Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
17 FREITAG, 15. MAI 2009 
Rückkehr von Reinmann 
FCV-Verteidiger kämpft seit einem halben Jahr gegen eine Knöchelverletzung an 
VADUZ – Gegen Zürich am Diens- 
tag stand Thomas Reinmann das 
erste Mal seit dem 14. Dezember 
(0:1 in Zürich) wieder im Kader 
des FC Vaduz. Somit schliesst 
sich der Kreis. Doch zuvor muss- 
te der 26-Jährige eine fünfmona- 
tige Leidenszeit durchmachen. 
• Jan Stärker 
Grund war bzw. ist immer noch ei- 
ne Knöchelverletzung. «Die Kapsel 
im rechten Sprunggelenk ist ent- 
zündet», erklärt der gebürtige Lan- 
genthaler. Und damit plagt sich der 
Defensivallrounder schon seit der 
Vorrunde herum. 
Eine Operation sollte dann Bes- 
serung bringen, doch die Entzün- 
dung wollte einfach nicht wegge- 
hen. Dazu wurden auch die Schmer- 
zen immer stärker im Fuss von 
Reinmann. Erst vor rund drei Wo- 
chen kamen die Ärzte drauf, was 
damit nicht stimmt. 
«Jetzt bin ich dran, dass es besser 
wird, allerdings darf ich im Mo- 
ment nicht länger als eine Stunde 
trainieren», erklärt der sympa- 
thische Berner. «Zudem schmerzt 
es doch immer noch sehr, wenn ich 
mit dem Spann voll schiesse.» 
Aufs Abstellgleis geschoben 
Damit es endlich besser wird, be- 
kommt Reinmann eine Art 
«Schmiermittel» gespritzt. «Damit 
soll das Gelenk wieder normal lau- 
fen. Dann geht auch die Entzün- 
dung und damit auch die Schmer- 
zen weg», ist er optimistisch. 
Allerdings 
gab es vor 
rund vier Wochen eine Massnahme, 
die normalerweise nicht zur Ge- 
nesung beigetragen hätte: Rein- 
mann wurde mit Fischer, Fejzulahi 
und Dadi aussortiert, durfte nicht 
mehr mit der Mannschaft, sondern 
musste mit der Reha-Gruppe trai- 
nieren. Aber im Nachhinein sieht er 
das sogar als einen Vorteil an: 
«Schlussendlich konnte ich mit den 
Physiotherapeuten ein spezifisches 
Training machen. Wir hatten genug 
Zeit und ich machte ein auf mich 
zugeschnittenes Programm. Das hat 
mir wahrscheinlich im Endeffekt 
sogar mehr gebracht, als wenn 
ich weiter bei der Mannschaft 
gewesen wäre.» 
Dumm ist allerdings, dass Rein- 
manns Vertrag Ende Juni ausläuft. 
Und da er nun fast die gesamte 
Rückrunde fehlte, konnte er beim 
Trainerteam um FCV-Teammana- 
ger Pierre Littbarski auch nicht vor- 
spielen und sein Können zeigen. 
Mit dem Herzen in Vaduz 
«Für Thomas ist es natürlich 
schwer. Schliesslich konnte er sich 
in der Rückrunde nicht zeigen», 
weiss auch Litti. «Wir möchten ihn 
im Hinblick auf die neue Saison 
aber gerne noch sehen, damit er 
sich rantasten und sein 
Können zeigen kann. 
Gegen Zürich wurde 
er ins kalte Wasser 
geschmissen, wenn 
auch nur noch für 
ein paar Minuten.» 
Reinmann würde 
gerne weiter in Vaduz blei- 
ben. Ein erstes Gespräch mit Litt- 
barski über seine Zukunft hat es be- 
reits gegeben. «Ich bin nun seit drei 
Jahren beim FCV und es gefällt mir 
sehr», bestätigt der Verteidi- 
ger. «Mann muss jetzt ein- 
fach schauen, wie es 
weitergeht. Wenn ge- 
sundheitlich alles 
wieder in Ordnung ist 
und auch der Vertrag 
passt, möchte ich 
schon bleiben.» 
