Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
18 DIENSTAG, 19. MAI 2009 
Auf dem Weg nach Zypern 
Starke Leistungen der SCUL-Akteure beim 38. Internationalen Eulachmeeting in Winterthur 
WINTERTHUR – Julia Hassler vom 
Schwimmclub Unterland (SCUL) 
verbesserte auf der 50-m-Bahn ih- 
re Landesrekorde über 400 m Frei- 
stil und 400 m Vierlagen jeweils 
deutlich. Die Vorbereitungen für 
die Kleinstaatenspiele auf Zypern 
laufen auf Hochtouren. 
Am Samstag stand anlässlich des 
38. Internationalen Eulachmeetings 
in Winterthur für die Athletinnen 
und Athleten des Schwimmclubs 
Unterland ein weiterer Vorberei- 
tungstest für die Kleinstaatenspiele 
von Anfang Juni sowie die weiteren 
Saisonhöhepunkte im Juli auf dem 
Programm. Dabei zeigte vor allem 
Julia Hassler ihr Potenzial gerade 
auf den langen Strecken. Ihr grosses 
Ziel sind die 800-m-Freistilrennen 
an den Kleinstaatenspielen und 
Jugendeuropameisterschaften. Der 
Trainingsaufbau scheint zu stim- 
men, denn in Winterthur ging sie 
über 400 m Freistil und 400 m Vier- 
lagen an den Start und verbesserte 
beide Male ihre eigenen Landesre- 
korde um jeweils 5 Sekunden auf 
4:30,78 bzw. 5:14,19. Dabei zog sie 
ihr Freistilrennen von Anfang bis 
Ende sauber durch. Im Lagenren- 
nen zeigte sie ihr Stehvermögen auf 
den abschliessenden 100 m Freistil, 
wo sie ihren Konkurrentinnen auf 
und davon schwamm und von die- 
sen nach dem Rennen grosses Lob 
erhielt. 
Christoph Meier – ein 1500-m- 
Freistilspezialist – ging diesmal 
über 100 m Freistil und 200 m Del- 
phin an den Start, wobei er sich im 
Delphinrennen Spezielles vorge- 
nommen hatte, obwohl diese Diszi- 
plin von ihm nicht gerade geliebt 
wird. Er wollte die Bestzeit von Ju- 
lia Hassler unterbieten. Auf den 
ersten 150 m war Christoph Meier 
sehr gut unterwegs. Nach der letz- 
ten Wende verlor er jedoch den 
Rhythmus etwas und versuchte zu 
sehr, seine Kraft einzusetzen. 
Schliesslich unterbot er seine eige- 
ne Bestzeit deutlich, verfehlte aber 
sein Ziel mit einer Zeit von 2:27,93 
um eine halbe Sekunde. Damit hat- 
te er auch den Landesrekord von 
Marc Henseler nur um 73 Hun- 
dertstelsekunden verpasst. 
Auch Maria Batliner stark 
Ähnlich ansprechend waren die 
Leistungen von Maria Batliner. Sie 
erzielte zuerst über 400 m Freistil 
mit 4:48,72 eine sehr gute Zeit, war 
dennoch etwas enttäuscht, denn vor 
drei Monaten gelang ihr ein ausge- 
zeichnetes Rennen über 800 m 
Freistil, bei dem ihre Durchgangs- 
zeit bei 400 m noch besser war. Da- 
für verbesserte sie am Samsta- 
gnachmittag ihre persönliche Best- 
zeit über 200 m Rücken deutlich 
auf 2:28,26 und verfehlte den 9 
Jahre alten Landesrekord nur um 2 
Sekunden. 
Die anderen Sportler des SCUL 
zeigten ebenfalls einige hervorra- 
gende Leistungen, allen voran Jes- 
sica Senti (Jahrgang 1997) mit 
1:35,17 über 100 m Brust. Damit 
bestätigte sie ihre Qualitäten im 
Brustschwimmen und ihre vor 14 
Tagen auf der Kurzbahn erzielte 
Zeit von 1:30,25. Zufrieden war 
Trainer Zoltan Legéndi auch mit 
Celina Kind (Jahrgang 1996), die 
200 m Rücken in 2:50,27 schwamm. 
Die Brüder Tim und Marvin Slan- 
schek (Jahrgang 1996 und 1998) 
überzeugten über 200 m Delphin in 
2:43,42 bzw. 100 m Freistil in 
1:08,79. Jasmin Kolb (Jahrgang 
1997) verbesserte ihre persönliche 
Bestzeit in einem sehr engagierten 
und kämpferischen Rennen auf 
1:18,48 und blieb damit nur knapp 
hinter ihrer sehr talentierten Club- 
kollegin Enya Legéndi (Jahrgang 
1998), die nach 1:17.47 anschlug. 
