Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

Liechtensteiner 
VOLKSBLATT 
AZ 9494 SCHAAN 
Freitag, 22. Mai 2009 
Mit amtlichen Publikationen 00423 237 51 51 
DI E TAGESZEI TUNG FÜR LI ECHTENSTEI N 
Grossauflage 
Erdbeersaison ist eröffnet 
Inland / 7 
NEWSMIX 
Bootsunglück: Unfallursache 
nach wie vor unklar 
GAMPRIN – Laut der Mediensprecherin 
der Landespolizei, Tina Enz, ist die Unfallur- 
sache des Bootsunglücks im Binnenkanal 
nach wie vor unklar (das «Volksblatt» berich- 
tete). «Es gibt keine neuen Erkenntnisse», 
sagte Enz gegenüber dem «Volksblatt». Am 
morgigen Samstag werden die tödlich Verun- 
glückten in Mauren beerdigt. Liegen der 
Landespolizei also bereits die Obduktionser- 
gebnisse vor? «Nein», erklärt Enz, «mit Er- 
gebnissen, von denen wir uns Aufschluss 
über die Unfallursache erhoffen, ist in frühes- 
tens drei Wochen zu rechnen.» (red) 
«Killerspiele» verbieten? 
BERN – «Killerspiele» sollen in der Schweiz 
verboten werden. Dies verlangt eine Stan- 
desinitiative aus dem Kanton St. Gallen. Ei- 
ne neu zu schaffende Prüfstelle soll zudem 
Computerspiele für Kinder und Jugendliche 
beurteilen. Eine ähnliche Initiative hat auch 
schon der Kanton Bern gestartet. Die Fülle 
und die Verfügbarkeit von Gewalt verherrli- 
chenden Computerspielen sei in der Schweiz 
hoch, erklärte die St. Galler Regierung. An- 
ders als Deutschland kenne die Schweiz bis- 
her aber weder ein umfassendes Jugend- 
schutzgesetz noch Prüfstellen für Computer- 
spiele. Der Ruf nach einem solchen Verbot 
wird nach Aufsehen erregenden Gewalttaten 
immer wieder laut. (red/sda) 
  
