Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

WIRTSCHAFT 
VOLKSBLATT 
15 DONNERSTAG, 30. APRIL 2009 
Schweizer Industrie auf Talfahrt 
Erwarteter BIP-Rückgang für 2009 um 2,8 Prozent bekräftigt 
ZÜRICH/BASEL – Der Geschäfts- 
gang in der Schweizer Industrie 
hat sich im ersten Quartal 2009 
laut einer Umfrage der UBS wei- 
ter eingetrübt. 
Die Erwartungen für das zweite 
Quartal bleiben unverändert 
schlecht. Die UBS bekräftigte, dass 
sie für das ganze Jahr 2009 einen 
Rückgang des realen BIP um 2,8 
Prozent erwartet. Gemäss der UBS- 
Umfrage bei rund 400 Industrieun- 
ternehmen im März sind im ersten 
Quartal 2009 Auftragseingang, Pro- 
duktion, Umsatz und Gewinne da- 
hingeschmolzen. Verbreitet seien 
Personalbestände abgebaut wor- 
den, teilte die UBS am Mittwoch 
mit. Ein Ende der Talfahrt sei noch 
nicht in Sicht. Gemäss den Erwar- 
tungen der Unternehmen werden 
auch im zweiten Quartal 2009 Auf- 
tragseingang, Produktion, Umsatz 
und Gewinn verbreitet weiter weg- 
brechen. Bei Verkaufspreisen und 
Beschäftigung werde sich die Dy- 
namik voraussichtlich sogar noch 
etwas beschleunigen. 
Weiterer Rückgang erwartet 
Der aus den Industrie-Umfra- 
geresultaten abgeleitete UBS-Kon- 
junkturindikator als Trendbarome- 
ter für das reale Bruttoinlandpro- 
dukt befinde sich weiter auf Tal- 
fahrt. Mit minus 1,2 beziehungs- 
weise minus 1,5 Prozent in den 
ersten beiden Quartalen 2009 zei- 
ge er den rezessiven Trend in der 
Schweizer Wirtschaft klar an. UBS 
Wealth Management Research 
geht davon aus, dass sich die nega- 
tive Dynamik sogar noch verstär- 
ken wird, wie aus der Mitteilung 
weiter hervorgeht. Deshalb wurde 
die Ende März prognostizierte An- 
nahme bekräftigt, dass das schwei- 
zerische BIP im Gesamtjahr 2009 
um 2,8 Prozent zurückgehen wird. 
Zuvor war die UBS noch von 
einem BIP-Rückgang von 1,2 Pro- 
zent ausgegangen. Die UBS-Öko- 
nomen erwarten auch eine 
Schrumpfung der Schweizer Wirt- 
schaft im nächsten Jahr, und zwar 
um 0,4 Prozent. 
Wie schon im ersten Quartal blei- 
ben Exportbranchen der Schweizer 
Industrie auch im zweiten Quartal 
deutlich stärker von der Rezession 
betroffen als vorwiegend binnen- 
orientierte Industriezweige. Beson- 
ders unter die Räder geraten waren 
im ersten Quartal laut UBS Firmen 
die exportorientierte Investitions- 
güter-, sowie die chemische und die 
Uhrenindustrie. Wesentlich besser 
sei es den vorwiegend auf den In- 
landmarkt ausgerichteten Branchen 
gegangen, etwa der Nahrungsmitte- 
lindustrie. Das Baugewerbe habe 
von einem relativ stabilen Auf- 
tragsvolumen profitiert. Ein neu 
aufgeflammter Preiskampf habe al- 
lerdings auf Umsätze und Gewinne 
gedrückt. 
Die von der UBS befragten 
Dienstleistungsunternehmen wie- 
sen den Angaben zufolge ebenfalls 
rückläufige Geschäftstrends auf, 
wobei der Abschwung dank dem 
eher inlandorientierten Geschäfts- 
feld deutlich milder ist als in der In- 
dustrie. Zu einer relativen Stabili- 
sierung hätten Dienstleistungen für 
Unternehmen IT sowie Gesund- 
heits- und Sozialwesen beigetra- 
gen. Tourismus, Handel und Logis- 
tik hätten die Indikatoren demge- 
genüber nach unten gedrückt.  (ap) 
Der Geschäftsgang der 400 befragten Industrieunternehmen hat sich weiter veschlechtert. 
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KEYSTONE 
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Zumtobel Group 
legt Leuchtenwerk still 
DORNBIRN – Angesichts der Auswir- 
kungen der globalen Wirtschaftskrise hat 
der österreichische Lichtkonzern Zumtobel 
Group die Stilllegung seines Leuchten- 
werks im rumänischen Curtici beschlossen. 
Davon betroffen sind 180 Mitarbeiter, für 
die nach den dort festgelegten Konditionen 
ein Sozialplan verhandelt wird. Das Pro- 
duktionsvolumen der rumänischen Fabrik 
wird in die bestehenden europäischen 
Leuchtenwerke transferiert. Vor allem die 
beiden grössten Produktionsstandorte, das 
Zumtobel Stammwerk in Dornbirn und die 
Thorn-Fabrik in Spennymoor / England, 
werden am stärksten von der Verlagerung 
profitieren. Auch das Leuchtenwerk in 
Landskrona / Schweden, wird im kleineren 
Umfang Produktionsvolumen aus Curtici 
übernehmen. «Wir gehen auch für die nächs- 
ten Monate von einer weiterhin deutlichen 
Unterauslastung unserer Produktionskapa- 
zitäten aus. Vor diesem Hintergrund haben 
wir uns neben den bereits laufenden, flä- 
chendeckenden Massnahmen zur Kapazi- 
tät- und Kostenanpassung zu dieser ge- 
zielten Verkleinerung unserer Produktions- 
struktur entschieden. So bedauerlich die 
Stilllegung für unsere Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter in Curtici ist, trägt sie doch zur 
Stabilisierung der Auslastung in unseren 
übrigen europäischen Leuchtenwerken bei», 
erläutert Andreas Ludwig, CEO der Zumto- 
bel Group. Die Produktion in Curtici wird 
Anfang Mai eingestellt, die Verlagerung der 
Maschinen soll innerhalb von ca. sechs Wo- 
chen erfolgen. Die Auslastung des Thorn- 
Werks in Spennymoor / England wird zu- 
sätzlich durch sog. Insourcing (Produkti- 
onsverlagerung von Fremdlieferanten in das 
eigene Werk) weiter verbessert.   (pd) REGION
	        

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