Nun geht die gesamte Mann- 
schaft des SCUL noch in ein vier- 
tägiges Trainingslager nach Walli- 
sellen. Danach beginnt bei Julia 
Hassler, Christoph Meier und Ma- 
ria Batliner die Feinabstimmung 
für die Wettkämpfe auf Zypern, die 
nicht nur Erfahrungen auf internati- 
onaler Ebene, sondern da oder dort 
auch eine Topplatzierung bringen 
sollen. (pd) 
In Form: Kleinstaatenspiele-Teilnehmer Christoph Meier bei seinem Einsatz über 200 m Delphin in Winterthur. 
FOTO 
ZVG 
Entwarnung bei Horrillo 
BERGAMO – Der im Verlauf der achten 
Etappe des Giro d’Italia am Samstag in ei- 
ne 80 Meter tiefe Schlucht gestürzte spa- 
nische Radprofi Pedro Horrillo ist ausser 
Lebensgefahr. «Seine Verletzungen sind 
schwer. Aber akute Lebensgefahr besteht 
nicht mehr», sagte Gert Leinders, der Team- 
arzt von Horillos Rabobank-Team am Mon- 
tag während des ersten Ruhetages der 92. 
Auflage. Luuc Eizenga, der Sprecher des 
niederländischen Rennstalls, äusserte sogar 
die Hoffnung, dass Horillo «bereits in den 
nächsten Tagen» in ein spanisches Kran- 
kenhaus verlegt werden könne. 
Der 34-Jährige war auf der Abfahrt des 
Culmine di San Pietro gestürzt und erlitt da- 
bei ein schweres Lungentrauma, Frakturen 
am Bein, am Knie und an einigen Wirbeln. 
Horrillo wurde bewusstlos per Helikopter 
ins Krankenhaus in Bergamo gebracht, wo 
ihn die Ärzte vorübergehend in ein künst- 
liches Koma versetzten. Dem Sturz ging ein 
Fahrfehler voran: Horrillo hatte sich in ei- 
ner Kurve versteuert und war 80 Meter in 
die Tiefe gestürzt. Der erste Augenzeuge 
des schweren Unfalls, der Armstrong-Foto- 
graf Serge Seynaeve, erblickte zunächst nur 
das Rennrad des Verunglückten. 
Die Rettung entwickelte sich in weiterer 
Folge zu einer dramatischen Aktion. Renn- 
arzt Sergio Levi liess sich zunächst an 
einem zehn Meter langen Seil den Abhang 
herunter, konnte den Gestürzten aber eben- 
falls nicht erblicken. Erst ein Rettungsteam 
konnte mit einem 60 Meter langen Seil zu 
Horrillo vordringen. (id) 
RADSPORT 
Bronze für Felix Hilti 
am Fujicup in Klingnau 
KLINGNAU – Zu Ehren von Fujimura 
Sensei fand letzten Samstag der 36. Fujicup 
in Klingnau statt. Dieses Turnier ist offen 
für alle Karatestilrichtungen und ein Tradi- 
tionsturnier mit internationaler Besetzung, 
dieses Jahr mit rund 250 Teilnehmern. Auch 
Liechtenstein war mit zwei Kämpfern an 
diesem hochkarätigen Turnier vertreten. 
Bernhard Rytz und Felix Hilti vom Shoto- 
kan-Karate-Club Vaduz starteten in den Ka- 
tegorien Kata und Kumite im Junioren- und 
Elitebereich. Für Bernhard Rytz war es das 
erste Turnier überhaupt, doch sowohl in Ka- 
ta wie auch in Kumite konnte er sich trotz 
guter Form und klaren Punkten nicht gegen 
die Konkurrenz durchsetzen. Felix Hilti war 
in absoluter Bestform. In 
allen Kategorien setzte 
er sich über mehrere 
Runden durch und in 
der Kategorie Junioren 
Kumite Herren er- 
kämpfte er den 
ausgezeichne- 
ten dritten 
Rang. Eine 
a bs ol ut 
starke Leis- 
tung.  (pd) 
KARATE 
➲www.scul.li 
Erste Weltranglistenpunkte 
Liechtensteins Biker mit äusserst erfolgreichem Wochenende 
SCHAAN – Die FL-Mountainbiker 
Alexa Hüni und Hans Burkhard 
blicken auf ein sehr erfolgreiches 
Wochenende zurück. Alexa Hüni 
verbuchte beim Rennen im Ötztal 
mit Rang sechs ihre ersten Welt- 
ranglistenpunkte. Hans Burkhard 
wurde in Seon sogar Vierter. 
