Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
5 SAMSTAG, 25. APRIL 2009 
Vorsorge kann Leben retten 
Vorsorgeuntersuchung soll verhindern, dass Krankheiten überhaupt erst ausbrechen 
VADUZ – Vorsorgeuntersuchungen 
sind wichtig, können Leben ret- 
ten und auch Geld sparen. Ver- 
lässliche Zahlen, wie viele Liech- 
tensteiner dieses Angebot nut- 
zen, gibt es aber nicht. 
• Holger Franke 
Seit der Einführung der neuen Vor- 
sorgeuntersuchung Anfang 2008 
wurde noch keine Erhebung ge- 
macht. «Wir erfassen seither die 
Rückmeldungen der stattgefun- 
denen Untersuchungen, sind aber 
aus technischen Gründen noch 
nicht in der Lage, eine Auswertung 
vorzulegen», erklärt Amtsärztin Sa- 
bine Erne auf Anfrage des «Volks- 
blatts». Aufgrund der überschau- 
baren Verhältnisse in Liechtenstein 
und aufgrund dessen, dass alle 5 
Jahre eine Einladung zur Vorsorge 
erfolgt, dürfte es somit noch einige 
Jahre dauern, bis ein aussagekräfti- 
ges Ergebnis vorliegen wird. 
Klare Erkenntnisse in Vorarlberg 
In Vorarlberg dagegen ist man 
bereits einen Schritt weiter. Wie die 
«VN» vor Kurzem in ihrer Online- 
ausgabe schrieb, wurden bei 49 
Prozent der 5124 Vorsorge-Darm- 
spiegelungen krankhafte Verände- 
rungen festgestellt, in 1994 Fällen 
waren Polypen, eine Vorstufe zum 
Krebs, nachweisbar. In 56 Fällen 
fielen Frühkarzinome und in 12 
Fällen Karzinome auf. Bisher seien 
68 Personen in Vorarlberg vor dem 
Darmkrebs bewahrt worden. Kos- 
tenersparnis für das Gesundheitssys- 
tem rund 8 Millionen Euro, heisst 
es weiter. 
Zahlen die für Liechtenstein nicht 
verfügbar sind – und wohl so schnell 
nicht sein werden. Die Untersu- 
chungsergebnisse bleiben aus- 
schliesslich beim Arzt – andernfalls 
könnten datenschutzrechtliche Pro- 
bleme auftauchen. Viel wichtiger 
als nackte Zahlen sind natürlich oh- 
nehin die gesundheitlichen Aspekte. 
Der Schwerpunkt der jetzigen Vor- 
sorgeuntersuchung nicht im reinen 
Erkennen von Krankheiten (Sekun- 
därprävention), sondern in der Pri- 
märprävention, sprich im Verhin- 
dern des Ausbruches von Krank- 
heiten, wie Sabine Erne erklärt: 
«Deshalb ist ein Schwerpunkt die 
Risikobeurteilung für Herzkrank- 
heiten des Einzelnen. Herzkrank- 
heiten sind Todesursache Nr. 1 in 
Europa.» Das Risikoprofil umfasst 
BMI (Übergewicht), Blutdruck, er- 
höhtes Cholesterin und das Rau- 
chen. «Dadurch soll der Proband 
auch gefördert werden, Lebensstil- 
veränderungen vorzunehmen, um 
das Risiko zu vermindern.» 
Regelmässige Einladung 
Im Sekundärpräventionsbereich 
werden aber auch Bluthochdruck, 
Übergewicht, erhöhte Cholesterin- 
werte, Rauchen, Depression, Alko- 
holkonsum, Diabetes, Darmkrebs, 
Augenprobleme (Glaukom, Seh- 
schwäche), Hautkrankheiten v. a. 
Hautkrebs (Melanom), Hörschwä- 
chen, Medikamentenkonsum abge- 
klärt, um falls nötig eine Behand- 
lung einzuleiten. 
