Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
11 DONNERSTAG, 7. MAI 2009 
Pflicht, gesund zu werden 
Was man im Krankenstand darf und was man lieber lassen sollte 
SCHAAN – Ab wann braucht man 
eine Krankenbescheinigung? Darf 
man im Krankenstand aus dem 
Haus gehen? Was passiert, wenn 
mich mein Arbeitgeber ausgehen 
sieht? Arbeitnehmer wissen oft 
nicht, wie sie sich im Kranken- 
stand zu verhalten haben. 
• Gabriella Hummel 
Generell ist es so, dass Arbeitneh- 
mer die Verpflichtung haben, so 
schnell wie möglich gesund zu wer- 
den. Das Ausbleiben sollte 
schnellstmöglich gemeldet werden. 
Hierbei reicht eine mündliche Mel- 
dung übers Telefon. Ein Attest muss 
erst ab dem vierten Tag vorliegen. 
Diese Frist kann vom Arbeitgeber 
auch verkürzt werden. Das heisst, 
es kann bei Zweifel des Chefs auch 
sofort ein ärztliches Attest verlangt 
werden. Der Arbeitgeber kann sich 
ebenfalls an einen medizinischen 
Dienst wenden, der die Krankheit 
des Mitarbeiters überprüft und eine 
objektive Untersuchung durchführt. 
Kündigungen dürfen wegen ange- 
häufter Kurzkrankheiten nicht er- 
folgen. Erst wenn die Krankheits- 
quote bei über 25 Prozent liegt und 
dies in einem Zeitraum von zwei 
bis drei Jahren. Wenn ein Mitarbei- 
ter offensichtlich krank ist, ist der 
Chef verpflichtet, ihn nach Hause 
zu schicken. Die Ansteckungsge- 
fahr ist dann zu gross. 
Wenn man im Urlaub krank wird, 
muss die Firma sofort benachrich- 
tigt werden. Falls man im Ausland 
ist, sollte ein Attest über Fax ge- 
schickt werden. Im umgekehrten 
Sinne sollte man generell im Kran- 
kenstand nicht in den Urlaub fah- 
ren. Denn als Arbeitnehmer ist man 
verpflichtet, alles zu tun, um 
schnellstmöglich gesund zu wer- 
den. Ferien sind in diesem Sinne al- 
so nur erlaubt, wenn er vom Arzt – 
in Form einer Kur oder Ähnlichem 
– verordnet wurde. 
Raus aus dem Haus 
Generell ist es so: wer nicht bett- 
lägerig ist, darf auch aus dem Haus 
gehen und einkaufen oder spazieren 
gehen. Er darf auch soziale Netz- 
werke wie Facebook benutzen, denn 
man kann nicht verlangen, dass ein 
kranker Arbeitnehmer im Bett lie- 
gen bleibt, weil er ein gebrochenes 
Bein hat und deshalb nicht zur Ar- 
beit kann. Wer aber später am Abend 
noch mit Freunden feiern geht und 
vom Arbeitgeber gesehen wird, hat 
eher schlechte Karten. Denn das 
kann ein Kündigungsgrund sein. 
Für den Arbeitgeber ist es das Wichtigste, dass man so schnell wie möglich gesund wird. 
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AUS DER REGIERUNG 
Rechte der Staatenlosen 
VADUZ – Die Regierung unterbrei- 
tet dem Landtag den Bericht und 
Antrag zu zwei Übereinkommen be- 
treffend die Rechte von Staatenlosen 
und zur Rücknahme von Vorbehal- 
ten, die Liechtenstein bei internatio- 
nalen Abkommen gemacht hatte. 
Die Ratifikation bzw. der Beitritt zu 
den Übereinkommen von 1954 und 
1961 schliesst eine Lücke bezüglich 
der liechtensteinischen Mitglied- 
schaft bei internationalen Überein- 
kommen im Bereich der Staatenlo- 
sigkeit. Durch die Revision des Lan- 
desbürgerrechtsgesetzes, das am 10. 
Dezember 2008 in Kraft getreten ist, 
sind die Voraussetzungen für die An- 
nahme der beiden Übereinkommen 
geschaffen worden. Der Bericht und 
Antrag stützt sich deshalb wesent- 
lich auf den Vernehmlassungsbe- 
richt und den Bericht und Antrag der 
Regierung betreffend die Abände- 
rung des Gesetzes über den Erwerb 
und Verlust des Landesbürgerrechts 
in Bezug auf Integration, Findel- 
kinder, Staatenlose und erweiterte 
Verleihvoraussetzungen und Hin- 
dernisse (Landesbürgerrechtsgesetz) 
sowie auf die betreffende Stellung- 
nahme der Regierung an den Land- 
tag zu den anlässlich der ersten Le- 
sung aufgeworfenen Fragen. Mit der 
Annahme der beiden Abkommen 
und auf der Grundlage des neuen 
Landesbürgerrechts sollen auch ver- 
schiedene Vorbehalte zurückgenom- 
men werden, nämlich die Vorbehalte 
zu den Artikeln 17 und 24 des Ab- 
kommens über die Rechtsstellung 
der Flüchtlinge von 1951 sowie zu 
Artikel 7 der Kinderrechtskonventi- 
on von 1989 und zu Artikel 24 Abs. 
3 des Internationalen Pakts über bür- 
gerliche und politische Rechte von 
1966. In Liechtenstein leben derzeit 
sechs staatenlose Personen. Die An- 
nahme der beiden Übereinkommen 
wird weder eine sofortige noch eine 
spätere Einbürgerung dieser Per- 
sonen bedeuten, sondern eine Stär- 
kung ihrer Rechte und die weitest- 
gehende Gleichbehandlung mit Aus- 
ländern bewirken. (pafl) 
Erasmus von Rotterdam – 
Das Lob der Torheit 
SCHAAN – In dieser Veranstaltung wird 
der Inhalt des Buches von Erasmus vorge- 
stellt und der Frage nachgegangen, was 
Torheit bedeutet und warum sie manchmal 
im Leben und Denken notwendig ist. Im 
Jahre 1509, vor genau 500 Jahren, schrieb 
Erasmus von Rotterdam die kleine Ab- 
handlung «Das Lob der Torheit». Inner- 
halb einer Woche soll er dieses philoso- 
phische Meisterwerk verfasst haben, das 
bis heute gerne gelesen wird. Erasmus 
zeigt mit viel Ironie an konkreten Beispie- 
len nicht nur auf, wie Torheit das Denken 
und Handeln der Menschen mitbestimmt, 
er macht uns zugleich mit dem Gedanken 
vertraut, warum ein bestimmtes Quantum 
an Torheit für unser Leben nötig ist. Der 
Referent Stefan Hirschlehner leitet schon 
seit vielen Jahren die Philosophieabende 
der Stein-Egerta. Der Vortrag findet am 
Donnerstag, den 28. Mai, um 18 Uhr im 
Seminarzentrum Stein-Egerta, Schaan, 
statt. Mit Voranmeldung. Informationen 
und Anmeldungen gibt es bei der Erwach- 
senenbildung Stein-Egerta in Schaan, Tele- 
fonnummer 232 48 22 oder per E-Mail an 
info@steinegerta.li. (pd)
	        

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