Die beiden Liechtensteiner Moun- 
tainbiker Alexa Hüni aus Balzers 
und Hans Bürkhard aus Trie- 
senberg können einmal mehr 
mit sehr guten Resultaten 
aufwarten. Zu einer ech- 
ten Premiere kam es da- 
bei für Alexa Hüni, wel- 
che beim C1-Rennen im 
Ötztal mit ihrem sechs- 
ten Schlussrang erst- 
mals Weltranglisten- 
punkte erfahren konnte. 
«Das ist mein bestes 
Cross-Country-Resul- 
tat überhaupt und da 
das Rennen den inter- 
nationalen Status C1 
innehatte, darf ich mich 
jetzt auch über meine 
ersten Weltranglistenpunkte 
freuen», so ihr Kommentar. 
Es war noch mehr möglich 
Dabei sah es während des Ren- 
nens so aus, als ob sie sich noch 
weiter vorne klassieren könnte. 
«Ich lag bis eineinhalb Runden vor 
Schluss sogar auf Platz 5, wurde 
dann aber noch von der amtie- 
renden italienischen Meisterin Ju- 
dith Pollinger ein- und überholt», 
so Alexa Hüni. Zudem war ihr auch 
noch das Pech hold, stürzte sie 
doch in der ersten Runde, wobei sie 
ein paar Ränge einbüsste. 
Fit für Kleinstaatenspiele 
Ebenfalls in sehr guter Form ist 
Hans Burkhard. Mit seinem vierten 
Schlussrang beim Argovia-Geax- 
Fischer-Cup in Seon konnte er die 
Qualifikation für die Kleinstaaten- 
spiele in Zypern bereits zum vierten 
Mal in Folge bestätigen. Der 
Liechtensteiner, der für das 
Koba-Bike-Team in die 
Pedale tritt, verpasste 
hierbei beim 28,2 km 
langen und mit 745 
Höhenmetern an- 
spruchsvollen 
Rennen das 
Podest nur 
um neun 
Sekun- 
den. (pd) 
Alexa Hüni ist in 
bestechender 
Form. 
Felix Hilti. 
Mündle mit 
toller Aufholjagd 
ÖTZ – Gut in Fahrt war auch 
Liechensteins Mountainbiker 
Benedikt Mündle beim «Ötz- 
taler Forest». «Bei einem der 
drei schönsten und technisch 
schwierigsten Rennen Euro- 
pas», wie Elitesieger Ralf Nef 
meinte, fuhr Mündle in der 
Kategorie Junior auf den 7. 
Rang. Da er sich beim Start 
ganz hinten einreihen musste 
und sich mehr als die Hälfte 
des Kurses (3,5 km pro Run- 
de waren Singletrails) keine 
Überholmöglichkeiten boten, 
gestaltete sich die Aufholjagd 
ziemlich mühsam. Trotzdem 
gelang es dem Fahrer des RV 
Mauren, Platz um Platz gut- 
zumachen. Nach dem ersten 
Aufstieg fuhr er gemeinsam 
mit einem Konkurrenten und 
hielt das Tempo hoch. Bis auf 
Platz sieben vorgefahren, 
musste Mündle abreissen las- 
sen – die Aufholjagd hatte zu 
viel Kraft gekostet. Den sieb- 
ten Rang allerdings fuhr der 
FL-Pedaleur ungefährdet ins 
Ziel. 
«Ich hab mich auf dieser 
anspruchsvollen Strecke 
richtig wohlgefühlt. Ich 
konnte das Rennen voller 
Energie bestreiten. Mit dem 
siebten Rang bin ich auf je- 
den Fall zufrieden, da es ja 
ein internationales Starter- 
feld hatte und ein C1-Ren- 
nen war», zog Benedikt 
Mündle ein positives Resü- 
mee. (toh) 
MOUNTAINBIKE 
Bolt mit 150-m-Weltbestzeit 
MANCHESTER – Der dreifache Sprint- 
Olympiasieger Usain Bolt ist auch über die 
ungewöhnliche Distanz von 150 Metern der 
schnellste Mann der Welt. In der Innenstadt 
von Manchester brauchte der 22-jährige Ja- 
maikaner nur 14,35 Sekunden für die Stre- 
cke und verbesserte die 26 Jahre alte Welt- 
bestmarke des Italieners Pietro Mennea, der 
14,8 Sekunden benötigt hatte. Für Bolt war 
es der erste Auftritt in Europa seit den 
Olympischen Spielen in Peking, wo er über 
100, 200 Meter und mit der 4x100-Meter 
Staffel Jamaikas jeweils Gold in Weltre- 
kordzeit holte. Das 10-Kilometer-Strassen- 
rennen in Manchester gewann der Äthiopier 
Haile Gebrselassie (36) in der Zeit von 
27:39 Minuten. (si) 
LEICHTATHLETIK 
FOTO ZVG
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.