Die Abrechnung der Vorsorge- 
untersuchungen erfolgt über die 
Krankenkassen. Indirekt werden 
sie durch den Staat über den 
Staatsbeitrag finanziert. Dies er- 
möglicht es den Krankenkassen, 
auf eine Kostenbeteiligung der 
Versicherten zu verzichten. Alle 
Einwohner in Liechtenstein erhal- 
ten ab dem 17. Lebensjahr im 
Rhythmus von fünf Jahren eine 
persönliche Einladung. Die Teil- 
nahme an der Vorsorgeuntersu- 
chung ist freiwillig und kostenlos. 
Frauen erhalten zusätzlich alle 
zweieinhalb Jahre eine Einladung 
zu einer gynäkologischen Vorsor- 
geuntersuchung. Den Kindern 
bringt man besondere Aufmerk- 
samkeit entgegen. Sie werden ab 
Geburt in regelmässigen Abstän- 
den neun Mal zur Vorsorgeunter- 
suchung eingeladen. 
Die letzte Erhebung von 2002 zeigte, dass in Liechtenstein nur etwa 35 % die Vorsorgeuntersuchungen nutzen. 
FOTO 
WODICKA 
Gesundheit für die Seele 
Gesundheitskampagne «bewusst(er)leben» mit neuem Programm 
VADUZ – Das höchste Gut der 
Liechtensteiner ist die persön- 
liche Gesundheit. Ein wesentlicher 
Faktor dabei stellt die seelische 
Verfassung dar. In der Mai-Kam- 
pagne von bewusst(er)leben, 
wird versucht zu sensibilisieren 
und Hilfestellung zu bieten. 
• Hubert Hasler 
Ein Drittel der Liechtensteiner ist 
zu dick. Ein Drittel ist bewe- 
gungsfaul. Fastfood, XXL-Porti- 
onen, zu fettes und süsses Essen 
begleiten uns immer häufiger im 
Alltag. Stress am Arbeitsplatz, 
schulische Überbelastung und 
ständige Zeitnot treibt uns oft an 
unsere Grenzen. Darunter leidet 
zunehmend unsere Gesundheit 
und macht uns krank. Ein wich- 
tiger Eckpfeiler in unserem Le- 
ben, die seelische Gesundheit, 
kommt immer mehr zu Schaden. 
Genau an diesem Punkt will 
«bewusst(er)leben» im Mai anset- 
zen. In 28 Veranstaltungen wird 
versucht, die Bevölkerung auf 
dieses Thema aufmerksam zu ma- 
chen und Hilfsangebote bekannt 
zu machen. So werden etwa Akti- 
vitäten rund um die Entspannung, 
wie Yoga und Atemtherapie, Na- 
turerlebnisse und eine Vortragsse- 
rie zu diesem brisanten Thema 
angeboten. Beteiligt an diesen 
Aktionen sind über 22 Partneror- 
ganisationen, die in ihrem jewei- 
ligen Fachgebiet Hilfestellung 
bieten. 
Lebe gesund und bewusst 
Menschen, die sich mehr Zeit 
für sich nehmen und bewusster 
durch den Tag gehen, schützen ih- 
re Gesundheit. Deshalb sollten die 
drei Säulen des gesunden Lebens- 
stils, Ernährung, Bewegung und 
seelische Gesundheit ein wichtiger 
Stellenwert in unserem Leben ein- 
nehmen. Dadurch erfahren wir 
mehr Lebensqualität und können 
uns vermehrt am Leben erfreuen. 
Dazu Regierungsrätin Renate 
Müssner und Peter Gstöhl, Amts- 
leiter vom Amt für Gesundheit, an 
der gestrigen Medienpräsentation: 
«Wir wollen aufzeigen, dass man 
mit einfachen Mitteln der Hektik 
und dem Stress entgegenwirken 
kann.» Alle Angebote für den Mai 
können aus dem «Volksblatt» und 
auf der Homepage www.be- 
wussterleben.li entnommen wer- 
den. Zudem wurde eine Informati- 
onsbroschüre an alle Haushalt ver- 
sandt. 