Die FCV-Fans hoffen, Thomas Reinmann (rechts, 
gegen Sions Bühler) auch in der kommenden Sai- 
son mit vollem Einsatz zu sehen. Foto: Keystone 
Rückkehr Florentino Perez will wie- 
der Präsident von Real Madrid werden. Der 
Begründer des Teams der «Galaktischen» 
gab offiziell seine Kandidatur für das Amt 
bekannt. «Mein Rücktritt vor drei Jahren 
war ein Fehler», sagte der Chef eines gros- 
sen Baukonzerns. Perez kündigte an, dass er 
wieder berühmte Stars nach Madrid holen 
wolle, nannte aber keine Namen. (si) 
Polnische Spieler verhaftet 
WARSCHAU – Vom Spielfeld direkt in die 
Untersuchungshaft: Zwei polnische Fuss- 
baller sind nach dem Cupfinale zwischen 
Wodzislaw und Breslau wegen Korrupti- 
onsverdachts festgenommen worden. Die 
Beamten warteten vor den Kabinen auf die 
Spieler beider Teams. 213 Menschen stehen 
bisher im Verdacht, an der Manipulation 
von Spielen verschiedener polnischer Ligen 
beteiligt gewesen zu sein. (si) 
Besiktas gewinnt Cup 
ISTANBUL – Besiktas Istanbul hat den tür- 
kischen Cupfinal gegen Stadtrivale Fener- 
bahce gewonnen. Das Team von Trainer 
Mustafa Denizli setzte sich 4:2 durch und 
feierte damit den achten Cuptitel. Zwei Tore 
für Besiktas erzielte der Brasilianer Bobo, 
je einen Treffer steuerten Yusuf Simsek und 
Filip Holosko bei. Für Fenerbahce, das seit 
1983 auf einen Cuptitel wartet, trafen Dani- 
el Güiza und Alex. (si) 
FUSSBALL-NEWS 
Circhetta leitet Cupfinale 
BERN – Der 84. Schweizer Cupfinal am 
Mittwoch zwischen den Young Boys und 
dem FC Sion wird von Claudio Circhetta 
geleitet. Der 38-Jährige pfeift seit dem Jahr 
2000 Spiele in der Super League und ist seit 
2005 FIFA-Schiedsrichter. (si) 
Norbert Eschmann gestorben 
LAUSANNE – Der frühere Schweizer Inter- 
nationale Norbert Eschmann ist im Alter von 
76 Jahren gestorben. Eschmann lief 16-mal 
für die Nationalmannschaft auf und nahm an 
der Weltmeisterschaft 1962 in Chile teil. Auf 
Klubebene war er unter anderem bei Lausan- 
ne, Servette und Sion aktiv. Während sechs 
Jahren spielte Eschmann zudem in Frank- 
reich bei Olympique Marseille und Stade 
Français. Nach seinem Karriereende arbeite- 
te Eschmann bis 1998 bei der Lausanner Zei- 
tung «24 heures» als Sportreporter. (si) 
Henchoz wird Trainer in Bulle 
BULLE – Stéphane Henchoz wird gemäss 
der Zeitung «La Liberté» in der kommen- 
den Saison Trainer des Erstligisten FC Bul- 
le sein. Als Spieler war der 34-jährige Frei- 
burger bei Xamax, Hamburg, Blackburn, 
Liverpool, Celtic Glasgow und Wigan aktiv. 
Mit der Schweizer Nationalmannschaft 
nahm er an den EUROs in England (1996) 
und Portugal (2004) teil. (si) 
FUSSBALL IN DER SCHWEIZ 
Ein Eklat beim Cupfinale 
Barça- und Bilbao-Fans pfeifen spanischen König und Hymne aus 
VALENCIA – Beim spanischen 
Cupfinale zwischen Barcelona 
und Athletic Bilbao (4:1) kam es 
in Valencia zu einem Eklat, der 
Folgen für einen TV-Sportchef hat 
und sich wohl auch politisch aus- 
wirken wird. 
Als der spanische König Juan Car- 
los und Königin Sofia zu Beginn 
des spanischen Cupfinals die Eh- 
rentribüne des Mestalla-Stadions 
betraten, ertönte auf den Rängen 
ein gellendes Pfeifkonzert. Tausen- 
de von Zuschauern taten ihren Pro- 
test gegen das Monarchenpaar und 
gegen die spanische Nationalhym- 
ne kund. Der König und die Köni- 
gin werden die 54 Sekunden, die 
das Abspielen der Hymne dauerte, 
nicht so schnell vergessen. Einen 
solch massiven Protest gegen die 
spanische Monarchie hatte es seit 
Langem nicht gegeben. 
Lautstärke erhöht 
Die Fans auf den Rängen 
stammten fast ausschliesslich aus 
Katalonien und dem Baskenland. 
Da es in beiden Regionen starke se- 
paratistische und antimonarchis- 
tische Bewegungen gibt, hatten die 
Verantwortlichen von vornherein 
mit einem Pfeifkonzert gerechnet. 
Daher hatten sie beim Abspielen 
der Nationalhymne die Lautspre- 
cheranlage gemäss Presseberichten 
auf das Sechsfache der normalen 
Lautstärke gestellt. 
