- 
liche Lebensweisen und Religionen. Die 
Samstagsvorführung ist wie immer exklusiv 
für Kinder, am Sonntag sind auch Erwach- 
sene zugelassen. 
Aus Axel wird Achmed 
Eigentlich wollte Axel die Ferien bei sei- 
nem Vater verbringen, doch der ist ständig 
betrunken. Ein Sommer zu Hause steht an. 
Zu den wenigen Abwechslungen gehört der 
Gesangswettbewerb im Jugendclub. Hier 
soll Axel gemeinsam mit Fatima und Anni- 
ka auftreten, wozu er wenig Lust hat, denn 
mit seinen zehn Jahren wird Axel nicht so 
ernst genommen. Gerne wäre er so cool wie 
die muslimischen Jungs aus der Siedlung, 
die goldene Kettchen tragen und coole Au- 
tos fahren. Die Mädchen stehen auf sie! So 
beschliesst Axel, Moslem zu werden. Von 
der Kleidung, über das Essen bis zum regel- 
mässigen Gebet verändert er sein Leben. 
Achmed will er in Zukunft genannt werden. 
Auch Fatima und Annika sind von Axels 
alias Achmeds neu entdeckter Religiosität 
wenig begeistert. Doch als Fatima von ihren 
Eltern Hausarrest bekommt, ist die Wettbe- 
werbsteilnahme gefährdet. Ein echter mus- 
limischer Held ist jetzt gefragt.   
Die dänische Regisseurin Pia Bovin hat 
mit «Nenn’ mich einfach Axel» aus dem 
Jahre 2002 einen wunderbaren Film ge- 
schaffen, der sich mit Respekt und Humor 
über alle Multi-Kulti-Klischees erhebt und 
ganz nebenbei das Verständnis für andere 
Kulturen fördert. 
Jenseits der Multi-Kulti-Klischees 
Im Spannungsfeld zwischen seinem 
Wunsch einerseits ein «cooler Moslem» zu 
sein und dem gemeinsamen Vorhaben mit 
den Mädchen andererseits, durchläuft Axel 
einen Entwicklungsprozess, der ihn seiner 
eigenen Identität ein Stück näher bringt und 
am Ende erkennen lässt, dass Anerkennung 
nicht von Äusserlichkeiten und nicht von 
Religionszugehörigkeit abhängt. 
Preisgekrönt 
«Nenn’ mich einfach Axel» erhielt den 
Publikumspreis beim Internationalen Kin- 
derfilmfestival in Wien, eine Empfehlung 
der deutschen Friedensfilmpreis-Jury sowie 
den Grossen Preis der Internationalen Jury 
beim Kinderfilmfest der Internationalen 
Filmfestspiele Berlin 2003, die in ihrer Be- 
gründung hervorhob: «Der Film lebt von 
grosser Energie und fantastischer Darstel- 
lung und wird eindeutig aus der Perspektive 
der Kinder erzählt. Realitätsnah und unsen- 
timental erzählt, ist dieser Film dennoch un- 
terhaltsam und warm.» 
Reservierungen nimmt der Filmclub im 
Takino unter www.filmclub.li entgegen. 
Die Kassa öffnet 30 Minuten vor Filmbe- 
ginn.   (pd) TAKINO
	        

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