Regierungsrätin Renate Müssner und Amtsleiter Peter Gstöhl bei der Pressepräsentation «bewusst(er)leben» über seelische Gesundheit. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Lieber gesund und arm …? 
Die Gesundheitskosten steigen, die Reser- 
ven der Krankenkassen sinken. Experten 
warnen vor Prämienerhöhungen in der 
Schweiz von bis zu 20 %. Sowohl in der 
Schweiz als auch in Liechtenstein suchen 
Politik und Vertreter des Gesundheitswe- 
sens nach dem Ausweg aus der Kostenspi- 
rale. Fehlt der Mut für unpopuläre Ent- 
scheide, reichen Einzelmassnahmen und 
laufende Gesetzesrevisionen oder braucht 
es einen grundsätzlichen Systemwechsel? 
Fragen an Donat Marxer vom Liechtenstei- 
nischen Krankenkassenverband, an den 
Landtagsabgeordneten Wendelin Lampert 
und an Wolfram Müssner von der Liechte- 
steinischen Ärztekammer – kommenden 
Sonntag in der Sendung «Thema» von 11 
bis 12 Uhr auf Radio Liechtenstein. (pd) 
RADIO LIECHTENSTEIN 
Zauberer Danini für terre des 
hommes am Frühlingsmarkt 
VADUZ – Anlässlich des Frühlingsmarktes 
in Vaduz, der heute Samstag stattfindet, 
können die Besucher wahrhaft zauberhafte 
Momente erleben. Danini (Foto), Botschaf- 
ter von terre des hommes, unterhält mit vie- 
lerlei Zauberkunststücken die Besucher am 
Stand von terre des hommes. Der Stand 
wird von der Arbeitsgruppe Fürstentum 
Liechtenstein/Werdenberg/Sarganserland 
des Kinderhilfswerks terre des hommes be- 
treut. (pd) 
Fotoshop – Grundkurs 
NENDELN – Die Teilnehmenden kennen 
nach dem Grundkurs die Funktionen und 
Möglichkeiten von Fotoshop. Sie sind in 
der Lage, Vorlagen zu beurteilen, Bilddaten 
zu übernehmen, Korrekturen vorzunehmen 
und Bilder zu optimieren. Sie wissen, wie 
Fehler retuschiert, Bildpartien partiell ver- 
ändert, Filter und Ebenen eingesetzt wer- 
den. Der Kurs (506) dauert 8 Donnerstag- 
abende und beginnt am 30. April, um 19 
Uhr in der Kunstschule Nendeln. Die Refe- 
rentin, Manuela Gritsch, ist Fachdozentin 
mit Ausbildungen in Grafik sowie Medien- 
gestaltung und verfügt über grosse Foto- 
shop-Fachkompetenz und hervorragenden 
Praxisbezug. Mit Voranmeldung.   (pd) 
Qigong Yangsheng 
für Frühaufsteher 
SCHAAN – Qigong Yangsheng ermöglicht 
bei regelmässigem Üben zur Ruhe zu kom- 
men, sich zu zentrieren, Spannungen zu lösen, 
sowie Leichtigkeit und Vitalität entstehen zu 
lassen. Auf sanfte, nachhaltige Weise werden 
Selbstheilungskräfte und Lebensfreude ange- 
regt. Es werden fliessend miteinander verbun- 
dene Formen in ausgewogener Bewegungsab- 
folge geübt, Bilder aus der Natur unterstützen 
die Vorstellungskraft. Der Kurs 277 unter der 
Leitung von Hanni Schierscher beginnt am 
Dienstag, den 28. April, um 7 Uhr im Semi- 
narzentrum Stein-Egerta in Schaan. Anmel- 
dung und Auskunft bei der Erwachsenenbil- 
dung Stein-Egerta in Schaan, Tel. 232 48 22 
oder per E-Mail an info@steinegerta.li. (pd) KURSE
	        

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