Inland 2–9 Kultur 31–33 
Ausland 10 Kino/Wetter 34 
Wirtschaft 11–18 TV 35 
Sport 19–23 International 36 
INHALT 
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Schengen-Drohung aus Schweden 
Inland / 3 
Krise bietet Chancen zur Erneuerung 
Wirtschaft / 11 
«Landvogt» veröffentlichen neue EP 
Regierung prüft SZU II 
Projektwettbewerb zurückgestellt – Schul- und Hochbauamt ermitteln Platzbedarf 
RUGGELL – Dass mit dem Bau des 
Schulzentrums Unterland II in sei- 
ner geplanten Form bereits 2010 
begonnen werden kann, ist mehr 
als fraglich. Die Regierung prüft 
erneut den Schulraumbedarf. 
• Michael Benvenuti 
Im September 2008 hatte der Land- 
tag dem SZU II endgültig grünes 
Licht gegeben und einen Kredit von 
55,6 Millionen Franken gespro- 
chen. Der Baustart war für Ende 
2010 vorgesehen. Doch nun könnte 
sich das Grossprojekt in Ruggell, 
das bereits seit etlichen Jahren für 
politischen Zündstoff sorgt, erneut 
verzögern. Wie die Regierung auf 
«Volksblatt»-Anfrage bestätigte, 
werden die Arbeiten betreffend den 
internationalen Projektwettbewerb 
vorerst zurückgestellt. 
Der Grund: Schulamt und Hoch- 
bauamt sollen der Regierung zuerst 
einen Bericht über bauliche Mass- 
nahmen bzw. über den Stand der Ar- 
beiten an allen Sekundarschulstand- 
orten vorlegen und darin mögliche 
Varianten und Szenarien darlegen. 
«Diese gilt es dann in der Regierung 
abzuwägen bzw. die Prioritäten fest- 
zulegen», heisst es dazu aus dem 
Bildungsressort. Im Klartext: Schul- 
amt und Hochbauamt sollen klären, 
ob im Unterland überhaupt Schul- 
raumbedarf besteht. 
Wie aus dem Regierungsbericht 
zum SZU II hervorgeht, hätte ein 
zweites Schulzentrum im Unter- 
land erst mit SPES Sinn gemacht. 
Die Sekundarschulreform wurde 
vom Volk aber bekanntlich nicht 
gutgeheissen. Was noch gegen das 
SZU II in seiner geplanten Form 
spricht: Die Schülerzahlen in Liech- 
tenstein werden ab dem Jahr 2012 
weiter teils massiv sinken. 
Kein endgültiges Aus für SZU II 
Bedeutet die Verzögerung beim 
Projektwettbewerb das endgültige 
Aus für das SZU II? «Nein», beru- 
higt der für Bauten zuständige Re- 
gierungschef-Stellvertreter Martin 
Meyer. Der Bau des SZU II werde 
natürlich weiterverfolgt. «Sämtliche 
Grundlagenarbeiten wie die Abklä- 
rungen betreffend den Landerwerb, 
die Einleitung der Umzonierung und 
die Erhebungen bezüglich dem Ent- 
wässerungskonzept werden weiter 
bearbeitet bzw. abgeschlossen», er- 
klärt Meyer. 
Das Vorgehen der Regierung ent- 
spricht der Forderung des FBP-Ab- 
geordneten Elmar Kindle, «den ge- 
planten Bau des SZU II auf seine 
Sinnhaftigkeit zu überprüfen». Ein 
60 Millionen Franken teurer Neu- 
bau sei nur dann zu vertreten, wenn 
auch ein Bedarf gegeben sei. 
Nicht kommentieren will Regie- 
rungsrat Hugo Quaderer die Idee 
des FBP-Fraktionssprechers Jo- 
hannes Kaiser, am SZU II ein Un- 
tergymnasium anzubieten. «Die 
Regierung hat eine interfraktionelle 
Arbeitsgruppe, der auch Johannes 
Kaiser angehört, beauftragt, zusam- 
men mit einem neutralen Institut ei- 
ne Umfrage durchzuführen, die die 
Gründe für die Ablehnung von 
SPES und die Stärken und Schwä- 
chen der Sekundarstufe I erfragen 
soll. Aufgrund dieser Analyse sol- 
len inhaltliche und schulstruktu- 
relle Fragen neu angegangen wer- 
den.» Bevor diese Analyse nicht 
vorliege, sei es nicht sinnvoll, in- 
haltlich schulorganisatorische Fra- 
gen zu diskutieren. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Cup-Sieg Der FC Vaduz hat sich durch einen 2:1-Sieg ge- 
gen den USV Eschen-Mauren in einem spannenden Pokalend- 
spiel zum 38. Mal den FL-Cup gesichert.   Seiten 19 und 20 
Liechtenstein in deutscher Hand 
«Die Partei» und die «Hintner-Jugend» marschieren für einen «Staat ohne Leibeigenschaft» 
SCHAANWALD – Gestern machte 
«die Partei» aus ihren Drohungen 
Ernst und marschierte in Liechten- 
stein ein. Ausser einem kleinen 
Zusammenstoss mit der Liechten- 
steiner Polizei wurden die «Befrei- 
er» freundlich empfangen. 
• Hubert Hasler 
Kurz vor 17 Uhr war es so weit: 
Die kleine Armee aus Deutschland 
übertrat in Schaanwald die Grenze 
zu Liechtenstein. Die Zollbeamten 
leisteten keinen Widerstand und ga- 
ben den mutigen Streitern freies 
Geleit. Sogleich wurden passieren- 
de Autos gestoppt und auf das 
Kriegsrecht aufmerksam gemacht. 
«Die Partei» verfolgt mit der Inva- 
sion vehement das Ziel, Liechten- 
stein zu demokratisieren und dem 
deutschen Staat zuzuführen. 
Frenetischer Empfang 
Erste Scharmützel gab es kurze 
Zeit später, beim Eintreffen der Po- 
lizei. Aber auch die Beamten 
zeigten sich zuvorkommend und 
waren laut Oberstwaldwebel Men- 
delsohn begeistert: «Bei unserem 
Einmarsch wurden wir von den 
Einheimischen teilweise frenetisch 
begrüsst. Auch die Polizei findet 
unser Anliegen ehrenwert.» 
Für morgen sind auf dem Weg in 
den Hauptort die ersten Erobe- 
rungen geplant. «Wir erwarten, 
dass weisse Leinentücher aus den 
Fenstern hängen, wir wollen das 
Land auf friedliche Weise einneh- 
men und dem Joch der Monarchie 
entziehen.» 
Banken stehen zur Debatte 
Gleich zu Beginn wurden den 
Bürgern Flugzettel mit Verhaltens- 
regeln ausgeteilt. Auch die Banken 
und die fürstlichen Sammlungen 
stehen zur Debatte: «Die Samm- 
lungen müssen dem Volke zukom- 
men. Zudem sind wir auf der Suche 
nach einem geeigneten General- 
gouverneur!» Spätestens am Sams- 
tag soll der Blitzkrieg enden. 
Mehr Fotos gibt es im Internet un- 
ter www.volksblatt.li. ANZEIGE
	        

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