Dennoch waren die Pfiffe nicht 
zu überhören. Gegenüber der Eh- 
rentribüne entfalteten katalanische 
und baskische Separatisten zudem 
ein riesiges Spruchband mit der 
Aufschrift: «We are nations of Eu- 
rope. Good bye Spain.» (Wir sind 
Nationen Europas. Adieu Spanien). 
Juan Carlos und Sofia liessen die 
Szene mit regungslosen Gesichtern 
über sich ergehen. 
«Zensur wie bei Franco» 
Millionen von Fernsehzuschau- 
ern bekamen von all dem zunächst 
nichts mit. Der staatliche Sender 
TVE, der den Final live übertrug, 
schaltete genau mit Beginn der 
Hymne nach Bilbao um und zeigte 
Fans beim Public Viewing. In der 
Halbzeitpause strahlte TVE die 
Hymne in einer Aufzeichnung aus. 
Das TV-Publikum bekam aber nur 
eine geschönte Version zu sehen. 
Die Pfiffe des Publikums waren nur 
gedämpft zu vernehmen. Im Bild 
wurden nur solche Zuschauer ge- 
zeigt, die andächtig der National- 
hymne lauschten. 
»Dies war eine Zensur im reinsten 
Stil der Franco-Diktatur», empörte 
sich das Sportblatt «Marca». Die 
Zeitung «ABC» fragte: «Wer stahl 
uns die Hymne?» Der Sender setzte 
am Donnerstag seinen Sportchef 
Julian Reyes ab. Er entschuldigte 
sich bei den Zuschauern und ord- 
nete eine Untersuchung an. Die 
konservative Opposition forderte, 
die TV-Verantwortlichen sollten 
vor dem Parlament Rechenschaft 
ablegen. 
Barça-Fan stirbt bei Feiern 
Ein Barcelona-Fan ist bei Feiern 
nach dem Cupsieg ums Leben ge- 
kommen. Der 35-Jährige stürzte 
bei einem Strassenfest in der nord- 
ostspanischen Stadt Gerona fünf 
Meter tief in das Flusstal des Onyar 
und erlag später in einem Spital sei- 
nen Verletzungen. In Barcelona lie- 
ferten sich derweil etwa 300 Ran- 
dalierer heftige Auseinanderset- 
zungen mit der Polizei. 45 Gewalt- 
täter wurden festgenommen. Mehr 
als 100 Verletzte, darunter 34 Poli- 
zeibeamte, mussten von Sanitätern 
behandelt werden. (si) 
König Juan Carlos konnte über die Pfiffe gar nicht lachen. 
FOTO 
KEYSTONE 
Senioren 
Buchs – Vaduz   Fr 19.30 
Danis-Tavanasa USV Eschen-Mauren   Fr 20.00 
Balzers – Mels   Fr 20.00 
Rüthi – Schaan Azzurri   Fr 19.30 
Triesen – Grabs   Fr 20.00 
Veteranen 
Bonaduz – Balzers Fr 20.00 
Golden Age 
USV Eschen-Mauren – Landquart   Fr 19.30 
FL-FUSSBALLTERMINE 
Akyer trainiert mit 
VADUZ – Gestern und heute 
ist Yussuf Akyer beim FCV 
im Probetraining. Der Stür- 
mer wechselte vor dieser Sai- 
son vom FC Balzers zum FC 
Buchs. Zuletzt absolvierte er 
ein Probetraining beim tür- 
kischen Süper-Lig-Verein 
Kayserispor. «Wir wollen 
Leute holen, die den Fussball 
lieben und mit Begeisterung 
jeden Tag zum Training kom- 
men», erklärt FCV-Teamma- 
nager Pierre Littbarski. (jts) 
Orahovac angeboten 
VADUZ – Auch bestätigte 
FCV-Trainer Pierre Littbar- 
ski, dass ihm der Mazedonier 
Sanibal Orahovac angeboten 
wurde. Der Stürmer spielt 
beim Zweitligaabsteiger We- 
hen-Wiesbaden (23 Spiele, 
sechs Tore) und ist laut Litti 
ein «interessanter Spieler, der 
schnell und menschlich in 
Ordnung ist». (jts) 
FCV-TESTSPIELER 
Yakin trainert bei GC 
ZÜRICH – Hakan Yakin 
wird voraussichtlich wie 
schon Anfang März dieses 
Jahres ab dem 20. Mai ein 
weiteres Mal im U21-Team 
der Grasshoppers mittrainie- 
ren. Der 76-fache Schweizer 
Internationale Hakan Yakin 
war seit letztem Dezember 
nicht mehr für die Spiele sei- 
nes Vereins Al-Gharafa auf- 
geboten worden. (si) FUSSBALL
	        

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